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Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: geomueller am 09 Aug 11, 22:34

Titel: Interessante Stufe aus Ronneburg
Beitrag von: geomueller am 09 Aug 11, 22:34
Hallo alle,
ich habe hier eine auf den ersten Blick eher unscheinbare aber interessante Calcitstufe aus Ronneburg mit nicht alltäglichen Bildungen. Meiner Meinung nach handelt es sich um Calcitkristalle in denen es bei verzögertem oder unterbrochenem Kristallwachstum Ablagerungen von Markasit auf den Kristallflächen kam, die bei weiterem Calcitkristallwachstum eingeschlossen wurden. Dies ist für Ronneburger Calcite nichts ungewöhnliches.

Nun kam es aber wahrscheinlich in Folge einer Pseudomorphose zur Umwandlung des Markasites in Limonit, dabei vollzog sich eine Volumenvergrößerung des Limonites gegenüber dem Markasit. Dabei platzten die Calcitkristalle regelrecht auf um dem Limonit Platz zu machen. Auf manchen aufgeplatzten Kristallen bilden sich sogar regelrechte "Limonittropfen".

Soweit meine Theorie zu diesen Bildungen, was meint ihr dazu?? Ich jedenfalls habe so etwas bisher noch nicht gesehen.

Zur Veranschaulichung ein Bild von der Gesamtstufe und zwei Detailaufnahmen.

Bin gespannt auf eure Meinungen.

Gruß Jürgen
Titel: Re: Interessante Stufe aus Ronneburg
Beitrag von: geomueller am 09 Aug 11, 22:36
hier aufgeplatze Calcitkristalle.
Titel: Re: Interessante Stufe aus Ronneburg
Beitrag von: geomueller am 09 Aug 11, 22:37
und hier noch die "Tropfen"
Titel: Re: Interessante Stufe aus Ronneburg
Beitrag von: Erzsucher am 10 Aug 11, 11:39
Hallo,

interessante Theorie. Ich frage mich allerdings welche Auswirkungen die bei der Verwitterung des Markasits entstandene Säure(n) auf die Calcite hätte haben müssen (Lösungserscheinungen, Gipsneubildung?).

Beste Grüße
Erzsucher
Titel: Re: Interessante Stufe aus Ronneburg
Beitrag von: Krizu am 10 Aug 11, 13:43
Hallo,

meine Meinung als unerfahrener Sammler was das Erzgebierge angeht, aber:
Die Pyrite Markasite hier vergammeln zu relativ feinem, unstrukturiertem Rost in Braun, nicht zu so schönen Gebilden.
Dabei ändert sich wie gesagt gerne die Chemie in de rumgebung und der Calcit müsste matt werden.

Vorschlag:
Die Tropfen sind nicht Limonit aus der Pyrit-Zersetzung sondern was anderes - was wissen die Erzgebirgssammler besser.

MfG

Frank
Titel: Re: Interessante Stufe aus Ronneburg
Beitrag von: geomueller am 10 Aug 11, 14:05
Hallo,
also Gipsneubildungen sind auf der Stufe nicht vorhanden, die Oberflächen der "aufgeplatzen" Calcite sind limonitisch braun verfärbt, rau bzw. matt mit deutlichen Anlösungserscheinungen. Nur so zur weiteren Info, auf der Rückseite der Stufe befinden sich noch Hämatit xx, Chalkopyrit xx, Markasit xx und Baryt xx.

Gruß Jürgen
Titel: Re: Interessante Stufe aus Ronneburg
Beitrag von: zinnwald am 10 Aug 11, 15:40
Hallo Jürgen,

könnte es sein, das eine beginnende oder beendete  Pseudomorphose  vorliegt ?

Gruß

Bodo
Titel: Re: Interessante Stufe aus Ronneburg
Beitrag von: raritätenjäger am 10 Aug 11, 19:38
Hallo,

mein Tip wäre auch limonitisierter Markasit als "Unterlage" und darauf kristallisierter Calcit, wobei der auch durch mechanische Einwirkung abplatzen kann.

Gruß
Andreas
Titel: Re: Interessante Stufe aus Ronneburg
Beitrag von: geomueller am 10 Aug 11, 20:48
Hallo Bodo,
eine Pseudomorphose liegt mit Sicherheit vor, wie ich auch schon anfangs schrieb.

Hallo Andreas,
deinen Tip, "limonitisierter Markasit als "Unterlage" und darauf kristallisierter Calcit, wobei der auch durch mechanische Einwirkung abplatzen kann" möchte ich ausschließen, die Calcitkristalle waren ursprünglich heil (einige sind es ja auch noch) und sind erst durch die Volumenvergrößerung des Limonits regelrecht aufgeplatz, also auch keine mechanische Einwirkung von außen.

Gruß Jürgen, der sich über weitere Meinungen freut.
Titel: Re: Interessante Stufe aus Ronneburg
Beitrag von: Steinmetz am 11 Aug 11, 19:47
Hallo Jürgen,

es ist sicherlich nicht leicht diese Sache nach einem Foto zu klären.

Meine Theorie ......
Hier liegt eine Pseudomorphose von Limonit nach Calcit** vor (die Form des Limonites deutet eigentlich darauf hin), wobei die Calcit Kristalle vorher schon von Limonit überzogen waren. Deshalb auch der schalige Limonit Aufbau. Diese Pseudomorphosen wurden später durch eine weitere Calcit Abfolge ganz oder zum Teil überzogen. Durch die Veränderung des Limonites kann es natürlich auch zu solchen mechanischen Auswirkungen kommen, das Teile der zweiten Calcit Generation regelrecht ab platzen.

...... aber wie schon Anfangs gesagt; es ist nur so eine Vermutung  ;).

Besten Gruß vom Steinmetz.