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Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición => Schlacken, Gläser, Verhüttungsprodukte / slags, glasses, smelting products => Bestimmungsanfragen zu Schlacken/Gläsern/Kunstprodukten => Thema gestartet von: Detektor am 10 Sep 11, 12:16
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Moin liebe Leute,
Ich war gestern einmal wieder mit meinem Metalldetektor unterwegs, normalerweise auf der Suche nach Metallgegenständen. Gestern habe ich allerdings einen "Brocken" gefunden, auf den der Metalldetektor auch angeschlagen hat. Naja, jetzt ist meine Neugierde natürlich geweckt und ich möchte wissen, was es für ein Brocken ist. Ich habe schon die Suchmaschinen auf und ab gewälzt und auch hier in diesem Forum gesucht, bin allerdings noch nicht fündig geworden (vielleicht hab ich auch einfach nach dem Falschen gesucht ;D ).
Vielleicht kann mir also Euer fundiertes Fachwissen weiterhelfen, anbei habe ich ein paar Fotos angefügt.
Zu dem Brocken: Obgleich er sehr porös ist, ist er trotzdem sehr hart und robust. Der Brocken ist nicht magnetisch und sehr leicht. Er ist ungefähr so schwer wie zusammengeknüllte Alufolie gleicher größe. Ich wohne in Norddeutschland und der Brocken stammt aus der Nähe von Lübeck.
Könnt ihr mir weiterhelfen?
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Hi,
könntnen Reste des ehemaligen Lübecker Hochofenwerkes an der Trave sein, nichts Überwältigendes. Zuerst wurden Kupfererze dann Eisenerze verhüttet.
Glückauf!
Schlacke
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Schlacke ja, aber was mich wundert ist die scheinbare Holzkohle. Also Rennofenrest? Obei Schalcke einfach wahrscheinlicher ist...
Mfg
Frank
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Hallo
Genau die gleichen Brocken hab ich auch zu Hause ,die stammen aber aus dem Vogtland (Pechtelsgrün).
Da findet Mann auf den Feldern oft solche Dinger,weiß aber auch nicht genau was das ist.
Habe da auch schon mal geforscht ,ich bin der Meinung das es sich um Vulkangestein handelt.
Grüße seisteff
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Klingt ja schonmal interessant.
Mir fällt da noch was ein: Der Fundort ist ein besagtes Gebiet, wo die Dänen damals ein Lager hatten und von wo aus sie auch Schlachten geführt haben. Ich habe auch einige hundert Meter entfernt schon vor einiger Zeit Musketenkugeln gefunden. Wenn die Dänen dort gelagert haben, haben sie dann vielleicht auch Rennöfen dort gehabt?
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Ich meine natürlich Gesteinsglas,nicht falsch verstehen!
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Hallo,
würde auch, wie Schlacke sagen, dass es Schlacke ist.
Wenn es Vulkanisch seien sollte, müsste es vom Gewicht her Bimsstein sein. Sieht aber nicht wirklich so aus.
Verglaste Lava, sieht wie der Name schon sagt wie Glas aus.
Es kommt mir nur komisch vor das noch so viel Metall in der Schlacke enthalten ist, dass der Detektor drauf anschlägt. Haben die wirklich so viel Ausschuss produziert oder ist der Detektor so empfindlich?
Schöne Grüße Hammerfaust
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Viel Spekulation!
Metallwerke Lübeck AG:
Fünfzig Jahre Metallhüttenarbeit an der Trave (1905-1955)., Lübeck: 1955, 22 S. Text u. 40 Tafeln
(antiquarisch für @ 10,-)
GA!
Schlacke
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Glück Auf
Hier ist mal ein Bild von meinem Exemplar aus dem Vogtland (Pechtelsgrün).
Schlacke aus den Hochofen würde ich ausschließen.
Das Teil wiegt nur 11g.
Größe: 3,5x3x2,5
Wer kann dazu noch was sagen?
Grüße seisteff
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Hallo,
Schlacke ja, Rennofenschlacke nein denn die sieht ganz anderst aus und ist zudem noch "ziemlich" schwer, da sie in der Regel noch einen hohen Eisengehalt hat. Ich stimme Schlacke (Elmar) zu.
Gruß
Gerdchen
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Hallo,
imho nicht unbedingt (der erste Brocken). Siehe: (https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1168579171.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1168579171.jpg)
Klar, die "rinnende" Schlacke sieht anders aus, aber die Reste im Ofen.
MFg
Frank
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Hallo Frank,
was auf dem Bild zu sehen ist, ist eine Luppe, sicherlich aus einem modernen Rennofenversuch. Da darin viel Eisen enthalten ist, ist sie ziemlich schwer.
Auch unterhalb der entstehenden Luppe im Rennofen entsteht eine typische Laufschlacke.
Auf den Schlackehalden die ich kenne und die sicher von Rennöfen stammen findet sich eine Schlacke wie sie von Detektor gezeigt wird nicht.
Gerdchen
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Hallo,
hast recht - habe ich verdrängt: "Sehr leicht". Du hast recht, da ist ein "moderner" Brocken, aber nicht direkt die Luppe, imho war der höher im Ofen.
MfG
Frank
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Hallo,
ist vermutlich der Übergang vom Erz zur Schmelze oberhalb der entstehenden Luppe. Im oberen Bereich sind noch Erzerste zu sehen.
Gruß
Gerdchen
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Falls der alte Thread noch mal gelesen wird:
Wohl weder Schlacke noch Vulkangestein, sondern schlicht und einfach Koks
-extrem leicht
- porös
- leitfähig (Metalldetektor)
- nicht magnetisch
- überall verbreitet (Hauptenergieträger über lange Zeit)