Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: mitti am 04 Jul 11, 07:22
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Ab wie viel mg/kg lohnt sich der Kupferabbau eigentlich?
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Hallo,
die Frage ist so nicht zu beantworten. Für eine Bauwürdigkeit kommt es nämlich auf viele Umstände an, z.B. wie groß das Vorkommen ist, wie tief die Erze liegen, wie das Kupfer gebunden ist usw.
Heute werden Kupfer-Lagerstätten (im Tagebau) abgebaut deren durchschnittlicher Kupfergehalt um die 0,5% liegt.
Gruß
Berthold
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Hallo,
da kann ich Berthold nur zustimmen:
Neben den logistischen Einrichtungen: Kann ich den Fluss/Meer nebenan zum TRansport nutzen?
und den Resourcen: Gibt es genügend Wasser für Flotation usw?
Was ist es für ein Erz: Wie weit muss ich für die Anreicherung mahlen? Wie sieht es mit unerwünschten Tonanteilen aus? Gibt es störende Begleitmineralien? Wie sind die Spurenelemente im Erz? Positiv (zusätzliches Standbein , z.B. abtrennbare Nickelverbindungen) oder Negativ(Störend im Sinne der Produktqualität, Uran, Arsen)? Das geht in die Wirtschaftlichkeit ein, die den Mindestgehalt vorgibt. Daher sind es eher Hausnummern, die genannt werden können. PPM (mg/kg) sind aber in der Regel für Gold und andere Edelmatelle sinnvoll.
MfG
Frank
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gebe Euch mal ein paar Daten
Al- 41.000
Ca-12.000
Fe- 74.000
Cu- 60
Mg-37.000
Mn- 830
Ti- 4.100
Angaben sind in mg/kg
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Hallo,
gebe Euch mal ein paar Daten
Al- 41000
Ca-12000
Fe- 74000
Cu- 60
Mg-37000
Mn- 830
Ti- 4100
Angaben sind in mg/kg
:o glaub ich nicht. Ein Eisenerz mit 74g pro kg wird kein Mensch abbauen.
Gruß
Berthold
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sorry habe die Punkte vergessen
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Hallo,
Ti-Erz typischerweise 15% TiO2
Fe >50% Fe2O3
Al und Ca reden wir nicht drüber, es gibt fast reinen Bauxit und reines CaCO3 in der Natur.
Wenn da nicht irgendwas >100.000mg/kg ist, da helfen auch keine Punkte.
MfG
Frank
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Hallo,
und bei 0,006% Kupfer (60 ppm) würde ich nicht von Erz sprechen - das wäre ja weniger als durchschnittlich in der Erdkruste ist.
Wo hast Du denn die Zahlen her?
Gruß
Berthold
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Habe Bodenproben in s Labor geschickt.Bin auf der suche nach Cu,Au und Ag.
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Aber danke ,Ihr habt mir sehr weiter geholfen.
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Hallo,
die United States Geological Survey hat zu diesem Thema eine interresante Definition aufgestellt: "Förderfähig ist jener Teil einer identifizierten Ressource, welche die spezifischen physikalischen und chemischen Mindestkriterien für die gegenwärtigen Bergbau- und Produktionspraktiken erfüllt, einschließlich jenen für Gehalt, Qualität, Mächtigkeit und Teufe." damit wird so ziemlich alles erklärt. Die Rentabilität einer Lagerstätte ist im weitern von viel mehr Faktoren abhängig als der Konzentration des wertbringenden Erzes in Prozent. In guten Lagerstätten nimmt die Konzentration der Erze stärker ab als in schwächeren. So erhöhten sich die globalen Kupferreserven zwischen den Jahren 2000 und 2007 zwar von 49,2 auf 59,5 Milliarden Tonnen, aber die Konzentration im Erz sank durchschnittlich von 0,95 auf 0,7 Prozent. Hier seien zwei Beispiele genannt. Die Grube Chuquicamata förderte bis zum Jahr 2005 Erze mit einer Kupferkonzentration von 1,53 %. Heut plant man den Abbau mit einer Konzentration von 0,81 % und das im untertägigen Bergbau! Im Mansfelder Kupferschieferbergbau wurden in den Anfängen nur 40 cm Schiefer abgebaut. (Feine Lette- 2,57% Cu, Grobe Lette- 2,90% Cu, Kammschale- 1,79% Cu und Schiefernkopf- 0,69% Cu) Als sich die Aufbereitungstechnologien und Abbaumethoden änderten wurden zusätzlich die Schwarzen Berge- 0,23% Cu gefördert. Die Erschließung der Kupferschieferlagestätte Spremberg wurde 1980 aus wirtschaftlichen Gründen gestoppt. Heut, 30 Jahre später erscheint diese Lagerstätte als abbauwürdig und momentan wird eine wirtschaftliche und technische Machbarkeitsstudie erstellt. Wenn diese positiv endet, wird in Spremberg in den kommenden Jahren ein Kupferbergwerk entstehen, welches in einer Teufe von 800 bis 1500 m die Kupferschieferförderung betreiben wird. Im übrigen wird die Rentabilitätsgrenze für flözartige Erzlagerstätten üblicherweise nicht auf der Grundlage von Prozent durchgeführt sondern mittels der Schüttung (Tonne/Quadratmeter abgebauter Flözfläche) ermittelt. Außer dem Marktpreis, der Gewinnungstechnologie, der Aufbereitungstechnologie, der Transportlogistik zur Hütte und ökologischen Aspekten spielen die Nebenmetalle eine besonders wichtige Rolle bei den Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen. So ist die KGHM in Polen Europas größter Silberproduzent und im Mansfeldischen Kupferbergbau wurde mehr Silber als "Nebenprodukt" gefördert als in in der gesamten 1000jährigen Förderperiode aller erzgebirgischen Silbergruben zusammen. So gibt es bei den Kupferhütten Zuschläge für beispielsweise Gold und Silber aber auch erhebliche Abschläge nicht nur für Uran und Arsen sondern auch für Blei und Zink! Ein weiteres Kriterium ist das "Ausbringen", d.h. wieviel Metall kann ich von dem im Erz vorhandenen Matall gewinnen. Das hägt im wesentlich von der Art des Erzes (oxydisch, sulfidisch, Schiefer mit einem hohen Kohlenstoffanteil etc.) und der Aubereitungstechnologie (Flotation, Laugung, Röstung et.) ab. Beim Kupferschiefer liegt das Ausbringen bei ca. 80 bis 85% und ist wieder abhängig von Grad der Konzentratherstellung. Je weniger Kupferprozent man im Konzentrat an die Hütte liefern kann, desto höher ist das Ausbringen. Also, wie Ihr seht, kann man eine pauschale Rentabilitätsrechnung so nicht darstellen und bei den bergbaubetreibenden Unternehmen werden Millionen von Euro/ Dollar etc. ausgegeben um eine Erkenntnis über die wirtschaftliche Machbarkeit von Kupfererzlagerstätten zu erlangen.
Glückauf !
Frank
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Na das nenne Ich doch mal hilfreich.Es ist einfach schwer wenn man sich nicht so gut auskennt.
danke dendrocopos
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dendrocopos
Kannst Du mir vielleicht noch Büscher empfehlen?
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Hallo,
Habe Bodenproben in s Labor geschickt.Bin auf der suche nach Cu,Au und Ag.
Kannst Du das mal näher erklären? Schatzsucher?
Was Kupfer betrifft,wurde alles schon gesagt.Eine pauschale Antwort kann man bei Erzen sowieso nicht machen.Da kommen soviele Faktoren dazu.... .Es muß vor Ort abgewogen werden.
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Schatzsuche,ja könnte man so sagen.Ich mache das nicht Professionell.
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Ein moderner Schatzsucher! Diese Bezeichnung finde ich ja nett. Ich habe auch bekannte, die Gold schürfen in ihrer Freizeit, daher finde ich das gar nicht so abwegig. Dann wünsche ich dir in diesem Sinne einfach viel Glück, dass du noch viel finden wirst. das wirklich ein schönes Hobby. Fährst du dafür auch weiter in abgelegenere Gegenden? Oder bleibst du da eher auf bekannten Wegen?
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@mitti, hier was zum Lesen:
Die Welt der Metalle "Kupfer". Geographie, Bergbau, Verhüttung, Handel.
hrsg. von der Metallgesellschaft AG, Frankfurt: 1993
Die MG existriert nicht mehr als solche, der Band dürfte auch antiqaurisch kaum zu bekommen sein, evtl. steht er noch in einer UB, Suche über KVK, Karlsruhe empfehlenswert.
Ferner ein interessantes und lesenswertes Werk, auch noch lieferbar:
Peter Rothe: Schätze der Erde - Die faszinierende Welt der Rohstoffe, Darmstadt: 2010, 208 S. ISBN 978-3-534-22236-0
Der Verfasser beschreibt in seinem Buch alle wichtigen Rohstoffe von der Beschaffenheit über ihre geologische Entstehung bis zur Anreicherung in Lagerstätten, vom Abbau über die Verwendung bis zu ihrer aktuellen Bedeutung. (Umschlagstext)
Glückauf!
Schlacke