Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Achate / Agates => Thema gestartet von: Lausitz am 21 Nov 10, 18:42
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Ich wende mich hier speziell an die Chalzedonspezialisten
in den Altelbekiesen der Lausitz werden neben den "Normalfarbenen" Chalzedonen selten Lila- bzw Amethystfarbene Chalzedone gefunden. In den Ursprungsgebieten in der Tschechischen Republik habe ich solche in den einschlägigen Museen noch nicht gesehen,sie treten aber an vielen Achatfundstellen innerhalb der alten Elbeläufe auf. Weiterhin fällt auf das diese Exemplare selten größer als 2cm im größten Durchmesser betragen.Kann jemand etwas zu der ,doch seltenen Färbung sagen?
Ich habe mal ein Exemplar versucht so abzubilden das die Färbung sichtbar ist.
Gruß aus Brieske
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Hallo Bernd
Bist Du sicher das es Chalcedon ist und kein abgerollter Amethyst ?
Gruß
Roland
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Hallo Roland,
sicher? weiß nicht,zumindest deutet die Oberfläche des Stückes mehr auf einen Chalzedon.
Unten noch mal zwei Abbildungen im Drauflicht.
Gruß aus Brieske
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Hallo,
die Farbe könnte vielleicht mit Manganmineralien zu tun haben, wie auch beispielsweise hier beschrieben:
http://www.mineralworld.de/html/violett.html
Gruß Daniel
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Hi,
also das sind schon lila Chalzedone, und keine abgerollten Amethyste!
Hatten das Thema auch schon mal im MMG-Forum diskutiert!
Anbei mal ein paar aussagekräftigere Bilder!
Grüße
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siehe oben
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Hallo
Die Fotos sind schon aussagekräftiger und zeigen tatsächlich einen Chalcedon (porige grubige "Außenhaut" - wie beim Achat)
Das letzte Foto (geschnittene Geode) läßt einen feiverteilten Hämatit erkennen der die Ursache der Färbung sein könnte.
Gibt es weitere geschliffene Exemplare evtl. mit Bänderung? Mir selbst sind in meiner aktiven Sammeltätigkeit in der Lausitz
solche Exemplare nicht untergekommen oder ich habe diese einfach übersehen bei der Suche nach großen Geoden. Es ist ja wie beim Tektite sammeln
wenn man nicht sonderlich darauf achtet findet man meist auch keine wenn sie nicht schon die entsprechende Größe haben.
Beste Grüße
Roland
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Hatten das Thema auch schon mal im MMG-Forum diskutiert
Hi Moldi,das ist richtig aber ich denke schon das im Atlas zahlenmäßig mehr Mineraliensammler sind,deshalb habe ich dieses Thema hier aufgeworfen. Danke das du es mit gutem Bildmaterial unterstützt. Ich habe leider bisher nur den einen weil ich mein Augenmerk auf größere Brocken von Elbechalzedonen richte.
@Mineralroli,deine Theorie des feinverteilten Hämatites innerhalb der Geoden scheint naheliegend,diese wurde im oben angesprochenen Forum ebenfalls geäußert.
Auffallend ist aber die Tatsache das alle bisher bekannten Exemplare nicht größer als 2cm im Durchmesser betragen.
Mal sehen was da noch kommt.
Gruß aus Brieske
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Hi,
ich habe noch 2 weitere gesägt, aber die weisen auch keine Bänderung auf!
Wie Bernd schon sagt die maximale Größe ist gut 2 cm und es sind meist die Moldavitsammler die diese lila Chalcedone sozusagen als Beifang finden! Statistisch gesehen sind sie sogar weitaus seltener als ein Moldavit!
Ja schauen wir mal was da noch kommt!
Grüße
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Hallo Bernd
@Mineralroli,deine Theorie des feinverteilten Hämatites innerhalb der Geoden scheint naheliegend,diese wurde im oben angesprochenen Forum ebenfalls geäußert.
Sorry ich hatte den Beitrag noch nicht gelesen und meine Meinung nur aus dem Bild gemacht. Demnach lag ich doch gar nicht verkehrt und es beweist ja fast die gleich Anschauung ohne vorbelastet durch den Beitrag zu sein. Könnte etwas dran sein -an den Hämatit.
Beste Grüße
Roland
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Hallo,
vielleicht ist die lilane Färbung aähnlich wie beim Amethyst. Also das fein verteilte Ionen im Kristallgitter durch radioaktive Strahlung ihre Ladung geändert haben, und es dadurch zu dieser Färbung kommt. Kann ja gut möglich sein, das es hier auch Fe2+/4+-Ionen sind die, die lila Färbung hervor rufen.
Gruß Erik
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Hallo
Interessante Steine.
Das diese Stücke seltener wie ein Moldavit sein müssen, muss wohl so sein, denn einen Moldavit habe ich schon gefunden aber solche, negativ.
Warte schon ungeduldig auf neues Bildmaterial ::)
Gruß
Alexusi
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Mit Bildmaterial kann ich momentan nicht dienen, aber ich will trotzdem mal meinen Senf dazugeben. Es handelt sich wirklich um Chalcedone, die jedoch nie eine Bänderung aufweisen. Meist ist die Oberfläche porig, nierig, seltener auch leistenartig. Solche leistenartigen Chalcedone gibt es auch. Diese haben aber meist braune Farbe und haben ebenfalls keine Bänderung. Ich denke daher findet man diese Chalcedone auch nicht in Museen, da sie bis auf die Farbe eher unscheinbar und klein sind. Ich habe ca. 20 bis 30 Exemplare von diesen Lila-Chalcedonen. Gefunden habe ich diese schon an 6 oder 7 Fundstellen in der Lausitz. Die treten überall da auf, wo auch die typischen Elb-Achate auftreten. Sie sind sogar in ihren Eigenschaften ähnlich mit den anderen Chalcedonen. Die durchscheinenden Elbe-Achate (bzw. Chalcedone) haben alle einen farblichen gelb-Stich. Das haben diese lila-Chalcedone auch. Ich habe sogar schon Mischformen gefunden, wo ein Teil gelb und ein Teil lila ist. Das spricht doch sehr dafür, dass die aus irgend einem kleinen tschechischen Vorkommen mit den anderen Achaten hierher transportiert wurden.
Bei der Farbe denke ich auch, dass Hämatit eine Rolle spielt.
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Hallo minpol
ein Teil gelb und ein Teil lila
das wäre dann Ametrin
Gruß Roland
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Hallo!
Ich habe bei den Bildern jedenfalls nicht den Eindruck von Amethyst!
Lila ist das zwar schon ,aber irgendwie anders.
Hämatit als Farbe schaut eigentlich auch anders aus.
Die Oberfläche der Steinchen ist so lebendig-irgendwie beweglich.Das erinnert auch in der Durchsicht irgendwie an eine Gallerte wie Fischlaich.Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen,das die Stücke eine kristalline Basis haben.
Gruß Jens
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Nein die haben ja auch keine kristalline Basis (zumindest nicht makroskopisch!). Es handelt sich um Chalcedone! Das ist gelartig vernetzes SiO2. Bei Chalcedonen spricht man auch von mikrokristallin. Es ist also eine beginnende Ordnung der SiO2-Tetraeder erkennbar, aber eben nur in kleinen Bereichen. Es sind sozusagen zig kleine Quarz-Kriställchen. Jedes Glas oder Gel auf anorganischer Basis fängt eben mal an, auszukristallieren! Das ist nicht nur bei Kieselsäure (also der "Urschleim" der Chalcedone) sondern beispielsweise auch bei Obsidian oder anderen Lawen so!
Zurück zu den lila Chalcedonen! Es sind keine Amethyste (also keine makrokristallinen SiO2-Modifikationen) und demnach ist auch die Bezeichnung Ametrin falsch!!! Chalcedon. Nicht mehr und nicht weniger! Die Färbung entsteht hier anders als beim Amethyst nicht durch Fehlbestzungen der Si-Plätze oder durch zerstörte Gitter-Strukturen (durch Radioaktivität), sondern vermutlich duch feinste Hämatit-Partikel in dem Sio2-Gel. Der farbige Chalcedon ist also eine Mischung mehrer Mineralien.
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Hallo!
Wenn man wissen will, ob die Färbung mit der von Amethyst vergleichbar ist, muss man nur eine Probe erhitzen (>350C). Wenn sie ausbleicht und/oder gelb oder orange wird, ist das Lila wahrscheinlich von den gleichen Farbzentren wie im Amethyst verursacht. Dem Hämatit sollte das Erhitzen wurscht sein.
Amethyst-Farbzentren wären übrigens nichts verbotenes, schliesslich sind sowohl length-fast Chalcedon als auch Quarzin intensiv nach Brasilianer Gesetz verzwillingt, es gibt also eine strukturelle Verwandschaft zu Amethyst.
Der Argumentation im verlinkten PDF, dass (vermutliche) Mangan-Dendriten der "schlüssige Beweis" für feinverteilte Mangan-Minerale sind, vermag ich nicht zu folgen. Ein schlüssiger "Beweis" wäre das Ergebnis einer chemischen Analyse.
Wenn man Rayleigh/Tyndall-Effekte als Ursache vermutet (Mischung von Rot durch Hämatit und Blau durch Streuung), dann müssten die Stücke im Auflicht blauer sein aus im Durchlicht, wie sehr schön an blauen Chalcedonen zu beobachten ist.
Gelartig vernetztes SiO2 nennt man Kieselgel.
Glasartig vernetztes SiO2 nennt man Opal-N. Amorphes SiO2 aus vernetzten Kügelchen von Polykieselsäuren nennt man Opal-A oder Opal-AG (das G verweist auf die vermutliche Entsehung aus Gel). Diese Opale (N, A, AG) sind tatsächlich nicht kristallin.
Es gibt auch kristalline Opale, nämlich Opal-C und Opal-CT aus Cristobalit und Tridymit, diese sind übrigens manchmal ähnlich faserig aufgebaut wie der Chalcedon im Achat.
Chalcedon ist einfach Quarz und überall kristallin, nicht einfach nur ein bißchen "hier und da mal" kristallin. Die Kristalle sind nur sehr klein und oft auf spezielle Weise miteinander verwachsen. Wenn die Brasilianer Zwillingsdomänen in den Kristallen auf unit-cell-Grösse "schrumpfen", hat man Moganit dazwischen, der ist aber auch kristallin.
Gruß
Amir