Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Jochen1Knochen am 18 Jun 10, 21:29
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Hallo!
Das Steinsalz durch die Luftfeuchtigkeit angegriffen wird,ist ja klar! Als ich aber jetzt einen Karton öffnete,erblickte ich einen Steinsalz,der die Luftfeuchtigkeit wohl etwas zuviel genossen hat,denn er schwamm regelrecht im Wasser ! Oder ist das gar kein Steinsalz?
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Hallo,
hatte auch mal einen Halit, den mußte ich erstmal abtupfen so nass war der. Anschließend bei 60°C 10 Minuten in den Ofen - hat er gut überstanden. Ob es Steinsalz ist? Einfach mal anlecken... Sylvin schmeckt zusätzlich noch bitter.
Grüße,
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Hallo,
Es dürfte schon Halit sein. Sylvin wäre auch möglich, Wasserhund sprach schon das Unterscheidungsmerkmal an.
Die Eigenschaft, die hier zum Tragen kommt, ist Hygroskopie, d.h. Wasser wird aus der Luft angezogen.
Selber hygroskopisch sind u.a. Carnallit, Tachyhydrit, Eisen(III)-Chlorid.
Beim Halit/Sylvin liegt es an Beimengungen von Magnesiumchlorid, welches in natürlichen Salzen immer drin ist. Reines (>>99,9 %), im Labor hergestelltes NaCl wäre nicht hygroskopisch.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo!
Wie wirkt sich diese Hygroskopie denn da im Salzbergbau aus.Das müsste doch bei solchem Wetter mit 100% Luftfeuchte die unterirdischen Wässer dramatisch erhöhen.
Gruß Jens
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Hi Jens,
nee nicht wirklich,bei einem Wassergehalt von Gramm/Kubikmeter Luft werden höchstens die Wände feucht.
Gruß Günter
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Hallo,
kleine Beimenungen von Mg reichen locker aus um das so aussehen zu lassen.
MfG
Frank
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Wie wirkt sich diese Hygroskopie denn da im Salzbergbau aus.Das müsste doch bei solchem Wetter mit 100% Luftfeuchte die unterirdischen Wässer dramatisch erhöhen.
Günter hat Recht.
Die vom Steinsalz aufgenommene Feuchtigkeit wird mittelfristig mit dem geförderten Material auch wieder an die Oberfläche transportiert. Bei stillgelegten Salzbergwerken (besonders solche mit Besucheraufkommen -> feuchte Atemluft) lässt sich erst über sehr lange Zeiträume (Jahrzehnte) beobachten, dass sich besonders MgCl-haltige Partien auflösen und dadurch an anderer Stelle "Salz-Sinterkrusten" entstehen, allerdings nicht durch offen fließende, sondern durch kapillar kriechende Lösung. Sehr schön kann man das bspw. im Besucherbergwerk Bad Friedrichshall sehen, wo Salzskulpturen aus den 1920-er Jahren (oder 1930-er?) eine gute zeitliche Abschätzung des Auflösungsprozesses und seines Ausmaßes erlauben. Die gesamte Oberfläche der Wände in einem Salzbergwerk ist aber mühelos in der Lage, die gesamte anfallende Luftfeuchtigkeit zu absorbieren , ohne dass es zu freiem Wasserfluss kommt.
Gruß,
Rainer