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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: uwe am 14 Sep 10, 11:20

Titel: Unbekannt Beryller
Beitrag von: uwe am 14 Sep 10, 11:20
Vor Jahren haabe ich mal am Beryllerabbruch ein Stüfchen aufgehoben, welches ich bis heute noch nicht spezifizieren konnte. Zuerst dachte ich an metamiken Gadolinit. Es könnte aber auch ein Aggregat, bestehend aus winzigen Aeschiniten, sein. Das Aggregat ist reichlich 1 mm lang. Turmalin oder Hornblende ist es mit Sicherheit nicht.

Hat jemand von den Alpnexperten eine Idee?

Gruß
Uwe
Titel: Re: Unbekannt Beryller
Beitrag von: Günter Blaß am 14 Sep 10, 16:23
Hallo Uwe,
Du kennst meine Meinung zur visuellen Bestimmung solcher Stücke.
Ich erinnere an das Sulfosalz vom Foiskar.

Liebe Grüße
Günter
Titel: Re: Unbekannt Beryller
Beitrag von: loismin am 14 Sep 10, 17:48
Hallo.

Ist denn bei dem Sulfosalz vom Foiskar schon was rausgekommen ?
Weil das hier grade erwähnt ist !
Würde mich schon interessieren.


Gruß
Lois


Titel: Re: Unbekannt Beryller
Beitrag von: uwe am 14 Sep 10, 19:56
Es handelte sich beim Fund vom Foiskar um Bismutit, pseudomorph vermutlich nach einem Sulfosalz, den die hauchdünne graue Oberfläche enthält Spuren von Ag und Pb. das mit dem Sulfosalz ist natürlich nur eine  Vermutung von mir auf Grund der Analysenergebnisse. Es kann natürlich auch eine Pseudomorphose nach Bismuthinit sein. Ich werde im nächsten Jahr die Fundstell nochmals genau unter die Lupe nehmen.

Mir ging es allerdings bei diesem Beitrag um Eure geschätzte Meinung zu dem abgebildeten Kristall/Kristallaggregat.

Uwe
Titel: Re: Unbekannt Beryller
Beitrag von: Uwe Kolitsch am 17 Sep 10, 21:07
"Turmalin oder Hornblende ist es mit Sicherheit nicht."

Wieso nicht? Auf diese beiden hätte ich zuerst getippt.
Titel: Re: Unbekannt Beryller
Beitrag von: uwe am 18 Sep 10, 12:39
Hallo Uwe,

beim meiner Feststellung, kein Turmalin und keine Hornblende habe ich mich auf Erfahrung und Gefühl verlassen, obwohl beides natürlich keine anerkannten Analysemmethoden sind. Hornblende und Turmalin kommen (zumindest in den allermeisten Fällen) nicht so homöopathisch verteilt im Gestein vor. Bei solch kleinen Aggregaten sind dann in der Nachbarschaft auf jeden Fal noch größere Kristalle oder Aggregate dieser Minerale vorhanden. Auch ist die Matrix und Paragenese - zelliger Feldspat plus Quarz mit Chlorit und Apatitkristallen - für Hornblende und Turmalin eher untypisch. Die Matrix ähnelt sehr dem entsprechenden Gestein des Hopffeldbodens, in welchem dort die "Leckerbissen" auftreten. Ähnliches Gestein kommt auch im der gegenüberliegend Ochsenklamm, dort auch mit den gleichen Apatiten, vor.

Die Farbe der einzelnen Kristalle ist braun; es sind ein paar kleinere Kriställchen auch noch an anderer Stelle, wo man die Farbe erkennen kann. Der Bruch muschlig, Spaltbarkeit also Null.

Natürlich kommt Turmalin (evtl. sogar Dravid) im Untersulzbachtal vor, jedoch viel weiter taleinwärts in der Nähe des Saukopfes. Dort jedoch in schönen, großen Kristallen.

Gruß
Uwe