Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Gerhard am 22 Mar 11, 18:48
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Eine Dokumentation von Helmar G.Becker
Die Winterzeit war Lesezeit und so beschäftigte ich mich unter anderem mit der oben genannten Dokumentation
Sie umfasst 242 Seiten,mit vielen Beispielen und Bildern. Es geht um organische Strukturen und ihre evtl.
geologische Entstehung. Umstritten ist die beschriebene Theorie.
Die gesamte Dokumentation kann als PDF komplet heruntergeladen werden.
Im Forum gab es schon mal eine Disskusion -Organische Strukturen in Achatgängen des Osterzgebirges-
Mit diesem heiklen Thema befasste sich auch schon der Professor an der Bergakademie Freiberg Bernhard v.Cotta
Er beschrieb organische Strukturen in einer Abhandlung -----Gestalten im Schlottwitzer Achatgang----
Und so habe ich mir mal achate und Amethyste von Schlottwitz mal genauer angeschaut .und ich fand etwas
Ich habe dieses -Etwas fotographiert und müchte sie hiermit allen zeigen.
Sind das die sogenannten Condren-also Kugeln um Sporenkerne ????!!!!!
Und eines ist mir noch durch den Kopf gegangen. Es gab in der Geschichte viele Theorien ,die erst belächelt
wurden -- dann mit allen Mitteln bekämpft wurden -- und heute anerkannt sind.
Gruß Gerhard
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Hallo!
Nicht ganz so einfach!Die Struktur von Schlottwitz ist schweinealt!Zur Zeit der Bildung gab es wahrscheinlich noch gar keine Sporen,geschweige denn Pflanzen.
Leider finde ich in meinem unübersichtlichen Literaturhaufen das Entstehungsdatum nicht mehr,obwohl ich es erst vor ein paar Monaten gelesen hatte.
Gruß Jens
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Ja ,das ist wirklich nicht einfach.
Das Erzgebirge (einschließlich Osterzgebirge) ist doch ein Pultschollengebirgeund zählt in der Erdgeschichte zum
varistischen Gebirge-entstanden im Karbon vor ca 350 bis 250 Mill Jahre. -was wiederum heißt das varistische Gebirge
erhob sich aus dem Meer mit großem Vulkanismus. Und im Karbon gab es wieder Leben nach einem Massenausterben
von Leben am Ende des Devons und Anfang des Karbon
Gerhard
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Hallo!
Die von Herrn Becker postulierte These bezieht sich auf viele Achate und Quarzite. Er geht sogar soweit, dass manche Kristallquarze ihren Ursprung in Algen haben. Für mich ist das zuweit hergeholt, bin da für einfach "zu lange" an der AKA gewesen und kann mir nen hydrothermalen Ablauf besser vorstellen. Was man ja auch an vielen Stücken nachvollziehen kann.
Könnte es sich bei den "Augen" nicht um nen ganz anderen Bildungsmechanismus gehandelt haben? Siehe Rogenstein?
VG und Glück auf!
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HalloGerhard!
Die Entstehung der Pultscholle des Erzgebirges erfolgte,als die Gesteine bereits da waren.Die Erzlager haben sich mit dieser magmatischen Aktivität gebildet,aber die Quarzgänge waren schon vorher da.
Gruß Jens
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Hallo,
Zitat aus dem "Werk":
Es fällt uns nicht schwer, an der körnigen und chondritischen Struktur des Pfahlquarzes zu erkennen, dass es sich um verkieselte Algentange handelt. ... Für den Großen Pfahl gilt deshalb die Schlussfolgerung, dass es sich um eine steilstehende Schicht handelt, wie wir sie von anderen Orten kennen. Der Große Pfahl ist kein Quarzgang!
abgesehen, dass es mir schlichtweg nicht möglich ist besagte "chondritischen Strukturen" im Pfahlquarz zu erkennen, die Schlussfolgerung steht im absoluten Widerspruch zu praktisch allen geologischen Beobachtunge. Der Pfahl durchschneidet ja diskordant (!) nicht nur moldanubische Gneise sondern auch Granite...
Wenn die anderen Mitteilungen des Autors ähnliche Qualität haben - danke.
Gruß
Berthold
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Hallo,
hier der Link zur PDF-Datei:
http://www.phycodea.hgbecker.de/Buch/EP001-244weblnk.pdf
VG
Fritzi
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Der Herr Becker befindet sich in einem selbsangepflanzten Irrgarten aus "organischen Strukturen". Erinnert mich an E. v. Däniken.
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Bei den auf den Fotos dargestellten Strukturen handelt sich einfach um Sphärolite aus radial gewachsenen Chalcedonfasern.
Achate bestehen praktisch aus nichts anderem als aus ineinandergewachsenen Chalcedon-Sphäroliten (Sektoren, Halbkugeln, etc., Plume-Achaten sind sie allerdings chaotisch verwachsen und nicht sehr kugelig).
Wenn die Anzahl der "Kristallkeime" und Ausgangspunkte für das Chalcedonfaser-Wachstum sehr klein ist und der Schnitt durch den Achat gut liegt, sieht man die Sphärolite mit blossem Auge. Wenn es viele Kristallkeime gibt, verwachsen die Strukturen zur üblichen Achatbänderung.
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Hallo!
Guckt doch mal in das Achatforum, da ist Herr Becker öfter anzutreffen und tut seine Meinung kund. Manchmal ist das richtig abstrus. Da werden Schwermetalle von Algen eingefangen und daraus bilden sich dann Zinnober führende Achate/Hornsteine.
Da könnt ihr mit ihm diskutieren was das Zeug hält. Leider lässt er sich, scheinbar, nicht auf Diskussionen ein. Hier reicht manchmal ein Smilie um die Lawine ins Rollen zu bekommen. ;)
Wie gesagt, ich teile seine Meinung auch nicht.
Bin bei der These, dass solche Strukturen wie der Pfahl oder die Quarzite bei Frauenstein/Erzg. ehem. Sande sind immer mit dabei gewesen. Bin mit der Geologie rund um den Pfahl nicht so vertraut, aber wenn er diskordant andere Gesteine schneidet, kann er ja nur hydrothermal gebildet sein. Und ja ich weiß, ich hätte die Geologie vom Pfahl mal googeln können. ;D
VG und Glück auf!
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Hallo,
auch im Atlas wurde über das Werk schon berichtet.
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,15582.0.html (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,15582.0.html)
Was nwsachse schreibt trifft den Nagel auf den Kopf. 8)
Sammlergrüße Gerd
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Hallo,
hübsch ;D. Was es alles gibt... Mir drängt sich da die Frage auf, wie das mit Chondren in Meteoriten ist? Ob da womöglich die Schnittstelle zwischen den Forschungen der Herren Becker und v. Däniken zu finden ist - man weiß es nicht...
Gruß
Andreas
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Hallo,
ich lese die Ausführungen zur "phycodischen Geologie" mit... Amüsement ;D
Dass der Autor des Werks keine Ahnung hat, wovon er eigentlich redet (das aber mit sehr gelehrt klingenden Fachworten tut), fällt auch deutlich bei den "Sporenklümpchen" auf: Was haben Algen bzw. Tang mit Sporen zu tun?
Ohne Beweise, aber immer im Brustton der Überzeugung, dieses oder jenes liege "auf der Hand", sei "ganz offensichtlich" oder "logisch", wird der Leser eher überredet als fundiert überzeugt. Auf diese Weise sind die griechischen Philosophen vor 2500 Jahren vorgegangen, aber nicht die modernen Naturwissenschaftler...
Nichts gegen unkonventionelle Thesen zur Erklärung bestimmter, bisher nur unbefriedigend erklärter Phänomene - aber wenn man das dann zur "Welterklärung" aller möglichen Erscheinungen von der Arche Noah bis zum Gletscherschliff ausweitet, darf man sich nicht wundern, wenn die Seriosität in Zweifel gezogen wird.
Off Topic: In die gleiche Kerbe schlagen die "Privatforschungen" eines Herrn Fischer, die "beweisen", dass alle Gesteine eigentlich anthropogener Beton sind: http://www.forschung-fischerprivat.de/fischerweb/thema-geologie.htm
Gruß,
Rainer
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Off Topic: In die gleiche Kerbe schlagen die "Privatforschungen" eines Herrn Fischer, die "beweisen", dass alle Gesteine eigentlich anthropogener Beton sind: http://www.forschung-fischerprivat.de/fischerweb/thema-geologie.htm
;D :D :o :D ;D
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Danke -aca-
für die erklärenden Worte zu meiner Frage.
Und wenn ich das so richtig verstanden habe ,sind im inneren der Kugeln Kristallkeime zu sehen. Und sie kommen nicht
nur in Achaten vor.? Denn die Fotos 3 und 4 zeigen das Zentrum von sogenannten Amethystsonnen.
Gruß Gerhard
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Denn die Fotos 3 und 4 zeigen das Zentrum von sogenannten Amethystsonnen.
Calcedon als Keim -Amethyst wächst weiter-ist alles Quarz!Ist daran für dich etwas ungewöhnlich ?
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"Kristallkeim" ist sowas wie ein Haufen Moleküle, der gross genug geworden ist, um weiterzuwachsen.
Sehr schlampige Erklärung, einfach mal im Internet rumsuchen.
Auf jeden Fall ist ein Kristallkeim viel zu klein, um ihn zu sehen.
Einen Kristallkeim gibt es eigentlich nur dann, wenn der Kristall zu wachsen anfängt.
Danach ist der Kristallkeim "weg", denn er ist dann Teil des Kristalls und unterscheidet sich nicht weiter vom Rest des Kristalls.
Ein Kristallkeim ist also kein Samen, aus dem ein Kristall wächst oder sowas.
Und Kristallkeime gibt es bei allen Mineralen und kristallinen Substanzen.
Beim Achat wachsen die Chalcedonfasern einfach radial von einem bestimmten Punkt weg, bis sie irgendwo anstossen (meistens andere Fasern). Wenn die Wachstumsbedingungen sich ändern, kann die Wachstumsart dann quasi schlagartig von Chalcedon nach makrokristallinem Quarz (manchmal "Mega-Quarz" genannt, z.B. Amethyst) wechseln. Ob die Kristalle eine Fortsetzung der Fasern bilden oder nicht, hängt davon ab, wie der Chalcedon aufgebaut ist. Normalerweise bestehen Chalcedonfasern in Achaten aus Quarzkristallen (superwinzig), die seitlich gestapelt sind. Solche Fasern können nicht in einen Quarzkristall übergehen. Das Wachstum setzt aus, und dann bilden sich auf der Oberfläche Quarzkristalle und wachsen weiter. Das ist der "übliche Fall".
Es gibt noch andere Arten, in Chalcedon die Kristalle zu stapeln, z.B. der Länge nach, das nennt man dann Quarzin.
Quarzin kann graduell in Megaquarz übergehen. Zum Beispiel in Chalcedon-Rosen aus Mexiko und Südwest USA. Die lila Amethyste aus Nyíri, Ungarn sind anscheinend auch Beispiele für Quarzin mit Amethyst-Spitzen, muss ich aber nochmal genauer prüfen.
Das war jetzt aber extrem off-topic. ;D
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Hallo,
auch wenn ich zu dem vorliegenden Fall nichts sagen kann,- mangels Wissens,- aber diese Erläuterung finde ich suuuper !
danke
und tschüß
Ulrich
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Hallo,
ja, "aca" hat's gut verständlich erklärt, wie sonst auch.
Leider fehlt die Erklärung zum Begriff im Lexikon. Ich würde's ja gern anlegen, dafür ist aber mein Wissen zum Thema zu dürftig.
BG
Fritzi
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Danke -aca-
für die erklärenden Worte zu meiner Frage.
Und wenn ich das so richtig verstanden habe ,sind im inneren der Kugeln Kristallkeime zu sehen. Und sie kommen nicht
nur in Achaten vor.? Denn die Fotos 3 und 4 zeigen das Zentrum von sogenannten Amethystsonnen.
Gruß Gerhard
Vielleicht zu akribisch, aber eine Anmerkung möchte ich mir erlauben.
Solche Schnittflächen zeigen immer nur ein zweidimensionales Bild. Um richtig zu verstehen muss man das dreidimensional übersetzen.
Makroskopisch erkennbare Sphärolithe zeigen in der zweidimensionalen Ansicht eine m.o.w. kreisförmige " sonnenartige" Struktur. Dreidimensional sind es aber Kugeln (sofern sie allseitig ungehindert wachsen können).
"Augen", wie sie z.B. bei den beiden letzten Bildern im Eröffnungsposting gezeigt werden, haben zwar zweidimensional auch eine runde Grundform, dreidimensional sind es aber Querschnitte durch eine Zapfen/Röhrenförmige Grundform. Man kennt ja diverse Chalcedondrusen, die mit solchen Zapfenförmigen Gewächsen ausgekleidet sind. Je nach Bildungsbedingungen wachsen solche Chalcedondrusen später mit Quarzkristallen zu. Diese ordnen sich meist quer zur Wuchsrichtung der Zapfen an und ergeben im späteren Querschnitt auch einen "sonnenförmigen" Charakter. Bei diesen Augen handelt es sich also nicht um einzelne Sphärolithe, gleichwohl der " Kern" dieser Augen wiederum aus mokroskopisch kleinen Sphärolithen besteht.
Das obere Bild zeigt echte Sphärolithe. Das untere zeigt "Augen" .