Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Kluftknacker am 28 Mar 11, 19:55
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Hallo Sammlervolk,
eine akademische Frage: Worin besteht der Unterschied zwischen einer "Mineralogischen Sammlung" und einer "Mineraliensammlung"? Einige mineralogische Sammlungen enthalten eine eigene Mineraliensammlung, also ist es nicht dasselbe.
Welche Kriterien gelten?
Danke
Kluftknacker
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Hallo Peter,
personbezogen ist für mich eine Mineraliensammlung. Diese kann Aufnahme in eine Mineralogische Sammlung finden.
Meine Meinung !
Gruß
Bodo
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Offensichtlich werden tendenziell nur große - meist öffentliche - Sammlungen als mineralogische Sammlung tituliert. Aber genausogut findet man den Begriff Mineraliensammlung dafür.
Bei Privatsammlungen habe ich den Begriff mineralogische Sammlung noch nicht gesehen.
Mineralogische Sammlung leitet sich wohl von Mineralogie, mineralogisch ab. Und steht / stand damit in Zusammenhang mit einer Schule / Universität / Forschungsstätte / Museum.
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Hallo aus Mittelfranken
Vor einiger Zeit wurde im Nürnberger Raum eine Sammlung eines verstorbenen Sammlers angeboten. Auf den Etiketten steht aufgedruckt "Mineralogische Sammlung E. Lehr..."
Es scheint also beides möglich zu sein
Mineraliensammlung hört sich aber in der Tat etwas kleiner und privater an
Glück Auf
Thomas
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Mit "mineralogischen Sammlungen" werden sicherlich die Unis ihre Lehrsammlungen benennen, die ja auch enfachste Gesteine enthält, sowie sicherlich auch die Fossilien mit umfaßt.
Gruß
willi
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Es besteht vielleicht ein Zwecksunterschied: Mineralogische Sammlung dient mineralogische (d.h. wissenschaftliche) enthaelt Forschungsmaterial, und eine Mineralien Sammling enthaelt Schaustuecke?
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Hallo!
Mit "mineralogischen Sammlungen" werden sicherlich die Unis ihre Lehrsammlungen benennen, die ja auch enfachste Gesteine enthält, sowie sicherlich auch die Fossilien mit umfaßt.
Unis bzw. Institute halten diese drei Sammlungstypen in der Regel getrennt, weil auch ganz unterschiedliche Kriterien an die Erfassung der Daten gestellt werden. Es gibt also zumeist separate Fossiliensammlungen, mineralogische Sammlungen und petrographische Sammlungen - separat zumindest, was die Katalogisierung angeht. Sie müssen nicht unbedingt räumlich getrennt sein, thematisch sind sie es aber.
Bei der mineralogischen Sammlung stehen die Eigenschaften einzelner Minerale (im Gegensatz zur Gesteinssammlung) im Vordergrund; je nach Zweckbestimmung der mineralogischen Sammlung findet man daher darin vor allem Minerale in ihrer (fundort-)typischen Ausprägung, während die Gesteinssammlung auf das für Gesteine typische Mineralgemenge abzielt. Hier kommt es nicht so sehr darauf an, dass die gesteinsbildenden Minerale stets die optimal möglichen Kristalleigenschaften zeigen.
Alfredo hat es schon gut angerissen: Der hier diskutierte Begriffsunterschied ist ein Unterschied zwischen privater und öffentlicher (aus öffentlichen Bildungs-/Kultur-/Wissenschaftsmitteln finanzierter) Sammlung: Die öffentliche Sammlung hat einen Bildungs- und/oder Forschungsauftrag zu erfüllen, worauf sich die Endsilbe -logos (vgl. hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Logos#Neuzeit) bezieht. Die private Sammlung kann diesen Anspruch zwar ggf. auch vollständig oder in Teilen erfüllen, wenn sie bspw. für Wissenschaftler zugänglich ist, in der Regel erfüllt sie aber vor allem spezifische Bedürfnisse ihres privaten Eigentümers.
Natürlich kann auch eine Schausammlung Teil einer mineralogischen Sammlung sein und mit dem gleichen Begriff belegt werden. Nicht alle Stücke, die Studenten in die Hand bekommen, sind zweite Wahl ;) Wenn die Stücke aber keine besondere didaktische Bedeutung haben und vor allem unter ästhetischen Gesichtspunkten zusammengestellt wurden, kann man durchaus aus von einer Mineraliensammlung innerhalb der mineralogischen Sammlung sprechen.
Gruß,
Rainer
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Ich sehe das mit der Einteilung ähnlich wie Rainer oder Alfredo, allerdings kann ich mit der Trennung in Privat und Öffentlich nicht anfreunden. Ich denke mal, es hängt auch davon ab, unter welchen Gesichtspunkten der Sammler seine Sammlung aufbaut ! Wenn jemand "einfach nur" Schaustufen (oder was er dafür hällt) zusammenträgt und ihm der wissenschaftliche Hintergrund dabei mehr oder weniger egal ist, dann kann man sicher von einer Mineraliensammlung sprechen. Wenn jemand aber wert auf Systematik, Lokalität und/oder kristallographische Merkmale legt und daraus eine Sammlung aufbaut, halte ich den Begriff "Mineralogische Sammlung" durchaus für legitim, egal ob privat oder öffentlich. Der wissenschaftliche Wert einer Sammlung ist ja nicht dadurch gegeben, wer sie zusammenträgt oder wo sie liegt, sondern wie sie aufgebaut ist und welche Daten aus ihr gewonnen werden können. In Instituten oder Museen ist es oft auch nur eine Person, der Kustos, der die Sammlung pflegt und aufbaut und demnach hat auch hier eine Person einen Einfluss auf die Gestalltung, wenn auch vielleicht unter gewissen Vorgaben.
Von Natur aus ist es - aus meiner Sicht - schlicht wahrscheinlicher, das man eine wissenschaftlich wertvolle, eine mineralogische Sammlung, in Instituten oder Museen findet wärend Privatpersonen eher wert auf Schaustufen legen. Nichts desto trots können auch Privatpersonen wissenschaftlich wertvolle Lokalsammlungen zusammentragen auch wenn sie keiner breiten Öffentlichkeit zugänglich sind.