Mineralienatlas - Fossilienatlas
Vermischtes / Miscellaneous / Varios => Bestimmungen allg. => Thema gestartet von: markusbersch am 18 Sep 11, 16:59
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Hallo,
meine Tochter hat auf unserer Baustelle etwas seltsames gefünden. Zuerst dachte ich an geschmolzenes Glas.
Die Zusammensetzung ist zwar fest, jedoch sehr porös, das Objekt verliert leicht einige Bruchstücke.
Fundort ist 77654 Offenburg.
Ich kann das Objekt nicht zuordnen, finde im Internet nichts vergleichbares.
Vielleicht hat ja der ein oder andere Spezialist anhand der beigefügten Bilder eine Idee, was das sein könnte.
Für Eure Hilfe bedanke ich mich schonmal vorab.
Viele Grüße
Markus
externe Bilder entfernt - Forenreglen
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,20889.0.html
- der Admin
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Hallo,
extern verlinkte Bilder leben hier bis ein Mod es sieht :-)
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Hilfe%20und%20Information/BilderUploadHilfeForum
Ich halte es für Salz, teste mal die Wasserlöslichkeit...
Frank
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Hallo,
nein, Salz ist es nicht. Es löst sich nicht im Wasser auf.
Ist eher wie Glas, wasserunlöslich und hart. Der ganze Klumpen jedoch ist porös.
Mit viel Staubeinschluss.
Noch ne Idee ?
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Hallo,
wie wärs mit Calcit, der schonmal Säure gesehen hat? Teste mal z.B. mit verdünnter Salzsäure ob es sprudelt. Die Härte kann man auch recht einfach herausfinden.
Gruß Stefan
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Auch Calcit ist es nicht, sieht komplett anders aus.
Habe an einem Bruchstück mit etwas Salzsäure aus dem Chemiekasten experimentiert, aber da tut sich
jedoch rein garnichts.
Wie gesagt, es ähnelt geschmolzenem Glas, jedoch sind Form und Zusammensetzung sehr ungewöhnlich.
Wer hat weitere Ideen ?
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Hallo
ich würde mal GIPS in den Raum stellen ???
ist das Stück eher leicht oder schwer wie z.B. Glas ?
Berthold
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Hallo Berthold,
also Gips ist es definitiv nicht.
Es ist schwer, für das kleine Ding sogar sehr schwer.
Es hat ähnlichkeit mit Glas, glänzt an der Oberfläche.
Ist sowohl ganz glatt, aber auch an manchen Stellen sehr scharfkantig.
Braucht ihr noch mehr Bilder ?
Viele Grüße
Markus
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Hallo, das könnte Zellquarz(konglomeratartig) sein!?
Gruß, Frank
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Hallo,
da es eher glasartig ist, denke ich nicht, dass es ein Quarz ist.
Was haltet ihr von der Theorie, dass es ein Meteorit ist (Tektit) ?
Grüße
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Bild 1
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Glasartig
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Hat keiner eine Idee ?
Glaubt ihr, es könnte ein Tektit sein ?
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Mit 100 %-iger Sicherheit kein Tektit.
Teste mal die Härte.
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Hallo!
Halt einfach nur die Schlacke von der Glasherstellung!Auf den ersten Blick hätte ich auch Gips gedacht,aber aufgrund der Härte, Säureunlöslichkeit und Dichte hast du das ja eh ausgeschlossen.Ansonsten kann ich mir kein natürliches Mineral darunter vorstellen.
Gruß Jens
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Hallo Helmut,
bin absoluter Laie. Wie testet man die Härte von dem Objekt ?
Es ist sehr porös. Einzelne Stücke brechen gelegentlich ab, sind aber sehr hart.
Hallo Jens,
wir haben im Umkreis von hundert Kilometern keine Glasmanufaktur.
Auch die Tatsache, dass die Form und Zusammensetzung an einen Kristall erinnert, spricht nicht für Glasschlacke.
Wir werden es wohl nie erfahren ;-)
Vielleicht hat noch jemand ne Idee.
Grüße und Danke an alle
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Glaubt ihr, es könnte ein Tektit sein ?
Hallo,
mit Sicherheit nicht, davon hatte ich heute noch welche in der Hand.
Anstatt mehr und mehr externe Bilder einzustellen, gib doch mal Werte wie:
Härte, Strich, Bruch, Spaltbarkeit, Dichte...
Frank
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..meiner Meinung nach was aus der Glasschmelze, müsste man doch irgendwie austesten können um Glas auszuschließen ?!
Gruß
Julian
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Anstatt mehr und mehr externe Bilder einzustellen, gib doch mal Werte wie:
Härte, Strich, Bruch, Spaltbarkeit, Dichte... Frank
Hallo Frank,
ich bin kein Geologe. Alles, was ich z.Verf. habe sind die Bilder.
Von allem anderen hab ich keine Ahnung.
Vielleicht kann ja doch jemand anhand der Bilder eine Diagnose stellen
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Hallo
Wenn ich die letzten Bilder so sehe denke ich an Quarz, der durch Glimmer wachstumsbehindert ist.
Das ist aber ganz leicht an der Härte feststellbar.
Ritzt er Glas ?
Wenn ja dann sicher Quarz !
Wenn du Laie bist, wie kommt es dann, daß du so schnell und sicher alles ausschließen kannst was dir hier vorgeschlagen wird ?
Tektit ist das ganz sicher nicht !!!
Teste mal die Härte, das kannst du, so ungefähr jedenfalls ,auch !
Und versteife dich nicht so sehr auf das was du gerne als Bestimmung hören möchtest ! >:D
Loismin
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Vielleicht kann ja doch jemand anhand der Bilder eine Diagnose stellen
ok - ich bin raus 8)
Frank
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Ich begrenze mich nicht auf das, was ich hören möchte.
Selbst als Laie kann ich Gips ausschließen, denn wie Gips aussieht, weiß ich grad noch.
Schade, dass mir hier niemand helfen kann.
Der Versuch war´s jedoch wert.
Ich danke Euch allen, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt, drüber nachzudenken.
Sollte noch jemandem was einfallen, freue ich mich auf Eure Kommentare.
Noch ne letzte Frage ?
Was spricht eigentlich gegen einen Tektit. Vom Aussehen her kommt es einem Tektit nämlich am nächsten, zumindest wenn ich mir die Bilder von Tektiten im Internet anschaue.
Schönen Abend Euch allen...
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Hallo Markus,
ein Tektit ist es nicht, weil:
- Fundort: ein Tektit kommt selten allein, Streufelder mit Tektiten in der Größe Deines Fundstücks sind in der Regel zuvor schon jemandem aufgefallen und daher bekannt, zumal in Deutschland.
- Farbe: Die Farbe von Tektiten geht in der Regel auf die Zusammensetzung des Targetgesteins zurück. Nur bei reinem Quarz oder Quarzsand ohne Beimengungen kann die Farbe weiß sein. Vergleiche "Lybisches Wüstenglas" (und selbst das ist meist gelblich). In Deiner Region fehlen dafür die geologischen Voraussetzungen.
- Textur: Tektite entstehen aus Schmelztropfen sind deswegen nicht brekzienartig aufgebaut.
- Struktur: Tektite enthalten in der Regel mehr oder weniger gut sichtbare Gasblasen in großer Zahl.
- Form: Tektite bilden qua Entstehung verschiedene Flugformen aus. Diese lassen sich in der Regel an den Stücken erkennen
- Chemismus: Tektite bestehen aus Gesteinsglas, das sehr widerständig gegen Verwitterung ist. Wenn es verwittert oder durch Bodenwässer angelöst wird, entstehen charakteristische Lösungsformen wie Gruben oder Rillen (vgl. Moldavite, Indochinite).
Beispiele für die oben angeführten Kriterien stehen hier neben mir in der Vitrine. Bilder im Internet können täuschen bzw. nicht das Wesentliche abbilden, auf das es ankommt.
Ich habe mir Deine Bilder genau angeschaut. Unbenommen Deiner bisherigen Versuche zur Materialbestimmung möchte ich auf die kleinen weißen, linienartigen Ablagerungen auf der Oberfläche hinweisen. Meiner Ansicht nach typische evaporitische Abscheidungen, vulgo Salzausblühungen.
Daher meine Frage: Wie hast Du den Lösungstest hinsichtlich Salzidentifikation durchgeführt? Ein großer Salzbrocken braucht einige Zeit, bis sich so viel Salz an der Oberfläche gelöst hat, dass es optisch auffällt. Am besten bricht man dazu ein möglichst kleines Stück des Brockens ab und gibt es in warmes Wasser. Und dann wartet man durchaus einige Zeit, um sicher sein zu können, dass es wirklich überhaupt nicht löslich ist, oder hilft mit Rühren nach. Mal schnell einen Brocken unter Wasser abspülen oder eintauchen hat nämlich keinen großen, sichtbaren Effekt.
Für mich spricht nämlich einiges dafür, dass es sich doch um Steinsalz handelt. Neben den Ausblühungen auch die Lösungserscheinungen auf der Oberfläche sowie die Rissbildung. In genau dieser Art kann man sie in den süddeutschen Steinsalzlagerstätten (z. B. Bad Friedrichshall, für jeden zugänglich) nämlich beobachten. Das Stück sieht ganz, ganz typisch aus wie ein Steinsalzbrocken, der länger von Wasser umspült wurde oder in einer nassen Umgebung gelagert hat. Exakt so sehen die Wände des Besucherbergwerks Bad Friedrichshall aus, aufgrund des jahrzehntelangen Feuchtigkeitseintrags durch Bewetterung und die Ausdünstungen der Besucher.
Wie Steinsalz wiederum in Deine Baustelle gekommen ist, ist ein anderes Thema, aber vorher würde ich gerne wissen, ob sich auch wirklich nicht das kleinste Körnchen von dem Material in Wasser löst. Und wenn es eine ganze Nacht dauert...
Gruß,
Rainer
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Hallo,
als Ergänzung: Habe gerade entsprechende Fotos vom anstehenden Steinsalz in Bad F. wiedergefunden. Man beachte die pulverigen Ausblühungen und die Risse sowie die glatte, angelöste Oberfläche der Wand.
Gruß,
Rainer
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Hallo!
wir haben im Umkreis von hundert Kilometern keine Glasmanufaktur.
Auch die Tatsache, dass die Form und Zusammensetzung an einen Kristall erinnert, spricht nicht für Glasschlacke.
Wo sieht man denn da einen Kristall?
Und Schlacke wird verfrachtet-auch als Baustoffe!
Gruß Jens