Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => (Ver-) Fälschungen, Montagen / Fakes, Assemblages => Thema gestartet von: Amberimage am 16 Jul 10, 12:18
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einen Wunderschönen,
neulich erhielt ich von meinen Eltern das Mineral Chalkanthit aus Cauquicamata - Chile. (siehe Foto)
Ich weiß das man das Mineral aber auch künstlich züchten kann, als Kupfersulfat mit synthetischen Kristallen.
Meine Fragen:
1: kann man mit irgendeiner prozedur herausfinden ob das Mineral gezüchtet oder natürlich gewachsen ist ?
2: Die synthetische Kristalle kann man ja relativ schnell züchten,
doch wenn das Mineral in der Chuquicamata - Chile Mine natürlich gewachsen sein sollte, wie alt ist es dann ca. ?
Erbitte Antworten
Cheers
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Hallo Damian,
Du meinst sicher Chuquicamata? Die Lagerstätte entstand im Oberen Eozän bis Unteren Oligozän.
Zum "porphyry copper"-Lagerstättentyp siehe auch hier: http://warmada.staff.ugm.ac.id/Articles/porphyry.html (http://warmada.staff.ugm.ac.id/Articles/porphyry.html)
1: kann man mit irgendeiner prozedur herausfinden ob das Mineral gezüchtet oder natürlich gewachsen ist ?
Das müsste relativ "einfach" über die Analyse von Verunreinigungen zu bewerkstelligen sein.
Gruß,
Rainer
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Ich möchte dich ungern enttäuschen, aber dein Exemplar ist ganz sicher gezüchtet
und der Fundortzettel ist ein Witz! Schaue dir mal Bilder von natürlichem Chalkanthit an.
Gruß
René
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Hallo,
Ich halte es auch für eine Züchtung.
Mit der Fundortangabe ist wohl Chuquicamata,Reg. Antofagasta,Chile gemeint.
Hier die Vergleichs-Chalkanthite von mindat:
http://www.mindat.org/gallery.php?loc=641&min=959
Gruß
Norbert
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ja genau, danke triassammler, wurde bereits geändert. :)
Verunreinigungen zu bewerkstelligen ??? wie funktioniert das? ein Link wäre supi.
hallo klinoklas, die habe ich schon gesehen deswegen ja meine verunsicherung und der Thread.
Sieht einfach zu ausgebildet aus.
Gibt es überhaupt solch exemplare die in der Natur gewachsen sind ???
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s. http://www.mindat.org/gallery.php?cform_is_valid=1&min=959&cf_pager_page=1
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Hallo Damian,
ein Hinweis kann möglicherweise auch der Preis sein. Ein niedriger Preis für dieses Stück bei vergleichsweise "schlechteren" Stücken bei mindat spricht nicht für einen natürlichen Ursprung der Stufe. Ich halte es abgesehen davon auch für eine Züchtung, wie man sie häufig auf Börsen zu Gesicht bekommt.
Wie groß ist das Teil denn überhaupt? Sieht nach 10cm+ aus....
Gruß Stefan
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Hallo,
ich weiß nur das diese in Tschechien für einen niedrigeren 3 steligen betrag erworben wurde, ist ja wie beschrieben ein Geschenk meiner Eltern. ;)
die größe der Stufe: 18 x 14cm größter Kristall 6cm, die Matrix ist von extrem vielen mini Kristalen ausgebildet.
100% wurden die Kristalle auf die Matrix nicht geklebt, war schon bei der Stufe mit ner Lupe lange unterwegs ::)
Auf dem Foto kommen sie etwas zu intensiv blau, in Natura sehen sie mehr so aus:
http://www.mindat.org/photo-9460.html
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Hallo,
das ist echt schwer. Die Natur macht es genauso wie der Kristallzüchter, meist durch Verdunstung.
Ich habe auch gerade einn knapp 10cm Kupfersulfatkristall mit Sohnemann gezüchtet.
Aber was mich stutzig macht, ist die Form und die Streifung. Die hätte ich so bei gezüchteten nicht erwartet.
Vermutlich das einfachste ist die Analyse des Gesteins. Ist immer ein Bereich trüber bei den Kristallen bei Dir?
MfG
Frank
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Welches Gestein? Da ist kein Gestein / Matrix bei dieser Stufe. Allein durch die Kristallgröße kann ein natürlicher Wuchs ausgeschlossen werden.
Natürliche Chalkanthitkristalle sind klein, auf keinen Fall 6 cm und mehr.
Gruß
René
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Hallo,
die Dinger sitzen eindeutig auf einem braun-grauen Stein!
Klar bei 6cm würde ich auch Züchtung unterschreiben.
Frank
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@ Frank
Das ist kein Gestein. Bei allen Chalkanthitzüchtungen die ich bisher auf Börsen, dem Weihnachtsmarkt usw. gesehen habe
sitzen die Kristalle auf so einem Boden aus was auch immer.
Gruß
René
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puh...so, habe versucht noch ein Foto bei Sonnenlicht zu machen.
Frank,
beim genauen hinschauen habe schon das Gefühl das der eine Bereich leicht trüber ist als der andere.
Wie auf dem Foto auch zu erkennen besteht der größte Kristall aus mehreren Schichten. So Zucht oder Natur ??? :D
So bin dann heut Abend wieder on.
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Hallo,
nur mal so ne Idee... Bei einigen Kupfergruben gibt es doch auf der untersten Sohle Laugenseen, in denen sich die Abwässer sammeln (die sehen auf Fotos immer kräftig grün oder blau aus). Ich meine gelesen zu haben, daß in diesen Seen auch Minerale auskristallisieren, und ggf. auch gesammelt werden. Ob man diese Stufen dann als gezüchtet ansieht, ist denke ich Ansichtssache (siehe z.B. Haldenbrandmineralien), aber es sind rezente Bildungen, in die der Mensch mittelbar eingegriffen hat, nur nicht mit der Absicht Mineralstufen zu züchten. Keine Ahnung ob in dieser Grube so ein See existiert, aber vielleicht wäre sowas ja denkbar.
ciao
Peter
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Hallo Pit,
meines Wissens sind deine Gedanken korrekt und die einzige Möglichekit für diese Foremn in der Natur.
@Rene:
Genau deshalb würde die Analyse dieses MAterials helfen!
@Peter
Wie sieht die Unterseite aus?
Solche Schichten bilden sich bei gestörtem Wachstum aus.
Mfg
Frank
Frank
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Hallo,
nach meiner allgemeinen Antwort von heute morgen komme ich nun dazu, das Bild auch mal in Groß anzusehen.
@Pit: Deine Theorie ist durchaus möglich, das Kupfer wird in Chuquicamata mittels Erzlaugung im ganz großen Maßstab gewonnen und die Restbrühe dann wild in die Atacama ausgeleitet, wo sie in Senken eindampft und verschiedene lösliche Minerale ausfällen.
Einen Grubensumpf gibt es nicht, die Gegend ist absolut knochentrocken.
Ansonsten hat das für mich frappierende Ähnlichkeit mit Stufen, die ich mal selber aus Kupfersulfatlösung gezogen habe.
Ich erinnere mich nicht, dass der Werksgeologe in Chuqui beim Herunterbeten der Mineralliste irgendwas von "Chalkantita" gesagt hätte, auch in meinem Feldbuch von damals habe ich das nicht notiert.
Gruß,
Rainer
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Hallo,
Anbei meine Bilder von Kupfersulfat,entstanden in der Elektrolyse einer Kupferhütte.Sie entstehen auf dem Grund z.B. der Becken und Behälter( und wurden auch in Rohrleitungen gefunden ) bei Reinigungs- und Wartungsanlagen.Die Tiefe des Farbtons und die Größe sind abhängig von der Konzentration und der Zeit zum wachsen.
Meine Kristalle sind zwar nur ca. 1-1,5 cm groß,aber ich glaube,sie helfen bein verstehen dieser Problematik.
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Hallo,
Mich erinnert die Stufe auch an meine frühen Kupfersulfat-Eyperimente,bei denen ich 4-cm-Kristalle
ähnlicher Form auf einem rauhen Bruchstein gezogen hatte.
Pit`s Idee von der rezenten Bildung ist allerdings nicht von der Hand zu weisen.
...das Kupfer wird in Chuquicamata mittels Erzlaugung im ganz großen Maßstab gewonnen...
...Ich erinnere mich nicht, dass der Werksgeologe in Chuqui beim Herunterbeten der Mineralliste irgendwas von "Chalkantita" gesagt hätte
Aber mindat führt es auf der Chuquicamata-Seite auf :
http://www.mindat.org/loc-641.html
Gruß
Norbert
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Hallöchen
ob es sich um eine Züchtung oder eventuell eine natürliche Bildung handelt, kann man wohl am ehesten durch eine
Untersuchung der Matrix herausfinden. Besteht diese aus einem Gestein, das in Chuqui vorkommt, so ist eine natürliche
Entstehung zumindestens recht wahrscheinlich, da sich ein Kristallzüchter wohl kaum die Mühe machen würde,
solch ein Gestein als Untergrund zu verwenden
Grundsätzlich ist die Bildung gut ausgebildeter modellhafter Chalkantitkristalle in der Natur durchaus möglich, teilweise auch in beträchtlichen Grössen. Ich habe etwa 1998 im Rammelsberg anlässlich einer offiziellen Befahrung der sogenannten "Stalinallee" selbst hervorragende Chalkantitkristalle von etwa 4 cm Größe bergen können ---leider waren diese aber auf Dauer instabil und begannen nach einigen Monaten zu dehydrieren und zu zerfallen.
Glück Auf
Thomas
P.S. : Ach ja, was das Alter der Chalkantitbildungen anbelangt, so können sich diese in sehr kurzer Zeit bilden - wenige Wochen bis Monate - es ist also ein sehr junges Alter anzunehmen
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ähm....ja nun, Natur oder Zucht ???
So wie ich aus den Beiträgen lesen konnte gehen die Meinungen auseinnander...
Frank, ich habe ja bereits auf deine Anfrage geschrieben das einige Bereiche der Kristalle trüber sind, ist das jetzt ein Indiz für Natur oder ehr Zucht?
Cheers
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Hallo,
meiner Meinung nach sind die Kristalle gezüchtet. Erkennbar sind die Streifen am Kristall die auf ein sehr schnelles Wachstum hindeuten. Solche Stufen werden meist mit der Abkühlungsmethode gezüchtet und wachsen zu der Größe in 2 bis 3 Tagen heran. Die Matrix sieht nach einem sehr porösen Material aus, könnte das Lavagestein sein?
Lavagestein oder generelle poröse Gesteine werden sehr gerne zur Kristallzucht benutzt, was meiner Meinung nach ein weiteres Indiz dafür ist das es sich um eine Synthetische Stufe handelt.
MfG Erik
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ähm....ja nun, Natur oder Zucht ???
So wie ich aus den Beiträgen lesen konnte gehen die Meinungen auseinnander...
Yepp - Sicherheit wird es nicht geben.
Frank, ich habe ja bereits auf deine Anfrage geschrieben das einige Bereiche der Kristalle trüber sind, ist das jetzt ein Indiz für Natur oder ehr Zucht?
Es ging mir um die Flächenausbildung. Die Seitenflächen bilden fast immer trübe Bereiche.
Die Streifen entstehen in Abhängigkeit von der Mutterlauge - zu schnelles Wachstum macht eher den ganzen Kristall trübe. Meine Erfahrung...
Ich habe hier einen Kristall der über mehr als 6Monate auf ca 4cm Kantenlänge gewachsen ist. Der hat genausoviele Streifen wie eine Schnellzüchtung. Es hängt von der Flächenausbildung ab - nur ein Flächentypus wird streifig.
Mfg
Frank
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...aber soviel Geduld braucht man gar nicht :
Ich habe früher zu Schulzeiten Kupfersulfatlkristalle bis zu 4 cm in 30 Minuten gezüchtet - durch extreme Übersättigung der Lösung und rasche Abkühlung im Kühlschrank. Von einer Kristalltrübung war anschliessend nichts zu bemerken, auch nicht von Skelettwachstum
Glück Auf
Thomas
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Hallo,
die Kristalle waren wasserklar? Ich hatte mir damals etwas Literatur zu dem Thema kommen lassen. Die haben für 1cm3 Kristalle bei 60°C gezüchtet und dann die klaren Sektoren per Fadensäge ausgetrennt. Ich will es nicht abstreiten, aber dann hattest du Glück mit den Spurenverunreinigungen.
Edit:
Ab die Kristalle echt sind oder fake wird sich mit Sicherheit kaum sagen lassen, es sei denn die Matrix wird analysiert und abgeglichen.
Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass die Natur solche Stücke produziert. Aber ich kann es auch >:D
MfG
Frank
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...aber soviel Geduld braucht man gar nicht :
Ich habe früher zu Schulzeiten Kupfersulfatlkristalle bis zu 4 cm in 30 Minuten gezüchtet - durch extreme Übersättigung der Lösung und rasche Abkühlung im Kühlschrank. Von einer Kristalltrübung war anschliessend nichts zu bemerken, auch nicht von Skelettwachstum
Glück Auf
Thomas
Also mich wundert weniger, das die Kristalle wasserklar gewesen sein sollen, sondern vielmehr, das Du wirklich große Kristalle trotz drastischer Übersättigung bekommen hast. Ich hätte jetzt vermutet, das Du eher einen feinkristallienen Niederschlag, also quasi Pulver bekommen hättest. Hattest Du Kupfersulfat als p.a.-plus in bidestillierten Wasser, oder wie konntest Du die spontane Keimbildung wirksam unterdrücken ? Ich hab natürlich auch mal Kristalle selbstgezüchtet und meine besten Ergebnisse habe ich immer dann bekommen, wenn ich mit sehr geringer Übersättigung gearbeitet habe. Da kommen immer sehr transparente Kristalle mit sehr gut ausgebildeten Flächen bei raus. Die Größe ist dann eine Frage der "Ausdauer" ;)
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Hallöchen
ob es sich um eine Züchtung oder eventuell eine natürliche Bildung handelt, kann man wohl am ehesten durch eine
Untersuchung der Matrix herausfinden. Besteht diese aus einem Gestein, das in Chuqui vorkommt, so ist eine natürliche
Entstehung zumindestens recht wahrscheinlich, da sich ein Kristallzüchter wohl kaum die Mühe machen würde,
solch ein Gestein als Untergrund zu verwenden
Grundsätzlich ist die Bildung gut ausgebildeter modellhafter Chalkantitkristalle in der Natur durchaus möglich, teilweise auch in beträchtlichen Grössen. Ich habe etwa 1998 im Rammelsberg anlässlich einer offiziellen Befahrung der sogenannten "Stalinallee" selbst hervorragende Chalkantitkristalle von etwa 4 cm Größe bergen können ---leider waren diese aber auf Dauer instabil und begannen nach einigen Monaten zu dehydrieren und zu zerfallen.
Glück Auf
Thomas
P.S. : Ach ja, was das Alter der Chalkantitbildungen anbelangt, so können sich diese in sehr kurzer Zeit bilden - wenige Wochen bis Monate - es ist also ein sehr junges Alter anzunehmen
Hallo, ich habe aus dem Communionsteinbruch am Rammelsberg bei Goslar millimeter große Kristalle vor über 30 Jahren direkt auf Pyrit in meine Sammlung genommen. Diese Kristalle sind heute noch genau so frisch wie damals. Habe sie allerdings noch nie gewaschen.Eine Besonderheit ist, daß direkt auf dem Ch. winzige Pyritwürfel aufgewachsen sind.
Habe ein Foto unter "Chalkanthit" eingestellt.
Gruß Willi
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einen wunderschönen,
So wie ich aus den Beiträgen lesen konnte gehen die Meinungen leider auseinnander... :-\
Dennoch ist das ein interessanter Beitrag geworden.
Die Idee mit der Untersuchung der Matrix (Fundort) finde ich gut, sicherlich wäre es die Lösung.
Aber der Aufwand wäre doch damit verbunden auch ziemlich groß, oder?
Nun,...habe ich es auch richtig verstanden, egal ob nun Natürlich oder Künstlich die Stufe ist, in beiden fällen halten die die Kristale nicht lange,(vergleichbar mit anderen Mineralien) werden die Kristalle ziemlich schnell trübe und brüchig, ist das richtig?
Wenn ja, wielange dann ca.? (Die Stufe ist 24h im Schaten in der Vitrine und (nur) dem Tageslicht ausgesetzt).
Cheers
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Hallo,
hab zwei Chalkanthite in meiner Sammlung. Der natürliche ist ca. 1 Jahr alt und so wie am ersten Tag, ist allerdings auch eingedost. Der andere, gezüchtete ist ca. 15 Jahre alt, war auch nie eingedost. Etwas blasser ist er im laufe der Jahre geworden, aber immernoch blau und stabil. Beide Steinchen sind immer im Tageslicht.
Grüße,
Edit: Chalkanthit mag Trockenheit und Feuchtigkeit beidermaßen nicht, ist also schwierig zu lagern. Silikagel oder feuchte Watte scheiden also aus. Ich probier es mal mit dem einfachen eindosen, evtl. genügt ja das Mikroklima der Dose...
in 15 Jahren erstatte ich Bericht...