Mineralienatlas - Fossilienatlas

Gesteine / Rocks / Rocas => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Deutschland / Germany => Thema gestartet von: wastl am 11 Jun 11, 17:03

Titel: Stein mit besonderer Struktur ? / Hornsteinknolle
Beitrag von: wastl am 11 Jun 11, 17:03
Hallo Forum,
habe einen für mich als Laien sonderbaren Stein gefunden, der wie ich glaube eine besondere Struktur hat.
Beschreibung:
kugelförmig / lehmfarben
13 cm Durchmesser
2500 gr. schwer
1 000 ml Volumen ( also Dichte ca. 2,5 )
kugelförmige Struktur/Aufbau in verschieden lehmfarbigen Schichten
Habe den Stein (??) bereits gespalten gefunden.
Fundort unbestimmt  da in  Auffüllmaterial gefunden

Handelt es sich hier um etwas Seltenes oder sehe ich da nur als Laie etwas Besonderes ???

Für eine Aufklärung vielen Dank
Wastl
Titel: Re: Stein mit besonderer Struktur ???
Beitrag von: Mark77 am 11 Jun 11, 19:32
Hallo Wastl,

wo genau hast du das Stück denn gefunden?
"Fundort unbestimmt, da in Auffüllmaterial gefunden" muss nix heissen, da man das Stück bestimmt nicht aus Australien (übertriben dargestellt) hergeholt hat.
Für mich sieht es aus wie eine Jurahornsteinknolle. Die Bänderung und die Cortex sind typisch und das Stück macht auch den Anschein als wäre es nicht gut verkieselt - man spricht dann von Anteilen verkieselten Kalkes.

Schöne Grüße,
Markus
Titel: Re: Stein mit besonderer Struktur ???
Beitrag von: triassammler am 12 Jun 11, 00:44
Hallo,

schließe mich Markus' Diagnose an, wahrscheinlich eine Hornsteinknolle aus dem Jura (Oberjura, Malm delta).

Zitat
Handelt es sich hier um etwas Seltenes oder sehe ich da nur als Laie etwas Besonderes ???
Solche Hornsteinknollen sind sehr häufig. Eine Verwendung als Anschauungsobjekt, Deko im Regal, Blumentopfschmuck oder Gartenstein wäre denkbar, im Zweifelsfall kann das Stück auch einfach in die Tonne, da weder wissenschaftlich noch monetär werthaltig.

Gruß,
Rainer
Titel: Re: Stein mit besonderer Struktur ???
Beitrag von: Wastl am 12 Jun 11, 20:24
Hallo Markus,
Hallo Rainer,
danke für Euere Beurteilung!

Nochmal zum Fundort:
Aus Australien stammt das Stück sicher nicht  -  dann früher noch vom Mond!

Der Stein dürfte aus einer Kiesgrube in der Region Niederbayern zwischen Donau und Isar stammen.
Könnte evtl. auch aus Flußkies aus der Donau oder Isar sein.

Bestärkt dies irgendwie Euere Vermutung???

Grüße Wastl

PS:  Habe ein bischen im Internet "geblättert": Besteht nicht eine gewisse Ähnlichkeit mit meinem Achat?   (Bei dieser Dichte. - Hat die eine Hornsteinknolle auch?)
Titel: Re: Stein mit besonderer Struktur ? / Hornsteinknolle
Beitrag von: oliverOliver am 10 Jun 13, 16:02
Ein paar Ergänzungen zum bisher Geschriebenen bzw. weitere Antworten:
Zitat
Besteht nicht eine gewisse Ähnlichkeit mit meinem Achat?
Die Ähnlichkeit zu Achat erscheint nur so wegen des konzentrischen Aufbaus der Knolle – Achat = Ausfällung von anorganischem SiO2, Hornstein = organische Bildung (Radiolarien, Kieselschwämme, Kieselalgen).
Zitat
Bei dieser Dichte. - Hat die eine Hornsteinknolle auch?
Sowohl Hornstein als auch Achat bestehen chemisch gesehen überwiegend aus Quarz / SiO2, die Dichte sollte also vergleichbar sein.
Zitat
dürfte aus einer Kiesgrube in der Region Niederbayern zwischen Donau und Isar stammen
In Südayern gibt es einige Hornsteinvorkommen:
http://www.uf.uni-erlangen.de/projekte/weissmueller/rohmat/a_page.html
Bekannt sind z.B. die „Ortenburger Hornsteine“, besonders die von Flintsbach
http://www.flintsource.net/flint/D_maierhof.html (und Unter-Seiten !)
– rein nach dem Foto besteht da eine gewisse Ähnlichkeit (oder sogar mehr als nur eine gewisse) - da passt auch „zwischen Isar und Donau“ gut ! Es gibt bei den Flintsbacher Knollen öfters eine zonale Bänderung, und ich kenne auch Stücke mit schlechter verkieselten „Zwischenringen“ von dort.
Aber auch auf den Plattenhornstein-Vorkommen im Regensburger Raum (z.B. Baiersdorf, Abensberg-Arnhofen, …)
http://flintsource.net/nav/frm_mapflint.html
 gibt’s Jurahornstein nicht nur als Platten, sondern auch in Knollenform.
Zitat
Könnte evtl. auch aus Flußkies aus der Donau oder Isar sein
Die Oberfläche weist – soweit dies nur anhand eines Fotos zu beurteilen ist – zumindest auf einen gewissen (anscheinend aber kurzen) fluviatilen Transport hin.