Mineralienatlas - Fossilienatlas
Gesteine / Rocks / Rocas => Vulkane, Erdbeben, Tektonik / Volcanos, Earthquakes, Tectonics => Thema gestartet von: Xyrx am 17 Jun 10, 22:13
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Hi,
habe nun mal ein Makro der Asche dieses Vulkans gemacht. Habe noch mehr Fotos, muß die allerdings noch vom Computer durchrechnen lassen...
Hier mal die Asche, Bildbreite ca. 6mm, viel Olivin, etwas Obsidian, Magnesit... mehr habe ich noch nicht gefunden.
LG Xyrx
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Ah, interessant !.
...und wo stammt die Probe her - aus der legendären "Aschewolke" in der Stratossphäre ?
Glück Auf
Thomas
P.S. : Muß wohl Magnetit heißen, oder ?
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Die Asche stammt aus der Nähe von Skogar in Südisland, gleich am Vulkan sozusagen. Ähm, ja Magnetit... Gulligung...
LG Xyrx
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Ich habe nun die Asche nach Größe sortiert (gesiebt) und mir die Zusammensetzung optisch angesehen.
Zur Verfügung stand Asche vom Fundort Skogar/Südisland, 560 Gramm, noch als der Vulkan aktiv war.
Zuerst filterte ich naß den Schlamm raus (alles unter 63µm). Die restliche Asche wurde dann getrocknet im Ofen (und der Schlamm separat), dann wurde nach Korngröße gesiebt.
(http://www.reichelserver.eu/pics/min-atlas/ascheauswertung.gif)
Die ganz auffälligen Mineralien (Aschepartikel, Lava, Olivin, Quarze) fanden sich nicht gleichmäßig in den Siebungen. Bis 0,5mm Korngröße war allein gebackene Asche und Lava zu finden. Olivin fand sich nur unter 0,5mm Größe, dabei war das Maximum bei 0,4mm Korngröße (etwa 20% Olivinanteil). Abnehmend bis 0,25mm, dann kein Olivin mehr, nur noch Quarz und dunkle Lava. In den Größen über 0,4mm fand sich sehr wenig Quarz (unter 5%), dafür nahm der Anteil des Minerals nach unten ständig zu. Unter 0,125mm Korngröße stieg der Quarzanteil auf über 50%. Den Schlamm konnte ich im Mikroskop (80x) nicht mehr viel als Körnung auseinanderhalten. Dann waren die Partikel auch so klein, das sie durchscheinend wurden.
Bitte entschuldigt meine laienhaften Ausdrücke. Aber ich wollte euch eben mal einen kleinen Einblick in die Asche gewähren. In zwei Wochen mache ich dasselbe mit Asche aus einem Fundort zwischen 70 und 100km vom Krater weg (am selben Tag geborgen wie die Asche oben), muß da noch genau den Ort recherchieren.
LG Xyrx
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Hallo André,
das hört sich interessant an.
Kann man aus der Zusammensetzung im Vergleich zu z.B. zu anderen Ausbrüchen irgend eine Erkenntnis daraus ziehen?
Besten Gruß
Stefan
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Schwierig, ich habe da keine Vergleichsmöglichkeiten und nicht die Kenntnisse. Meine Arbeiten sollen irgendwie veranschaulichen wie weit welche Partikel und in welcher Größe diese Kiesel fliegen. Leider ist es eben schwierig genügend Material zu bekommen. Außerdem hat man ja den Job, solche "Siebereien" brauchen ihre Zeit.
LG Xyrx
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Es wäre sicher interessant weitere Proben aus entfernteren Regionen zu vergleichen, verstehe aber die Problematik mit Zeitaufwand und an Material zu kommen.
Eines deiner Aschefotos und die von Dir ermittelten Ergebnisse kannst Du ggf. in die Lexikonseite einbinden.
Besten Gruß und Dank
Stefan
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Hallo,
wenn ich diesen Sommer in der Gegend bin, werde ich auch versuchen an entsprechendes Material zu kommen. Ich will auch versuche an die Ausbruchstellen näher heran zu kommen und das ein oder andere größere Bruchstück einzusammeln. Hängt halt davon ab, wie das Gelände begehbar ist und ob es dann noch Sperrgebiete gibt.
bis denn
Günter
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Hi,
ich bin selbst Ende August vor Ort, werde versuchen an den Krater soweit ranzukommen wie irgendwie möglich.
Wenn ich Material benötige, mein Sohn wohnt in Island (5 Jahre), seine Mutter ist aber Steineliebhaberin, soweit komme ich an Material soviel ich will. Nur eben die Versandkosten :o
Und Asche, davon habe ich hier 3 kg "rumliegen", muß eben nur noch analysieren...
@Günter: Es gibt keine Sperrgebiete mehr, aber entweder hast du einen Superjeep oder festes Schuhwerk und den Hang zu 20km Fußweg.
@Stefan: Wenn ich dort war gibts einen ausfühlichen Bericht fürs Forum, Voraussetzung ist das gute Wetter, was in Island eben nicht garantiert ist.
LG Xyrx
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Hallo Andre,
freier Zugang hört sich schon mal gut an. Wenn man zumindest noch ein bischen mit dem Auto fahren kann, hilft das ja schon etwas. Ansonsten habe ich nicht nur feste Bergschuhe, sondern auch Steigeisen und Eisgeräte und kann auch damit umgehen. Die Frage ist eher, wie viele und wie große Spalten auf dem Gletscher existieren. Der untere Teil wird um diese Zeit sicher ausgeapert sein und ist daher kein Problem. In der Nähe des Kraters könnte die Schneedecke aber noch vorhanden sein und wenn es da noch verdeckte Spalten gibt, ist das nicht so lustig...
Günter
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Nein. Dort ist kein Eis mehr, aber viel Asche (tonnenweise!) und viel Dreck/Schlamm. Du kommst mit Auto über Sokur bis auf 8km ran (bei Superwetter und Allrad), dann gehts zu Fuß weiter. Warm wirds nicht mehr, aber in den dampfenden Krater steigen, das würde ich lassen.
LG Xyrx
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Unter der Asche ist im Gletscherbereich mit Sicherheit noch jede Menge Eis. Abgeschmolzen ist nur der direkte Kraterbereich und die Abflussrinne im Gigjökull. Der restliche Gletscher sollte noch halbwegs intakt sein, ist halt nur mit Asche bedeckt.
Ist die Piste, die du meinst, die von Westen hoch führt oder die von Skogar Richtung Fimmförðuhals? Den Namen Sokur finde ich auf meinen Karten nicht...
Günter
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Hi,
Skogar ist richtig, habe mich vertippselt. Es gibt eine Straße nördlich, die nach Baldfinsskali geht. Vorteilhaft ist viel Bodenfreiheit, nicht unbedingt Allrad.
Gruß Xyrx
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Hallo Freunde der Vulkanasche,
ich suche für meinen Enkel Vulkanasche aus dem obigen Vulkanausbruch. Er möchte damit bei "Jugend forscht" einen Sensor für Flugzeuge entwickeln.
Das heißt er benötigt Asche verschiedener Fraktionen und Fundorte. Wäre schön wenn einer damit aushelfen könnte. Als Gegenleistung würde ich die Analysendaten (EDX/XRD usw.) zur Verfügung stellen.
MfG und GA
Günter Blaß
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Hast PM
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Hallo,
ich habe gerade die Lexikonseite (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Island/S%FCdisland%20%28Su%F0urland%29%2C%20Region/Rang%E1rvallas%FDsla/Eyjafjallaj%F6kull%20Vulkan) dazu etwas aufgebessert und mit den Fotos meines Besuches am Fimmvörðuháls versehen. Zum Hauptkrater bin ich leider nicht gekommen, da für den nächsten Tag wieder Sauwetter angesagt war, was dann auch so eintrat. Die Straße von Skógar ist wohl zur Zeit für den Privatverkehr gesperrt. Ich bin dann von der anderen Seite (Básar, Þorsmörk, F249) aus hochgestiegen. Dies ist ohne Auto auch der kürzeste Weg (800Hm, 2-3h). Allerdings muss man auf der F249 mehrere größere Gletscherflüsse furten (selten weniger als 50cm Wassertiefe, je nach Tageszeit und Wetter auch deutlich mehr). Ich bin mit meinem höhergelegten VW-T4 nachmittags so gerade eben durch gekommen, morgens früh zurück war dann deutlich angenehmer.
bis denn
Günter
@Günter Blaß: ich habe jetzt auch Material von dort, falls noch Bedarf besteht...