Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Stefan am 16 Oct 03, 22:22
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Hallo, jetzt ist es soweit ;)
Ihr dürft (sollt :)) mit mir ein wenig Mineralien Rätseln.
Ich denke auf diesem Bild ist ein leicht lila farbener Analcim zu sehen.
Kristallgröße ca. 1mm.
BILD 1
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auch auf diesem Bild meine ich einen glasklaren 1mm großen Analcim zu erkennen.
BILD 2
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auch auf diesem Bild meine ich noch ein ca. 0,5 mm großes Analcim Aggregat zu erkennen
BILD 3
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so und nochmal vermute ich Analcim in recht flächenreichen Verwachsungen auf tja was könnte das blaue sein?
Die Farben sind übrigens recht naturgetreu.
BILD 4
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könnten das Natrolith Kugeln sein?
BILD 5
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... und was haben wir hier für hellblaue blättrig verwachsene Kristalle? Cowlesit?
BILD 6
Ich hoffe ich habe ich nicht überfordert mit der Latte an Bilder
Die Stücke stammen übrigens alle aus Playa Blanca und Playa de Famara
Ich danke Euch schon mal
Gruß Stefan
[gelöscht durch Administrator]
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Servus Stefan,
hoffe dein Urlaub war so genial wie meiner. Die ersten 2 Bilder zeigen Analcim. Das dritte und wohl auch 4. Bild ist Phillipsit. Bild 5: Natrolith glaub ich nicht, eher schon Offretit. Zu Bild 6 kann ich leider nix sagen.
Servus + Glück auf
Wolfi
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Hallo Wolfi,
danke für Deine Unterstützung. Ich tippte bei Bild 3 u. 4 auf Analcim, da es auf Lanzarote in den verschiedensten Verwachsungen vorkommt. Philipsit, kann natürlich auch sein.
Auf Natrolith hätte ich bei Bild 5 getippt, da ich im Lapis ähnliche Kugeln als Natrolith Kugeln aus Lanzarothe gesehen hatte.
Aber es sind auf jeden Fall sehr gute Anhaltspunkte um zu recherchieren. Vielen Dank.
Gruß Stefan
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Hallo Stefan.
Zu Bild 5 kann ich sagen: mach doch mal einen Test mit einer UV-Lampe. Wenn es wirklich Natrolith ist, sollten die Kristalle orange leuchten.
Gegen Natrolith würde sprechen, dass dieses Mineral meist in kugeligen Aggregaten mit weißen Nadeln vorkommt.
Das Bild zeigt meiner Meinung nach eher Phillipsit - allein wegen der Aggregatform.
Siehe hierzu auch "Der große BLV Mineralienführer", Mottana/Crespi/Liborio, BLV-Verlag 1979: S. 402 (Natrolith) bzw. S.408 (Phillipsit)
Grüße
Jürgen
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Hallo Jürgen,
Eine UV Aktivität konnte ich beisher nicht feststellen. Da muss ich nochmal darauf achten, da ich noch einige Stücke mir feinnadligen Aggregaten habe, die ich ebenfalls als Natrolith eingestuft habe. Aber bist du sicher mit der orangen Farbe unter UV? Ich dachte gelesen zu haben, dass Natrolith nicht UV aktiv sei ???.
Gruß Stefan :D
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Hallo Stefan,
Siehe hierzu auch "Der große BLV Mineralienführer", Mottana/Crespi/Liborio, BLV-Verlag 1979: S. 402 (Natrolith)
Ich selber habe mir mal auf den Münchner Mineralientagen eine Natrolith-Stufe gekauft (sehr schön, werde bald mal ein Bild senden).
Im UV-Licht leuchtet sie sehr intensiv orange!
Viele Grüße
Jürgen
PS: Die Übertragungsrate ist aktuell sehr niedrig (ca. 1,5kB/s)
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Hallo Stefan,
das sind ja ganz tolle Aufnahmen! Leider hatte ich 1995 erstmalig die Kanaren (Lanzarote) besucht und außer Olivin nicht´s weiter gefunden. Hier gibt es aber Vergleiche zu Gomera, wo ich ähnlichen Analcim wie auf den Bildern 1 und 2 gefunden hatte.
Bild 3 könnte auch Chabasit sein(?). Bild 4 ist sicher Phillipsit
und 5 Natrolithkugeln. Bei Bild 6 könnte man evtl. an sekundär gebildeten Gips denken. Ist das Original wirklich so bläulich?
Herzliche Grüße
Der Conny
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Hallo Stefan,
Bild 3 könnte auch eine Gruppe von Apophyllit-xx zeigen, nicht unbedingt Phillipsit.
Zum Bild mit den vermeintlichen Natrolithen..hier könnte auch ein anderer Zeolith vorliegen (evtl. Gonnardit..)
Cowlesit ist recht selten; kenne ich jetzt nur von der TL in Goble, Oregon - der von Dir vermutete 'Cowlesit' sollte daher röntgenanalysiert werden; ebenfalls das Mineral zum letzten Bild.
Phillipsit tritt meist in Verzwillingungen auf.. Achtung: Verwechslungen zu nur parallelverwachsenen Kristallen sind häufig (auch xx dann oft mit parkettierten Oberflächen zu sehen) !
Frag auch mal am besten direkt per email, beim Zeolith-Spezialisten Volker Betz an.. ;)..der scheint auch die meisten Zeolithe zu haben..
Glück auf und Gruß Peter
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Hallo Freunde,
Danke für die rege Unterstützung.
@Zu Jürgen
Ich konnte keinerlei UV Tätigkeit feststellen weder unter sehr kurzwelligem noch langwelligem UV Licht. Leuchtet Natrolith nicht nur bei Verunreinigung durch Uran oder der gleichen?
@Zu Conny
Die Farbe auf Bild 6 müsste ziemlich identisch sein. Bei mir auf dem Monitor ist es so. Hängt natürlich immer auch vom Monitor etc. ab. Die Bilder sind bei 5400 C Farbtemperatur aufgenommen (nahezu Tageslicht)
@Zu Peter
Meinst Du Bild 5 und 6 sollten analysiert werden oder meintest Du nur Bild 6? Das mit der Nafrage werde ich mal machen. Die Email Adresse Ist sicher auf seiner WEB Seite zu finden.
@An Alle
Ich Resümiere
Bild 1 und 2 ist demnach einheitlich Analcim
Bild 3 ist entweder Analcim od. Apophyllit-xx od. Chabasit od Phillipsit
Bild 4 ist Analcim od. Phillipsit
Bild 5 ist Natrolith Kugeln od. Phillipsit od. evtl. Gonnardit
Bild 6 ist noch nicht näher eingegrenzt
Zu Bild 4, im Vordergrund ist ein wasserklarer flächenreicher Kristall auf himmelblauen ??? zu sehen.
Zu Bild 6, Es könnte auch ein blauer auf Kristalle aufgewachsener Überzug sein. Schwer zu sagen. Einzelne Hohlräume sind komplett blau ausgekleidet. Auch gibt es noch dunklere blaue kugelige Aggregate auf einem Stüfchen.
Der wasserklare Kristall kommt in ähnlicher Ausbildung noch öfter vor. Ich kann gerne noch mehr Bilder einstellen, da ich ca. 25 MM's mit verschiedensten Blasenfüllungen mitgenommen habe.
Ich hoffe ich strapaziere Euch nicht zu sehr ;)
Schon mal vielen Dank für Eure Mühen. Werde mal sehen ob ich noch aussagefähigere Bilder hin bekomme.
Zwecks Analyse, wo könnte man die MM's kostengünstig analysieren lassen.
Gruß Stefan :D
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Hi Stefan,
1. ich meinte Analyse zu Bild 5 und 6.. :)..
2. e-mail von Volker Betz ist... Vbetz@aol.com <Vbetz@aol.com>
homepage ist:
http://members.aol.com/vbetz/Zeolites.html
3. Zur 'UV-Aktivität' v. Natrolith:
Natrolith gehört zu den Mineralien, die die sog. 'inkonstante Luminiszenz' aufweisen. D.h. wenn die Luminiszenz denn überhaupt aufgrund spezifischer Beimengungen, die nicht ständiger Bestandteil des Natrolith-Gitters sind, auftritt, ist sie bis jetzt immer nur ORANGE nachgewiesen! Meine Natrolithe luminiszieren z.B. auch nicht!
Erklärung zur Luminiszenz:
Manche Mineralien weisen sog. Luminiszenz (Leuchterscheinungen) auf. So wird die Umwandlung verschiedener Energiearten (mechanische, chemische, Wärmeenergie oder die Energie von unsichtbaren Strahlen) in Lichtenergie bezeichnet.
Sie kommt in Mineralien zustande, wenn sich im Kristallgitter Beimengungen fremder Atome oder deren Gruppen (seltene Erden, Ag, Cr, Mn, S, (UO2)3+, u.a) befinden, sog. Luminogene.
Die Anwesenheit einiger bestimmter Atome im Gitter bringt hingegen die Luminiszenz zum Erlöschen (Fe, Ni). Das sind die sog. Luminiszenzgifte.
Regelmäßig weisen solche Mineralien Luminiszenz auf, bei denen ein Luminogen zum normalen Gitterbestandteil gehört (Fluorit, Scheelit, Willemit, Uranmineralien, Zirkon, u.a.).
Ändert sich der Beimengungsgehalt bei Mineralien verschiedener Fundorte, ist die Luminiszenz inkonstant (Sphalerit, Calcit, Opal, Topas, u.a.). Wegen dieser Unzuverlässigkeit kann man die Luminiszenz nicht eindeutig in der Diagnostik nutzen.
Zu den anderen Leuchterscheinungen die auch der Luminiszenz unterzuordnen sind (FLuoreszenz, Phosphoreszenz) müsste ich damals schon etwas für den Atlas geschrieben haben..)
..evtl. könntest Du jetzt 'meine verfeinerte Definition' zur Luminiszenz nebenbei auch gleich in den Atlas aufnehmen?.... :D ;D
Glück auf und Gruß Peter
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Hallo Stefan,
BETZ (1986) beschreibt von Playa Blanca: Fe Oxide, Calcit, Analcim, Thomsonit, Phillipsit, Chabasit, Levyn, Offretit, Erionit, Natrolith.
Vielleicht ist Bild 6 Levyn-xx. Ein blauer Überzug wie auf Bild 6 habe ich schon öfters gesehen, weiß aber nicht genau was es ist (z.B von Limburg bei Sasbach im Kaiserstuhl, zusammen mit Phillipsit, Chabasit, Thomsonit, und auf Faujasit). Bild 5 kann auch Thomsonit sein, obwohl ich Phillipsit doch wahrscheinlicher finde.
Gruß Robin.
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Ich hatte auch erst auf Thomsonit getippt, hielt aber Phillipsit dann für wahrscheinlicher..
..aber die Lapis-Ausgabe vom März 2001, Seiten 13-23 lässt eigentlich keine Fragen mehr offen. Tolle Fotos, gute Beschreibungen auch zum Erstnachweis von Cowlesit für Lanzarote durch Volker Betz. Autor dieses Artikels ist aber Ernst Kratzsch, Düsseldorf.
Die bläulichen, blaugünlichen Überzüge sind auch erklärt. Wahrscheinlich Chlorit und Tonminerale wie Smectit etc., die auch halbkugelige Aggregate auf Chabasit und Phillipsit bilden.
Ich selbst habe von Punta del Aquila, Yaiza, auch 2 tolle Kleinstufen - 1 x Thomsonit, kräftig orange und 1 x Natrolith, auch kräftig orange! :D ;D
Glück auf und Gruß vom Peter
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Hallo nochmal,
die Lapis Ausgabe habe ich auch, konnte aber auch damit noch nicht alles identifizieren. Aber es sind schon sehr umfangreiche Informationen dort zu finden. Ich denke aber die meisten Minerale sind jetzt identifiziert.
Ich danke euch allen für die engagierte Unterstützung :D.
Noch eine Frage am Rande, wo kann man "recht günstig" Mineralien treffsicher bestimmen lassen? Und was kostet der Spass? (Kontaktdaten?)
Gruß Stefan
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Hallo Stefan,
Schau mal im "Bi-mineral" Thema (im "Mineralien bestimmen" forum), da habe ich etwas zu Röntgenanalysen eingetragen.
Grüße,
Robin.
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Hallo Stefan..
ich habe ja, wie schon öfter hier mitgeteilt, meine unklaren Mineralien immer bei Günter Blaß aus Eschweiler (Kernforschungsinstitut Jülich) preiswert bestimmen lassen.
Der Name sollte eigentlich jetzt schon ein Begriff sein (wer LAPIS und Mineralienwelt liest sowieso) ..da taucht Name und Adresse laufend auf..
Suchmaschine? oder soll ich die Adressdaten nochmal heraussuchen? :)
(sieh auch MinMax-Forum und Preisdaten bitte neu/aktualisiert bei G.B. anfordern)..
Gruß Peter
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Hallo Peter,
da hast du recht, das hast Du schon oft genug erwähnt. Da war wohl einer zu Faul zum suchen ;)
Danke Dir nochmal. ;D
Zwei Fragen habe ich allerdings noch, wie groß / klein dürfen die Proben denn sein und bekomme ich als Ergebnis das Mineral oder nur die Zusammensetzung mitgeteilt (oder beides).
Gruß
Stefan
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Hallo Stefan,
vom G. Blaß bekommst Du auf Deinen Wunsch hin auch das eingesendete Mineral wieder zurück - insbesondere wenn es sich um ein Einzelstück handelt, wie sicher in den meisten Fällen!
Größe des Minerals ist unerheblich, kleinste Krümel tuns auch schon.
Dann erhält man einen Prüfbericht mit Angabe der Analysenummer - Initialien des Einsenders davor; ob EDX oder XRD durchgeführt wurde, um welches Mineral es sich schließlich handelt oder die ca. 90%ige Vermutung, falls nur EDX oder Mikrososnde das 100%ige sichere Ergebnis noch erbringen könnten und eine grafische Aufzeichnung mit den Peaks und Erläuterungen dazu..
..für einen ganzen Schuhkarton voll Mineralien hatte ich damals pro Einsendung rd. 300 DM bezahlt ..nicht mehr..
bei anderen wie diesem einen Professor (Name momentan entfallen, hätte ich pro Analyse schon 5000 DM bezahlt; da ist der Herr Blaß schon preiswert.. :o ;)
Günter Blaß
Merzbachstr. 6
52249 Eschweiler (St. Jöris)
Tel.: (02403) 15249
Kosten pro Analyse damals(!!):
pro XRD Analyse je nach Präparationsaufwand 20,. bis 30 DM (= 10 - 20 €);
pro EDX Analyse ebenfalls 20 - 30 DM (10 - 20 €);
REM-Aufnahme - je Aufnahme 15 DM (= rd. 8 €);
Nach Absprache besteht die Möglichkeit auch Unikate zerstörungsfrei zu bestimmen. Da hierfür der Aufwand sehr hoch ist, sollte dies aber nur in Ausnahmefällen in Anspruch genommen werden.
Die Analyseproben plus ein Belegexemplar bleiben als Referenzmaterial im Besitz v. H. Blaß (Ausnahmen wie vor bei den Unikaten). Tatsächlich bekam ich aber alle Stücke wieder zurück!
Andere Untersuchungsmethoden wie Microsonde, AAS, ICP, Röntgenfluoreszenz oder andere Analyseverfahren nach Absprache..
..so galten die damalen Bestimmungen, und einiges mehr,...
Gruß Peter
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..ich empfehle solche Infos die ich gebe, am besten auszudrucken und abzuheften, ..erspart mir dann auch Wiedeholungen.. ;) ;D
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Hallo Peter,
wie immer eine sehr ausführliche Antwort. Wenn ich unter "Suche" den Namen von Hrn. Blaß einsetze, sehe ich, dass Du Ihn schon öfters erwähnt hattest ;)
Ich danke Dir vielmals, jetzt ist keine Frage mehr offen :)
Jetzt muss ich nur noch Duplikate zum analysieren heraus suchen.
Gruß Stefan
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Hallo Stefan..
..freut mich.. :)..sag mir auch mal bitte bei Gelegenheit, was die Analysen dann so ergeben hahen..reine Neugierde.. :D ;D
Gruß Peter