Mineralienatlas - Fossilienatlas
Vermischtes / Miscellaneous / Varios => Dies und Das / this and that => Thema gestartet von: cmd.powell am 12 Apr 11, 01:51
-
Hallo Zusammen
Wie der Titel vielleicht schon aussagt, möchte ich mal eine allgemeine Frage ins Forum werfen und hoffe auf möglichst viele und vor Allem ehrlich Antworten: Ich bin jetzt seit rund 12 Jahren Mitglied im VFMG (ich muss hoffentlich nicht erklären, was das ist) und in der Bezirksgruppe Hannover. Vor wenigen Wochen erst bin ich mehr oder weniger Freiwillig auf den Posten des Bezirksgruppenleiters gestolpert, aber das soll hier nicht das Thema sein. Vielmehr geht es darum, das die Bezirksgruppe Hannover und - nach meinem Wissen - auch der VFMG im Ganzen an Mitgliederschwund leidet. Insbesondere jüngere Mitglieder sind hier in Hannover nicht nur kaum, sondern gar nicht zu finden (von der Jugendgruppe mal abgesehen, aber das sind Kinder). Ich bin jetzt fast 40 und reiße den Altersdurchschnitt drastisch nach unten - der liegt bei 75 oder so. Da ich ja nun im Vorstand unserer Gruppe bin muss ich mir seit einiger Zeit eben jene Klage der anderen Mitglieder anhören, das wir doch zu wenige neue Mitglieder bekommen und es werden viele Vorschläge gemacht, wie man dem entgegen wirken kann. Allerdings hat bisher nichts so richtig gefruchtet, die Truppe wird älter und - so schmerzlich es ist - fängt langsam an auszudünnen. Auf der anderen Seite kenne ich ja nun dieses Forum und die vielen mehr oder weniger aktiven Mitglieder. Allgemein (nicht nur beim VFMG) gibt es ja nun deutschlandweit einen Trend, weg vom Verein, hin zu - ja zu was eigentlich ?
Na gut, ich will jetzt hier nicht seitenweise rumheulen sondern lieber zu Sache kommen: Kommt alle zum VFMG ! Quatsch, war nur Spass >:D Vielmehr würde ich mich freuen hier von möglichst vielen Mitgliedern mal zu lesen, was sie vom VFMG halten, ob sie dort Mitglied sind oder nicht, wieso sind sie es, wieso vielleicht nicht. Einfach mal ein paar Meinungen und Stimmen einfangen um Anregungen zu erhalten. Besonders würde mich natürlich eine Altersangabe zu den Komentaren freuen, damit man evtl. Trends klar auslesen kann - es fehlen ja die jungen Mitglieder. Dabei muß es sich nicht unbedingt um eine exakte Angabe handeln, mir würde eigentlich schon eine Abgrenzung in "älter als 50" oder "jünger als 50" reichen, Dekadenangabe wäre natürlich noch besser.
Ich erhoffe mir von den Aussagen, unsere Gruppe in soweit verändern zu können, das sie auch für jüngere Mitglieder attraktiver wird - sofern das überhaupt möglich ist. Aber ich hoffe natürlich auch, das eben diese Frage beantwortet wird.
So, und um mal gleich den Anfang zu machen: Ich bin im VFMG, gerundet 40 und Anfangs dazu gekommen, weil ich Gleichgesinnte suchte die ich in der Bezirksgruppe Hannover gefunden habe. Vor 12 Jahren war das Internet zwar schon vorhanden, allerdings existierten noch nicht so viele verschiedene Plattformen in Form von Foren etc. Alternativen zum Verein waren also eher spärlich vorhanden. Hinzu kommt, das man damals mit einer VFMG-Mitgliedskarte in diverse Steinbrüche rein kam, in die man sonst nur illegal gehen konnte. Und dann natürlich die vielen organisierten Exkursionen zu Orten, wo ich alleine nie hingefahren wäre. Desweiteren ist - in meinen Augen - der persönlich Austausch mit Gleichgesinnten immer noch was anderes und angenehmer als - wie z.B. jetzt - alleine vor dem Bildschirm zu hocken und minutenlang Monologe ins Netz zu tippern.
Ich muss an dieser Stelle jedoch auch zugeben das ich nicht sagen kann, ob ich Heute auch noch Mitgleid im VFMG werden würde. Es gibt diverse Internetplattformen mit Möglichkeiten der Kontaktaufnahme und in Steinbrüche kommt man entweder rein, oder nicht - egal ob VFMG.
Allgemein muß ich sagen, das ich den VFMG etwas arg subtil finde. Ich hatte nur durch Zufall von einem Freund von der Existens des Vereins und der Gruppe hier in Hannover erfahren, und das war - ja man kann sagen zur Blütezeit des Vereins. Zu jener Zeit gab es hier in Hannover noch eine gescheite Mineralienbörse, das wäre sicherlich eine gute Plattform zum Mitgliederfang gewesen, ich war jedenfalls regelmäßig dort. Heute ist die Börse zu einem Schmuck und Esoterikmarkt mutiert, da will ich lieber nichts einfangen...
So, das soll es mal von mir gewesen sein, jetzt hoffe ich auf viele andere Meinungen: kritisch, positiv, pessimistisch, optimistisch - immer raus damit :)
Grüße und Glück Auf
Markus
P.S.: Für die (hoffentlich Wenigen), die es nicht wissen: VFMG ist der "Verein der Freunde der Mineralogie und Geologie", dieser ist mindestens deutschlandweit und hat diverse Bezirksgruppen in vielen Großstädten die mehr oder weniger autonom agieren.
-
Hallo Markus,
Um es kurz zu machen....ein Verein kommt für mich aus mehreren Aspekten nicht in Frage.
- Vereinsarbeit bedeutet "Initiativen und Verantwortung übernehmen" , ich bin ehrlich, dazu hab ich weder Lust noch Zeit.
- In Berlin hat die VFMG den wahrschweinlich höchsten Altersdurchschnitt von gefühlten 95 Jahren .Was soll ich da, als 33 jähriger, zwischen beratungsresistenten Herren ?
- Die Leute die ich mineralogisch,bergbauinteressiert kennen gelernt hatte, hab ich im Internet oder auf Börsen getroffen und nicht im Verein.
-Verein ist für mich eher altbacken
-Der zeitlicher Aufwand eines Vereins steht meiner Beruflichen Laufbahn eher hinderlich im Wege ;)
-Als Alternative treffe ich mich mit den Leuten bei mir zu Hause zum Bier und Felsen bestaunen.
Ich weiß das die Antworten kaum deiner Fragen gerecht werden aber viel mehr giebt es dazu nicht zu sagen.
Gruß Micha
-
Hi,
die Antwort ist aber typisch und deckt sich mit meinen Erfahrungen.Ähnlich wie die geregelte Mitgliedschaft und reglementierte Mitarbeit in Parteien lehnen junge Interessenten die altbeckene "Vereinsmeierei" (berechtigt oder unberechtigt ist egal) einfach ungeprüft ab.Alternative Möglichkeit,,die Arbeit der Fachgruppe offen ohne starres Regelwerk zu gestalten,"modern" darstellen.So z.B. können Interessenten im "Schnupperkurs" am Fachgruppenleben ein halbes Jahr teilnehmen OHNE Mitgliedschaft und vordergründige Vereinspflichten.(bei Exkursionen allerdings zu etwa anderen Teilnahmegeb.) Echt interessierte Junge haben dann meist so viel Blut geleckt,daß sie bleiben!Hat bei uns jedenfalls das Durchschnittsalter unter die 50 gedrückt.Viel hilft auch,die Schwellenangst vor den notwendigen Biologie/Chemiekenntnissen zu entschärfen,viel schrecken zurück,wenn sie so einen super wissenschaftlichen Einschlafvortrag als erste Fachgruppenerfahrung hatten.Es ist sehr schwer aber lohnenswert,eine gute Mischung zwischen Wissenschaft und Allgemeinverständlichkeit zu finden.Exkursionen,Besuche bei Sammlern,Grillabende u.s.w. können die Attraktivität erhöhen.Das bedeutet für die Organisatoren viel zusätzliche Atbeit,die sich aber lohnt und in Verjüngung auszahlt.
Für die nur auf FAN und Konsumtion gerichtete "Generatio Doof" Klientel hab ich allerdings nicht mal theoretisch ein probates Mittel gefunden.
Gruß Günter
-
Hallo,
ich finde es schön, dass Du das Thema hier aufgreifst. Es betrifft nicht nur die VFMG sondern auch die Münchener Mineralienfreunde und andere Vereine. Jugendgruppen gibt es wegen Mangels Zulauf wenige. Es gibt einige aktive und auch ganz wenige sehr aktive Gruppen. Ein Patentrezept jungen Nachwuchs zu bekommen ist kaum zu geben.
Ich kann nur aus meiner Sicht sprechen, ich nehme mir ungern die Zeit und setze mich für ein Treffen, 1 mal im Monat, 1 Stunde ins Auto um dann einen mehr oder weniger interessanten Vortrag zu hören. Für mich ist es primär interesant etwas zu bewegen. Junge Menschen sind gewohnt Ihre Informationen schnell und unbürokratisch zu erhalten und weiter zu geben. Die Zeiten in denen Vereinsabende die einzige Möglichkeit waren sich größer auszutauschen sind vorbei.
Vereine sollten den Zeitgeist aufnehmen und auch Engagement auch im Internet zeigen. Abende auf denen aktiv Wissen von alten Hasen an die Jugend weiter gegeben wird und das nicht nur einmal im Monat könnte helfen Neugier zu wecken. Exkursionen organisiert über das Internet an Fundstellen die vielleicht sonst nicht zugänglich sind wären super. Befahrungen von Bergwerken unter fachmännischer Anleitung. Abenteuer ist gefragt und keine langweiligen Vereinsabende. Mineraliensammlen muss Cool werden, es gilt gegen die Playstation und andere Freizeitbeschäftigungen zu bestehen. Erlebnise kann man Freunden erzählen, eine Geschichte vom Vereinsabend bringt nur Langeweile.
Aus langem Gerede und Gejammer ist noch nie etwas positives hervor gegangen. Lieber ein paar mal den falschen Weg gehen als nie den richtigen Pfad finden - Mut zur Veränderung ist gefragt.
Ich kann nur anbieten zusammen mit Organisationen wie der VFMG etwas auf die Beine zu stellen. Wir können u.a. die Plattform bieten, wenn man sich in einigen Bereichen zusammen tut kann dies zu wünschenswerten Synergien führen. Die Münchener Micromounter nutzen uns z.B. um die Sammlung öffentlich zu zeigen und neue Freunde zu gewinnen. Wir sind kein Heilmittel, aber eine gute Ergänzung.
Auch wir sind unterbesetzt und Synergien sind immer ein angestrebtes Ziel.
Besten Gruß
Stefan
-
Hallo Markus,
warum bin ich nicht in der VFMG? Wo es doch auch eine Bezirksgruppe Berlin gibt, wie Walpurgin schon schreibt. Ich kann seinen Aussagen über diese Gruppe noch ergänzen. Veränderungen und Neuerungen, die es nun mal ja auch in den letzten Jahren durchaus gegeben haben mag, werden von den meisten älteren Herrschaften nicht akzeptiert. Internet: Teufelszeug! Dafür kommt das Veranstaltungsprogramm noch mit der guten alten Post. Vor ein paar Jahren war es zum Thema Exkursionen so, das einmal im Jahr eine Fahrt anstand. Hierzu wurde ein großer Bus angemietet und wenn der nicht voll wurde, fiel die Fahrt eben dies Jahr aus. Neben alle 2 Tage mal Mineraliensammeln stand dann auch oft ein recht umfangreiches kulturelles Besuchsprogramm auf der Tagesordnung. Welch ein Kontrastprogramm zu meinen wenigen Mineralien- Sammel- Aktivitäten im Jahr!
Allein aus diesen Gesichtspunkten kann eine Mitgliedschaft in so einem Verein für jüngere Interessenten gar nicht attraktiv sein.
Gerade in den letzten 5 Jahren gab es doch auch erhebliche Unruhe und Anschuldigungen innerhalb des Vorstandes der VFMG, die teilweise sogar auch gerichtlich ausgefochten wurden. Wenn das stimmt: warum soll ich in einem solchen Verein Mitglied werden, wenn mich doch nur das Mineraliensammeln interessiert und überhaupt nicht irgendwelche Vorstandsstreitigkeiten??? Und wenn ich das schon als Nicht- VFMG- Mitglied nebenbei mitbekomme, wie groß muss erst die Diskussion im Verein selber darüber sein/gewesen sein? Ich hoffe nur, dass sich das zwischenzeitlich wenigstens ein bisschen geändert hat.
Verein generell: ich habe (wie die meisten anderen ja auch) meine Sammelleidenschaft auf bestimmte Gebiete beschränkt. Exkursionen zu anderen Fundpunkten (die mich nicht so interessieren) können da leicht von einer gedachten Horizonterweiterung weiter ins Uferlose führen. Soll ich mir Vorträge antun, die mich wenig interessieren?
Kontakte zu für mich interessanten Leuten muss ich mir größtenteils selber aufbauen; da kann mir ein Verein weniger helfen.
Da treffe ich mich lieber bei Micha beim Bier und schau mir seine Felsen an.
Viele Grüße aus Berlin
Franksch (auch schon 47 Jahre alt)
-
Ich bin in den VFMG eingetreten, da es nach der Wende im Osten unsere Mineralien-Fachgruppe des Kulturbundes als solche nicht mehr gab. Aus verschiedenen Gründen wurde damals von uns eine Gruppe des VFMG gegründet, die sich aber später wieder auflöste und sich heute als Sektion des Naturwissenschaftlichen Museums Chemnitz so recht und schlecht durchs Leben wurstelt. Da bin ich dann schnell verschwunden.
Ich bin seit einiger Zeit Mitglied im "Mineralienverein Oberes Erzgebirge" mit Sitz in Annaberg. Ein Verein, welcher sehr lebendig ist. Im VFMG bin ich eigentlich nur noch, weil ich bisher den Austritt versäumt habe. Aber 2012 bin ich definitiv dort kein Mitglied mehr. Ich wäre allerdings auch ohne Mitgliedschaft in einem anderen Verein dort ausgetreten. Der "Aufschluß" ist zwar wissenschaftlich erste Klasse, für einen Lokalsammler von Mineralien gähnend langweilig. Am Vereinsleben könnte ich ohne VFMG-Gruppe in der Nähe ohnehin nicht teilnehmen.
Uwe
-
Hi alle
nun, ich bin seit einigen Jahren Mitglied in der VFMG und finde die Vereinigung nach wie vor eine gute Möglichkeit des Erfahrungs- und Informationsaustausches. Zwar ist in Südbayern das Angebot in Bezirksgruppen derzeit leider bis auf die Gruppe in Kempten Fehlanzeige, sodaß ein "aktives Vereinsleben" für mich nicht so richtig erreichbar ist. Und das liegt vermutlich an zwei Hauptproblemen, mit denen viele Vereine zu kämpfen haben: Keiner hat Zeit und Bock sich zu engagieren, mich in den letzten vier Jahren inbegriffen ("Bock scho, awa koa Zeit!"). Trotzdem finde ich den Ansatz der VFMG prinzipiell schon richtig, der Aufschluß bietet immer noch hohe Qualität der Beiträge, und daß bei der Komplexität der Materie nicht immer " DER Superbeitrag" für alle dabei ist, muß jedem auch klar sein (Ist ja bei den Medien Mineralienwelt, LAPIS, Mineralienatlas auch so. Z.B. hier im Atlas: Was interessiert mich die Rügener Schreibkreide, Schmuckstein- und Achat-Gedöns...! Trotzdem ist es für mich wichtig, über meinen eigenen Tellerrand hinauszublicken, mich mit anderen Gegenden, Fundregionen, geologischen Gegebenheiten und Meinungen auseinanderzusetzen, ohne dabei unbedingt den eigenen Vorteil im Visier zu haben. Für jemanden, der solche Medien nur dazu benutzt, um herauszufinden, wo aktuell die geilsten Kristalle und größten Ammos auszubaggern sind, ist die Mitgliedschaft in der VFMG denkbar unsinnig. Auf diese Leute denke ich wird die VFMG gerne verzichten (hoff ich jedenfalls!)
Glück Auf!
GEOMAXX
bekennendes, meist aber wenig aktives VFMG-Mitglied
-
Hallo,
da ich ebenfalls aus Berlin komme, kann ich mich Micha und Frank nur anschließen. Aus diesen Gründen werde ich auch austreten, so leid es mir tut. Es gibt in der Bezriksgruppe einige, die sich bemühen (darunter auch der Leiter und zwei, drei Leute aus dem Vorstand), aber viele sind für gewisse Aktionen (wie mir scheint) schlicht zu alt und dann fällt es eben aus.
Beratungsresistent, der Begriff fiel auch schon. Viele der alten Daddys (ja, paar Damen hat´s auch) sind mit ihrem Wissen vor 30 Jahren stehen geblieben. Und das bemühen um "die Jugend" ist auch wenig zu spüren. Diese Damen und Herren haben jahrzehntelange Erfahrung, die könnten viel erzählen. Aber sie tun´s nicht. Und wenn, dann gerne unter sich. In Hannover habe ich das etwas anders kennengelernt. Trotzdem Markus das Altersproblem anspricht: die Leute dort kamen mir doch ne Spur aktiver vor ;D. Ich habe schon in allerlei BGen in diesem Lande reingerochen. Es gibt Ausnahmen, doch der Grundtenor ist schon der gleiche.
Dann das "Problem" Verein. Verein heißt Verantwortung, heißt Macht. Paradebeispiel VFMG. Was da gekungelt und intrigiert wird. Wer da mit wem kann und wer nicht, ganz furchtbar. Da stand ich immer daneben und habe mir gedacht: Freunde, wir haben alle ein gemeinsames Hobby. Die jungen Sammler sind heute kaum organisiert, Micha hat´s schon geschrieben, die triffst du irgendwo auf der Börse oder der Halde, nicht in der BG.
Klar, aktives Mitglied war ich nie, stimmt schon. Aber ich kenne Leute, die wollten, haben Artikel für den Aufschluss eingereicht, etc. pp. Da hieß es immer: zu unbedeutend, zu klein, kein Interesse, nicht "massenwirksam". Aber Artikel über Fliesen? Goht´s no? Naja, vielleicht ein bissel plakativ, aber eben mein Eindruck.
Die Individualisierung wird auch die Mineraliensammler mehr und mehr erreichen. Die VFMG wird es schon noch eine Weile geben. Auch wenn ich ihr vor zwei Jahren noch deren zehn gegeben hätte. Aber sie wird zusammenschnurren und sich in eine Richtung entwickeln, die ich persönlich nicht mitgehen werde. Die kommenden Jahre werden einen Umbruch zeigen, der mit der schon angesprochenen Altersstruktur zu tun hat. Das wird auch einschneidend für jeden Verein in dieser Thematik. Kann sein, dass sich die Querelen danach legen und die VFMG auf einem niedrigeren Level neu anfängt. Dann bin ich einer der ersten, die mitziehen. Aber solange halt ich´s mit Uwe.
Gruß
Andreas (mit 25 Jahren auch großer "Den-Altersdurchschnitt-nach-unten-Reißer)
-
Hallo,
also ich muss mich doch auch mal hier zu Wort melden. Ich bin im Vorstand einer ziemlich starken VFMG Gruppe. Wir haben so etwa 80 Mitglieder und ein sehr aktives Vereinsleben. Auch unser Altersdurchschnitt ist ziemlich "rentenlastig" wobei wir aber einen sehr stabilen Kern U50 besitzen und die Ü50 ziemich fitt sind. Wir pflegen sehr enge Kontakte zu einer Jugendruppe des Naturwissenschaftlich Technischen Zentrums in Hoyerswerda welche eine Gruppe Mineralogie/Geologie beinhaltet. Sicher ist Vereinsarbeit immer mit Verpflichtungen verbunden und oftmals hängt der Erfolg eines Vereins von einigen wenigen Leuten, welche auch bereit sind Verantwortung zu übernehmen, ab. Unsere Veranstaltungen sind generell für jedermann offen und werden oft auch in der regionalen Presse angekündigt. Wer an unserem Vereinsleben teilnehmen möchte, kann dies auch jederzeit ohne Mitglied im VFMG zu sein und dies so lange wie er das gern möchte. Ebenso sind unsere vielen Exkursionen für Gäste frei und sie bezahlen nicht einen Cent mehr als Vereinsmitglieder. Unser Internetauftritt (www.sachsenmineralien.de) wir von einem Herrn Ü 70 betreut !!! Also Leute, es ist nicht immer das Alter das Maß aller Dinge. Zusätzlich zu unseren Vereinstreffen und Exkursionen gibt es noch jede Menge individuell geplanter Tuoren zu welchen man sich im Verein abspricht oder einfach spontan anbietet. So werden wir in Kürze in einer spontan zusammengestellten Tour auf den Färoer Inseln Zeolite klopfen. Die Alterszusammenstellung 23/49/81. Den Rollator lassen wir zu Hause ;D und nehmen dafür zusätzlich einen schweren Hammer und die Zeltausrüstung mit. Wer sein eigenes Ding machen will, dem ist es auch egal ob es einen aktiven Verein in der Nähe gibt oder nicht. Außerdem ist doch niemand in solch einem Verein zwangsverpflichtet. Es gibt bei uns Treffen da sind wir nur 15 Leute und andere Vorträge sind mit 100 Leuten besucht. Manche angebotene Exkursion lassen wir mangels Nachfrage ausfallen und bei andere müssen wir Leuten absagen weil der große Reisebus ausgebucht ist oder wir machen in einem Jahr zwei Touten in das gleiche Fundgebiet. Bleibt alle schön geschmeidig und trennt Euch vom in Fels gehauenen Bild der Vereinsmeierei.
In diesem Sinne wünsche ich Euch ein herzliches
Glückauf aus der Lausitz
-
Hallo,
hat man sich denn entschlossen, der VFMG beizutreten, und sucht sich eine passende Ortsgruppe, dann kann auch das passieren (selbst erlebt):
Die Vorträge entpuppen sich zu 85% aus Urlaubsfotos ohne Bezug zu den Geowissenschaften. Schlägt man als "Neuling" Exkursionsziele für die Gruppe vor, heißt es meist, es bestünde kein Interesse, da die Exkursionsziele den Alt-Mitgliedern bekannt sind. Kein Wunder: sind alle über 70 Jahre und sammeln statt im Gelände nur noch auf Börsen. Die Exkursionen beschränken sich dann auch nur auf touristische Kaffeefahrten zu Kräuter- und Baumlehrpfaden, Schlösser und Burgen (natürlich ohne Geo-Sammlung!) und Weinproben !
Da fragt man sich als Neuling, was soll ich hier eigentlich? Man freut sich über neue Gesichter, tut aber auch nichts, diese zu halten.
Kluftknacker
(irgendwo kurz vor 50)
-
Servus Markus,
warum bin in ich in der VFMG ?
Obwohl Vereine nicht unbedingt mein Ding sind - aus all den Gruenden, die schon angefuehrt worden sind und einigen anderen, bin ich trotzdem 2002 nach langem Zoegern der VFMG beigetreten.
Damals habe ich nach laengerer Pause wieder angefangen, mich als Stoanasammler zu betaetigen. Mir ging es darum, wieder Kontakt zu Gleichgesinnten zu bekommen, den Bezug zur Heimat nicht voellig zu verlieren und vielleicht auch auf der Basis von gegenseitigen Einladungen (Deutschland - Frankreich) interessante, sonst nur schwer zugaengliche Exkursionsziele ansteuern zu koennen. Zudem wollte ich etwas gegen den Mitgliederschwund tun - eine ueberregionale Organisation mit wie die VFMG gibt es z.B. hier in F nicht.
Fazit: Die Exkursionsziele im Rahmen der VFMG-Sommertagungen, an denen ich bisher teilgenommen habe, waren wirklich die weite Anfahrt wert ! Der "Aufschluss" ist meist auch lesenswert. Ich habe auch einige Sammlerkollegen kennengelernt, die ich vielleicht sonst nie getroffen haette. Die Kontakte bestehen immer noch, auch der Austausch von Infos und Mineralen funktioniert, zu gemeinsamen Sammeltouren hat es bisher aber noch nicht gelangt.
Natuerlich muss die VFMG mit der Zeit gehen und verstaerkt das Internet als Kommunikationsmittel nutzen (dies hat Stefan schon ausgefuehrt). Natuerlich sollten erfahrene Sammler ihr Wissen und ihre Erfahrung weitergeben, an Stelle dieses eifersuechtig zu bewahren und irgendwann mit ins Grab zu nehmen. Natuerlich sind Vereinsmeierei, Mauschelei & Kungelei unangenehme Begleiterscheinungen, aber diese finden sich in jeder menschlichen Organisationsform wieder.
Es gibt bei den VFMG-Bezirksgruppen auch sehr positive Beispiele und Ansaetze: z.B. die BG Weiden mit ihrem – wie ich finde – sehr gelungenen Internetauftritt und den auskunftsfreudigen Mitgliedern.
In Zeiten, in denen es fuer Einzelperson immer schwer wird, Sammelgenehmigungen zu bekommen – kann eine Organisation mit wissenschaftlich gepraegtem Hintergrund, wie die VFMG, durchaus als kompetenter und serioeser Ansprechpartner und Vermittler etwas bewirken. Naemliches gilt auch fuer das Ausrichten von (Tausch)boersen ohne Esoterik und Schmuck etc.
Ein bekennendes, meist nur passiv engagiertes VFMG-Mitglied, und mit knapp U50 dank vorwiegender Sammeltaetigkeit im Alpinbereich noch ohne Airbag ;D
GA
Harald
-
Hallo.
Mal ganz provokant gesagt :
Warum muß eigentlich der Verein was für die " Jungen " tun ?
Es ist dort genau wie im richtigen Leben, man muß Vorleistung bringen um dabeisein zu können und was von den Alten zu erfahren .
Diese kann aus Neugier, Wißbegierigkeit und Engagement im Verein bestehen.
Und wer ein Einzelgänger ist und sich nicht in eine bestehende Struktur einfügen kann oder will , für den ist ein Verein sicher nichts.
Bei den meisten Vereinen ist es doch wohl so, daß man engagierte junge Leute sucht, die aber auch dann Aufgaben im
Verein und auch ein gewisses Teil an Verantwortung tragen müssen.
Umsonst gibts im Leben nichts!
Das vergessen manche junge Leute heutzutage gerne >:D
Sie wollen alles auf dem Silbertablett möglichst einfach gereicht bekommen und sind nicht bereit dafür auch was zu tun.
Und eines noch .... ganz provokant ...... ich finde es gelinde gesagt eine Frechheit von einigen, wie sie über alte Sammler herziehen
und nicht hinterfragen warum sie ihnen nichts sagen und sich noch lustig drüber machen daß sie vielleicht nicht mehr so sammeln können.
Nehmt den Atlas hier, da ist es nicht anders.
Alle jammern daß keiner mehr Fundstellen preisgibt, aber wenn man sie anspricht, sind sie auch nicht bereit ihre Fundstellen
zu zeigen und was darüber zu schreiben.
Wie gesagt, umsonst gibts nichts es wird immer ein Geben und Nehmen sein und wem das so nicht passt, der muß halt alleine
durchwurschteln.
Das kann ja jeder selbst entscheiden !
Loismin
-
Hallo,
also ich bin nicht in der VFMG.
Das liegt daran, das die nächste Ortsgruppe Radebeul ist und ich ohne Auto Jahre dahin brauche. Zudem wurde mir zu verstehen gegeben, dass die Kapazitäten aufgrund von Platzmangel der zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten bereits ausgereizt sind, auf gut Deutsch es gibt kein Platz mehr und somit auch keine Aufnahme. Das Alter der Leute ist mir im Prinzip egal, aber wenn ich auf Exkursion gehe hab ich keine Lust auf Kaffeefahrt und ich leg ein Tempo an bei dem die meisten Mitglieder nach 15 min einen Herzinfarkt bekommen. Im Prinzip würde ich sofort in den VFMG eintreten wenn es hier in Dresden eine Ortsgruppe und Exkursions-willige Mitglieder gäbe. Was Vereine generell betrifft bin ich im DRK, und dort klappt die Zusammenarbeit zwischen den Generationen. Achja, ich bin Anfang 20 und Student.
Gruß Erik
-
@Loismin,
da hast Du sicher nicht ganz unrecht. Das lässt sich auf viele Bereiche übertragen.
Aber würde ich einen jungen Menschen im Münchner Verein absetzen, wäre er nach einem Vereinsabend völlig frustriert und würde nie wieder kommen. Man muss schon sehr interessiert sein um sich so einen Abend anzutun wenn man keine Kontakte hat.
Ich denke es geht ein wenig darum die Leute zu interessieren und jemand der einen Verein nicht kennt wird auch keine Neugier entwickeln und von sich aus aktiv werden. Es ist viel einfacher mit Ansprechpartnern, die ich bereits online kennen gelernt habe und mich dann ggf. einführen.
Besten Gruß
Stefan
-
Das vergessen manche junge Leute heutzutage gerne
Sie wollen alles auf dem Silbertablett möglichst einfach gereicht bekommen und sind nicht bereit dafür auch was zu tun.
Und eines noch .... ganz provokant ...... ich finde es gelinde gesagt eine Frechheit von einigen, wie sie über alte Sammler herziehen
und nicht hinterfragen warum sie ihnen nichts sagen und sich noch lustig drüber machen daß sie vielleicht nicht mehr so sammeln können.
Ich sehe es anders, ich konnte zu oft beobachten das z.B ältere Sammler oftmals von jüngeren Sammlern keine Infos,Verbesserungen,Neuigkeiten,andere Ansichten,und geschweige Wissen entgegen nehmen . Insbesonders wenn es Leute sind
die sich jahrelang mit Lagerstätten,Bergbau und Geschichte befassen, werden oftmals ignoriert, belächelt und als jugendliche
Klugscheißer abgetan.Sicherlich darf man hier nicht jeden Sammler ü 70 (das sind für mich die "Alten") über einen Kamm schmeissen
aber wie gesagt gerade die "Alten" dürfen sich nicht wundern das die VFMG eingeht ,das ist oftmals eigenfabriziert.
Und noch kurz zu den Sammlern die alles auf dem Silbertablett serviert bekommen wollen....ich glaube die Brüder wirst du nicht hier im Forum und schon gar nicht bei der VFMG finden.
(Achtung ich kann hier nur für den Berliner Raum sprechen )
-
Hallo
Nach den vielen Bemerkungen zu diesem Thema, möchte ich sagen das es sich hier mehr um ein Generationsproblem handelt.
Alt und Jung passen nunmal nicht oder nur schwer zusammen.
Kinder werden groß und ziehen vom Elternhaus aus bzw. weg in einen anderen Ort. Eltern und Kinder unter einem Dach das führt oft zu Spannungen,
weil eben die Interessen sehr unterschiedlich sind und weil man sich auch nicht immer alles vordiktieren lassen will sonder eigenen Wege gehen möchte
und eigene Vorstellungen umsetzen möchte.
Ähnlich ist es im Verein. Durch den Altersunterschied sind es immer die Alten die sich über viele Jahre sehr gut kennen und den Ton angeben möchten.
Klar, kann man als Junger auch seine Meinung sagen, aber das war es auch schon. Mehr wird kaum passieren. Die Integration mit den alten Hasen klappt in den meisten Fällen nicht, weil man sich ja nicht nur über Minerale unterhaltet sonder auch über andere Dinge im Leben und schon haben wir wieder die Interessenunterschiede.
Man kann es drehen wie man will aber es bleibt das gleiche Bild.
Man muß sich auch fragen warum gibt es denn den Altersunterschied? Oder warum klafft da eine Lücke?
Hätte man in dieser Hinsicht nicht schon früher mehr Vereinarbeit unternehmen müssen.
Meiner Meinung nach kann man das auch kaum noch reparieren. Vereinsleben ist für junge Leute sogut wie tot.
Das kann fast jeder Verein sagen, nicht nur die Mineralien-und Fossiliensammler.
Vereinsleben war früher der Ersatz fürs Fernsehen oder langweilige Abende und war ein gemütliches Treffen unter Gleichaltrigen und Gleichgesinnten.
Beste Grüße
Roland
-
möchte ich sagen das es sich hier mehr um ein Generationsproblem handelt.
Alt und Jung passen nunmal nicht oder nur schwer zusammen.
Hallo,
dem kann ich nicht zustimmen. Mineralienvereine in USA, Canada und GB funktionieren - und haben nicht diese Probleme, wie wir sie hier kennen. Dort wird erfolgreich(er) "rekrutiert".
Kluftknacker
-
Also,
in meinem Verein dem DRK gibt es fast gar keine Probleme zwischen Alt und Jung. Die "Alten" lassen uns Jungen sehr viel Freiheiten und übergeben uns ziemlich schnell Verantwortung. Zudem sind bei uns eher die "Jungen" diejenigen die den Ton angeben. Und das mit unterschiedlichen Interessen ist ja eigentlich Schwachsinn, weil der Verein ja nur wegen dem gemeinsamen Interesse, nämlich Mineralien etc., besteht und man deswegen eingetreten ist.
Gruß Erik
-
Ich bin ü50 und in der VFMG. Ich wollte schon austreten, aber der Neue Vorstand ist sehr engagiert und da bin ich halt dabeigeblieben.
Ja warum hat die VFMG so wenig Attraktivität?
Ganz einfach und ohne um den heißen Brei herumzureden:
Sammler wollen Sammeln. Was heute nochin den Bezirksgruppen ist, sind Mitglieder denen es so gefällt wie es ist, oder weil sie dort alte Bekannte treffen. Der "moderne" Sammler interessiert sich nicht in erster Linie für die wissenschaftlichen Aspekte. Zumal er die bequemer und einfacher im Netz finden kann.
Neue Mitglieder könnte man in nennenswerter Zahl nur finden, wenn man attraktive und regelmäßige Exkursionen anbietet, möglichst zu Fundstellen die dem einzelnen verschlossen sind. Das ist heute in den meisten Gebieten fast unmöglich und so ist die VFMG ein Dinosaurier mit ähnlichem Schicksal. Sicher je nach Bezirksgruppe unterschiedlich, aber bundesweit sehe ich da kaum eine Zukunft.
Schade.
-
Hallo!
Nicht so einfach ,dieses Thema!
Ich selbst mache eigentlich keine Altersunterschiede für schwindende Mitgliederzahlen verantwortlich.Es ist einfach die Wegstrecke,welche man zum Vereinsabend zurücklegen muß.
Die große Streuung der Sammler übers Land erfordert tatsächlich Wegezeiten von 1 Stunde und mehr!Da muß dann schon etwas großes geboten sein,damit man diese Wegstrecke auf sich nimmt.
Zudem ist es ja heute generell so,daß die meisten nicht nur ein Hobby haben.Schützenvereine,Angeln,Eissport,Tennis,und weiß der Teufel was noch-alles findet sich in Ortsnähe!
Und die meisten Hobbys kann man auch in Ortsnähe ausüben!
Steineklopfen gleich hinterm Ort?
Wo denn bitte!
Das nächste wäre die Fachkompetenz!
Die Jugend schaut mit Sicherheit erstmal zu den Älteren auf,weil sie sich deren Wissen erhofft!Aber die Jugend lässt sich auch nicht verarschen!
Dazu mal 3 Beispiele:
1. Ich hatte zum Vereinsabend in Rosenheim/Bayern Tauschmaterial aus Sachsen mitgebracht.Da kommt der Vereinsvorstand vorbei,nimmt einen 10cm Quarz von Limbach-Oberfrohna aus der Kiste und fragt"Was ist denn das?"
Fazit:Vereinsvorstand,aber Null-Ahnung von Mineralien.Der überzogene Quarz aus Sachsen ist von der Norm der alpinen Quarze abgewichen und sein Horizont war da zuende!
2.Vereinsabend in München mit einem Vortrag über die Pegmatite des Granulitgebirges in Sachsen.
Diesen Diavortrag werde ich meinen Lebtag nie vergessen-lauter Phantasie-zusammengereimt aus Gerüchten-null Ahnung über die Gesteinsstruktur!
Ich habe lautstark geschimpft,aber ich war der Störer-denn der da auf dem Podium war ja schließlich eine Vertrauensperson!
Ich habe diese Veranstaltung verlassen
mit dem Vorsatz, nie wieder zu den Münchener Mineralienfreunden zu gehen!
3.Ein Freund von mir betreute als stellvertretender Leiter eine Zeitlang die Jugendgruppe der Münchener Mineralienfreunde mit.Tut mir leid,aber ich habe dem einen Schlackebrocken von Rumänien als Limonit weisgemacht,Calcit als Fluorit und Gips als Schwerspat.
Wie bitte soll jemand ,der null Ahnung vom wenigsten hat ,in einer Fachgruppe Aufgaben erfüllen!!
Also Bitte!Schaut Euren Mitgliedern auch mal auf die Finger!Bzw.ins Hirn!
Glück Auf!
Jens
-
Hallo
dem kann ich nicht zustimmen
ist auch ok. Es ist meine Vision zur Ursache. Irgend was muß ja einen kausalen Hintergrund haben.
Dort wird erfolgreich(er) "rekrutiert
Was machen die anders?
Es gibt Vereine da wird genau das Gegenteil praktiziert.
Beste Grüße
Roland
-
Hallo zusammen, bin in der VFMG, um die 55. Ich bin bald 40 Jahre dabei. In meiner Frühzeit war ich in der Bonner und der Sauerländer_gruppe. "regional" könnten hier an meinem neuen Standort 3..4..5 Ortsgruppen für mich "zuständig" sein. Bin aber in keiner dieser Ortsgruppen organisiert. Mein Exkursion- und Vereinsleben findet im Piemont, im Wallis und im Tessin statt. Wenn ich so vergleiche, was ich Steine-mäßig dort drunten erlebe, mit dem hiesigen Einzelgängertum, kommt mir das Grausen. Ich habe vor einigen Wochen an einer Generalversammlung mit etwa 60 Leuten teilgenommen, am anschliessenden Essen waren etwa 200 Leute beteiligt. So etwas habe ich hier noch nicht erlebt.
Hier im Odenwald findet monatlich ein kleiner Stammtisch statt ausserhalb der VFMG an dem ich regelmäßig teilnehme.
Ich will jetzt keine Namen nennen und den x von der Gruppe y etc. an die Wand nageln.
Ich schaffe so ein klassisches Vereinsleben hier nicht und bin auch ein wenig neidig, auf das, was so manche Leute schaffen. Ich bekomme es jedenfalls nicht auf die Reihe. Ich bin Kassierer in einem Verein auf ähnlicher Wellenlänge wie die VFMG. Aber das ist schon recht nervig.
Hier (mineralienatlas, strahlenfoundation) und früher bei strahlen.org habe/hatte ich Kontakte bekommen zum gemeinsamen Sammeln, Gedankenaustausch, ...
Die VFMG-Tagungen bieten Zugangsmöglichkeiten zu "fernen + exotischen" Zielen. Ich kann da axinit nur zustimmen. Wenn auch so manche Vorträge doch noch von anno tutz sind. Aber wer weiss, wie schwer ein Vortrag sein kann, der wird sich zurückhalten. Die alte Dame Aufschluss wurde mittlerweile überrundet von den Hochglanzmagazinen, die z.T. mit Artikeln hoher Qualität daher kommen.
Ich habe kein Recht zu meckern, da ich ja selbst nur wenig in der VFMG tue.
Ich darf hin und wieder Gast sein in Ortsgruppen anderer Regionen. Ich freue mich auf eine Tour demnächst in Polen - Dank schon einmal im Vorfeld an die Kollegen aus der Lausitz. Ich freue mich schon wieder auf mein Treffen bei den Münchener Kollegen.
Zum Alter. Mit meinen "55" fühle ich mich -wenn nicht gerade im Büro am Freitag der Bär wieder getanzt hat - doch noch einigermassen frisch. Ich bewundere Leute, die mit > 60 noch voll aktiv sind und sich für uns einsetzen.
Mein Hobby - die Steine - lassen mich einfach abschalten vom Büro. Ich sammele nur das was, ich finde. Kein Kauf, etwas Tausch, ab und an Material verschenken z.B. an Jüngere. Verschenken natürlich an Gäste, die ich führe. Wenn dann wieder ein neues Mineral auftaucht, wenn ich eine Region neu verstehe, oder ich im Winter an meiner kleinen Sammlung stehe, dann schalte ich ab. Da ich mal Ahnung von Chemie hatte, kann ich das Wissen doch noch dazu anbringen. Wenn ich anders sammeln würde, würde ich andere Strukturen entwickeln (müssen).
Der Mitgliederschwund hat nach meinen Gesprächen auch andere Gründe. Es ist nicht nur das Thema Alter. Ich weiss von einer Reihe von hochengagierten Leuten, dass sie aus der VFMG ausgetreten sind und kenne auch deren Gründe. Ich werde mich dazu aber hier nicht äussern.
Um die VFMG wurden in den letzten Jahren eine Reihe von Prozessen geführt, die die VFMG geschwächt haben. Die Diskussionen brauchen diese ehemaligen VFMG-Mitglieder nicht mehr zu führen, sie machen nach wie vor hochqualifizierte Arbeit. Nur tragen sie nicht mehr den Namen VFMG in Ortsgruppennamen. Sie sind aber als Ansprechpartner in unserer Kristall-Welt hochpräsent. Sie gestalten und müssen sich nicht mehr um die Querelen kümmern.
So liebe Leute, ein herzliches Glück Auf und Gute Nacht Jürgen Lange
-
Hallo,
bin in der VFMG seit Schülerzeiten, jetzt ü50-Gruppe. Eine Bezirksgruppe gibt es hier in meiner Stadt nicht. Die Sammler sind unabhängig als Verein organisiert. Unsere Schwierigkeiten, jüngere Mitglieder anzuziehen, sind in gleicher Weise offensichtlich.
Warum bleibe ich in der VFMG? Ich halte die Artikel im Aufschluss für wichtig, um fundierte Informationen auch über Gebiete zu lesen, die nicht unmitttelbar zu meinen engeren Interessen als Mineraliensammler zählen.
Warum der Nachwuchs fehlt, dazu habt Ihr schon viel richtiges geschrieben. Zwei der Argumente, die genannt werden, sind aus meiner Sicht allerdings nicht zu halten: 1. das Modell "Verein" sei für Jüngere nicht geeignet, und 2. Alt und Jung ginge nicht gut zusammen in einem Verein. Das eindeutige Gegenbeispiel ist der Deutsche Alpenverein: hat ebenfalls viele ältere Mitglieder, und dennoch in den letzten Jahren anhaltenden Zulauf von Jugendlichen und damit steigende Mitgliedszahlen.
Der Schlüssel ist "Attraktivität". Das Patentrezept, wie ein Verein von Mineraliensammlern sich diese organisiert, scheint es nicht zu geben. Wer für seinen Verein oder seine BG eine Lösung gefunden hat, dem möchte ich weiterhin viel Glück wünschen. Und berichtet bitte darüber !
Gute Nacht
Jürgen
-
Hallo,
ich glaube nicht, dass Mineralien heute uninteressanter sind als früher.
Niemand aus meinem Freundeskreis sammelt Mineralien, aber wenn sie bei mir zu Besuch sind, dann schauen sie sich doch gerne meine Sammlung an und stellen Fragen.
Auch wenn sich manche Dinge nie ändern, einen gewissen Generationsunterschied gab es immer und den wird es immer geben. Soll wohl so sein !
Das Internet ist so gesehen noch relativ neu und scheint ein Vereinsleben gerade für jüngere Menschen relativ gut zu ersetzen. Sozusagen die VFMG 2.0.
Jungen Menschen sind diesem Medium gegenüber ziemlich offen. Da werden benötigte Informationen eingeholt bis die Leitung qualmt, Verabredungen im Chatraum abgeschlossen
und wenn man sich zum Tausch treffen will macht man es einfach. (Unabhängig von einem Vereinstermin)
An die Lapisredaktion habe ich mal eine Anfrage gehalten, ob in absehbarer Zeit geplant sei, das Magazin auch im PDF Format anzubieten, da sich mein Platz langsam aber sicher dem Ende neigt. Meine Anfrage wurde trotz langjährigem Abo einfach ignoriert, denn darauf bekam ich traurig aber wahr überhaupt keine Antwort. Vielleicht weiß man beim Christian Weise Verlag noch nicht, dass es soetwas "modernes" gibt. Andere Verlage stellen sich da heute deutlich schlauer an.
Die VFMG in ihrer bisherigen Form war bestimmt gut, als es noch keine Alternativen gab, und für ältere Sammler erfüllt sie sicher auch heute noch ihren Zweck.
Für angehende Nachwuchssammler ist das System etwas eingestaubt. Dabei gibt es (auch hier im Atlas) wirklich gute Beispiele, in denen alt und jung sehr gut zusammenarbeiten.
Die einen haben eine Sammlererfahrung von 40 Jahren, die anderen das technsiche Knowhow die Informationen einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.
Wenn hier Hand in Hand gearbeitet wird finde ich es immer noch am schönsten.
Gruß
René
-
Will ich auch mal meinen Senf dazu geben. Ich bin in keinem Mineralien-Verein, habe aber drei andere Vereine mehr oder minder "an der Backe". Das Nachwuchs- und Generationenproblem gibt es wohl in allen Sparten des gesellschaftlichen Freizeitlebens. Selbst Sportvereine klagen mittlerweile darüber...
Aus meiner Erfahrung sind die Gründe oft ganz menschlich:
Da wäre 1.: Wer den Verein führt, engagiert sich über das "normale" Maß und opfert nicht nur für den eigentlichen Vereinszweck (für Mineralienvereine gesprochen: selbst sammeln), sondern für Ideen, Organisation, Verwaltung und Verantwortung jede Menge Gehirnschmalz, Zeit und oft auch Geld. Logisch, dass die Vereinsvorstände deshalb zunächst eigene Ideen für die besten halten. Kritisch, wenn der Verein damit langsam zum geistigen Eigentum der Vorstände wird.
und 2.: Mehrere Generationen unter einen Hut zu bringen, ist schon aus gesundheitlichen Gründen nicht einfach. Die Ansprüche unterscheiden sich oft sogar konträr. Da hilft eigentlich nur, kleinere "Unterabteilungen" gegeneinander zu tolerieren. Jugendmannschaften sind in Sportvereinen normal, ebenso wie Jugendorchester im Kulturbereich - nur um zwei Beispiele zu nennen. das schließt ja keinesfalls aus, dass man sich gegenseitig "befruchtet", in dem etwa alte Hasen doch mal in der Jugendgruppe vorbeischauen...
Für Mineralvereine sehe ich den 3. Grund, weshalb es mit einem solchen Verein immer schwer sein wird: Im Unterschied zu vielen anderen Interessenlagen birgt das Mineraliensammlen doch in sich einige Gefahren (Wenn man mal vom Briefmarkensammler absieht, der sich auch mit der Pinzette ein Auge austechen kann..). Wenn ein Mineralverein attraktiv sein soll, muss m.E. das Sammeln im Vordergrund stehen. Hier kommt es zu Erlebnissen, hier hat jede(r) ihren/seinen Erfolg. Aber: welche Fundstelle hält denn eine Horde von 10 oder mehr Sammlern aus? Wer übernimmt die Verantwortung, dass die Fundstelle ordentlich wieder verlassen wird? Wer übernimmt die Haftung (eine Versicherung über den Verein dürfte wohl aussteigen, wenn ein Sammler auf dumme Weise zu Schaden kommt oder Schaden verursacht)? Welcher Eigentümer ist denn heute noch bereit, sein Grundstück/seinen Betrieb Dritten zu öffnen? Wie gut sind denn diese wenigen Fundstellen zu erreichen? Da gehört eine ungeheure Menge Enthusiasmus dazu, einen solchen verein am Leben zu erhalten und es auszuhalten, dass doch immer die Wünsche der Mehrheit der Mitglieder nicht befriedigt werden (können). Ich zolle also den Menschen, die sich einen solchen Verein aufbinden, tiefsten Respekt.
Mein Fazit ist mein Lebensspruch: Love it, change it or leave it. Wer Hoffnungen auf tolle Exkursionen mit einem Verein in sich trägt, sollte sich einfach auf den organisatorischen Weg machen, Gleichgesinnte im Verein suchen und sich nicht von Querdenkern vom Vorhaben abbringen lassen. Wer das nicht will, muss entweder mit dem Angebot leben oder den Verein Verein sein lassen.
-
Hallo Zusammen
Wow, nach einem Tag Abstinenz bin ich erfreut, so viele Stimmen und Meinungen zu lesen. Viele der angesprochenen Punkte sind mir vertraut und auch viele Probleme kommen mir bekannt vor. Auch was die Zukunft von Vereinen im Allgemeinen betrifft, so teile ich die Meinung mit z.B. Stefan. In meinen Augen gibt es dort eine Art Hemmschwelle, die es einem interessierten Neuling erstmal erschwert, in einen bestehende Gruppe einzutreten. Ich denke mal, das ist einfache Psychologie und nicht weiter weltbewegend. Wie diese Hemmschwelle überwunden werden kann, das hängt zum einen von dem Neuling ab (ist er eher Schüchtern oder eher der Draufgänger). Zum Anderen natürlich auch von der Gruppe, wie sie sich gegenüber Neuen verhält. Man kann es Neuen leicht machen oder natürlich auch schwer. Ich bin zugegeben etwas schockiert hier zu lesen, das es offenbar in vielen Bezirksgruppen eine doch eher feindliche Haltung gegenüber neuen Mitgliedern gibt bzw. diese auf eher autoritärer gekapselte Strukturen treffen, in die es kaum Wege gibt. Das ist echt traurig und man kann solchen Bezirkgruppen nur ein echtes Armutszeugnis aussprechen - und vielleicht die Prognose, aufgrund ihrer ignoranten Haltung im Sinne der natürlichen Evolution zum Aussterben selektiert zu werden !
Auf der anderen Seite gibt es da das Medium Internet: Man ist erstmal mehr oder weniger anonym, kann jederzeit von jedem Ort (dank Internet-Handy fast wortwörtlich) Kontakt aufnehmen und selber frei dosieren, wie aktiv man sich einbringt ohne auch nur die kleinste Verpflichtung einzugehen. Das trifft sicherlich eher den Zeitgeist als sich mit Opi's und Omi's nach langer Fahrt an einen Tisch zu setzen und dann Geschichten aus vergangenen Zeiten zu hören.
Da ist dann der nächste Schritt naheliegend: Man versucht beides zu verknüpfen und sowohl im Internet als auch als Verein/Bezirksgruppe präsent zu sein. An dieser Stelle: VFMG-BG Hannover (http://www.vfmg-hannover.de/) - und natürlich vielen Dank an Rudolf Wölki, das er die Seite gestaltet !
An dieser Stelle möchte ich meine persönliche Erfahrung mit der Bezirksgruppe Hannover einbringen. Ich habe hier einige Beispiele gehört, die wahrlich erschreckend sind. Ganz Gegensätzlich ist es mir ergangen, dazu will ich etwas weiter ausholen. Ich war Anfangs in einem astronomischen Verein in Hannover tätig und dort auch recht aktiv. Leider hatten sich dort mit der Zeit doch arge Vereinmeiereien entwickelt und obwohl viele sich einbrachten wurde nur gefordert, gefordert, gefordert. Einige wenige rissen sich den Arsch auf und diejenigen, die die Befehle gaben taten nichts anderes, stellten sich aber bei Öffentlichkeitsarbeit als die Macher hin. Da sich dieser Prozess schleichend in Gang gesetzt hatte, hab ich mir das auch eine Weile gefallen lassen - bis ich mich anfing für Mineralien zu interessieren und irgendwann zu der Bezirksgruppe Hannover gestoßen bin. Olla, was war den da los ? Man kommt als völlig Fremder da hin und die empfangen einen gleich mit Kaffee und Kuchen, ältere Herren und Damen bieten einem sofort das "Du" an (ging in dem Astronomieverein gar nicht, da konnte man froh sein, wenn die älteren einen überhaupt angesprochen haben und die Akademiker haben nur mit Akademikern gesprochen) - gibt's ja nich... Klar, da fühlt man sich gleich zu hause und dann hat es auch nicht lange gedauert, bis ich aus dem Astronomieverein raus war. Alles in Allen ist hier also eine ausgesprochen gute Atmosphäre und es gibt keine Kluft zwischen jung und alt. Natürlich wir es den älteren zusehends schwieriger, aktiv sammeln zu gehen und somit dünnt auch das Exkursionsangebot aus. Hinzu kommt, das es um Hannover herum nicht soooo wahnsinnig viele Fundorte für Mineralien gibt und die paar wenigen glänzen nicht wirklich mit Vielfallt - lange Fahrten sind also schonmal vorprogrammiert. Trotzdem versuchen wir immernoch möglichst viel auf die Beine zu stellen. Viele von der Gruppe setzen sich trotz hohen Alters noch hin und arbeiten sich in den Computer und das Internet ein, es gibt einen inzwischen hervorragenden Kontakt zu Uni Hannover, die uns auch die Räumlichkeiten für unsere monatlichen Vorträge stellt (An dieser Stelle besten Dank an Prof. Buhl, der uns dies ermöglicht !).
Natürlich sind wir auch nicht von Vereinsmeierei verschont geblieben: Immerhin gingen die Querelen der letzten Jahre in der VFMG auf zwei inzwischen Ex-Mitglieder unsere Gruppe zurück. Wobei mir bis heute ein Rätsel ist, wieso Horst Welzel das getan hat - hat er sich doch vorher so verdient gemacht um die VFMG. Naja, ich für meinen Teil habe im das in Anerkennung seiner vorherigen Leistungen verzeihen - Nobody is perfect, möge er in Frieden ruhen. Aber letztlich habe wir uns das alle gefragt, wieso er sich das trotz schwerer Krankheit noch antut. Ansonsten haben sich bisher Vereinsmeierer immer erfolgreich selbst in Aus gespielt, das soll auch so bleiben !!!
So, dann habe ich jetzt tatsächlich schon ein Fazit, was ich ziehen kann. Abgesehen von den Pechvögeln, die auf verknöcherte Strukturen gestoßen sind gibt es also den Trend zu der bequemen Verfügbarkeit des Internets als echte Alternative zu Verein. Der Satz von Mineralroli trift es ganz gut "Vereinsleben war früher der Ersatz fürs Fernsehen oder langweilige Abende und war ein gemütliches Treffen unter Gleichaltrigen und Gleichgesinnten." Das ist übrigens auch die These, die ich schon seit längerem vertrete. Das sich die VFMG auf Dauer halten können wird, wage ich zu bezweifeln, da es schlicht die einfachere Alternative gibt. Nichts desto trotz möchte ich gerne Stafans Angebot aufgreifen und verweise auf unser Exkursions- und Vortragsangebot.
Viele Grüße und besten Dank für die Meinungen und Ideen
Markus
-
Hallo,
ich möchte kurz die Hintergründe schildern, die zu einem abnehmenden Vereinsleben im Allgemeinen führen. Diese liegen aus psychologischer Sicht in einem stetigen Wandel der Gesellschaft begründet. Die Determinanten, also die Abweichungen von Interessen zwischen Gruppen, steigen in der heutigen Zeit beängstigend schnell an. Genau, und das ist erforscht, mit Beginn der Industrialisierung. Wo vormals drei Generationen unter einem Dach lebten, zogen junge Menschen um die vorletzte Jahrhundertwende aus, um sich in der Nähe von geballten Arbeitsplätzen (Industrie; Webereien um Manchester; England), anzusiedeln. In der Normalität eines Mehrgenerationenhaushaltes, waren die Alten mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung gefragt, die zu der Zeit kaum angezweifelt wurde. Doch plötzlich sahen sich junge Menschen alleine vor Entscheidungen stehen, die sie dann meistern mussten. Die Großfamilie verlor ihre Bedeutung. Da jetzt die Jüngeren Entscheidungsträger waren, entstand eine zunehmende Kluft zwischen Jung und Alt, bei dem nunmehr kein Bedürfnis mehr bestand, den Rat der Alten einzuholen. Es erfolgte quasi ein Wandel der Gesellschaft, bei der die Toleranz zwischen den Generationen weiterhin abnahm. Diese schwindende Toleranz, zu der jetzt ja auch keine Notwendigkeit mehr bestand, führte in der Folge zu Konflikten zwischen den Generationen, die ihre jeweiligen spezifischen Bedürfnisse verfolgen mussten.
Alles, was in den bisherigen Beiträgen zu diesem Thread geschrieben wurde, ist im Prinzip richtig. Die Kluft zwischen Jung und Alt geht auseinander, und wird es in Zukunft noch weiter tun; glauben wir den Untersuchungen über die demoskopische Entwicklung in Zivilisationsländern. Letztendlich verlieren wir dadurch Traditionen. Und jeder Verein lebt genau davon. Es gibt sie zwar, die Interessenkonflikte zwischen den Generationen, diese beruhen jedoch auf einer allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung, bei der das Ego des Einzelnen immer mehr an Größe gewinnt, zu Lasten der Gruppe. Wir sind heute kaum noch darauf konditioniert, eigene Meinungen und Interessen hintergründig zu behandeln. Im Gegenteil, diese möglichst schnell umzusetzen. Auch eine Anpassung auf das Arbeitsleben, das sich in anderen Gruppen, wie natürlich auch Vereinen, widerspiegelt.
Gruß Jörg
-
Hallo,
meine Erfahrungen mit der VFMG sind mehr als 30 Jahre her. Damals war ich noch nicht einmal Jugendlicher und bin relativ regelmässig zu den Treffen gegangen. Für mich war damals interessant, die Stufen zu bestaunen, die mitgebracht wurden und auch die Vorträge, insbesondere die Exkursionsberichte. Damals war ich auf die Reiseziele meiner Eltern beschränkt, was mir nur Sammelei im sehr bescheidenen Umfang ermöglichte, so waren die Vereinsabende etwas Futter für Träume. Da Träume alleine nicht froh machen, ist dann dieses Hobby mit der Zeit eingeschlafen und damit natürlich auch die Vereinsbesuche. Ich habe mich damals übrigens nicht unwillkommen gefühlt.
Nachdem nun nach 30 Jahren wieder mein Interesse wach geworden ist, stellte sich irgendwann die Frage, ob ich mal wieder die VFMG (Berlin) aufsuche. Frank und Andreas haben oben geschrieben, womit man rechnen sollte - ich habe davon Abstand genommen. Dafür waren aber nicht nur die Gerüchte ausschlaggebend, sondern auch ein nicht allzu ausgeprägtes Interesse.
Warum? Ein Grund ist wohl an dieser Stelle zu finden. Für einen Informationsaustausch gibt es inzwischen Alternativen zu Vereinen: Internet-Communities. Es ist zwar nicht Ein und Dasselbe, aber es gibt eine grosse Überschneidung.
Was nun Vereine (insbesondere in diesem Kontext) betrifft, hängt das davon ab, welche Ziele er verfolgt, genauer gesagt, dessen Protagonisten. Wenn diese nun einen Verein zu ihrem Nest machen wollen und Angst davor haben, die Tür auch nur einen Spalt zu öffnen, damit kein frischer Wind rein kommt, dann sollen sie es doch tun. Der letzte sollte nur nicht vergessen, das Licht auszumachen.
Möchte ich als Verein wachsen, muss ich mir zweifelsohne Gedanken über mein Angebot machen. Und eine Säule des Angebots sind die Mitglieder selbst. Denn was nützen tolle Veranstaltungen, wenn man die Beteiligten nicht leiden kann? Es ist z.B. der persönliche Kontakt, der einen Verein von einer Internet-Community unterscheidet. Ich sehe das Generationenproblem daher auch eher nachrangig (ohne es zu negieren).
Das Problem von Vereinen ist ihr Image: Das Engagement von Mitgliedern und damit die häufige Tendenz, den Verein als "ihre Sache" zu betrachten, führt dann zur Besitzstandswahrung mit den damit verbundenen Grabenkämpfen und Verkrustungen. Und das ist eigentlich ein analoges Phänomen zum Generationenkonflikt. Und da heutzutage ein Verein keine Notwendigkeit, sondern eine Möglichkeit darstellt, werden viele erst gar nicht den Versuch unternehmen, in einen solchen hinein zu schauen.
Viele Grüsse
Andreas
-
Um noch mal auf da Anfangsthema zurückzukommen: Neulinge haben es schwer in einer Gruppe Fuß zu fassen. In meiner Anfangszeit Anfang der 70er bin ich zu der VFMG-Gruppe Harz und auch zu den Montangeologen Harz gefahren. Die Mitglieder zeigten da ihre tollen Stufen ( und die waren toll zu der Zeit) und fachsimpelten miteinander. Stolz wie ich hingefahren war mit meinen Erstfunden von Derbstufen Bleiglanz und Kupferkies wagte ich dann gar nicht mehr rauszuholen, so daß man Minderwertigkeitskomplexe bekam und im stillen sicher auch belächelt wurde. Ich wäre nicht wieder hingegangen, wenn ich bei den Exkursionen nicht Leute kennen gelernt hätte, die sich dann um einen gekümmert haben und beraten.
Jetzt bin ich schon 40 Jahre in der VFMG-Gruppe Harz und die Stammgruppe ist ziemlich stabil und die Jugend fehlt natürlich auch.Aber wir bringen unsere Funde mit und beraten, was es sein kann und sowas läßt mich jeden Monat hinfahren. Allerdings, wenn man sich so lange kennt ist das auch die Gefahr von Clickenbildungen. Wenn sich dann nicht intensiv um Neulinge gekümmert wird und die Abseits stehen gelassen, kommen die nicht wieder. Oder wenn sie ein spezielles Thema interessiert, was nicht geboten werden kann, bleiben sie weg. So wollten schon Leute sich in Kristallographie schlau machen in unserer Gruppe, aber wir haben nicht einen, der z.B Flächen bestimmen oder das Kristallsystem an gefundenen Stücken bestimmen kann. Die kommen enttäuscht nicht wieder.
willi
-
@willi: Naja, ein wenig Eigeninitiative von den Neuen ist sicherlich schon zu erwarten. Gut, natürlich sollte man niemanden vor den Kopf stoßen und man sollte auch als Erfahrener durchaus mal die Funde von Anfängern loben. Ich versuche immer mich an meine Anfangszeiten zu erinnern (ich ja zum Glück noch nicht so lange her) und dann erst ein Urteil zu sprechen. Auf der anderen Seite ist es praktisch unmöglich, alles anzubieten was denkbar ist. Ein Beispiel grade in unserer Hannover-Gruppe ist, das wir praktisch reine Mineraliensammler sind. Fossiliensammler fühlen sich bei uns sicher sofort im falschen Film. Ok, in Hannover gibt es den APH, da verweisen wir die "Fossies" dann auch hin, aber ein Meteoritensammler würde hier wahrscheinlich überhaupt nicht glücklich werden. Naja, und Clickenbildung ist letztlich das Normalste der Welt, das fängt in der Schule an und setzt sich dann durch das Leben fort. Aus manchen Clicken werden gute Freundschaften, andere brechen auf. Da sind letztlich die Einzelindividuen gefordert, auch mal Außenstehende aufzunehmen. Allerdings gehe ich man davon aus, das sich Clicken aufgrund ähnlicher Interessen ausbilden und falls jemand neues mit gleichem Interessenschwerpunkt dazu kommt, hat gute Chancen sich in die Clicke reinzuarbeiten. Ansonsten passt er nicht zu den Leuten; ein Mikromounter passt nicht wirklich zu Großstufensammlern (außer er sammelt hinterher immer im Haufwerk, wenn die Großstufen geborgen sind :D ).
-
In unserem Leverkusener Verein gibt es außer die Grill- und Weihnachtsfest noch Vorträge, Bestimmungshilfe, Nutzung von größere (teure) Geräte zur Präparation, Fotografie usw. und eine Bibliothek.
Daß die Jüngeren jetzt mehr zu anderen Interessen neigen, müssen wir wohl hinnehmen.
Ich sehe jetzt daß der Verein eine neue Website hat:
http://www.minfoss-lev.de/index.php?kid=2 (http://www.minfoss-lev.de/index.php?kid=2)
Glück auf
Milo(66)