Mineralienatlas - Fossilienatlas

Arbeitsmittel / Means for work => Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation) => Thema gestartet von: uwe am 22 Nov 11, 10:41

Titel: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
Beitrag von: uwe am 22 Nov 11, 10:41
Nach dem Verlegen einer Terasse mit Naturstein (Granit) habe ich die Fläche mit "Naturstein Fleckstopp" von Hornbach versiegelt. Es handelt sich um eine Flüssigleit mit einer Viskosität wie Wasser, welche dadurch in jede Pore dringt und zu einer gleichmäßigen Benetzung führt. Ich habe dann mal einen Test mit einer etwas anfälligen Pyritstufe gemacht und seitdem ist da erst mal Ruhe mit Ausblühungen. Die Behandlung hat weder zu einer Farbänderung, noch zu einer Verminderung des Oberflächenglanzes geführt. Nach dem Trocknen merkt man nichts mehr. Zusätzlich hat es zu einer Verfestigung der etwas porösen Stufe geführt. Laut Beschreibung ist dieses Mittel u.a. feuchtigkeitsabweisend und atmungsaktiv.

Solche Mittel gibt es sicher unter anderen Namen auch in anderen Baumärkten. Es kostet nicht die Welt und ist einen Versuch auf jeden Fall wert.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
Beitrag von: Wegschmeißit am 22 Nov 11, 11:04
Das Thema mit der Pyritkonservierung hatten wir ja schon öfter. Vor kurzem musste ich meine Kugelpyritstufe aus Aachen
zu Grabe tragen weil der Pyrit nicht mehr zu retten war. :'(

Vielleicht hast Du ja jetzt eine gute Lösung gefunden und ich werde das auch mal ausprobieren,
damit ich nicht noch mehr Pyrite und Markasite aus meiner Sammlung entfernen muß.

Gruß Dirk
Titel: Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
Beitrag von: Embarak am 22 Nov 11, 16:34
Hallo
Zitat
.... versiegelt. Es handelt sich um eine Flüssigkeit mit einer Viskosität wie Wasser, welche dadurch in jede Pore dringt und zu einer gleichmäßigen Benetzung führt.
Vor ein paar Tagen gab es eine Erfinder-Sendung im MDR. "Einfach-genial. Das Beste aus 2011. Die Nominierten"
Dabei auch ein Beitrag zur Versiegelung von Gestein. Habe auch darüber nachgedacht, ob das für Mineralien geeignet ist.
http://www.mdr.de/einfach-genial/artikel122730.html

Wegen der beschriebenen Konsistenz tippe ich als Hauptbestandteil auf Wasserglas (http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserglas).
Das Gestein soll dabei dann auch noch "atmungfähig" bleiben.
Ich bin nicht sicher, ob dabei die Säureaktivität von Markasit gestoppt wird.
Gruß
Norbert

Titel: Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
Beitrag von: triassammler am 23 Nov 11, 12:16
Hallo,

feuchtigkeitsabweisend und atmungsaktiv.
Ein Widerspruch in sich. Entweder es ist feuchtigkeitsabweisend (worunter man auch versteht, dass kein Wasserdampf aufgenommen wird), oder es ist atmungsaktiv (d. h., nimmt auch Wasserdampf auf). Und sobald Letzteres der Fall ist, taugt es nicht für die Pyrit-/Markasitkonservierung.

Gruß,
Rainer
Titel: Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
Beitrag von: Ubrido am 23 Nov 11, 13:30
Hallo,

Was würde denn dannn taugen?

Gruß Udo
Titel: Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
Beitrag von: Axinit am 23 Nov 11, 14:15
Servus,

Rainer hat natuerlich recht - es gibt kein "atmungsaktives" und gegen Wasserdampf undurchlaessiges Wundermittel aus dem Baumarkt, das zuverlaessig und langfristig die Zersetzung von Markasit unterbindet oder gar rueckgaengig macht.

Was denn taugen wuerde waere:

(1) Begasung mit Ammoniak-Dampf

oder

(2) Behandlung mit Thioglyccolat

Beide Methoden sind erprobt (auch von namhaften Museen), leider relativ aufwendig und nicht ganz umsonst in der Anwendung.

Es gab hierzu bereits eine Diskussion - ansonsten verweise den geneigten Leser auf die entsprechenden Beitraege in STEINKERN.

GA

Harald
Titel: Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
Beitrag von: Ubrido am 23 Nov 11, 15:04
Hallo Harald,

Verbindlichsten Dank für den hoffnungsvoll stimmenden Tip.
Denn es stimmt einen traurig zusehen zu müssen wenn sich die Stufen lansam aber sicher in Luft auflösen.

Gruß Udo
Titel: Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
Beitrag von: Axinit am 23 Nov 11, 15:30
Servus Udo,

beide Methoden funktionieren recht gut (sowohl fuer Minerale als auch fuer verkieste Fossilien) - lies' Dir doch die recht ausfuehrlichen Betraege hier im Forum bzw. bei STEINKERN einmal durch.

Thioglycolat-Lsg. gibt es uebrigens zum (inflationsbedingt etwas, aber nicht zu sehr) ueberteuerten Sammler-Preis beim bekannten geologischen Warenhaus in Bonn.

Viel Spass beim Konservieren

Harald
Titel: Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
Beitrag von: thothie am 23 Nov 11, 16:56
Ein unproblematisches und wirkungsvolles Hausmittel ist Haarspray, was zudem überall zu kriegen ist!
Titel: Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
Beitrag von: Axinit am 23 Nov 11, 17:59
Ein unproblematisches und wirkungsvolles Hausmittel ist Haarspray, was zudem überall zu kriegen ist!

Es ist immer wieder schoen zu lesen, dass sich einfache Hausmittel doch den Ergebnissen umfangreicher und nachpruefbarer Untersuchungen als ueberlegen erweisen    ::). Bei fortgeschrittenem Zerfall sollte man die Stufe/das Fossil vielleicht in "Rostumwandler" oder vielleicht in Coca-Cola einlegen  ;D.

Es waere prima, wenn Du uns hier allen einmal erklaerst, wie denn Haarspray Deiner Meinung nach den Zerfall von Markasit - oder Markasit-haltigen Stufen verhindert/aufhaelt/verlangsamt. Ganz toll waere natuerlich ein kleriner Erfahrungsbericht mit Zeitangaben (Photos der Haarspraybehandlung: vorher - nachher; nach 5 Jahren ...).

Udo waere Dir sicher sehr dankbar - auch ich bin gerne bereit etwas dazuzulernen.

GA

Harald







Titel: Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
Beitrag von: Ubrido am 23 Nov 11, 18:12
Hallo Thomas,

Haarspray hab ich auch schon probiert.
Es hat leider nicht funktioniert.

Gruß Udo
Titel: Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
Beitrag von: Wegschmeißit am 23 Nov 11, 18:12


Was denn taugen wuerde waere:

(1) Begasung mit Ammoniak-Dampf


Hat obendrein den netten Nebeneffekt das sämtliche Ungezieferprobleme im Haus mit einem Schlag gelöst sind!  ;D ;D

Die Geschichte mit dem Haarspray hab ich auch schon ausprobiert und bringt nix! Der Markasit glänzt halt einfach nur schöner bevor er in sich zusammenfällt!  ;D

Gruß
Dirk
Titel: Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
Beitrag von: thothie am 23 Nov 11, 19:07
Ein unproblematisches und wirkungsvolles Hausmittel ist Haarspray, was zudem überall zu kriegen ist!

Es ist immer wieder schoen zu lesen, dass sich einfache Hausmittel doch den Ergebnissen umfangreicher und nachpruefbarer Untersuchungen als ueberlegen erweisen    ::). Bei fortgeschrittenem Zerfall sollte man die Stufe/das Fossil vielleicht in "Rostumwandler" oder vielleicht in Coca-Cola einlegen  ;D.

Es waere prima, wenn Du uns hier allen einmal erklaerst, wie denn Haarspray Deiner Meinung nach den Zerfall von Markasit - oder Markasit-haltigen Stufen verhindert/aufhaelt/verlangsamt. Ganz toll waere natuerlich ein kleriner Erfahrungsbericht mit Zeitangaben (Photos der Haarspraybehandlung: vorher - nachher; nach 5 Jahren ...).

Udo waere Dir sicher sehr dankbar - auch ich bin gerne bereit etwas dazuzulernen.

GA

Harald


Hi Harald, Du möchtest Beweise, mit Fotos und alem drumm und dran?

Ist das nicht etwas übertrieben? Hier wurde nach Tipps und Empfehlungen zur Konservierung gefragt und ich habe halt Haarspray empfohlen, weil ich sehr gute Erfahrungen damit gemacht habe.
Es ist ja nicht so, dass ich hier bewußt irgend etwas empfehle und mich dabei lediglich auf Gerüchte, ob der Wirsamkeit berufe!

Mir käme so etwas nie in den Sinn, zumal ja dann die Gefahr bestehen würde, ich würde die Ruinierung einer Stufe des Ratsuchenden billigend in Kauf nehmen!

Der Vorteil von Haarspray ist der Umstand, dass es sich um einen wasserlöslichen Lacküberzug handelt, der jederzeit wieder abgewaschen werden kann, hinsichtlich seiner Eigenschaften aber genau das verhindert, was wir erreichen wollen.
Nämlich, dass Sauerstoff an die Stufe kommt und ein Oxidationzprozess in Gang gesetzt, oder fortgeführt wird.

Bei einem Einsatz von Haarspray als Konservierungsmittel ist es von großer Wichtigkeit, die Stufe vorher entsprechend zu behandeln!

D. H., sie muß gereinigt werden , wobei erst einmal schon vorhandene Ausblühungen entfernd werden müssen, Wasserreinigung, Ultraschall, dann sollte die Stufe völlig ausgetrocknet werden.

Erst dann kann eine erfolgreiche Konservierung mit Haarspray stattfinden.

Selbstverständlich kommt dabei kein hochglänzendes Haarspray zum Einsatz, sondern ein mattes!

Nun zum Beweis:

1996, also vor gut 5 Jahren habe ich einen großen verwitterten Markasitbrocken aus dem Steinbruch Rohdehaus zerschlagen und bin dabei auf eine Druse gestoßen mit 1cm großen Gipsdoppelendern und sekundären  Anglesitkristallen, die direkt auf verwittertem sphärolitischem Markasit aufgewachsen waren.

Diese Stufe habe ich formatiert auf Handstückgröße und entsprechend meiner hier abgegebenen Beschreibung mit Haarspray konserviert.

Ich hab die jetz mal rausgekramt und unterm Bino betrachtet, weil Du ja unbedingt Beweise haben willst!

Da blüht nix, die Oxidation wurde absolut erfolgreich gestoppt und die Stufe hat nach wie vor keinen unnatürlichen Glanz, wegen mattem Haarspray!

Und noch, was Harald, du wirst es kaum glauben, nach den vielen Jahren hat sich sogar der penetrante Parfümgeruch völlig verflogen.

Davon könnte ich natürlich auch eine Aufnahme machen, aber wozu, Du würdest mir doch glatt unterstellen, die hätte ich unmittelbar nach der Konservierung gemacht, oder???

LG

Thomas

der absolut nicht darauf besteht es mal mit Haarspray zu probieren.

Wer genug Geld hat, kann das gerne auch zum Fenster rausschmeißen! ;D

 
Titel: Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
Beitrag von: uwe am 23 Nov 11, 19:12
Es ist nicht meine Absicht, über die Richtigkeit der, sicher werbewirksame Formulierung, atmungsaktiv und wasserabweisend zu diskutieren. Keiner wird gezwungen das Mittel anzuwenden. Es ist halt nur eine Empfehlung - ich bekomme keine Provision vom Hersteller.

Das Mittel enthält meiner Meinung nach kein Wasserglas. Es ist eine, vom Geruch her azetonische Lösung vermutlich eines Montanwachses, denn es steht darauf: "enthält Erdöl". Ein Netzmittel ist vermutlich beigemengt. UV-aktiv ist die Imprägnierung nicht.

Uwe
Titel: Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
Beitrag von: Axinit am 23 Nov 11, 20:23
Servus allerseits,

jeder darf natuerlich seine Funde so "konservieren" wie sie/er kann. Es steht natuerlich auch jedem frei, seine persoenliche Loesung als die Beste anzusehen.

Ich gehoere zu den Personen, die gerne verstehen was sie machen (soweit nachvollziehbar und moeglich), so z. B. auch bei der Reinigung & Konservierung von Mineralen & Fossilien.

Offensichtlich bin ich nicht der Einzige, der Zweifel bezueglich der Wirkung/Nachhaltigkeit der hier vorgeschlagenen Konservierungsmoeglichkeiten hat.  Ich glaube Dir gerne, dass Deine Stufe aus Rohdenhaus heute noch toll aussieht, aber ein gelungenes Beispiel ist alles Andere als ein Beweis.  Vielleicht waere der Markasit (wie sicher ist denn Deine Bestimmung ?) auch ohne Behandlung stabil geblieben (auch dafuer gibt es Beispiele: z.B. Markasit-Knollen aus Lixhausen im Elsass), wer weiss ?

Du bleibst uns leider auch die Erklaerung schuldig, wie Haarspray die Umwandlung von Markasit in Eisensulfat wirksam verhindert. Luft-Sauerstoff ist nicht unbedingt der einzige massgebliche Faktor, auch die Luft-Feuchtigkeit (Wasserdampf) scheint eine sehr wichtige Rolle zu spielen ... .

Wie dem auch sei, Udo sucht nach Loesungen. Wir haben alle versucht ihm nach bestem Wissen und Gewissen zu helfen. Es ist nun an ihm zu entscheiden, wie er seine Stufen zu retten versucht.

In diesem Sinne: frohes und hoffentlich erfolgreiches Konservieren


Harald


P.S.: Die modernen Naturwissenschaften  (zu denen auch die Geologie, Mineralogie, Paleontologie gehoeren) unterscheiden sich vom Aberglauben u. a. dadurch, dass Versuche (unter genau bekannten Bedingungen) jederzeit und ueberall wiederholbar sind. Daher ist ein gelungener Versuch nie ein Beweis, waehrend ein einziger wiederholbarer Versuch eine ganze Theorie in Truemmer legen kann  ;D.

Titel: Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
Beitrag von: Kluftknacker am 23 Nov 11, 21:07
Haarspray ist gut - damit kann man schön die haarförmigen Ausblühungen und Locken der Vitriole (und Co.) "halten".
... Hamburg, 10 Uhr morgens, Schietwetter, doch Vitriol hält, dank Drei-Wetter-....  >:D

Im Ernst: Haarspray würde ich nicht nehmen. Einen Versuch wert wären Fixationsmittel aus dem Künstlerbedarf.

Kluftknacker
Titel: Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
Beitrag von: triassammler am 23 Nov 11, 21:22
Hallo!

ich habe halt Haarspray empfohlen, weil ich sehr gute Erfahrungen damit gemacht habe.
Diese Erfahrungen hängen auch wesentlich davon ab, in welcher Umgebung die eigene Sammlung lagert, um welche Art von Exemplaren es sich handelt (die Zerfallsfreudigkeit ist von Fundstelle zu Fundstelle verschieden), und über welchen Zeitraum diese Erfahrungen gesammelt wurden.
Ich wage zu behaupten: Die in einer Privatsammlung (und da schließe ich meine ausdrücklich nicht aus!) gesammelten Erfahrungen mit einer bestimmten "Pyrit"konservierungsmethode sind absolut nicht auf andere Fälle übertragbar, mangels reproduzierbarer Rahmenbedingungen. Außerdem hapert ein Vergleich meist schon daran, dass kein zusätzliches unbehandeltes Material mehr vorhanden ist. Könnte ja sein, dass es auch ohne die Behandlung eine ganze Weile gut gegangen wäre...

Zitat
Der Vorteil von Haarspray ist der Umstand, dass es sich um einen wasserlöslichen Lacküberzug handelt, der jederzeit wieder abgewaschen werden kann, hinsichtlich seiner Eigenschaften aber genau das verhindert, was wir erreichen wollen.
Nämlich, dass Sauerstoff an die Stufe kommt und ein Oxidationzprozess in Gang gesetzt, oder fortgeführt wird.
Eine ausblühungsgefährdete Stufe zusätzlich mit Wasser abzuwaschen ist, wie einem Grippekranken einen Saunagang zu verordnen  ;) Wenn schon, empfiehlt sich Ethanol.
Der erwähnte Oxidationsprozess benötigt übrigens zwei Komponenten: Sauerstoff und Wasser. Beides gelangt aus der Raumluft in eine Stufe, und Haarspray hält das auch nicht auf. Weder ist die Lackschicht nach dem Auftragen völlig geschlossen (irgendwo ist immer noch eine Pore offen), noch hält sie großflächig dauerhaft dicht. Sie altert, wird porös, bekommt Risse, und nutzt sich auch durch Handling schlicht ab. Es ist dabei unerheblich, ob man das makroskopisch sieht.

Zitat
D. H., sie muß gereinigt werden , wobei erst einmal schon vorhandene Ausblühungen entfernd werden müssen, Wasserreinigung, Ultraschall, dann sollte die Stufe völlig ausgetrocknet werden.
Beim Ultraschall stimme ich zu, es ist sehr wichtig, dass die Waschflüssigkeit (kein Wasser!) in alle Poren des Gesteins eindringen kann.

Zitat
Ich hab die jetz mal rausgekramt und unterm Bino betrachtet, weil Du ja unbedingt Beweise haben willst!

Da blüht nix, die Oxidation wurde absolut erfolgreich gestoppt und die Stufe hat nach wie vor keinen unnatürlichen Glanz, wegen mattem Haarspray!
Solche Stücke hatte ich auch schon, außen wunderbar intakt - dafür innen fleißig am Blühen. Meistens merkt man es erst, wenn die (noch) intakte Oberfläche beginnt, Risse zu zeigen.
Ich will nicht behaupten, dass Dein hier als Beispiel genanntes Stück garantiert innen schon blüht! Aber Deine singuläre Beobachtung an einem Stück ist noch lange kein Beweis.

Zitat
Wer genug Geld hat, kann das gerne auch zum Fenster rausschmeißen!
Rausgeschmissen wäre das Geld nur, wenn die beiden anderen, von Profis angewendeten Methoden erwiesenermaßen weniger wirkungsvoll wären als die Haarspraymethode. Zumindest unter kontrollierten Bedingungen zeitigen sie aber durchaus ebenfalls positive Resultate.
Natürlich, wenn man jede Markasitstufe aus dem Dutzendlot so aufwendig behandeln will, obwohl man sich an der Fundstelle jederzeit Ersatz besorgen kann - dann verbrennt man wirklich Geld. Das große Besteck macht man nur mit Stücken, die es (einem) auch wert sind.
Ich finde es immer wieder ein wenig zwiespältig, wenn man zwar Geld ausgibt, um zu Fundstellen zu fahren oder um Stufen zu erwerben, aber dann bei der Konservierung wegen jedem zusätzlichen Euro jammert.

Übrigens: Zerfallsgefährdete Stücke kann man zeitlich unbegrenzt in Aceton oder in einer sauerstoff- und wasserfreien Schutzatmosphäre lagern, was den Zerfall garantiert stoppt. Und Aceton kostet nicht die Welt.

Gruß,
Rainer

PS: Während ich noch schrieb, hat Harald eine sinngemäß fast identische Antwort verfasst. Zu jedem denkbaren Konservierungsansatz gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, die teilweise auch frei im Web verfügbar sind, wenn man nach ihnen sucht (archäologische Publikationen sind da mitunter eine echte Fundgrube, die Kollegen haben nämlich ganz ähnliche Probleme). Ich bevorzuge darunter diejenigen Methoden, deren Funktionsprinzip mir möglichst lückenlos, widerspruchsfrei und mit den Gesetzen der Physik und Chemie im Einklang stehend dargelegt wird.
Titel: Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
Beitrag von: Stonebrother am 23 Nov 11, 21:53
Kleiner Tip von mir:

Zum konservieren von Markasit eignet sich auch ein fleckenlos trocknender Tiefengrund aus dem Baumarkt.
Ist auch zum stabilisieren von leicht bröseligen oder empfindlichen (z.B. Skolezit) Mineralien geeignet.

Gruß - Stefan
Titel: Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
Beitrag von: thothie am 23 Nov 11, 23:05
OHHHHHHHHHHHHHH GoTTTTTTTTTTTTTTTTTTT!

Was hab ich hier blos wieder ausgelöst???

Der Eine empfiehlt "Naturstein Fleckstopp" und ich empfehle Haarspray!!!!!

Mehr is nich passiert!!!!

Wer da so pseudowissenschaftliche Grundsatzdiskussionen führen möchte, kein Problem, kann er machen.

Aber ohne mich, ich halte mich an dem was sich bei mir bei verschiedenen problematischen Stufen schon Jahrzehnte bewährt hat, sorry und das is nun mal stinknormales Haarspray!!

Mehr sag ich nicht mehr zum Thema, in Anbetracht dessen was an Wert Verloren geht bei Verlust  für so ne profane Markasitstufe eh völlig Banane sich so viel Zeit dafür zu nehmen!!!

Also, nicht Ernst nehmen meine Empfehlung, wer "wissenschaftlich korrekt konservieren" möchte, dem kann ich nur von Haarspray abraten!!!!

Wie der Name schon sagt: Haarspray ist für Haare und sonst nix, alles klaro!!!!

Titel: Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
Beitrag von: Stonebrother am 23 Nov 11, 23:25
Hey, reg dich nicht auf. Hier im Atlas treffen halt nun mal die "normalen" Sammler auf die "Hochstudierten".
Komischerweise wird hier IMMER aus ner Mücke ein Elefant gemacht und sich gegenseitig angegriffen.
Ich finde das nicht in Ordnung.
Wenns nach mir ginge müssten die ganzen Aggressoren rausgeschmissen werden weil sonst keine vernünftige Diskusion entstehen kann.
Schließlich geht es doch hier um Erfahrungsaustausch oder seh ich da was verkehrt?
Es kann und soll ja jeder seine Meinung zu den Treads geben. Aber manche meinen sie müssen ihre Meinung den anderen aufzwängen. Das ist einfach Sch@%?& und unkollegial.
 
So liebe Aggressoren, jetzt könnt Ihr mich in der Luft zerreißen.
LG Stefan
Titel: Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
Beitrag von: thothie am 23 Nov 11, 23:51
Hey, reg dich nicht auf. Hier im Atlas treffen halt nun mal die "normalen" Sammler auf die "Hochstudierten".
Komischerweise wird hier IMMER aus ner Mücke ein Elefant gemacht und sich gegenseitig angegriffen.
Ich finde das nicht in Ordnung.
Wenns nach mir ginge müssten die ganzen Aggressoren rausgeschmissen werden weil sonst keine vernünftige Diskusion entstehen kann.
Schließlich geht es doch hier um Erfahrungsaustausch oder seh ich da was verkehrt?
Es kann und soll ja jeder seine Meinung zu den Treads geben. Aber manche meinen sie müssen ihre Meinung den anderen aufzwängen. Das ist einfach Sch@%?& und unkollegial.
 
So liebe Aggressoren, jetzt könnt Ihr mich in der Luft zerreißen.
LG Stefan

Ja Stefan,

das sehe ich auch so, es regt mich nur immer wieder auf von den "Experten" als Idiot dargestellt zu werden, nur weil ich etwas aus meinem langjährigen Erfahrungshorizont weitergebe, ohne dies wissenschaftlich bis auf das i-pünktchen zu begründen.
Die wollen sich halt profilieren und ich will halt nur laienhafte Tipps geben.
Titel: Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
Beitrag von: Axinit am 24 Nov 11, 15:58


 
Hey, reg dich nicht auf. Hier im Atlas treffen halt nun mal die "normalen" Sammler auf die "Hochstudierten".
Komischerweise wird hier IMMER aus ner Mücke ein Elefant gemacht und sich gegenseitig angegriffen.
Ich finde das nicht in Ordnung.
Wenns nach mir ginge müssten die ganzen Aggressoren rausgeschmissen werden weil sonst keine vernünftige

Ja Stefan,

das sehe ich auch so, es regt mich nur immer wieder auf von den "Experten" als Idiot dargestellt zu werden, nur weil ich etwas aus meinem langjährigen Erfahrungshorizont weitergebe, ohne dies wissenschaftlich bis auf das i-pünktchen zu begründen.
Die wollen sich halt profilieren und ich will halt nur laienhafte Tipps geben.

Bei nochmaligem Lesen aller Beitraege zu diesem Thread hat mich doch wirklich amuesiert, was thothie und Stefan/Odenwald hier wieder alles in die Beitraege hineinlesen  8).

Wie schreibt "DER SAUERLAENDER"  in seiner Signatur so schoen: ich bin nur dafür verantwortlich, was ich schreibe. nicht dafür, was Du verstehst.   ;D

Leider weiss Udo immer noch nicht, wie er seine Stufen vor dem Zerfall retten soll ... dies war doch eigentlich sein Anliegen, oder ?  Haarspray hatte er ja schon - leider erfolglos - ausprobiert. Dies ist aber - wie so oft  - voellig untergegangen.

Rainer hat das Ganze (zumindest meiner Meinung nach) sehr schoen auf den Punkt gebracht, ohne jegliche Wertung oder Kritik.

Fuer mich ist diese Debatte hiermit beendet. Etwas mehr an Diskussionskultur und etwas weniger OT-Gelaber waere kuenftig sicher ein Gewinn fuer alle. 

Harald








Titel: Re: Konservierung von Stufen - eventuell eine Möglichkeit
Beitrag von: cmd.powell am 24 Nov 11, 17:22
Hallo

Ich habe einige der Posts hier nur kurz überfolgen (die langen und ausführlichen), daher mag ich vielleicht die eine oder andere Information übersehen haben, aber: Wie thothie schon geschrieben hat, hatte Uwe uns "nur" über eine weitere, evtl. Konservierungsmethode informieren wollen. Ob diese sich erfolgreich anwenden lässt, steht doch erstmal auf einen ganz anderem Blatt Papier. Hinzu kommt, und hier mal der kleine Seitenhieb an alle, die glauben "wissenschaftlich" zu argumentieren, das es zum Einen von dem zu konservierenden Mineral und zum Anderen von dem Fundort, größe der Kristalle, der Paragenese und wahrscheinlich hundert bis tausend Faktoren, die wirklich niemand alle kennt und kennen kann, abhängt, ob eine solche Konservierung erfolgreich ist oder nicht. Bisher hat mir noch niemand schlussletztendlich erklären können, wieso Pyrit/Markasit überhaupt zerfällt und was dafür verantwortlich ist. Da es also generell eine Menge von Faktoren gibt, die von vornherein unklar sind, so kann es also auch kein Universalmittel für eine erfolgreiche Konservierung geben. Bei der einen Stufe reicht Haarlack völlig aus, bei der anderen benötigt man Ammoniakbegasung und Vacuumimprägnation von Epoxiharzen und hat vielleicht auch nur in 50% der Fälle Erfolg. Ich selber hatte vor einiger Zeit (ist auch schon mehr als ein Jahr her) die Möglichkeit der Vacuumimprägnation von Pyrit/Markasit (und evtl. anderen Sulfiden) mit einer Ponal (Holzleim) - Wassermischung 1:3 beschreiben und hier auch einigen zweifel geerntet. Bisher sind die so behandelten Stufen aber ab-so-lut stabil und zeigen nicht den kleinsten Zerfall !!! Hinzu kommt, das ich einige Stücke als Test unter recht harten Umweltbedingungen halte (stark schwankende Temperatur, z.T. sehr hohe Luftfeuchtigkeit). Diese Stücke zeigten im Vorfeld bereits einen starken beginnenden Zerfall, welcher bisher völlig zum erliegen gekommen ist. Frage: Was zählt mehr, chemische Formeln und Diskussionen über "kann das funktionieren oder nicht", oder das Ergebniss ? Und ob genau diese Form der Imprägnation bei anderen Stufen als bei meinen Stücken von Wunstorf-Kolenfeld funktioniert, kann ich nicht sagen. Und genau dafür hat Uwe hier seine Ergebnisse veröffentlicht, damit der eine oder andere vielleicht mal etwas rumprobieren kann und dann sagt: "jawoll, hat bei mir auch funktioniert" oder "ne, klappt bei mir nicht". Alles Andere ist wenig konstruktiv und hat hier eigentlich nichts verloren - MEINE Meinung !