Mineralienatlas - Fossilienatlas
Vermischtes / Miscellaneous / Varios => Bestimmungen allg. => Thema gestartet von: kamol am 17 Sep 11, 17:56
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Hallo und guten Tag,
ich bin eigentlich keine Steinsammlerin, aber es kommt - wie wohl bei vielen - vor, dass ich im Urlaub einen auffälligen Stein als Andenken mit nach Hause nehme und ich hab hier zwei, bei denen ich neugierig bin, um was es sich handeln könnte, bzw. aus was für Material sie genau bestehen. Ich hoffe, die folgenden Bilder sind von der Qualität her ausreichend und man kann mir hier vielleicht weiterhelfen:
1. Stein
Leider bin ich nicht mehr sicher, wo ich diesen gefunden habe, es ist schon ein paar Jahre her. Möglicherweise an der Nordsee (St. Peter Ording, Spiekeroog oder Sylt), kann mich aber gut täuschen. Er ist nahezu kugelrund mit einer kleinen kreisrunden Einbuchtung, sodass die Gesamtform an eine Mirabelle oder eine ähnliche Frucht erinnert. Die Oberfläche wirkt für mich als kompletten Laien nicht abgeschliffen sondern eher, als wäre das Material unter Druck zusammengepresst worden. Es fühlt sich glatt und recht hart an.
2. Stein
Hier kann ich mehr sagen: Der Stein stammt vom Nordstrand der Helgoländer Düne und ist mir aufgefallen, weil seine Form zwischen den vielen anderen rundgeschliffenen Kalk- und Kreidesteinen und den eher spitzen aufgesprungen Feuersteinen ungewöhnlich kantig und etwas bizarr wirkte. Die dunkelgraue Oberfläche funkelt an einigen Stellen wie schwarzes Glas, an anderen stellen beinahe bläulich, sodass sie auf den ersten Blick ein bisschen wie ölverschmiert wirkt. In den kleinen Vertiefungen sind rostrote Ablagerungen, von denen ich glaube, dass sie magnetisch sind (habe hier leider aber nur einen schwachen, schlechten Magneten zur Hand). Der Stein ist sehr hart und für seine Größe verhältnismäßig schwer.
Ich hoffe, die Bilder sind von der Datenmenge nicht zu groß - ich dachte, es könnte hilfreich sein, möglichst viele Details zu sehen.
Edit: Habe die ursprünglichen Dateien nun runtergerechnet und als kleinere Versionen angehängt.
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Glück Auf
Ich bin kein Fachmann , aber rein von den Bildern her (Stein 2) hat dieses? große ahnlichkeit mit Wolframit.
Sieht Wolframit sehr änlich !
Grüße seisteff
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Hallo Seisteff!
Sieht für mich irgendwie nach kristallinen Hämatit aus der äußerlich durch Wassertransport etwas gerundet ist, auch wenn die Gesamtform dafür etwas seltsam aussieht. Meißt sind die Teile ehr flach, wie eben auch die Gänge davon.
Was meinen die Anderen?
Gruß Tim
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Ich bin mal gespannt was da rauskommt!
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Hallo,
das erste Bild könnte ein Gewicht ? (Fischernetz?) zeigen - also etwas Künstliches.
Das zweite Bild halte ich auch für Hämatit (Eisenerz) aus einer Schiffsladung und dann vom Wasser abgeschliffen (?)
Bitte die Bilder direkt in das Forum hochladen. Nicht fremd verlinken. Danke!
Gruß Conny
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Hallo!
Ich werf da mal noch bei dem schwarzen Stein ein Stück Anthrazitkohle in die Waagschale.
Gruß Jens
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Glück auf
Kohle ist doch aber nicht schwer!!!
Grüße seisteff
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Vielen Dank schon jetzt an alle für die Einschätzungen. Es scheint ja nicht so eindeutig ersichtlich zu sein, wie ich gehofft hatte. Kann ich noch irgendwas nachreichen, dass die Bestimmung erleichtern würde?
Bitte die Bilder direkt in das Forum hochladen. Nicht fremd verlinken. Danke!
Danke für den Hinweis. Ich habe gerade versucht, die Bilder im Startposting als Anhang zu integrieren, mehr als eins wollte die Software aber nicht akzeptieren, sie sind dann wohl zu gross. Derzeit sind sie bei einem kostenlosen Imagesharer verlinkt ( imgur.com ), aber ich rechne ich sie gleich am besten noch mal kleiner.
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Was auch noch für Hämatit sprechen würde: Unterm Mikroskop oder auch mit der Lupe schimmert er an frischen Flächen auch oft etwas rot-violet. An größeren frischen Flächen aber blau-grau.
Gruß Tim
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Hallo Seisteff!
Anthrazit ist ja auch keine normale Kohle ;D
Gruß Jens
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Wie gesagt, ich bin kein Profi!
Grüße seisteff
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Versuch es doch mal anzuzünden ;D
Gruß Tim
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Na, ich hab es tatsächlich mal getestet: zum brennen konnte ich das Material nicht bringen. :)
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Ich habe übrigens leider keine Lupe oder gar ein Mikroskop zur Hand, insgesamt scheint mir die Farbe aber eher in ein kühles Blau zu gehen, wenn es irgendwo funkelt (wenn man abgesehen vom Dunkelgrau überhaupt von einer weiteren Farbe sprechen kann).
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Ich werfe mal:
Magnetit oer Ilmenit? in die Runde.
Mfg
Frank
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Hallo,
nun Anthrazit brennt auch nur bei hohen Temeraturen und die müssen auch in der unmittelbaren Umgebung herrschen (Hochofen bzw. Heizkessel). Wir hatten früher mal eine Fuhre Anthrazit aus Polen zwischen dem Koks für die Heizung. Das war gar nicht so einfach den zum brennen zu bringen!
Hätte da evtl. noch etwas im Angebot:
künstliches Siliciumcarbit ? -eine Art Schlacke- auch gerundet. Ich denke aber mehr an Hämatit (Eisenerz) aus Übersee (China?), zumal der Fundort die Nordseeküste sein soll.
Gruß Conny
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Glück auf
Hier mal ein Bild von Wolframit aus Pechtelsgrün /Vogtland
Das siéht doch sehr ähnlich, oder etwa nicht???
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Irgendwie schon....
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Aber wie kommt sowas nach Helgoland???
An Katherina:
Ich würde sagen, es handelt sich hier um Wolframit, wie das dort hin kommt, das weiß der Fuchs.
Das ist aber meine Persönliche Meinung.
Ich kann Mich auch irren, aber es hat wirklich eine große Ähnlichkeit mit Wolframit, wie es hier Vogtland
vorkommt.
Grüße seiseff
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Hallo!
Beim ersten würde ich auf was fossiles tippen..
Gruß
Julian
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Hallo!
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Mohsh%E4rte
Man sollte da eben mal die Härte bestimmen.
Wichtig wäre auch die Strichfarbe!Einfach mal an unglasierter Keramik reiben-zB.am unteren Rand einer Kaffeetasse.
Das nächste wäre dann die Dichte.Die sollte bei solchen kompackten Stücken errechenbar sein.
So-einfach nur nach den Fotos(auch wenn die nicht schlecht geworden sind)kann man eben nur Rätselraten spielen.
Gruß Jens
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Hallo,
1. Kugelschwamm (in Flinterhaltung, d.h. das Material ist Flint)
2. Fayalitschlacke. Die Teile habe ich früher als Kind auf der Düne auch gesammelt. Wurde (wird?) dort zum Küstenschutz genutzt, da sind im Bereich des Eingangs zum Südstrand ganze Wälle aus dem Material. Ist ein Rückstand aus der Eisenverhüttung.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo zusammen und vielen Dank noch einmal für die rege Beteiligung, toll!
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Mohsh%E4rte
Man sollte da eben mal die Härte bestimmen.
Nach dieser Tabelle ist die Mohshärte nach meiner Laien-Einschätzung wohl 6 oder 7 (ich habe keinen Test mit Stahlfeile gemacht, aber Glas lässt sich mit dem Stein mit etwas Kraftaufwand ritzen, wenn auch nicht tief).
Wichtig wäre auch die Strichfarbe!Einfach mal an unglasierter Keramik reiben-zB.am unteren Rand einer Kaffeetasse.
Ich habe den Stein an einem unglasierten Kafeetassenboden entlanggerieben: es entsteht ein dunkelgrauer Strich.
Um die Dichte zu ermitteln fehlen mir hier wohl die entsprechenden Mittel: ich hätte leider nicht mal eine Briefwaage zur Hand, um das genaue Gewicht zu ermitteln oder nur einen genauen Messbecher um das Volumen zu bestimmen...
2. Fayalitschlacke. Die Teile habe ich früher als Kind auf der Düne auch gesammelt. Wurde (wird?) dort zum Küstenschutz genutzt, da sind im Bereich des Eingangs zum Südstrand ganze Wälle aus dem Material. Ist ein Rückstand aus der Eisenverhüttung.
Das wäre zwar eine für mich ernüchternde aber doch wohl ziemlich naheliegende Möglichkeit. Vielen Dank für die Einschätzung, an diese Wälle habe ich gar nicht gedacht! Das Material wäre dann wohl deutlich magnetisch? Das müsste ich noch mal testen, sobald ich einen besseren Magneten zur Hand habe (morgen).
Und der andere eine Flint-Versteinerung? Dass es sich vielleicht um ein Fossil handeln könnte, habe ich auch schon gedacht, aber das Material kommt mir nicht vor wie für mich"typischer" Feuerstein (ich will ihn natürlich auch nicht zerschlagen)?
Übrigens möchte ich noch anmerken, dass ich mich hier und jetzt das erste Mal so intensiv mit diesem Thema befasse und staune, wie spannend das sein kann. Vielleicht entdecke ich ja grade ein neues Hobby. :)
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Hallo!
Wenn da die Dämme mit dieser Schlacke aufgeschüttet werden,sollte mehr solches Material überall rumliegen.Für Schlacke ist mir das ganze Material zu dicht-da ist keinerlei Blasenbildung drin.Die Härte dürfte bei deiner Ritzprobe schon um 6 liegen.Bei Glas gibt es eben auch "gutes" und "schlechtes".
Hämatit ist jedenfalls raus,da das nen roten Strich hat.
Bei meiner Idee vom Anthrazit weiß ich leider überhaupt keinen Härtegrad ::)
Deshalb bin ich momentan hier raus! ;D
Gruß Jens
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Hallo,
Das Schlackenmaterial liegt vor allem auf der anderen Seite der Düne, am Südstrand. Es ist durchaus möglich, dass das Stück dort von irgendeinem Touristen einfach am Nordstrand wieder abgelegt worden ist. Das es Fayalitschlacke ist, steht für mich fest. Ich kenne Helgoland seit meiner Kindheit und habe früher jeden Sommer und oft auch über Weihnachten ein paar Wochen verbracht und auch aktiv gesammelt. Zuerst habe ich diese Teile auch für interessant befunden (da war ich 12), recht bald ist mir jedoch klar geworden, dass es ein Hüttenprodukt ist.
In diesen Schlacken müssen nicht unbedingt Blasen drin sein. Gerade diese ziemlich kristallinen Stücke haben keine Blasen. Magnetit kann durchaus mit drin sein, daher kann es einen deutlichen Magnetismus geben.
Glück Auf!
Smoeller
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Ich habe es heute übrigens noch mal getestet: der Stein wird deutlich von einem Magneten angezogen, scheint aber selbst nicht magnetisch zu sein (keine Anziehung bei einer Büroklammer oder einem kleinen Metallspan). Ich vermute aber doch, dass smoeller recht hat und es sich um das Material handelt, dass bei den Wällen in großen Brocken aufgeschüttet ist. Wenn ich mich recht erinnere, lag der Fund nicht allzu weit entfernt von der Mole im Nordosten der Insel (sieht man ganz schön bei GoogleMaps), und ich glaube, dort wird das gleiche Geröll genutzt wie am Südstrand. Leider habe ich es mir nie aus der Nähe angeschaut (das Betreten der Molen ist verboten).
Danke vielmals an alle für die Zeit und Mühe!