Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: jürgen lange am 14 Sep 11, 21:04
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Hallo Leute, ich habe aus der Region Tessin - Robiei - Weisser See grüne XX, Lupen-Bild zeigt Dreiecksflächen jedoch o h n e Prismen, wie man sie vom Epidot her kennt. Matrix ist wie bei den Epidoten auch ein heller Gneis mit dunklem Glimmer.
Leider kann ich Euch nicht mit einem Photo beglücken. Da in der Region auch viel Epidot vorkommt, würde ich eigentlich auf Epidot tippen.
Wo soll ich mal sinnvoll weitersuchen? Hat man so etwas schon einmal gesehen?
Glück Auf Jürgen
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Hallo Jürgen,
Epidot muss nicht immer in monokliner Kristallform auftreten. Von Geschieben her kenne ich auch Epidote, welche durch hydrothermale Umwandlung als Metasomit entstanden sind. Als Gangfüllung von tektonisch zerbrochenen Graniten, z. B. Unakit.
Glück Auf!
Jörg
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Hallo Jürgen
schau Dir doch mal die große Diskussion zu "eigenartigen" Epidoten hier im Forum an; da dürften Antworten auf Deine Frage zu finden sein.
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,27593.msg213896.html#msg213896 (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,27593.msg213896.html#msg213896)
Griß
collector
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Epidot muss nicht immer in monokliner Kristallform auftreten.
Epidot ist monoklin, daher muß er auch immer in monokliner Kristallform auftreten. Allerdings stellen alle anderen Kristallformen (außer triklin) Grenzformen der monoklinen Form dar und daher können monokline Kristalle durchaus höhere Symnetrie vortäuschen, besonders wenn der monokline Winkel sehr nahe 90° liegt.
Zum allgemeinen Verständniss: Im triklinen System sind alle drei Raumachsen (a, b, c) ungleich und die Winkel zwischen ihnen (alpha, beta, gamma) ungleich 90°. Streng genommen ist auch z.B. das kubische System "triklin", nur sind dort rein zufällig a = b = c und alpha = beta = gamma = 90°, also ein Grenzfall. Ähnlich könnte man das monokline System betrachten. Man findet recht häufig monokline Kristalle, die eine scheinbar höhere Symnetrie haben. Bestes Beispiel die Glimmer, die auf den ersten Blick hexagonal erscheinen. Der Epidot kann einen daher ebenso narren.
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Hallo
Epidot ist monoklin, daher muß er auch immer in monokliner Kristallform auftreten. usw.
Auf den Punkt gebracht !
Vielleicht fehlt noch jemandem einer der Epidote als vermeintliches Oktaeder aus Pakistan, Prov. Belutschistan,
die die bereits erwähnte Diskussion im Forum und auch bei mindat (http://www.mindat.org/forum.php?read,11,225497,225538#msg-225538) ausgelöst hatten. :D
Ein eBay-Anbieter (http://www.ebay.de/sch/open-adit/m.html?_nkw=epidote+balochistan&_sacat=0&_odkw=&_osacat=0&_trksid=p3911.c0.m270.l1313) hat noch ein paar. Nicht ganz billig, aber sehenswert !!
Gruß
Norbert
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Liebe Leute, danke für Eure Diskussion und Hinweise. Ich werde das Thema mal in den Lehrbücher der Kristallographie nachlesen.
Gruß und Glück Auf Jürgen