Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Bergbaumaulwurf am 06 Dec 10, 19:57
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Glück Auf!
Habe gerade zur Börse in Hohenleuben eine wunderschöne Calcitstufe von der sogenanden Wasserdruse aus Pöhle gekauft. Gehört habe ich auch schon davon, aber genauere Information fehlt mir leider dazu.
Wer kann mir dazu zu Fundzeitpunkt, Größe usw Bericht geben.
Bergbaumaulwurf
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Hallo,
leider habe ich dazu keinerlei Informationen.
Hast Du von der Calcitstufe ein Foto, das Du hier reunstellen kannst.
Glück Auf
kay
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Glück Auf!
Werde mal in der nächsten Zeit ein Foto machen und reinstellen.
Bergbaumaulwurf
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Glück Auf !
Hallo Wismutfreunde weis den keiner was darüber?
Bergbaumaulwurf
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Hallo Uwe,
wenn es bis Ende Januar Zeit hat, frage ich mal zur nächsten Versammlung unseres Mineralienvereines nach. Wir haben einige alte Bergleute, welche in Pöhla gearbeitet haben, unter den Sammlern.
Gruß Uwe
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Das würde mich auch mal Intressieren ..
Um Pöhla werden ja so einige Geschichten erzählt ...
Siberfund 1990 ...
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Hallo!
Wenn das mal nicht eine Verwechslung mit der Hartensteiner Druse ist,welche sich über mehrere Sohlen erstreckte.
Bergbaumaulwurf-Du wolltest ein Foto der Stufe einstellen!Da könnte mancher sich ein besseres Bild davon machen!
Gruß Jens
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Hi Jens,
ich denke schon das mit "Wasserdruse" die in Pöhla gemeint ist. In Hartenstein gab´s meines Wissens keine solche (lasse mich gerne eines Besseren belehren). Aber eine "Förstersdruse" gab´s, die mit den schönen Quarzen.
P.S. Suche übrigens von "beiden" eine ordentliches Handstück. :P
Grüße und Glück Auf
Ronny
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Ich hatte ja oben schon geschrieben
Silberfund 1990
das Thema wurde zwar schon Diskutiert .- aber -
Weis nun von hier Jemand was wirklich wahr daran ist und was nicht ??
Keine Angst vor erzählungen - die besagte Gangstrecke ist vollständig abgesoffen -oder geflutet
und Tauchen will ich nicht .
Mir ist lediglich intressant ob es sich Tatsächlich um solche gewaltigen Dimensionen Gehandelt hat .
auch der Verbleib der geförderten Hunte ist mir egal - ob nun Halde oder Keller bei einen zuhause .-
Mich intressiert nur die Geschichte .
vieleicht kann ja in diesen Zusammenhang auch jemand die Wasserdruse erklären
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Hallo Fassi!
1990 hab ich mit meiner Lehrlingsklasse eine Exkusion nach Pöhla gemacht und dabei auch den "Silberblock" angeschaut. Von dem Gang war in der Firste max.2cm zu sehen, die Ortsbrust war erzfrei. Also komplett abgebaut oder in die Masse geschossen.
Wir durften auch in der Masse nach Stücken suchen und sie mit rausnehmen. Damals hatte ich zuerst alle Taschen mit Proustit vollgemacht. Als ich den ersten Arsenbrocken aufgehoben hatte, hab ich den ganzen Proustit wieder ausgekippt. Könnte mich heute noch deswegen in den A... beißen. Bilder hab ich damals nicht machen können, da mir die Kamera 2Tage vorher bei ner Tour ins Wasser geplumpst war.
Über die Ausmaße der Vererzung wurde ja auch in der Mineralienwelt berichtet.
Einer der damaligen Gubengeologen erzählte, dass der Schachtleiter nicht glauben wollte, dass ein so großer Silberfund getätigt wurde. Ihm wurde dann ein 70kg schweres Gangstück auf den Schreibtisch gewuchtet. Zu diesem Zeitpunkt, dürften aber schon viele Stücke in Brotbüchsen und Aktentaschen die Grube verlassen haben. Was der Geologe noch erzählte, wenn in der Grube eine Druse angeschossen wurde, wussten alle davon, nur die Geologen erfuhren es zuletzt. Zuerst haben Hauer und Steiger abgebaut, dann kamen die Handwerker und dann der Rest.
Glück auf!
Raik
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Klasse - so gehört sich das beim Anschießen Einer Druse - Immer nach der der Reihe .. ;D
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Im Buch "Alles kommt vom Bergwerk her" ist ein relativ ausführlicher Artikel über den Silberfund von Pöhla drin.
Gruß Jürgen
PS: Ich kenne Sammler die haben 50 kg schwere Brocken Silber/Arsen aus Pöhla zu hause, einer der damaligen Steiger heist auch nicht zu Unrecht "Silberdieb" ;D ;D ;D
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Hallo
Die sogenannte Wasserdruse gab es wirklich -sie war ua. mit sehr großen Calzitkristallen bestückt(bis 20cm)
Ein Stollen(Schurf 24) -begonnen 1967- im Luchsbachtal wurde aufgefahren,um die Skarn Lagerstätte Tellerhäuser und
Hämmerlein zu erschließen -Ziel war es Uranerze zu fördern. Silbererze die zusammen mit Arsen vorkamen
lohnte sich nicht wirtschaftlich zu verhütten (Umweltproblem Arsen). Außerdem waren die Silberpreise
generell niedrig. Zur Aufbereitungsanlage kam fast nur Uranerz. Die anderen Abbauprodukte wurden im
Luchsbachtal aufgehaldet. Eine Entnahme von Mineralien war nicht gestattet-
Bis die -Wende- kam und der Staat und die Wirtschaft zusammenbrachen.Im Jahr 1990 wurde beschlossen
die Wismut zum 1.1.1991 aufzulösen.Und bereits 1990 brach der Export zur SU zusammen.
Es war auch 1990 für diese Lagerstätte das wirtschaftliche Chaos. Dann traten die Wismutgesetze in Kraft
und die Wismut als Ganzes war aufgelöst.
Es war auch die Zeit des -Sammelns und Beiseiteschaffen- und ist auch verständlich ,da die Bergleute in eine
unsichere Zukunft schauten.
Und fast zum Abbauschluß gab der Berg einen Schatz frei -den großen Silberbruch -in der Gangstrecke 22
auf der 120 m Sohle.
Schätzungen ergaben ein Erzlager Silber und Arsen von über 20 Tonnen. Davon wurde -------abgebaut
und aber nicht der Aufbereitungsanlage zugeführt. Wohin ? das wissen diejenigen ,die dabei waren,so die
Lokfahrer und die Anderen die nicht als Hauer arbeiteten.
Es ist auch nicht auszuschließen ,das noch etliche Erzmassen inder Luchsbachhalde verschüttet wurden.
Wo?das wissen nur die,die damit zu tun hatten.
Und so wird der große Silberanbruch für immer in die Berbaugeschichte eingehen, es sei denn die Lagerstätte
Hämmerlein und Tellerhäuser wird wieder aufgeschlossen ...............
Im übrigen gab es auch in der Tschechoslowakei um Pribam große Silberanbrüche die ebenfalls aufgehaldet
wurden. Hier war ebenfalls Uranerz das Ziel der Unternehmung.
Eigentlich gibt es neben dieser Lagerstätte noch eine Menge von Bergbaustätten. und das Obersächsische
Bergamt stellte zum 31.12 2008 fest ,das es noch hunderte Restlöcher -Stollen -Pingen usw. gibt.
die noch mineralogische Geheimnisse in sich haben .
Und sie haben keinen Rechtsnachfolger und es besteht dafür auch keine Bergaufsicht.
Gruß Gerhard
Vielleicht findet sich doch noch ein ehemaliger Bergmann ,der mit dabei war -muß ja nicht seinen Namen nennen
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Danke für diese Aufschlußreichen Worte .
dem gibts eigentlich nichts hinzuzufügen oder ??
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Hallo an alle,
Hallo Gerhard,
mich würde interessieren: wo man das nachlesen kann. Aber bestimmt stammt die ausführliche Information aus verschiedenen Quellen.
Danke und viele Grüße
Fritzi
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Hallo Gerhard!
20Tonnen?
Bei einer Dichte von 5,7 für Arsen wäre das in reinem Arsen 3,5 kubikmeter
Reines Silber mit einer Dichte von 10,5 entspricht ca.2 kubikmeter
Ein Gemisch beider Minerale wird auch nicht mehr.
Wegen solchen Kleinmengen hätte sich keiner umgedreht!
Gruß Jens
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Hallo,
jetzt wo sich doch einige gefunden haben, die sich mit dem Vorkommen scheinbar recht gut auskennen: Gab es in Pöhla denn auch mal einen Goldfund? Ich kann mich noch vage daran erinnern, dass es in dem Café (Büro, Kasse...?) beim Besucherbergwerk mal eine kleinere Mineralienausstellung gab. Und da stand eine größere Stufe, die als ged. Gold beschriftet war. Hat auch optisch gepasst ;). Kann das sein? Hat mich damals schon gewundert.
Gruß Daniel
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Hallo Jens
Natürlich war der Silberanbruch nicht ein Gemisch von Arsen und Silber. Der Anbruch bestand aus den genannten
20 to (Es gibt auch Angaben mit 200 to) mit große Mengen gediegendes Silber ,das aufsaß auf gediegen Arsen usw.
Dergrößte Teil wurde in der Halde vergraben. Wieviel und ob noch Teile des Ganges anstehen ???!!!
Aber doch mal etwas anders. Schneeberg -im Mittelalter die große Silberstadt.
Das Gesamt ausbringen an Silber in der St. George Fundgrube betrug im Jahr 1477 gute 5 to (In dieser
Grube fand das legende Gastmahl mit Herzog Albert statt.-aber nicht an einem Silbertisch mit 400 Zentner)
Das gesamte Silberausbringen der Gruben -wie St. Georg
Heilige 3 Könige
Ritterzeche
St Katharina
und andere betrug 1477 insgesamt 18 to
Der Silberanbruch von 1990 hätte im Mittelalter Pöhla zu einer reichen Bergstadt gemacht.
Villeicht wir einmal die Halde im Luchsbachtal abgefahren aus Gründen die..............?
Dan kommt das Silbererz zum Vorschein.
Gruß Gerhard
Hätte ich ja beinahe vergessen. Claudia, ich erlese viel aus allmöglichen Zeitschriften -Dokumentationen
und Bücher über Bergbaugeschichte und schreibe es auf. So war ich auch in der Landes bibliothek
Dresden und in der Freiberger Uni -Bibliothek usw.
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Hallo!
Dieses Stück von 7x5x5,5cm wiegt 800g!
Das Stück enthält ged.Silber.Mit anhaftentem Gestein komme ich auf eine Dichte von 4,166.Das wären 4,16t pro Kubikmeter.Ergibt 5 Kubikmeter Masse für 20t Erzanbruch!
Zuwenig um drüber zu reden ;D
Also meine Informationen damals waren 200t.Ich habe allerdings vergessen ob das den Silbergehalt oder die Gesamtmasse betraf.Gesprochen wurde vom größten Silberanbruch,den es jemals im Erzgebirge gab.
Weiterhin sind diverse Mengen des Silber-Arsengemisches dennoch in die Aufbereitung nach Uran gegangen.Dieses Haufwerk lagerte innerhalb einer Umzäunung auf der Erzhalde.Da habe ich damals das Volumen von ca.6 LKW Ladungen gesehen.
Ein großer Teil war erzfrei (URANFREI) und ging auf Halde und wurde mit ca.3m Bedeckung versehen.
Ich sollte damals mit danach graben(was viele taten),aber mich hat das Zeug nicht so richtig interessiert!Ich war mehr auf Pegmatitmineralien aus.
Im Zuge der Rekultivierung der Halde wurde das Silber nochmals überschoben womit es ca.10m tief liegt und dort verrotten wird.
Gruß Jens
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Hallo Gerhard,
aha, so halt ich's auch, nur daß ich wegen Mangel an Zeit maximal bis in die Freiberger Uni-Bibliothek komme.
BG
Fritzi
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Kleiner Nachtrag zur Wasserdruse
Die Druse war ca. 2 x 2 m groß und bestand hauptsächlig aus Calcit und Quarz.
Diese befand sich auf der +300 m Sohle direkt am Skarn im Grubenfeld Tellerhäuser.
Info hab ich von einem ehem. Hauer der Grube
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Hallo!
Und warum hieß das kleine Teil Wasserdruse?Kam da ein Schwapp Wasser raus? Oder lag die im Boden unter Wasser? Hat der da was erzählt?
Es grüßt ein neugieriger Jens ::)
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@wissbegieriger jens :) ...da kam mehr als ein schwapp wasser aus der druse raus ...ca. 2/3 waren mit wasser gefüllt
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Glück Auf!
Danke Walburgin!
Jedenfalls weis ich erst mal bescheid und werde das gute Stück wie alles in Ehren halten. Zumal davon ein Stück zu besitzen einen doch Stolz machen kann!
Bergbaumaulwurf
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Also ich bin immer noch neugierig-was waren die Fundumstände-ist das Wasser bei der Sprengung nicht ausgelaufen?Haben die die die Druse manuell auslaufen lassen oder sind die in Badehose eingestiegen?
Jens!