Mineralienatlas - Fossilienatlas

Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: grauerstar am 20 Jan 11, 21:19

Titel: was bitte ist das?
Beitrag von: grauerstar am 20 Jan 11, 21:19
Hallo Leute!

Ich habe eine Stufe, die wirklich eigenartig aussieht. Sie ist grau, an der Oberseite findet sich diese merkwürdige Kristallisation. Die Stufe fühlt sich wie Metall an, sieht ach sehr homogen aus. Hat jemand einen Tipp? Die Größe ist übrigens 14x9 cm.

Grüße,
Robert
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: Mineralroli am 20 Jan 11, 21:26
Hallo
Da kein Fundort angegeben ist könnte es sythetisch aus einer Schmelze gewonnen sein.
Die Kristallisation ist zu perfekt für eine natürliche Entstehung - meine Meinung

Beste Grüße
Roland
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: GREENHORNMTL am 20 Jan 11, 21:55
Erinnert mich an einen Besuch in einem kleinen Museum in Fort Wiliam, Schottland. Dort lag so was ähnliches in der Vitrine als "Bismut". Sah genauso künstlich aus, und schillerte in allen Farben.
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: Krizu am 20 Jan 11, 22:09
Nee, Bismut nicht.

Du hast hier ebene dreieckige Kristalle. Bismut sind eher dentritisch.

Wie sieht die Rückseite aus? An aus der Schmelze glaube ich eher nicht.

MfG

Frank
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: Berggeist007 am 20 Jan 11, 22:29
Hallo Robert !

Es erinnert mich ein bisschen an gezüchteten Wismut. Suche mal in dieser Richtung weiter. Für mich ist es auf keinen Fall was natürliches, sondern eher etwas gezüchtetes.

Gruß
Frank
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: Krizu am 20 Jan 11, 22:47
Hallo,

für Wismut passt imho der planare Aufbau und der Winkel nicht.
Daher Blick auf die Rückseite!

MfG

Frank
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: doe am 21 Jan 11, 00:28
Hi.
hab ich letztens in der Hand gehabt so was,in gelblich,weiß und fürchterlich in die Finger geschnitten.Das ist,ich weiß nicht wie,aber definiert,erstarrtes/kristallisiertes Glas....unten Glasschlacke,nach oben wachsend diese dreieckigen Kristalle und sind rasierklingenscharf.
Gruß Günter
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: Mineralroli am 21 Jan 11, 00:37
Hallo
synt. Wismut auf keinem Fall das sieht anders aus, aber aus einer Schmelze da bin ich mir fast sicher.
Die Randpartien zeigen keine Kristallstruktur - wie aus einem Napf.

Beste Grüße
Roland
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: cmd.powell am 21 Jan 11, 02:05
Da Bismut im trigonalen System kristallisiert, würde ich es hier auf keinen Fall ausschließen. Was fehlt, ist der für die bekannten Bismutstufen typische Glanz und die Anlauffarben. Die Stufe könnte zum Einen alt oder aber nachträglich mit irgendwas behandelt sein, um die fehlenden Eigenschaften zu erklären.
Was wirklich gegen Bismut spricht, ist eine andeutungsweise vorhandene Transparenz an den Kristallecken, das kann allerdings auf dem Foto auch täuschen. Du kannst vielleicht mal mit einer sehr starken Lampe von schräg hinten gegen die Stufe leuchten und versuchen zu erkennen, ob die Kristalle tatsächlich in einem gewissen Maße Lichtdurchlässig sind. In dem Falle würde ich stark eine Hochofenschlacke o.ä. vermuten, allerdings sehr schön auskristallisiert. Auch eine Züchtung im Labor ist nicht auszuschließen.
Das es sich dabei um eine natürliche Bildung handelt, wage ich zu bezweifeln.
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: loismin am 21 Jan 11, 08:59
Hallo.

Fayalit ?


Loismin
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: smoeller am 21 Jan 11, 09:08
Hallo,

Definitiv künstlich.

Vielleicht mal die Härte testen. Metall sollte eher weich sein (2-4). Fayalith ist hingegen hart (etwa 6-7). Periklas (MgO) käme von der Form her auch noch in Frage.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: uwe am 21 Jan 11, 11:25
Ich tendiere auch zu künstlich, da ich keinerlei Pargenese oder Matrix erkennen kann. Oder ist da irgend etwas ? Für natürlich ist m.E. die Kristallisation zu perfekt. Das Fehlen von Glanz und Anlauffarben schließt Wismut nicht aus. Ob Wismut oder nicht läßt sich durch Härte und Schmelzpunkt leicht feststellen.

Uwe
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: Krizu am 21 Jan 11, 11:34
Die Randpartien zeigen keine Kristallstruktur - wie aus einem Napf.
Hallo,

aus der Schmelze/Schmelzlösung glaube ich nicht. Es fehlt der Schmelztropfen! vom Abreissen.

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1148300267.jpg.b) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1148300267.jpg)

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1148299751.jpg.b) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1148299751.jpg)

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1148292790.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1148292790.jpg)

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1148292790.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1148292790.jpg)

Vielleicht Gasphase? Aber wo ist die Rücksseite? und vielleicht ein paar Angaben: Härte Strich Spaltbarkeit Duktilität...

MfG

Frank
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: grauerstar am 21 Jan 11, 12:00
Also danke erst einmal für die Vorschläge. Ich habe mal die Dichte bestimmt und auch die Härte: 3,2 g/cm³ und härter als Messerstahl, aber weicher als Quarz. Ein Bild der Rückseite liefere ich heut Abend.
Ich habe auch Zweifel daran, dass es natürlichen Ursprungs ist und bin für weitere Meinungen dankbar.

Robert
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: Krizu am 21 Jan 11, 12:14
Hallo,

elektrische Leitfähigkeit?

MfG

Frank
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: Mineralroli am 21 Jan 11, 12:55
Hallo
Zitat
Es fehlt der Schmelztropfen! vom Abreissen.
muß nicht unbedingt vorhanden sein und ist bei Wismutzüchtunge auch nicht erkennbar.
Für synt. Wismut fehlt meiner Meinung nicht nur die Anlauffarbe sondern auch die becherförmige Aneinanderreihung der Kristalle.

Beste Grüße
Roland
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: Krizu am 21 Jan 11, 13:22
Hallo,

schau mal unter
http://www.fossilien-mineralien.de/wismut.html
genau hin ;-) meist länglich.

MfG

Frank
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: Berggeist007 am 21 Jan 11, 17:51
Hallo,

hatte mich ein bisschen unverständlich ausgedrückt. Weiß auch das es kein synt. Wismut ist. Wollte nur die Richtung Zuchtkristalle geben. Habe so was schon mal gesehen, weiß aber nicht wo genau. Bin schon schwer am überlegen, komme aber einfach nicht darauf.

Gruß
Frank
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: Mineralroli am 21 Jan 11, 17:53
Ja, Frank ich kenne ja die Aggregate, aber wenn ich diese mit denen aus der Fragestellung vergleiche sehe ich einige Unterschiede.
Bei den Kristallen um die es hier geht so sind diese sehr flach miteinander angeordnet und auch insgesamt sieht die Stufe für mich nicht nach Wismut aus.
OK. vielleicht bekommen wir es noch raus und warten erst mal die Bilder von der Rückseite ab.

Beste Grüße
Roland
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: Krizu am 21 Jan 11, 20:01
Hallo Roland,

ich tendiere auch 50% zu synthetisch. Aber wegen des fehlenden Tropfens auf die Gasphase wir z.B. Oxide in Kaminen usw...
Auf der anderen Seite kann es eines der tetraederbildenden Sulfide sein - naja mit der Härte eher kaum.

MfG

Frank
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: loismin am 21 Jan 11, 20:11
Hallo Robert.

Was sagt eigentlich der Bruch ?
Ich sehe im rechten oberen Rand eine Zone wo einige gebrochen sein könnten.
Sonst halt von der Rückseite mal ein Stückchen abbrechen.
Bruch glasig braun oder schwarz oder braungelb dann am ehesten Fayalit
Bruch metallisch grau oder schwarz oder silbrig ??
Bei der  Härte würde ich aber Metalle eher ausschließen .


Loismin
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: grauerstar am 21 Jan 11, 21:00
So, jetzt habe ich Bilder von der Rückseite. Ich hoffe man kann was erkennen. Eine Art Kristallstrukur sehe ich schon, 6-eckige Kristalle hochglänzend. So würde ich es beschreiben.
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: Berggeist007 am 21 Jan 11, 23:02
Hallo,

werde einfach das Gefühl nicht los, das am Ende doch ein gewisser Anteil an Bismut mit im Spiel ist. Vielleicht hat jemand ein Experiment (Labor) durchgeführt und dann ist diese Stufe herauskommen. Es ist auch möglich das es in einer Schmelze ein einmaliges Zufallsprodukt  (Schlacke) war. Auf jeden falls ein sehr interessantes Stück, müsste man mal in der Hand haben um es genauer zu Untersuchen.
Bleibe bei meiner Meinung das es auf alle Fälle künstlich sein muß, Kristalle zu Perfekt.

Gruß
Frank
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: Mineralroli am 21 Jan 11, 23:38
Sorry Robert, aber mit der Rückseite bin ich überfragt, es ist für mich nicht eindeutig erkennbar.
Es fehlen auch noch einige Angaben wie Bruch, Härte, Dichte.......
Gruß Roland
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: Berggeist007 am 22 Jan 11, 00:29
Hallo Roland,

ich glaube wir sind noch die einzigen, die sich für dieses Stück interessieren. Die Rückseite sagt mir auch nicht viel. Kann leider keine Kristallstruktur erkennen, sondern nur sechseckige Vertiefungen, aber die können von sonst was sein, wenn es künstlich ist.
Wenn ich mir das erste Bild ansehe, ist es wahrscheinlich sehr scharfkantig , bis auf eine Stelle unten rechts (kleine Nase), sieht mir aus wie etwas geschmolzenes. Mich würde auch mal interessieren von woher diese Stufe stammt.

Gruß
Frank   
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: Mineralroli am 22 Jan 11, 01:20
Hallo Frank
Ich kann da auch nicht weiter helfen.
Es immer etwas problematisch so eine Ferndiagnose.
Eine Analyse würde Klarheit bringen. Ich weiß aus früheren Zeiten das Die LAPIS so etwas gratis macht.
Anfragen einschicken fertig und wenn es ein Kunstprodukt ist spielt die Herkunft keine Rolle mehr.

Beste Grüße
Roland
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: Jochen1Knochen am 22 Jan 11, 08:14
Sorry Robert, aber mit der Rückseite bin ich überfragt, es ist für mich nicht eindeutig erkennbar.
Es fehlen auch noch einige Angaben wie Bruch, Härte, Dichte.......
Gruß Roland
Dichte 3,2
Also danke erst einmal für die Vorschläge. Ich habe mal die Dichte bestimmt und auch die Härte: 3,2 g/cm³ und härter als Messerstahl, aber weicher als Quarz. Ein Bild der Rückseite liefere ich heut Abend.
Ich habe auch Zweifel daran, dass es natürlichen Ursprungs ist und bin für weitere Meinungen dankbar.

Robert
Hallo!
Ich tendiere auf Silicium-am ehesten Siliciumnitrid.Mein Kollege war in so einer Halbleiterschmiede bei Freiberg tätig und sagte,da entstehen die abenteuerlichsten Kristalle.
Gruß Jens
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: heli am 22 Jan 11, 09:03
Würde auch sagen künstlich.

Wohl irgendwas mit Silizium wie schon angesprochen. Sonst kommt man nicht auf so ein niedriges spez. Gewicht.
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: Kupperdroll am 22 Jan 11, 10:52
Hallo,Robert!

Bei dieser Stufe handelt es sich um eine Schlacke!Kannst du keine Angebe zum Fundort machen?
Das Wort Fayalith und das Element Silizium sind ja schon gefallen.Ich denke,daß es sich hierbei um einen "Mischkristall" aus Fayalith und Magnetit,oder eher aus einem Pyroxen und Magnetit handelt.Der Magnetit erklärt diese 3-eckige Struktur.

Die Kristallstruktur der Rückseite ist mir sehr bekannt.

Grüße
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: cmd.powell am 22 Jan 11, 15:45
Ich hab mir die "Kristalle" nochmal genauer angeschaut und bin mir ziemlich sicher, das wir hier Oktaederflächen sehen. Beim betrachten kommt einem zwar immer der Wunsch auf, die Stufe etwas kippen zu können, aber an einigen Stellen kann man recht deutlich sehen, das es skelettförmige Oktaeder sind. Das Mineral sollte als kubisch sein oder mindestens pseudokubisch kristallisieren. Bei den skelettförmigen Aufbau könnte man auch noch Schraubenachsen auf den [111]-Flächen vermuten, sofern das Mineral wahrlich kubisch ist.
Die Rückseite schaut schon nach Schmelze aus. Die relativ kleinen Kristallflächen hab ich schon häufiger auf Schmelzoberflächen gesehen. Möglicherweise unterlag das Metrial nach der Abkühlung einem recht langsamen Schrumpfungsprozess, der die Kristalle langsam nach dem Bilden einer ersten Schmelzkruste aus der Restschmelze gezogen hat. Die Schmelztropfen könnte dann so klein sein, das sie auf dem Foto nicht zu erkennen sind. Ich glaube aber auch nicht, das wir hier nur anhand der Fotos rausbekommen, was das für ein Material ist, dafür kommen einfach zu viele mögliche Quellen in betracht. Vielleicht stammt das Stück ja auch aus den Resten eines Unglücks, z.B. das irgendwo mal ein Schmelzofen gebrochen ist und sich der Inhalt dann in einem Sammelbecken langsam abkühlen konnte.
Wie schaut das denn jetzt eigentlich mit einer evtl. vorhandenen Transparenz aus - kommt es mir nur so vor oder sind die Kristalle etwas durchscheinend ?
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: raritätenjäger am 22 Jan 11, 22:26
Hallo,

hier handelt es sich ziemlich sicher um eine Schlacke aus einem Elektrohochofen. Es gab einmal ein Aufschlussheft, da war so etwas abgebildet unter dem Namen Vanadinschlacke, was auch immer das ist. Ich werde das mal raussuchen. Ist zu 99 % dasselbe Zeugs.

Gruß
Andreas
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: Krizu am 23 Jan 11, 00:44
Hi,

wenn es Vanadiumschlacke ist, sollte es ein Ca-Vanadat sein - nach Google und Wikipedia. Das ist wenn ich es richtig verstanden habe ein Zwischenprodukt zur Vanadium-Darstellung. Bilder und Details habe ich aber nicht gefunden :-( nur das hier:
http://www.freepatentsonline.com/EP0874915.html

Frank
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: Jochen1Knochen am 21 Feb 11, 18:17
(http://)
Hallo!
Habe in einem Lexikon von Haubold/Dabler ein Foto mit identischen Kristallen gefunden.
Da ist es aber synthetisches Wismut.
Aber Wismut hat Härte 2 bis 2,5 und eine Dichte von 9,7 BIS 9,8
Zu einer Härtebestimmung von ca.6 und einer Dichte von 3,2 ist schon ein gewaltiger Unterschied.Sollte da in diesem Lexikon ein falsches Foto sein?
Gruß Jens
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: Krizu am 21 Feb 11, 22:15
Hallo,

Bismut ist eigentlich trigonal, das sieht aber alles wie Oktaeder aus. Vielleicht täuschen mich die nichtidealen Kristalle.

Mfg

Frank
Titel: Re: was bitte ist das?
Beitrag von: Berggeist007 am 27 Mar 11, 22:04
Hallo Robert !

Nach langem Suchen habe ich etwas gefunden. Wie von Raritätenjäger schon vermutet, ist es Vanadin aus einer Elektroofenschmelze.
Im Aufschluss-Heft Februar 1979, Seite37 ist ein Bild enthalten das die selben Kristallformen hat. Auch Jens sein Foto muß dieses Vanadin sein und nicht synthetisches Wismut. Ich denke das Rätsel dieser Stufe ist nun endlich gelöst.

Gruß
Frank