Mineralienatlas - Fossilienatlas

Vermischtes / Miscellaneous / Varios => Dies und Das / this and that => Thema gestartet von: endeavour-minerals am 10 Jul 11, 20:00

Titel: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: endeavour-minerals am 10 Jul 11, 20:00
Hallo,
ich möchte meine Frage aus einem anderen thread übernehmen um einen neuen thread zu öffnen.
Wo liegt der Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining??

Uwe hatte an einer anderen Stelle, schon darauf geantwortet
Zitat:
 Der Unterschied zwischen selber sammeln und specimens mining ist echt einfach. Ersteres ist Hobby, zweites Beruf bzw. Sicherung der Lebenshaltungskosten.

Diese Antwort scheint mir doch etwas kurz gefasst. Das würde nämlich bedeuten dass einiges was heute mit specimens mining in Verbindung gebracht wird, in Wahrheit nur „selber sammeln“ ist.

Bin mal auf eure Meinung gespannt.

Gruß Ingo
Titel: Re: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: couchmolch am 10 Jul 11, 20:15
Hallo,

endeavour-minerals

"Das würde nämlich bedeuten dass einiges was heute mit specimens mining in Verbindung gebracht wird, in Wahrheit nur „selber sammeln“ ist."


Was wird denn damit in Verbindung gebracht? Ich finde die Antwort in deinem Thread schon zutreffend.

Was meinst du genau?

Gruß

Couchmolch Peter
Titel: Re: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: uwe am 10 Jul 11, 21:27
"Mining" bedeutet im Englishen Bergbau und Bergbau ist kommerziell.  Selber sammeln kann natürlich auch kommerziell sein, aber ein temporärer Schurf an einer Lagerstätte kann wohl kaum als Bergbau bezeichnet werden. Außerdem werden wohl die wenigsten Menschen, welche in einer specimens mine arbeiten selbst eine Sammlung besitzen.

Ich denke aber, die im thread "Epidot Pakistan" (oder so ähnlich) gestellte Frage war eher so gemeint: Was ist der Unterschied zwischen selber sammeln und die Beschaffung von Stufen, welche im specimens mining gewonnen werden. Hier ist der Unterschied der Inhalt der Brieftasche.

Uwe
Titel: Re: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: cmd.powell am 11 Jul 11, 15:37
Ich denke mal, zunächst muß zweifelsfrei geklärt werden, was wir hier unter dem Begriff "specimens mining" verstehen sollen. Die Übersetzung ist recht einfach und eigentlich auch recht eindeutig. Nach meinem Verständniss (und damit schließe ich mich meinen Vorrednern an) ist "specimens mining" ein mehr oder minder ausgeprägter Bergbau mit dem Ziel, Mineralienstufen für Sammlungen zu gewinnen und diese gewinnbringend zu veräußern. Nimmt man diese Definition zu Grunde, wurde der Unterschied ebenfalls schon von den Vorrednern erläutert: "specimens mining" ist zum Geldverdienen/Lebensunterhalt beschreiten, "selber sammeln" just for fun (man bemerke den gekonnten Anglezismuswechseln im letzten Satz  ;D ).
Titel: Re: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: endeavour-minerals am 11 Jul 11, 20:49
Ok, dann möchte ich es mal mit Fallbeispielen Versuchen. Diese sind aber nur als fiktiv zu verstehen.

1 Beispiel:
Wenn jemand in Sachsen unter Tage geht um schöne Fluorite zu finden und zu bergen, um dann im Anschluss die größere Menge davon wieder zu verkaufen, dann ist das…….

2 Beispiel:
Harjo, schrieb an einer anderen Stelle etwas von seinen Freunden die in England ein „Bergwerk“ auf Fluorit betreiben. Da geht es um die Rogerley Mine, das dürfte ja jeden klar sein. Nun ist die Frage, machen die das nur aus Jucks und Dollerei oder müssen die davon Leben. Ich denke diese Frage kann Harjo sicher besser beantworten, ob Jesse Fisher und Co noch einen „nochmalen“ Job haben.

3 Beispiel:
Wenn jemand in einen bekannten Steinbruch im Harz, eine interessante Vererzung findet und alles mitnimmt, also mehrere Schubkarrenladungen voll, mit dem Ziel den größten Teil davon wieder zu veräußern, dann ist das…………….

4 Beispiel:
Auch ein bekanntes Beispiel ist der Mimetesit Fund aus Baden Weiler. Wie ist dieser dann zu werten?

Ich könnte sicher noch mehrere Fallbeispiele nennen, aber das sollte doch erst einmal reichen um sich ein Bild über die Sache zu machen. Es geht mir jetzt nicht um eine „Moralische“ Wertung, sondern nur darum, festzustellen was davon „spicimens mining“  ist und was davon „selber sammeln“ (Hobby) ist.
Bitte keine Moralische Wertung, das ist nicht Sinn dieses Themas.

Gruß Ingo
Titel: Re: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: guefz am 11 Jul 11, 21:05
Hallo,

unter "specimen mining" verstehe ich den systematischen und regelmäßigen Abbau über einen längeren Zeitraum an einer Fundstelle (über/unter Tage) zwecks Verkauf der Stufen. Dazu passt von deinen Beispielen nur das zweite.

Für die anderen würde ich eine dritte Kategorie aufmachen: "selber sammeln (Händler)". Hier wird offensichtlich kurzfristig an einer Fundstelle gesammelt um anschließend Stufen verkaufen zu können. Die Stufen für die eigene Sammlung treten dabei in den Hintergrund.

Bei der Kategorie "selber sammeln (Hobby)" sammelt man primär für den Eigenbedarf und nimmt auch nicht wesentlich mehr mit als man für die eigene Sammlung braucht. Überzählige Stücke werden dann verschenkt, getauscht oder verkauft. Das Verkaufen tritt hier aber in den Hintergrund.

Wenn jemand genauso viel für die eigene Sammlung sammelt wie für den Verkauf, dann darfst du die Kategorie auswürfeln...

Günter
Titel: Re: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: Krizu am 11 Jul 11, 21:08
Hallo,

my 2 cts:
Zum Mining gehört Sicherung (Wasserhaltung, Gelände, Ansprüche) und Planung bzw. Erkundung...
Erkundung unterscheidet sich nicht vom Sammler, Rest schon eher.

Mfg

Frank
Titel: Re: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: endeavour-minerals am 11 Jul 11, 21:38
Frank, mmmm ich weis nicht recht.
In Brasilien mag es Bergwerke geben bei den es nur um das Mineral geht, meist Turmalin. Achso da ist ja auch noch Columbien, nein mir geht es rein um "normale" Mineralien, nicht Edelsteine oder Edelmetalle.  Ansonsten denke ich nicht das irgendwo eigens ein Bergwerk angelegt wurde um banale Mineralien zu bergen. Meist wurden dafür vorhandene Bergwerke oder Aufschlüsse genutzt. Ich denke das sich ein Wayne A. Thompson, beim Abbau der bekannten Red Cloud Wulfenite, keine Gedanken um Wasserhaltung usw gemacht hat. Letztendlich muß auch dabei mit den sogenannten Kosten Nutzen Faktor gerechnet werden. Und wenn dann schon eine Halbe Million an Kosten auflaufen, dann muss man einiges "finden" um wenigsten die Kosten zu denken. Bis dahin ist es in meinen Augen nur Hobby oder Spaß an der Sache, egal wie umfangreich ein einzelnes Projekt ist.

Ich würde sagen das die Grenzen doch ehr fließend sind.

Gruß Ingo
Titel: Re: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: Jochen1Knochen am 11 Jul 11, 21:40
Hallo!
Das ist nur Weiterentwicklung ;D
Stufe1: Sammeln für die eigene Sammlung-überflüssige Sachen werden nicht mitgenommen,verschenkt,weggeworfen
Stufe2: Sammeln für die eigene Sammlung-überflüssige Sachen werden auf Börsen vekauft
Stufe3: Sammeln für die eigene Sammlung-aufgrund von Erfahrung und Wissen wird gezielter Abbau betrieben,mit dem Ziel Unkosten zu decken
Stufe4: Sammeln für die eigene Sammlung-aufgrund von Erfahrung und Wissen wird gezielter Abbau betrieben,mit dem Ziel von Profit
Stufe5: Handel mit Mineralien-die eigene Sammlung bietet eine Rücklage,wenn schlechte Zeiten kommen sollten
Gruß Jens
Titel: Re: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: Krizu am 11 Jul 11, 21:58
klar,

die Grenzen sind fliessend. Nicht jede Mine braucht sich Gedanken um Wasserhaltung zu machen. Ich habe die Angaben in Klammern als unvollständige Oder-Liste gesehen. Damit war Mining. Mit Specimen sind "Steine" gemeint, die an Sammler gehen. Zu den REd Clouds kann ich nichts sagen, ich kann dir aber sagen, war machen Minen für dusseliges Erz machen :-I)

Mfg

Frank
Titel: Re: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: uwe am 11 Jul 11, 22:34
Hallo Jens,

ab Stufe 3 ist es schon dem specimens mining recht nahe und dabei sollte man sich in Deutschland vom Bergamt oder Grundstücksbesitzer nicht erwischen lassen. Nimm mirs bitte nicht übel, aber ihr wart doch damals sicher schon bei Stufe 4, gelle?

Uwe
Titel: Re: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: cmd.powell am 12 Jul 11, 15:44
Naja, ich würde "specimens mining" schon so sehen, das ein Abbau primär oder gar ausschließlich zur Gewinnung von Mineralstufen genutzt wird. Das die dann zumindestens Kostendeckend veräußert werden müssen, ist fast eine zwingende Folgeerscheinung. Der bekannte Steinbruch im Harz wirft ja auch nur gelegentlich gute Stufen ab und wenn betreffende Person mit den Schubkarren von Funden nicht rein zufällig gute Kontakte hätte, würde der auch nur zufällig mal was gutes finden - so wie ich auch.
So definiere ich persönlich für mich den Unterschied. Somit werden natürlich die wenigsten Gruben zum "specimens mining", aber das trifft auch ganz gut die Realität, oder ? Tsumeb wurde ja auch nicht nur für Mineralstufen betrieben, sondern wegen dem Erz - so wie tausende andere Gruben auch. Nur gelegentlich gab es gute Stufen, die dann allerdings geborgen wurden.
Ich will gar nicht wissen, was noch vor der großen Sammelzeit, in der wir ja leben, alles an "Traumstufen" durch den "Brecher" gegangen ist. Die Silberminerale aus dem Erzgebirge oder Harz gingen doch nahezu zu 100% in die Verhüttung, Stufengewinnung war da schlicht uninterressant. Klar, damals gab es ja auch vergleichsweise wenige Menschen, die sich überhaupt mit Sammeln beschäftigen konnten.
Titel: Re: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: endeavour-minerals am 12 Jul 11, 16:38
@Uwe
verstehe deine Frage nicht???????????

Tsumeb wurde wegen des Kupfers betrieben, alles andere war Beiwerk.
Es kam damals nur etwas aus dem Harz heraus wenn die großen Händler der damaligen Zeit etwas geordert haben, wie z.B. Kranz. Aber in den 70er Jahren wurden noch viele Mineralien dort herausgeholt. So mancher Calcit z.B. aus St. Andreasberg ist aus dieser Zeit.

Gruß Ingo
Titel: Re: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: Collector am 12 Jul 11, 17:10
Hallo

ganz kurz auch mal meinen Senf zum Thema.

"Specimen mining" ist

*1. ganz einfach privat organisierter und finanzierter Bergbau auf Sammlermineralien, welche dann mit dem Ziel der Gewinnerbringung verkauft werden. Nichts anderes also, als was ein Obstbauer, Schafzüchter oder Fischer tut.  "Mining" im allgemeinen ist der kommerzielle Abbau von Erzen, Steinen und Erden, Kohle, Salz, Schwefel etc.

*2. Wenns ganz ehrlich ist und Steuern auf die Umsätze entrichtet werden, ist "specimen mining" ein pures Gewerbe - im westlichen Sinne.
*3. Aber das sind wohl nur die offensichtlichen Spielregeln in Ländern mit entsprechender Gesetzgebung und dementsprechender Kontrolle

Typische specimen mining operations sind die privaten Fluoritgrabungen in England (Fluorit, Jesse Fisher), Dioptas (Namibia),  Turmaline in Kalifornien, Red Cloud Wulfenite (soweit ich weiß, beendet und nur noch auf Sparflamme). Eine der wohl spektakulärsten specimen mining operations war der fast 10 Jahre anhaltende Abbau von Rhodochrosit in der alten, aufgelassenen Home Sweet Home Mine (Bryan Lees, Gene Meieran, Martin Zinn, John Lucking).
In Deutschland hat, soweit ich meinen Gerüchten traue, auch mal ein bekannter deutscher Mineralienhändler versucht,  specimen mining auf Krokoit (Callenberg) zu betreiben, ist jedoch wohl an den Hürden der Bürokratie geschietert.

"Specimen mining" ist auch der in großem Stil betriebene Abbau der Pegmatite in Nord-Pakistan, der Basalte in Maharashtra in Indien, der Pegmatite in Afghanistan und die Förderung von tausenden Vanadiniten in Marokko. Dies sind keine Gewerbe nach unserem Verständnis, sondern (staatlich) unkontrollierter Abbau von Sammlerstufen für den Mineralienmarkt.

"Specimen mining" ist jedoch nicht der Abbau von Edelsteinen, wie die Smaragde in Kolumbien, Tansanite in Tansania, Rubine in Myanmar, Topase und Berylle in Brasilien und  der Edelsteine in Sri Lanka.

Wie schon Markus schrieb, sind die wenigsten erz-steine- oder salzfördernden Gruben auch "specimen mining" - Betriebe. Das eine schließt das andere aus.
mit bestem Gruß
collector



Titel: Re: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: endeavour-minerals am 12 Jul 11, 20:33
Hallo,
und ich dachte bis her, das man die "Steinbrüche" in Indien des Gesteines, also des Baumateriales wegen betreibt.
Also wenn ich mal von Indien absehe, muss ich also "specimens mining" so verstehen, das es sich ausschließlich auf Untertage gewonnene Mineralien handelt. Diese Aktivitäten müssen demnach noch nicht einmal einen Gewinn erzielen, es reicht die Kostendeckung.
Denn das währe ja dann im falle der Rogerley Mine in England der Fall.
Zitat Harjo:
Einige Freunde von mir betreiben ein schlammiges Loch im Norden Englands ;-) , und die jährlichen kosten laufen in die
fünf bis sechsstelligen Zahlen. Die verkaufte Stufen sollen es ermöglichen die Grube zu betreiben, also sind sie nicht gerade billig, denn das eine Jahr ist gut aber das andere Jahr ist die Ernte gering.


Dies ist also der Unterschied.

Gruß Ingo
Titel: Re: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: uwe am 12 Jul 11, 22:00
Hallo Ingo,

die Frage war ja auch an Jens (Jochen1Knochen) gestellt.

Uwe
Titel: Re: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: Jochen1Knochen am 12 Jul 11, 22:41
Uff!
Stufe 3,9! o.k.? ;)
Glück Auf!
Jens
Titel: Re: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: uwe am 13 Jul 11, 08:23
Für mich war das auch damals schon OK. So ist wenigsten etwas auf den Markt gekommen.

Glück Auf
Uwe
Titel: Re: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: Ralf am 13 Jul 11, 09:29
Specimens miing ist schlicht und einfach eine professionell betriebene Grabung nach Mineralstufen.

Der Unterschied zum "selber sammeln" liegt nicht darin, was mit einem Fund geschieht, sondern welcher Aufwand betrieben wird. Zum specimen mining gehört neben der Sicherung der Abbaurechte der Einsatz von professionellem Gerät wie Bagger, Preßluftmaschinen oder gar Sprengmitteln. Fakt ist, dass ein Betrieb zum Abbau von Stufen zunächst einmal mit hohem Unternehmerischem Risiko verbunden ist. Da sind z.T. große Investitionen nötig und Funde resp. deren Qualität nicht mit Sicherheit vorhersagbar.

Ein Zusammenhang mit gewerblicher Tätigkeit ist oft gegeben, Gewinnstreben aber nicht zwingend ausschlaggebend für den Betrieb. Es kann durchaus auch mit wissenschaftlichen Aspekten verknüpft sein, wie z.B. bei der Grube Lengenbach in der Schweiz. 

Durch specimen mining kommen fast immer Sachen ans Tageslicht, die für den normalen Sammler unerreichbar sind. Und von daher auch akzeptabel, wenn tatsächlich reines Geinnstreben vorliegt und vielleicht auch gute Gewinne gemacht werden.

Ein manchmal spürbarer, unterschwellig negativer Touch im Zusammenhang mit specimen minig halte ich für nicht gerechtfertigt.
Titel: Re: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: endeavour-minerals am 13 Jul 11, 17:29
Hi Ralf,
Gerätschaften anzumieten ist heute nicht mehr mit all zu hohen Kosten verbunden. Selbst ich habe mal bei einer Tour mit einen Bekannten, mir von meiner Firma Aggregat, Preßluftschlauch und Preßlufthammer ausgeborgt, also null Problemo. So etwas bekommt man auch als Privatperson hin, selbst ein 60 Tonnen Bagger auf Kette ist heutzutage kein Problem. Solche Sachen kaufen heutzutage nur Unternehmen die auch ordenliche Abschreibungen brauchen. Sprengen ist immer mit Vorsicht zu genießen, da es dafür ja immer eine Behörtliche genemigung Bedarf, selbst im Ausland und ob diese dann erteilt wird nunja.....
Zum Risiko, wenn ich specimens mining betreiben würde, also eine Investition tätigen wollte, dann sicher nicht ins blaue hinein. Ein gewisses Restrisiko besteht aber immer, es ist halt eine Form von Glücksrittertum.
Aber das mit der gewerblichen Tätigkeit und den nicht zwingend erforderlichen Gewinn ist wiederum nicht verständlich, aus rein Kaufmännischer Sicht. Ein Unternehmen ist doch dazu da Gewinne zu machen, dafür trägt es ja auch u.a. das Risiko. Seidenn man braucht eine Unternehmung bei der man Verluste fährt, um Gewinne aus einer anderen Sache Steuerlich gegenrechnen zu können, oder so.

Es scheint mir doch recht schwiering zu sein bei diesem Thema, einen gemeinsamen Ansatzpunkt zu finden, 5 Leute 5 Sichtweisen.
Ich denke jeder hat seine eigene Vorstellung davon, was "selber sammeln" und was specimens mining ist.

Gruß Ingo 
Titel: Re: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: Kluftknacker am 13 Jul 11, 17:46
Ich denke jeder hat seine eigene Vorstellung davon, was "selber sammeln" und was specimens mining ist.

Hallo,
ich denke, hier haben etliche Vorschreiber den Unterschied und die Charakterisierung fast gleichlautend auf den Punkt genau beschrieben. Subjektive Vorstellungen bzw. Interpretationen sind legitim, aber m.E. nicht notwendig.

Kluftknacker
Titel: Re: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: Harjo am 13 Jul 11, 20:40
Der Name "specimen mining" ist entstanden um ein Unterschied zu machen zwischen eine Aktivität zur Förderung von Rohstoffen für die Industrie oder Bau, und eine Aktivität zur Förderung von Sammlerstufen.
Das ist's, nur eine Namensgebung, andere Parameter sind eigentlich nicht gegeben. Zeit, Aufwand, ob untertage oder Steinbruch, Gewinn, Haupteinkommen oder side-job, alles Egal.
Wenn Jemand im großen Stil in eine Grube sammlerstufen abbaut: specimen mining
Wenn Jemand am Wochenende in eine Sächsische Grube in Fluoritstufen abbaut und alles selber für die Sammlung behält: ebenfalls specimen mining
Wenn ein miner in eine Blei-Zink Grube täglich Fluoritstufen mit zu Tage bringt und verkauft: kein specimen mining.

Grüß

Harjo

p.s. Die guys am Rogerley haben alle noch ein anderer Beruf: Jesse ist Geologe, Joan hat eine Biotech company und Cal ist Minerlienhändler (Graeber and Himes)
Es bringt eben nicht genug Gewinn um alle davon leben zu können.
Titel: Re: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: endeavour-minerals am 13 Jul 11, 21:16
Subjektiv würde bedeuten das ich die Antwort schon vorher wusste! Dann hätte ich aber sicher die Frage nicht gestellt.
Und mit Verlaub macht es schon ein Unterschied ob specimens mining durch ein Unternehmen oder privat Person, Gewinn orientiert ist oder nicht, siehe die Diskrepanz bei der Rogerley Mine. Oder ob es ausschließlich sich bzw. fast ausschließlich sich um Untertage "Geschichten" handelt oder nicht, so wie es Collector schreibt. Denn das würde solche Projekte wie den Skorodit "Schurf" in England durch einen bekannten Englischen Mineralien Händler ausschließen (siehe Lapis Okt. 2000).

Mag sein das nur ich die "kleinen" Unterschiede in den Antworten lese und somit zu keinen genauen Ergebnis bzw. Antwort komme.
Mein Favorit bei allen Antworten ist aber das "Stufen Modell" von Jens, es zeigt eigentlich am besten, das es keine klare Antwort darauf gibt bzw. sich um fließende Übergänge handelt. Ein Strahler in den Alpen oder ein Sammler aus Sachsen der Untertage Fluorite herausholt oder die Truppe die in Niederbeerbach Silberbleche heraus holen, all das passt gut in das Modell hinein und ist durchaus auch als specimens mining zu werten (für mich), nur ist es leider nicht so spektakulär. Das ist für mich die Erkenntnis aus meiner Fragestellung.
Und das passt eigendlich auch ganz gut mit Harjos Meinung zusammen.

Danke und Gruß

Ingo
Titel: Re: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: Jochen1Knochen am 13 Jul 11, 21:43
Hallo!
Spektakulär! Das ist doch ganz einfach nur eine Frage der Werbung!Drehe ich einen kleinen Film zum Ganzen,nach Möglichkeit mit viel Schlamm,ein paar schmutzigen Mineralien,den Kopf in der Druse,kopfüber nach unten hängend,Reparatur  der schweren Technik(Probleme beim Abbau)
Meistens nur Momentaufnahmen,aber eben spektakulär ;D
Aber auch ein Erlebnis für den jeweiligen Handelnden.Das ist das Leben und seine Erlebnisse.Wer einen Abbau auf Mineralien betreibt hat Erlebnisse für sein ganzes Leben.Das Glück einen Abbau betreiben zu können,sei es auch zeitlich begrenzt,ist eben eine Erfahrung im Leben,welche einmalig ist.
Übertage oder Untertage dürfte dabei keine Rolle spielen.
Wichtig wäre da eher eine begrenzte Örtlichkeit!
Also ein kleines Bergwerk,einen Schurf oder einen Gang.
Gruß Jens
Titel: Re: Unterschied zwischen „selber sammeln“ und specimens mining
Beitrag von: Harjo am 14 Jul 11, 01:23
Genau so is es Ingo ;-)
Zum Beispiel; wenn wir (Du, Francis, Michel und ich) die Hälfte vom Steinbruch in Landelies pachten würden (na das wäre was!) dann betreiben wir specimen mining (entweder für verkauf oder eigene Sammlung, egal), wenn in die andere Hälfte Stufen gefunden werden ist es kein specimen mining  :) (also die Skorodite von Hemmerdon, auch specimen mining)

Grüß,

Harjo