Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => erledigte Bestimmungen / completed determinations => Thema gestartet von: Conny3 am 02 Jul 10, 17:31
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Hallo,
bevor ich mich ab morgen für 14 Tage aus dem Forum verabschiede (danach sicher mit Neuigkeiten aus zwei Fundgebieten), hier noch die Vorstellung eines Fundes aus dem Aushub des Silberbergtunnels (ICE Strecke Erfurt-Ebensfeld) vom 20.6.2010. Da war ich mit Thomas Billert kurz auf der Heimfahrt über den Aushub am Ilmsenberg gegangen. Derber Baryt und etwas Calzit (xx) kamen im neueren Schüttungen vor. Im bereits breitgewalzten Aushub gelang mir ein Fund, den ich hier kurz vorstellen werde. Ich denke Baryt oder Calzit hier zu sehen. Auffällig ist jedoch die hexagonale Form der Kristalle die fast das ganze Stück bedeckten (bis 3 cm). Für den Th. Wald schon recht beachtlich. leider war es nur ein Einzelfund, der auch etwas rampuniert war. Glücklicherweise zeigten sich zum größten Teil die Kristalle noch intakt.
Gruß Conny
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Deutlich hexagonales Calziumcarbonat kann auch Vaterit sein.
Uwe
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Hallo,
Ziemlich sicher Calcit. Es handelt sich um tafelige trigonale Kristalle, die aus Basis(pinakoid) und Prisma oder Rhomboeder bestehen. Ähnlich wie die sechsseitigen Hämatite.
Vaterit ist übrigens härter und zeigt meines Wissens keine Reaktion mit HCl.
Glück Auf!
Smoeller
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Stimmt, mit der HCl-Reaktion kann man Vaterit und Calzit relativ gut unterscheiden.
Uwe
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Stimmt, mit der HCl-Reaktion kann man Vaterit und Calzit relativ gut unterscheiden.
hallo Conny,
gabs hier weitere Tests ?
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Glück Auf!
Also laut Mineralienatlas-Fossilienatlas haben Calcit und Vaterit die gleiche Empfindlichkeit bei Säuren.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
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Hallo,
Vaterit in der Größe erscheint mir wenig plausibel.
MfG
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ich tippe da eher auf magnesit. wieso glaubt ihr dass vaterit nicht mit hcl reagiert? als simples calciumcarbonat macht hcl vaterit genauso den garaus wie calcit oder aragonit. oder verstehe ich da etwas falsch.
lg
andreas
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Mal ganz was anderes.
Ist Vaterit inzwischen überhaupt als natürlich vorkommendes Mineral gefunden worden ?
Loismin
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ja, im sub-mm Bereich.
Mfg
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Hallo Alois,
vor Jahren war mal Vaterit an einem größeren Felsbrocken am Hopffeldboden zu finden. War allerdings wirklich sehr klein - nicht der Fels, aber die Kristalle.
Gruß
Uwe
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Hallo,
da gibt es eine Arbeit vom anderen Uwe:
Uwe Kolitsch: Vaterit vom Hopffeldboden, Obersulzbachtal: eine Fehlbestimmung, in: Neue Mineralfunde aus Österreich LX. Carinthia, G. Niedermayr et al. 2011, S. 155-156
Mfg
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Moin
Von der Halde der Grube Glücksrad ist Vaterit ebenfalls beschrieben. Auch wenn ich dort recht viel zusammengetragen haben, war der bisher - leider - nicht dabei, bzw. er ist mir bisher nicht aufgefallen. Nach den Beschreibungen soll er dort auch eher winzig sein.
Was die Reaktion auf HCl betrifft so würde es mich doch sehr wundern, wenn Vaterit nicht in HCl aufbrausen würde. CaCO3 ist und bleibt CaCO3, mag sein, dass das Kristallsystem die Säurelöslichkeit minimal beeinflusst, aber sicher nicht in einem für den Sammler nutzbaren Ausmaß.
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"vor Jahren war mal Vaterit an einem größeren Felsbrocken am Hopffeldboden zu finden. War allerdings wirklich sehr klein - nicht der Fels, aber die Kristalle."
Alle "Vaterite" vom Hopffeldboden, die bislang mit SXRD untersucht hatte (>5), waren Calcit.
Die damalige Bestimmung von "Vaterit" ist nie publiziert worden und es ist nichts über die Identifizierungsmethode bekannt.
Vaterit ist in der Natur nur in Form winziger xx bekannt. Er kann offensichtlich durch SO4-Ionen stabilisiert werden (siehe http://www.mindat.org/min-4161.html), weswegen er mehrfach auf Sulfidbergbauhalden gefunden wurde.
Chemisch verhält sich Vaterit gegenüber Säuren wie Calcit und Aragonit.
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ok, dann kann Vaterit hier wohl ausgeschlossen werden.
Aber, um auf die ursprüngliche Bestimmungsfrage zurückzukommen: was ist das jetzt wirklich ?
Doch Calcit ?
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Natürlich Calcit, das da Zweifel herrscht wundert mich schon.
Gruß Sebastian
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das da Zweifel herrscht wundert mich schon
wollte ja nur wirklich sichergehen, bevor ich das abhake ;D
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Danke Uwe Kolitsch für die Info.
Damit ist für mich ein Ärgernis aus folgendem Grund erledigt. Ich hatte, wie bereits gesagt, vor vielen Jahren den besagten Felsbrocken gemeinsam mit einem Neukirchner Sammler bearbeitet und auch ein kleines Stück geborgen. Dieses Stückchen hatte ich ohne Beschriftung eingepackt. Neben den vielen anderen Funden habe ich mich zu hause nicht mehr an den sogenannten Vaterit erinnert und das Stück als "Rücksackmüll" entsorgt. Später fiel mir ein, daß dies der Vateritbeleg war. Bis zum 30. 5. 2016 habe ich mich etwas geärgert - nun nicht mehr ;D.
Gruß
Uwe