Mineralienatlas - Fossilienatlas

Gesteine / Rocks / Rocas => Gesteine / Rocks / Rocas => Thema gestartet von: Collector am 27 Jul 11, 15:16

Titel: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Collector am 27 Jul 11, 15:16
Hallo

diesmal gehts um Kugeln.  Für jedes richtig erratene Bild erhält derjenige, der die Lösung weiß, 20 Punkte. Wer 100 Punkte hat, hat gewonnen. Wer nur 80 schafft,  ist super.  Aber auch 60 Punkte sind gut. Zei Bilder sind jedoch so leicht, dass sie mit wenig Mühe enträtselt werden können.

Alle Bilder zeigen Objekte aus Gesteinen oder Mineralien.  Das ganze ist ein bisschen "tricky", denn nur 4 der kugeligen Gebilde sind echte geologische Objekte, 1  Bild zeigt zwar Granitkugeln, aber bestimmt nicht von der Natur gebildet und auf einem Bild ist etwas zu sehen, was basaltisch ist und wesentlich aus Plagioklas, Olivin, Pyroxenen und Magnetit besteht.

Ein paar Tipps
*1. Einige der Kugeln stammen aus dem Miozän
*2. einige Kugeln sind sedimentär entstanden
*3. andere sind aber eindeutig magmatischen Ursprungs
*4. Die jüngsten sind nicht älter als 2000 Jahre.
*5. Die Bilder zeigen Objekte aus Afrika, Amerika, Ozeanien und Europa

Kleiner Hinweis für Kraukl

Lieber Klaus
gib Dir diesmal keine zu große Mühe. Mindestens zwei der Objekte sind garantiert nicht bei google zu finden.

Und nun - Frohes Raten !
Gruß
collector
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Collector am 27 Jul 11, 15:18
die nächsten drei Bilder....................
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Krizu am 27 Jul 11, 15:46
So,

ich rate mal los:
13-5 sind Höhlenperlen
13-4 würde ich für geschicht gedrehte "Sandfossilien" der Grabwespen halten
13-3 Vulkanbombe? Aber da fehlt die Hülle - eher Tuff der Liparischen Inseln?
13-2 lege ich mal nach Australien - wo einige der Kugeln unerklärlicherweise verschwanden
13-1 würde ich für Pov-ray also simuliert halten

MfG

Frank
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Collector am 27 Jul 11, 16:14
Hi Frank

eine Antwort richtig. Bisheriger Gewinnstand: 20 Punkte
Bild 1 ist kein POV-ray, sieht aber fast so aus; ist schlichtweg eine nicht so gute Aufnahme durch eine Autofensterscheibe. ;)

Ich hänge aber, damit Du's glaubst, noch ne Aufnahme dran, die bei besserem Wetter gemacht wurde. Jetzt wirds aber leicht.
Gruß
collector

Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Krizu am 27 Jul 11, 16:20
Ok, dann nehme ich meine 20 Punkte und schäme mich eine Runde für das miese Ergebnis ;-)

Frank
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Jochen1Knochen am 27 Jul 11, 19:52
Hallo!
Ich will mich auch schämen-also versuch ichs mal.
Die ersten sind diese künstlich erschaffenen Kugeln eines unbekannten Indianervolkes.Das sind diese wo nicht älter als 2000 Jahre alt sind aus Mittelamerika.
Das alte schwarz-weiß Foto ist wahrscheinlich eine Verwitterung aus einem Basalt und beinhaltet dieses Plagioklas,Olivin,Pyroxen und Magnetit.
Das letzte werden wohl Höhlenperlen sein.
Das zweite Foto schaut nach Tonmineralien aus-natürliche Abrundung durch die Meeresbrandung
Die Nummer 4 könnte natürlich alles sein.Schaut zum reinbeissen aus! Ferrero? Oder Barytkugeln?
Gruß Jens
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Durchsichtig am 27 Jul 11, 20:37
Da mach ich doch auch mal mit:

13-1 Dürften aus Costa Rica stammen, nach kurzer Recherche Zweck scheinbar nicht genau bekannt, teilweise als Grabstätte genutzt so etwas in der Art: http://www.ticopedia.de/Steinkugeln
bzw. http://www.monografias.com/trabajos910/esferas-piedra/esferas-piedra.shtml
13-2 Moerahi boulders Neuseeland, bzw. ähnliche Entstehung
13-3 Evtl. Verwitterungserscheinung, durch Weglösen der leicht verwitterbaren Minerale ist evtl. die Oberflächenstruktur zu erklären. Eventuell deinen Angaben nach jener mit der basaltischen Zusammensetzung
13-4 Hmm, keine Ahnung evtl. Sandstein-Konkretion, sehr gut gerundet
13-5 Höhlenperlen

Gibt es zu 13-4 auch Größenangaben?

Ach ja, die "Google-Fotos" machen es bei Nummer 1 schon leicht  ;)

Grüße,
Lukas
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Jörg am 28 Jul 11, 09:48
Ups, hätt`ich fast verpennt.

Mein Tipp:
1. Kunstobjekte (Plutonite)
2. Septarien (Sedimentite)
3. Basalt (Gasreich, Vulkanit, schön rund, durch Brandung abgerollt?)
4. Oolithe (Sedimentite)
5. Höhlenperlen (Kalksinter)
Bei 5. schließe ich mich der Meinung meiner Vorgänger an - bitte 20 Punkte abziehen, falls richtig.

Viele Güsse
Jörg
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Collector am 28 Jul 11, 10:38
Na ja, bisher ganz gut ! Hab mir gedacht, dass einige leicht zu erraten sind.
Manche von Euch sind bei einigen "nahe dran", aber nicht ganz richtig. Dafür gibts bisher 10 Punkte anstelle von 20.

Bisheriger Kontostand:
*1. Krizu: 40
*2. Jochen1Knochen: 80
*3. Durchsichtig: 80
*4. Jörg: 50

Da nicht alle Bilder bisher richtig entziffert sind, lass ich das Rätsel noch 1-2 Tage stehen. Und natürlich sage ich auch nicht, welche bisher richtig geraten wurden. >:D

Gruß
collector

Hallo Lukas

Ich mach Dirs leicht: Die Kugeln unter 13-4 können zwischen 5-9 cm groß werden
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Jörg am 28 Jul 11, 13:24
Hmm... knapp daneben ist auch vorbei. Dann gibt`s nur noch eine Möglichkeit:

4. = Baryt in Kugelform
2. = statt Septarie als Kalkkonkretion eine reine Tonkonkretion

So, das war`s, mehr fällt mir nicht ein.

Viele Grüsse
Jörg
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: kraukl am 28 Jul 11, 13:27
Hallo,
ich tippe bei der Nr. 4 mal auf sogenannte
Bergeier aus dem Siederland, Grube Huth...

Habe ich so ähnlich schon mal gesehen...

Gruß und Glückauf
Klaus
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Collector am 28 Jul 11, 13:54
Hallo Klaus

nein, leider keine Bergeier.

Hallo Jörg

an ein langsames rantasten ;) an die Lösungen hatte ich eigentlich nicht gedacht - da wirds schwierig mit der Punktevergabe und irgendwann erreicht dann jeder 100 Punkte.


Gruß
Peter
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Hg am 28 Jul 11, 16:12
Hallo Peter,

hattest Du mir nicht mal so eine Kugel (13-4) vor ein paar Jahren in Oberursel gegeben?
Wenn ich mich richtig erinnere waren die irgendwo aus der marokkanischen Wüste (?). Besonders war an den Kugeln, dass jede diese 2 kleinen Löcher hatten.
Hauptbestandteil dieser Kugeln war Kalk (hat fürchterlich mit HCl geschäumt  >:D) und es blieb nur ein kleiner Teil Sand übrig.

Gruß,
Andreas
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Jörg am 29 Jul 11, 10:14
Zitat
an ein langsames rantasten  an die Lösungen hatte ich eigentlich nicht gedacht

Wie... das hier ist nicht Dr. House?

Viele Grüsse
Jörg
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Durchsichtig am 11 Aug 11, 21:10
Wenns schon keine Antworten gibt, dann zumindest Lösungen?

Grüße
Lukas
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Collector am 12 Aug 11, 17:31
Hallo Lukas und alle anderen

es war keine böse Absicht, mit der Lösung so lange zu warten - ich wollte bei über 800 klicks doch noch mal sehen, obs noch den einen oder anderen gibt, der sich für Kugeln interessiert. War aber nicht. Na ja.  Die Geologen sind im Urlaub.

Hier nun die Lösung:

*Bild 1.    Granodioritkugeln von Costa Rica.
Diese mysteriösen Steinkugeln sind vom Diquis-Delta in Costa Rica; seit den 1930er Jahren wurden hunderte solcher Kugeln dokumentriert.  Man fand bis zu 45 Stpck an einer Stelle. Die Kugeln kommen in Größen von wenigen cm bis über 2 m Durchmesser vor, einige wiegen bis 16 to. Fast alle bestehen aus Granodiorit, einem magmatischen (plutonischen) Gestein; wenige jedoch auch aus Kalkstein. Bis heute nicht explizit bewiesen ist, ob es sich um monolithische, durch Menschenhand geschaffene Skulpturen handelt oder ob die Kugeln vom Bett des Flusses Terraba stammen, welcher sie von ihrem Ursprungsort in den Talamanca-Bergen transportierte, Bis heute hat man keine „unfertigen“ Kugeln gefunden; mögliche Steinbrüche, wo der Granodiorit hätte gebrochen und zu Kugeln verarbeitet werden können, liegen ca. 80 km von den Stellen entfernt, wo man sie gefunden hat.

*Bild 2.   Septarien von Moeraki, Südinsel, Neuseeland
Der Strand von Moeraki sieht aus, als hätten hier Riesen ihre Murmeln verloren. Die riesigen grauen Steinkugeln liegen am Strand verstreut bis ins Meer hinein. Die größten haben einen Durchmesser von über zwei Metern. Sie sind geädert wie Schildkrötenrücken und werden deshalb auch Schildkrötensteine genannt. Manche sind aufgebrochen und zeigen ein gelb-grau zerklüftetes Inneres.
Die riesigen Murmeln wurden nicht vom Meer angespült. Aber das Meer hat einen großen Anteil daran, dass die Steinkugeln hier am Strand vorkommen. Denn sie stecken in dem weichen Gestein, das den Strand wie eine Wand landwärts begrenzt. Das Wasser nagt an der Wand und legt so mit der Zeit die kleinen und großen Kugeln frei. Die größten Kugeln sind mindestens 4 Millionen Jahre alt, denn so lange hat es gedauert, bis aus einem kleinen, nur Zentimeter großen Kern aus organischem Material durch chemische Ausfällungsprozesse solche Riesenmurmeln wurden. Geologen nennen diese Art von Kugeln Mergelkonkretionen oder Septarien, und das Mineral, das die Kugeln aufbaut, besteht aus verschiedenen Kalkspat-Generationen.  Schön erklärt unter:
http://www.geo-aktuell.de/homepage2/Moeraki.html (http://www.geo-aktuell.de/homepage2/Moeraki.html)


Bild 3.   Die Kugel aus dem Weltall - nicht geklärt
Diese Kugel kam zwei Autofahrern an einem Morgen im August 1970 auf einer Bergstraße in den Buffalo-Mountains nahe der Grenze  Tennessee-North Carolina entgegengerollt. Der neugierige Fahrer drehte um und folgte der Kugel, bis diese in einem Graben zum Erliegen kam. Als er die Kugel anfassen wollte, erschrak er, da sie heiß war; doch er konnte sie zusammen mit seinem Bruder in den Kofferraum seines Autos packen. Als sie nach Hause kamen, stellten sie fest, dass die Kugel ein Loch in die Gummimatte des Kofferraums geschmolzen hatte. Sie hievten die Kugel aus dem Auto und deponierten sie, ohne dass weiteres unternommen wurde, fast 5 Jahre lang auf ihre Steinveranda als Zierde.
Nach diesen fünf Jahren gelangte jedoch Kenntnis von dem seltsamen Fund an einen Lehrer; dieser veranlasste eine Untersuchung der Kugel am Technischen Institut von Spruce Pine in North Carolina durch Professor Bruce Philipps, wobei man zu dem Ergebnis kam, dass die Kugel ein Meteorit sei. Weitere Untersuchungen im Geologischen Institut der Universität des Staates North Carolina in Raleigh brachten nichts Neues, als dass die Kugel halt ein Gestein sei. Enttäuscht von diesem Resultat, brachte Prof. Phillips die Kugel zur Mineralogischen Division des Smithsonian Institutes (Museums) in Washington, D.C., wo man zu dem Schluss kam, die Kugel sei eine Konkretion. Auch diese Lösung erschien Phillips als nicht befriedigend; daraufhin ließ er Proben der Kugel auf ihre Bestandteile untersuchen. Das Ergebnis war, dass es sich um einen gewöhnlichen Basalt mit Plagioklas, Olivin, Pyroxen und ggf. Magnetit handelt.
Bis heute - 40 Jahre nach dem Fund - scheint es keine vernünftige Erklärung zu geben. Um was könnte es sich bei dieser Kugel handeln ?
(Originalartikel von John Hanahan, Belmont Abbey College, N.C.; zitierend Prof. Bruce Phillips, Science Dept., Mayland Technical Institute, Spruce Pine, N.C 28777; Rocks and Minerals, Sept. 1976)

Bemerkung an Jens:  Was ich selbst gerne von Dir, lieber Jens, wissen möchte: Wie kamst Du so 100% zielsicher darauf, dass die schwarzweiß abgebildete Kugel abgerollter Basalt in genau derselben Zusammensetzung ist, wie sie oben beschrieben wurde ?  M.E. nach gibts keine abgerollten kugelförmigen Basalte in dieser Größe.  Deine Antwort lässt mich vermuten, dass Du die Originalpublikation kennst, denn im Wenb steht nix darüber. Richtig ?


*4. Barytkugeln
Diese Kugeln sind aus Baryt, besser gesagt Sandbaryte, ähnlich der bekannten Wüsten-/Sandrosen. Wahrscheinlich waren es sogar einmal Baryt-Sandrosen, die im Laufe der Zet - bedingt durch ständige starke Winde - abgerollt wurden und allmählich diese Kugelform annahmen. Sie stammen aus Aouker in der mauretanischen Sahara.

*5. Das sind Höhlenperlen.

Jens, Lukas und Jörg, Ihr kriegt alle 100 Punkte, weil Ihr alle ganz nahe dran wart.  Und Frank und Klaus und Andreas ein paar weniger Punkte, aber - immerhin !.

Gruß
Peter  /
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: trommeln am 12 Aug 11, 18:08
Darf ich noch eine Kugel anfügen, der Vollständigkeit halber?

Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Jörg am 13 Aug 11, 09:37
@ Trommeln
Hallo Jac.,
ist ein Strudeltopf. Tippe auf den Gletschergarten in Luzern  >:D

@Collector
Hallo Peter,
einen schönen Dank für Dein Rätsel und Deine Mühen. Hat Spass gemacht wie immer.

Viele Grüsse
Jörg
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: trommeln am 13 Aug 11, 10:10
Genau.. eine Gletschermühle und richtig, die in Luzern.
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Durchsichtig am 13 Aug 11, 20:45
Herzlichen Dank.

Zu Bild 3: meine kurze Recherche bei Google (Keywords: Kugel, Basalt) brachte mich auf den Basaltpark Bad Marienberg wo Kugelbasalte anzutreffen sind.
Hier ein Link dazu: http://www.ich-geh-wandern.de/basaltpark-bad-marienberg (http://www.ich-geh-wandern.de/basaltpark-bad-marienberg) bzw. http://de.wikipedia.org/wiki/Basaltpark_(Bad_Marienberg) (http://de.wikipedia.org/wiki/Basaltpark_(Bad_Marienberg))
Text auf dem Bild:
Zitat
Kugelbasalt
Die kugelige Absonderung des Basaltes ist nicht häufig zu beobachten. Es handelt sich um eine Verwitterungsform des Vulkangesteins, die innerhalb des Bodens entsteht. Bevorzugt entsteht dies unter tropischen oder subtropischen Bedingungen. Die Kugeln kommen meist an den Rändern der Basaltdecken vor...."

So bin ich zumindest darauf gekommen.


Grüße
Lukas
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: triassammler am 13 Aug 11, 22:23
Hallo Peter,

Rätselobjekt 3 hattest Du vor über einem Jahr schon mal hier präsentiert: http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,24314.msg192227.html#msg192227

 ;)

Gruß,
Rainer
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Collector am 13 Aug 11, 22:44
Hallo RAiner

das ist ja richtig, aber ich habe,  seitdem ich die Frage schon mal platziert hatte, keine zufriedenstellende Antwort erhalten.

Wenn ich Rätsel einstelle, denk ich mir schon was dabei.
Hier gehts ja auch um echte Rätsel  und das Objekt -3- ist bisher ein ungelöstes Rätsel. Daher meine Frage: Was könnte das sein ?? Was sagen denn die Geologen dazu ?

Im übrigen sind auch die Kugeln unter Nr. -1- nicht hinreichend bekannt; man weiß zwar, was es ist, aber nicht, wie sie entstanden sind und wer oder was sie an die Orte gebracht hat, wo man sie fand.

Kleiner Hinweis: Auch das Rätsel -14- ist nach wie vor ein geologisches Rätsel - keines, was von mir für den Atlas erfunden wurde.
In diesem Sinne
Gruß
collector
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Jochen1Knochen am 14 Aug 11, 20:42
Hallo Peter!
Ich habe mir irgendwann in den neunziger Jahren über die Basaltkugel den Kopf zerbrochen,hatte aber zuwenig Infos.Das das Teil bereits 1970 gefunden wurde überrascht mich jetzt.
Die Originalpublikation kenne ich nicht.
Gruß Jens
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: trommeln am 14 Aug 11, 20:50
In der Türkei sind uns auch solche Basaltkugeln vorgestellt worden:
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: trommeln am 14 Aug 11, 20:55
und
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: trommeln am 14 Aug 11, 20:55
und
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: jkstar am 15 Aug 11, 13:17
..Basaltkugeln gibt es auch bei uns in Hessen, hier ein kleiner Ausschnitt aus der Wand..

Gruß
Julian
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Jörg am 15 Aug 11, 19:58
Hallo,

das letzte Foto von Julian bringt mich auf eine Idee: Kann es nicht sein, dass die Basaltkugeln generell ehemalige "Einsprenglinge" sind (in dem aufsteigenden neuen Magma rund geschmolzen), später dann im Laufe der Zeit der sie umgebene weichere Basalt erodiert ist, und sie dadurch heute frei liegen?
Ich kann mich nicht damit anfreunden, dass sie unter anderen Bedingungen "einfach so" genau in dieser Rundform erodiert sein sollen.

Gruß Jörg

 
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: trommeln am 15 Aug 11, 20:01
Uns hat man auch erzählt, dass die Rundform durch Absplitterung entstanden ist, aber ich hatte beim Betrachten des Fotos genau die gleiche Idee. Würde doch passen zu einem Vulkanausbruch.
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Krizu am 15 Aug 11, 20:58
Hallo,

ich bin zwar nicht der Spezi, aber alte Kissenlava kann ähnlich ausssehen (La Palma, Barranco de las Angustias). Grüne "Kissen" in allerdings schwächerer MAtrix.

Das Andere sieht imho wie eine Wollsackverwitterung aus.

ABER: Ich bin Geologisch eine Niete!

Frank
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: jkstar am 15 Aug 11, 21:04
..das ist, was man bislang so über die Entstehung spekuliert hat: 

Da die Kugeln in den Basaltbrei eingebettet sind, müssen sie als Kugeln hineingefallen oder -gerollt sein. Entweder seien sie auf der Lava wie ein Schneeball den Abhang des Berges hinab gerollt oder sie hätten als sogenannte Lavabomben beim Flug durch die Luft die Kugelform angenommen.

und (die Meinung eines Geologen):

Die runde Form ist durch Verwitterung entstanden, die immer an den Kanten angreift. Denn der Basalt sei keineswegs homogen. Bereits bei der Abkühlung bildeten sich erste Risse, durch die später Wasser eindringe. Bei genauer Betrachtung sind in der Steinbruchwand die verschiedenen Zwischenstufen der Verwitterung bis zur Entstehung der Kugeln zu erkennen.

Er deutet die ungewöhnliche Struktur als Verwitterungserscheinung innerhalb eines Lavastroms. Ein Zeichen dafür sei, dass die Kugeln mit wachsendem Abstand vom Waldboden weniger würden und der Basalt stattdessen eine homogenere Struktur zeige.
Diese Verwitterung entstehe im Verlauf mehrerer tausend Jahre. "Die Verwitterung wird immer eine runde Form annehmen", erläuterte er, weil sie so den Umwelteinflüssen am wenigsten Angriffsfläche biete. "Das Leben geht weiter, auch für Basaltkugeln", scherzte er, dass die Kugeln in geologisch kurzen Zeiträumen verschwinden und wahrscheinlich durch neu entstehende ersetzt würden.


Ich persönlich finde die Erklärung von Jörg sehr plausibel, auch die der Basaltbomben, mit der Verwitterung von Basalt kenne ich  mich nicht so gut aus, aber dann müsste das Phänomen ja öfter zu beobachten sein.


Viele Grüße
Julian



Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Krizu am 15 Aug 11, 21:23
..das ist, was man bislang so über die Entstehung spekuliert hat: 

Da die Kugeln in den Basaltbrei eingebettet sind, müssen sie als Kugeln hineingefallen oder -gerollt sein. Entweder seien sie auf der Lava wie ein Schneeball den Abhang des Berges hinab gerollt oder sie hätten als sogenannte Lavabomben beim Flug durch die Luft die Kugelform angenommen.


Hallo,

in der Luft nehmen die keine Kugelform an, sondern Tropfenform. Habe eine im GArten liegen (Türstopper :-) ) und eine von Fuerteventura.
Zum Thema in den Basalt gefallen: Basalt kristallisiert doch langsam, oder? Also Schlote, dicke Schichten usw. Vulkanbomben hinterlassen einen schönen Krater in den meisten Stoffen bzw. eine gestörte Schicht. Das ist schön am Rockeskyller Kopf zu sehen. Ideale Kugeln in selten. Dann tippe ich eher auf Xenolithe, Auflösungskörper sind auch rund.

MfG

Frank
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: jkstar am 15 Aug 11, 21:39
Hallo Frank,

bei den Xenolithen kann ich Dir nicht widersprechen (Wikipedia: Bei der Ansammlung von Magma in der Erdkruste oder im Erdmantel sowie beim Aufstieg an die Erdoberfläche können Teile des Umgebungsgesteins ein- bzw. abbrechen und von der Schmelze aufgenommen werden. Aufgrund der hohen Temperatur eines Magmas erleiden diese Bruchstücke (Xenolithe) kontaktmetamorphe Überprägung oder Aufschmelzung. Daher weisen Xenolithe mit langer Verweildauer im Magma oft gerundete Kanten oder Kugelform auf. Die Größe von Xenolithen kann einige Millimeter bis Zehnermeter betragen) allerdings habe ich auch schon viele fast kugelrunde "Basaltbomben" gesehen, ich denke die Form differiert da, wie schnell sie ausgestoßen wurden, bzw. wie lange sie in der Luft unterwegs waren. Richtig runde Kugeln waren wahrscheinlich lange in der Luft unterwegs..?! Ich denke aber, dass die Basaltbrocken in der Schmelze die runde Form angenommen haben, heißt das, dass die Kugeln direkt in einem Schlot (Krater) entstanden sein müssen ?

Viele Grüße
Julian
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Krizu am 15 Aug 11, 21:48
Hi,

was aber alle Bomben meines Wissens haben, ist eine nahezu blasenfrei OBerfläche und blasiges Inneres - Damit schwimmen die auf ;-)

Mit der Form hast du wohl recht, da scheint es von der Chemie und der Flugbahn anzuhängen.

ABER: Wenn jetzt eine Kugel in die flüssige Lava fällt, die so heiss ist, dass die "Rinde" der Lava wieder auflöst, sollte sich dann nicht die Kugel auch auflösen? Die Blasen hatten ja Zeit aufzusteigen. Dann sollte sich ein "Schwamm" aus dem gleichen MAterial der nur Oberflächlich abgekühlt ist sich doch auflösen, da es die gleiche Chemie hat.
Wir reden hier über Zeiten im Jahrebereich...

MfG

Frank
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: trommeln am 15 Aug 11, 22:13
Genau das war das Wort: Wollsackverwitterung
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Jörg am 16 Aug 11, 09:50
Hallo,

Wollsackverwitterungen können zwar rundliche Formen annehnen, betreffen jedoch (soweit ich weiß), nur saure Gesteine (Granite, Gneise und quarzhaltige Gesteine) mit immer deutlich gröberen Strukturen als die des feinkörnigen Balsalt.

Kissenlava sieht zwar ähnlich aus, ebenfalls abgerundet, ist jedoch nie kugelrund ausgebildet, sondern immer etwas "langgezogen", wobei eine Annäherung an eine Kugel durch spätere Metamorphose in Frage kommen kann.

Ich möchte der Meinung eines studierten Geologen nicht wiedersprechen, wenn dieser behauptet, dass Kugelformen durch Verwitterung entstehen können (kleinstmögliche Angriffsfläche); muss aber zugeben, das ich dem nicht folgen kann. Wenn ich eine Eisenstange in den Garten lege, korrodiert die doch auch von allen Seiten gleichmäßig. Um der Verwitterung eine kleistmögliche Angriffsfläche zu bieten, würde ich eine gewisse Intelligenz voraussetzen, die auf evolutionäre Erfahrung beruht, doch dieses - mit aller Höflichkeit - bei einem Gestein? Limonitsandsteine z. B. korrodieren auch erheblich, behalten dabei jedoch ihre ursprüngliche Form. Kugelformen durch Materialaufbau, da kann ich gut nachvollziehen, dass nahezu perfekte Kugeln entstehen; aber durch Abbau ohne mechanische Einwirkung?
Kann gut sein, dass ich daneben liege, aber von der Logik her...

Gruß Jörg
Titel: Re: Geologisches Rätsel Nr.: -13-
Beitrag von: Collector am 16 Aug 11, 10:21
Hallo

Wollsackverwitterungen haben absolut nichts mit Kugelbildungen der o.a. Art zu tun.  Wollsackverwitterungen treten überwiegend an sauren Gesteinen sowie an Sandstein auf und sind treffender mit "Kantenabrundungen" zu beschreiben. Der genaue Prozess ist sehr detailliert im hiesigen geologischen Portrait "Verwitterung und Erosion" beschrieben.

Keines der oben abgebildeten Basaltgebilde ist eine Kugel; Kugeln aus Basalt sind, soweit ich das nachvollziehen kann, nicht bekannt. Es gibt auch keine durch Verwitterungsprozesse entstandenen Basaltkugeln.
Selbstverständlich gibt es Lapilli und tw. sehr große Vulkanbomben, welche fast kugelförmig erscheinen; diese sind jedoch keine Basalte i.e.S.,  sondern Pyroklastite,  welche als Magma aus dem Vulkanschlot ausgeschleudert wurden und während des Fluges abkühlten. Genauer gesehen, sind diese Lapilli jedoch meist elliptisch oder tropfenförmig, so wie bereits erwähnt.

Gruß
collector