Mineralienatlas - Fossilienatlas
Arbeitsmittel / Means for work => Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation) => Thema gestartet von: Kluftknacker am 15 Jul 10, 21:09
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Hallo Sammlervolk,
nachdem ich heute meinen Garten(tief)brunnen in Betrieb gesetzt habe, der mir auch zum (Vor-)Reinigen der Stufen das nötige Wasser liefert - per Hand und auch direkt in einen alten Geschirrspüler - frage ich mich vor der ersten Reinigung, welche (chemischen) Anforderungen an das Reinigungswasser gestellt werden müssen, damit die Stufen nicht leiden oder Schaden nehmen. Hintergrund: Das Brunnenwasser weist u.a. einen erhöhten Fe- und Mn-Anteil auf und ist ansonsten recht kalkarm. Ich befürchte Ablagerungen und Verfärbungen. Sind meine Befürchtungen gerechtfertigt?
LG
Kluftknacker
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Du wirst deinen Brunnen doch nicht in einem schwer kontaminierten Bereich angelegt haben?
Etwas erhöhte Fe- und Mn-Anteile sind sicher unproblematisch.
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Hallo Kluftknacker,
erhöhte Mn/Fe Anteile werden im Geschirrspüler automatisch oxidiert und ausgefällt,sind dann wasserunlöslich und können problemlos abgespült werden.Der Prozeß läuft industriell unter "enteisent",steht auf jeder Mineralwasserflasche.Kalkarm ist gut,Restwassertropfen bilden dann keine "Trockenringe" aus.Wenn keine erhöhten Mineral/Huminsäurewerte feststellbar sind (ph Wert 7 = neutral ) sehe ich kein Gefährdungspotential.Das Du keine wasserlöslichen Minerale wäschst versteht sich von selbst.
Gruß Günter
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Hallo,
das mit den Geschirr-Spülern scheint ja richtig in Mode zu kommen - selber habe ich es aber noch nicht testen können ....
Auf der INFO 2010 in Südtirol gab es einen Vortrag des bekannten Sammlers und Buchautors Dr.Georg Kandutsch
zum Thema: Vitrinenbeleuchtung
(Dr. Kandutsch gestaltet und richtet mineralogische Museumsräume ein; zB das Granatium in Radenthein, Kärnten)
Einer seiner Kernaussagen war es, die durch die Beleuchtung entstanden Hitze von den Mineralien fern zu halten
bzw. gar zu vermeiden - Hitze führe immer zu Mikro-Rissen im Kristall ... (bei Beleuchtung potentieren sich diese)
Es dürfte ja auch bekannt sein dass u.U. frisch geborgene Berkristalle durch die Sonnenwärme zerspringen können
Also wenn Geschirrspüler zum Reinigen der Mineralien - dann auch die Sache mit der Hitze bedenken ...
Brunnen- und Regenwasser scheint mir zum Säubern kein Problem zu sein (auch in Verbindung mit zB Oxalsäure).
Viele Grüße
Gerhard/Anatas
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Brunnen- und Regenwasser scheint mir zum Säubern kein Problem zu sein (auch in Verbindung mit zB Oxalsäure).
Brunnenwasser kann grosse Mengen Ca enthalten, deshlab keine Oxalsäure ohne Blindtest.
Bei Fe und Mn würde ich schon einmal Flecken/Gelbstich beim längeren Stehen in dem Wasser in porösen Steinen erwarten.
MfG
Frank
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früher war es üblich (heute gibts das noch in den Alpen....), daß man seine Mineralienstufen monatelang in einen Wasserstrom, z.B. Gebirgsbach oder die Regenrinne legte. Die waren dann ohne weitere Zutaten rein für die Sammlung. Oder man legte sie in reines Regenwasser.
Ging natürlich nicht bei der Entfernung übler Beläge.
Gruß
Doc Diether
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erhöhte Mn/Fe Anteile werden im Geschirrspüler automatisch oxidiert und ausgefällt,sind dann wasserunlöslich und können problemlos abgespült werden
Hallo Günter,
werden die ausgefällten Komplexe wirklich ausgespült? Bleiben sie nicht eher als unlöslicher Belag auf der Stufe?
LG
Kluftknacker
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Hallo Kluftknacker,
die Fe/Mn Oxyde sind feinst verteilt und bilden einen inerten Schlamm,in Wasserleitungen werden sie allein durch Druckänderungen wieder mobil (Wassertrübung nach Druckabfall).Im bewegten Wasser sind sie in Bewegung.Prüf doch erst mal ob die Fe/Mn Belastung für die geplanten Zwecke überhaupt relevant sind.Eine größere Wassermenge in ein Gefäß einlassen,belüften (mit einem 1 Liter Krug 10 -15 x Wasser schöpfen und aus 1 Meter Höhen zurückplätschern lassen) Weißen Porzellanteller in das Gefäß einlegen,Wasser müßte bei der Prozedur rostig trüb werden,stehen lassen am nächsten Tag ist das Wasser klar und die Oxyde am Boden als Schlamm abgesetzt.
Zur Kontrolle eventuell gleich ein weißes Mineral einlegen, an dem event.Verfärbungen,Abspülbarkeit geprüft werden kann.
Gruß Günter
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Danke Günter, das werde ich ausprobieren.
Ich möchte die Frage verallgemeinern: Ist destilliertes oder demineralisiertes Wasser stets die erste Wahl beim Reinigen? Gebirgswasser (meist aus Schneeschmelzen) ist ja auch relativ "mineralarm".
Kluftknacker
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Hallo,
natürlich,je sauberer das Lösungsmittel,um so weniger kann passieren.Deshalb gibt es ja die Standarts "technisch rein" oder "chemisch rein zur Analyse".Aus finanziellen Gründen sollte man aber genau abwägen,was man wozu braucht.Den Hochdruckreiniger muß ich nicht mit dest.Wasser betreiben.
Gruß Günter
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Hallo!
Brunnenwasser zur Grobreinigung ist völlig ausreichend und nachdem der Drusenlehm,sofern welcher vorhanden ist,entfernt ist,kann man immer noch entscheiden ,was weiter geschehen soll.Muß das Stück in die Säure,in die Spülmaschine,bzw Dampfreiniger,oder in den Ultraschall bei gegebenenfalls destilliertem Wasser mit den entsprechenden Zusätzen.
Also ich würde dahingehend nichts übertreiben.
Gruß Jens