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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: uwe am 13 Jul 10, 14:16
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Eine Frage an Kenner alpiner Minerale. Die auf der Abbildung gezeigten Kristalle stammen von Foiskar/Obersulzbachtal. Ich bin mir sicher, daß es sich um ein Wismutmineral und nicht um Arsenkies handelt. Kommt nun im Foiskar Bismuthinit vor oder ist es eher Cosalit bzw. ein anderes Sulfosalz ? Lassen sich Cosalit und Bismuthinit überhaupt mit einiger Sicherheit visuell unterscheiden ?
Uwe
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Hallo Uwe.
Irgendwie schaut es ein bißchen wie ein Sulfosalz aus, aber so richtig auch wieder nicht.
Wenns eins sein sollte ist es eher Bismuthinit !
Cosalit hat einen eher muscheligen Bruch und Bismuthinit einen eher glatten Bruch wie auf dem Bild zu sehen.
Aber sicher sagen kann man bei den Erzen meist nichts.
Loismin
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Das mit dem Bruch ist ein guter Hinweis - danke. Mal sehen, ob noch jemand eine Idee hat (glaube ich aber eher nicht).
Uwe
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Ohne XRD-Analyse (oder quantitative chem. Analyse) ist da nix zu machen.
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Ich wäre schon froh, wenn ich wüßte, ob Blei mit im Spiel ist. Werde mir doch mal Kaliumjodidlösung beschaffen.
Uwe
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Hallo Uwe,
nach dem gesamten Erscheinungsbild würde ich Arsenkies sagen - XRD könnte mich aber vom Gegenteil überzeugen.
Gruß
Berthold
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Hallo Berthold,
Arsenkies habe ich zuerst auch gedacht und wollte das Stück schon wieder auf den Schuttkegel werfen. Aber dann habe ich einige der linearen XX umgewandelt in gelbem Bismutit (?) bzw. Bismit (?) entdeckt. Die Arsenkiese, die ich kenne zeigen ein anderes Bild bei einer Umwandlung. Mal sehen, was ich mit dem Stück noch so anstelle. So toll ist es nun auch wieder nicht, aber wenn ich mir (fast) sicher wäre, daß es ein Sulfosalz ist, würde ich mir schon eine Analyse leisten.
Uwe
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Auf das Naheliegende kommt man meist zuletzt. Die Kristalle lassen sich bereits mit einer einfachen Stecknadel ritzen. Härte damit unter 4 und wohl nun doch kein Arsenkies.
Uwe
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Hallo Uwe,
das ist ein guter Hinweis - kannst Du das noch genauer eingrenzen (Stecknadel liegt in der Härte irgendwo zwischen 4,5 und 6.5)? Ritzversuche mit Fluorit und Calcit wären interessant.
Aber es liegt schon nahe dass es aufgrund der Härte dann doch kein Arsenkies ist, halte doch mal einen Magneten hin um auf Pyrrhotin zu prüfen, der wäre mein nächster Kandidat (Härte 4,5-4).
Gruß
Berthold
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Wenn es sich auch nicht um eine Mondbrekzie handelt, möchte ich dennoch noch mal auf die bereits diskutierte Stufe zurück kommen. Habe heute nach einer Reinigung die Stufe nochmals unter dem Bino begutachtet. Zum einen fiel mir ein sehr flacher Streifen auf, welcher mich außerdem sicher macht, daß es sich nicht um Arsenkies handelt (Bild FK1). Weiterhin habe ich wenig aufsitzende Kristalle entdeckt, welche meiner Meinung nach Fahlerz sind (Bild FK 3). Dazu schreibt Ulrich Wagner in seinem Buch"Minerallien im Ober- und Untersulzbachtal": "Eine recht ungewöhnliche Mineralbildung alpiner Klüfte ist Teraedrit. ... an diesem Fund ist nicht einmal das Fahlerz selber, sondern bei der Anschliffbetrachtung ... stark reflektierende Einschlüsse. ... zum einen wurde gediegen Tellur ... beschrieben ... das andere Tellurmineral stellte sich als Tetradymit heraus." Nun würde mich schon interessieren, was das stark glänzende Körnchen auf Bild FK 2 ist.
Die bei Wagner beschriebenen Funde wurden auf der Stockeralm gemacht. Das Foiskar liegt im Nachbartal etwa auf gleicher Höhe.
Was ist Eure Meinung ?
Uwe Ludwig
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Bild FK 2 des vorherigen Beitrages
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Bild FK 3 zum obigen Beitrag
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Hallo Uwe.
Also für mich könnte Bild 1 auf alle Fälle ein Sulfosalz sein ( Friedrichit, Aschamalmit, Gustavit oder anderes) .
Hier wirst du einfach um eine Bestimmung nicht rumkommen, da kann man nur mutmaßen.
Bei Bild 2 hätte ich spontan vielleicht an Tetraedrit gedacht , aber nur weil du ihn erwähnt hast, die Anlauffarben könnten da
stimmen.
Bei Bild 3 könnte ich mir mit viel Fantasie auch Teradymit vorstellen, der macht am Wurtenkees auch so einzelne xx mit solchen
Abstufungen, wo man beim Brechen dann die perfekte blättchenartige Spaltbarkeit sieht.
Aber wie gesagt, hier kann man wirklich nur mutmaßen.
Allerdings würde ich nach diesen Fotos Bismuthinit eher ausschließen !
Gruß
Lois
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Hallo alle miteinander,
ich möchte an Lois' Beitrag noch etwas ergänzen:
Bei Bild 3 könnte ich mir mit viel Fantasie auch Teradymit vorstellen, der macht am Wurtenkees auch so einzelne xx mit solchen Abstufungen, wo man beim Brechen dann die perfekte blättchenartige Spaltbarkeit sieht.
...zumal bei/auf Tetradymit häufig Montanit auftritt, der auch gelblich auftreten kann. Ist an dem Kristall ein Belag zu erkennen?
Grüße Philip
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Hallo!
Wie groß ist diese Stufe eigentlich? ;) So richtig freistehende Kristalle sind das ja nun nicht gerade.Da werden die Fotoanalysen auch nur eine Lottotrefferquote erzielen.Das gute Stück ist zudem oxydiert und im Nachhinein gesäuert.
Gruß Jens
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@Philipp: Ich will hier nichts hineininterpretieren, aber in der Nähe der fraglichen Kristalle sind tatsächlich kleine orangbraune Pusteln, welche in Farbe und aussehen den bei Mondat vorgestellten Montaniten ähneln. Kann natürlich auch limonitischer Sinter sein. Ich mach gelegntlich mal ein Bild.
@Jens: Das Orginalstück war 20 x 40 cm groß. Ich habe ein Stück mit den interessanten Teil angetrennt, welches jetzt 13 x 6 cm groß ist. Die auf dem ersten Bild abgebildete Kristallgruppe ist etwa 1 cm breit. Das Kriställchen auf Bild FK3 ist natürlich winzig (unter 1 mm - 60fache Vergrößerung). Natürlich war die Oberfläche der Stufe der Witterung ausgesetzt, sonst wäre ich nicht aufmerksam geworden. Weitere Stück konnte ich nicht finden, den kurz danach füllte sich das Foiskar mit Nebel und ich hab mich vom Acker gemacht. Gesäuert wurde an der Stufe nichts - eher reduktiv (mit Dithionit) behandelt. Dabei hat sich aber die Oberfläche der Kristalle visuell nicht verändert. Die Kristalle sehen heute nach der Behandlung noch genau so aus wie auf dem ersten Bild.
Klar, bei diesen kleinen Kristalle ist eine Bestimmung an Hand von Bildern nicht möglich. Ich bin sowieso der Meinung (oft schon zum besten gegeben), daß eine Dokumentation der Fundstelle wichtiger ist, als die Bestimmung der Paragenese. Aber solange das Sommerloch anhält, werde ich Euch noch etwas mit der Stufe unterhalten. Weitere Bilder folgen.
Uwe
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Nochmal bissel was vom Foiskar.
@Philipp:
Auf Bild FK 5 ist nochmal so ein pyramidaler Kristall abgebildet mit einem gelbbraunen Belag. Hierbei handelt es sich aber sicherlich im Limonit. Ebenso die gelbraunen Pusteln auf Bild FK4. Allerdings sind auf Bild FK4 noch hellgelbe, nadlige Gebilde zu sehen, welche der Beschreibung von Montanit näher kommen.
Weiterhin hänge ich in den folgenden Beiträgen mal ein Bild der Gesamtstufe an.
Uwe
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Bild FK4
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Build Gesamtstufe
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Hallo Uwe!
Wolframit,Arsenkies und Pyrrhotin würde ich sagen,eventuell mit noch was dazu -von den Minifotos.Du bist dir aber ja nun leider sicher,daß es ein Wismutmineral ist.Woher nimmst Du diese Sicherheit?
Und beim Mineraliensammeln sollte es eigentlich auch kein Sommerloch geben,sondern eher ein Winterloch ;)
Gruß Jens
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Auf der Linie Stockeralm - Beryller, Waschkopf (in der Verlängerung liegt das Foiskar) wurden nachweislich Wismut-Sulfosalze gefunden. Außerdem sind die Kristalle sehr weich (ca. 3) und zeigen gelbe Beläge. Wolframit ist in den Sulzbachtälern nicht nachgewiesen und Pyrrothin ist extrem selten - bisher nur vom Hopffeldboden bekannt.
Uwe
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Hallo Uwe
Sag niemals "Nie" und laß immer für ein "Aber" ein Türchen offen :)Außer einer zweifelhaften Härteprobe und den Fotos kommt das ganze in die Rätselstunde.Macht eigentlich auch etwas Spaß,wird uns aber alle nicht ganz zufriedenstellen.Du bist natürlich im Vorteil,da Du das Stück in Natura vor Dir hast ;D
Gruß Jens