Mineralienatlas - Fossilienatlas
Lexikon / Encyclopedia / Encíclopedia => Beiträge für das Benutzerlexikon => Thema gestartet von: Philip Blümner am 08 Dec 04, 11:25
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Hallo!
Als ich Tellurobismutit im Lexikon betreuen wollte, fiel mir bei mindat (http://www.mindat.org/min-3907.html) auf, dass Tellurobismutit drei TL besitzt.
Wie ist das möglich?
Gruß
slugslayer
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Hallo,
da sind bei der Erstbeschreibung Proben von den drei Fundpunkten herangezogen worden. Sowas konnt öfters vor, auch deswegen, weil für die ganzen von der IMA geforderten Daten u.U. eine/wenige Probe(n) von einem Fundort nicht reicht/reichen. Spricht übrigens sehr für die Wissenschaftler, die das beschrieben haben...
Gruß
Berthold
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Aber wenn die drei Proben übereinstimmen und die Existenz des Minerals somit bestätigt wurde, müsste doch trotzdem der Erstfundort genannt werden.
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Hallo,
nein, nicht der Erstfundort ist die Typlokalität sondern der Fundort (oder die Fundorte) woher die Proben für die Erst-(Neu-)Beschreibung (bzw. dafür notwendige Untersuchungen) kamen. Häufig hat man zum Beispiel einen (nicht anerkannten) Mineralnamen an einem Fundort, später wird (ausreichend Material) an einem anderen Ort gefunden, das Mineral untersucht und beschrieben und der Name vergeben. Möglicherweise Jahre später stellt dann irgendwer fest, dieses Mineral wurde schon früher woanders gefunden (und anders bezeichnet), das ändert dann nichts an der Typlokalität. Lediglich der falsche Name wird in so einem Fall "ausgerottet".
Gruß
Berthold
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Jetzt bin ich aber verwirrt.
Also ist die Typlokalität nur der Ort, wo Proben genommen wurden? Ist es dann theoretisch möglich, dass zwei identische Mineralien zwei Namen haben je nach FO?
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Es gibt immer nur e i n e Typolokalität. Später sich falsch herausstellende Bezeichnungen werden diskreditiert.
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Hallo,
@Peter: ja, mit dem diskreditieren ist richtig - aber nur, wenn verschiedene Namen vergeben wurden.
Aber wir haben eine Reihe von Fällen (auch im Lexikon) wo schon in der Erstbeschreibung mehrere Fundorte genannt wurden. Und für den Fall, dass Proben von diesen Fundorten ebenfalls zur Erstbeschreibung herangezogen wurden muss das auch Typlokalität sein.
Ein Beispiel für zwei Typlokalitäten für ein Mineral: Diaphorit Typlokalität ist Pribram, Tschechische Republick UND Bräunsdorf bei Freiberg, Erzgebirge, Sachsen
Dieses Beispiel habe ich gewählt, weil man die Umstände der Erstbeschreibung im Internet hier
http://de.geocities.com/stollentrollxx/typloc/diaphorit.html
online nachlesen kann.
Ich sag es nochmal: Alle Fundorte von denen Proben für die Erstbeschreibung herangezogen wurden sind für dieses Mineral Typlokalitäten.
alles klar ?
Gruß
Berthold
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Für mich schon!
Danke!