Mineralienatlas - Fossilienatlas
Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición => Schlacken, Gläser, Verhüttungsprodukte / slags, glasses, smelting products => Bestimmungsanfragen zu Schlacken/Gläsern/Kunstprodukten => Thema gestartet von: Felix Konrad am 29 Nov 11, 13:49
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Hallo liebe Mineralienfreunde,
ich habe hier ein seltsames Stück Metall gefunden. Als ich am Wochenende einen superlangen Spaziergang durch den Wald gemacht habe, fiel mir auf einem entlegenden Waldweg dieses komische Stück auf. Im ersten Moment sah man nur die Kruste, doch als ich das Stück ausgrub funkelte es wie Silber. So nun zu den Daten: Gewicht 945 Gramm; Länge 15 cm, Breite 6 cm, Tiefe 3,5 - 5 cm; kein Magnetismus und keine Reaktion auf Magneten; Strich schwarz (auf Porzellan); läuft bei starker Hitzeeinwirkung bunt an; ist nicht ritz- oder hämmerbar; Dichte und Härte kann ich nicht bestimmen. Der Fundort ist in Niedersachsen / Wildeshauser Geest / Vechta. Ich wäre euch sooo mega dankbar, wenn jemand von euch dieses Stück bestimmen kann ;D
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Sieht nach Schlacke aus
gruss Sebastian
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Schaut nach einem Siliziumbrocken aus. Dazu passt auch das spez. Gewicht.
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Hochofenschlacke würd ich mal behaupten.
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Schaut nach einem Siliziumbrocken aus. Dazu passt auch das spez. Gewicht.
Nach meiner Rechnung liegt die Dichte bei 3(+/-). Silicium ist leichter (2,3), dunkler und glänzender.
Schlacke ;-)
MfG
Frank
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Bezüglich Schlacke oder Hochofenmaterial: Wir haben bei uns keine Hochöfen ( auch keine Gruben oder Tagebau, lediglich weit entfernt ein Torfwerk ) und in der Nähe zum Fundort gibt es nur Bauernhöfe und eine vor Jahren stillgelegte Kaserne und viel Wald und Wiesen. Ich habe an der Stelle ( Umkreis ca. 20 - 40 Meter ) noch mehr Stücke gefunden, teilweise wesentlich größer. Alle Stücke weisen an einer Seite dieses angeschmolzene und wieder erstarrte Aussehen. Selbst wenn es wirklich Schlacke ist, woher soll diese dann kommen und aus welchem Material ist mein Fundstück?? Ich habe es heute noch kurz über einen schwachen Bunsenbrenner erhitzt, dabei lief es ziemlich schnell an und meiner Meinung nach war der Wärmetransport ( ich hielt es dabei in der Hand :o ) sehr gut. Hier noch die Google Maps Koordinaten bzgl. der Fundstelle: 52.745437,8.473198 ( Zahlenkombi kopieren und bei Maps einfügen, Enter, Fertig! )
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Ich sehe nix
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Hallo,
auch in der Gegend wird Schlacke zum Wegebau verwendet.
Und Georgsmarienhütte ist weniger als 1h entfernt - Osnabrück hatte doch auch Stahl, Klöckner - oder nicht?
Wenn du es genauer haben möchtest, ist hier ein Fragenkatalog:
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Fragen%20zur%20Bestimmung
Im übrigen ist Erz bzw. Metall in der Gegend als Mineral noch seltener. Der Grund liegt in der Eiszeit. Richtung Bramsche kommen erste kleine Erzvorkommen. Da ist man froh einen Kristall zu sehen.
MfG
Frank
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Hallo,
wenn es da früher mal eine Kaserne gegeben hat, dann könnte es sich ja auch um Reste der damaligen Kriegsspiele handeln...
Günter
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Hallo!
Macht mich stutzig,daß das Stück in dieser kompakten Form unmagnetisch ist.
Gruß Jens
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Hallo,
das hängt zum einen vom Testmagneten ab, zum anderen von der Zusammensetzung. Mit einer Dichte von 3 sollte nicht viel Eisen noch drin sein.
MFg
Frank
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P.S. es ist nicht einmal annähernd magnetisch. Ich habe jede Stelle mit superstarken Automagneten abgestreift. Vielleicht Meteroit? Aber man sagt doch Meteorieten sind grundsätzlich magnetisch?! Schönen Abend...
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Hallo,
die Meteoriten, die ich am WE in den händen hatte, sahen ganz anders aus ;-)
Schlacke?!
MfG
Frank
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Zum Thema "bei uns gibts keine Hochöfen": mit Schlackesteinen aus Mansfeld wurden die Strassen in Stockholm gepflastert, ebenso wie einige Städte in Italien. Schlacke in allen Formen, vom Splitt über Steine bis zu Brocken zur Kanalwandbefestigung hat eine SEHR grosse Reichweite. Das angebliche Glas in einer anderen Diskussion ist vermutlich ebenfalls Schlacke....
Gruss,
Stefan
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Jo stimmt! Hab´s nach halb totsuchen im Internet gelesen. Ich nehme an es wird sich wohl um Schlacke handeln, aber was mich halt wundert, dass die "Schlacke" so sehr glänzt (auf den pdf nicht so perfekt zu sehen) und nicht magnetisch ist (kein Eisen oder allerhöchstens sehr gering)!? Was ist dann denn für´n Material? Zink, Blei, Alu, Nickel? Am liebsten wär´ mir Platin! Liebe Grüße
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Zum Thema "bei uns gibts keine Hochöfen"
Wie schon erwähnt,werden Schlacken auch an weit entfernten Orten ihrer Entstehung verwendet.Hauptsächlich im Wegebau und zur Uferbefestigung.Im Wegebau geht die Körnung von <1mm bis ca. halbe Faust und in der Uferbefestigung geht es ab Faustgröße bis zur größe eines Fußballes.Als Zuschlagstoff in anderen Bauteilen (Beton...) ist Schlacke auch willkommen.Es gibt soviel...Und somit kann man Schlacken auch an den unmöglichsten Orten finden.
Es müssen ja auch keine Höchöfen sein.Z.B. wird Kupferschrott in Niederschachtöfen verhüttet.Die dort anfallenden Schlacken (Augitschlacke) sind wegen der Witterungsbeständigkeit,für o.g. Zwecke,sehr gegfragt.In Hamburg steht z.B.eine Kupferhütte;heute "Aurubis" ehem. "Norddeutsche Affinerie".
Diese gezeigten Bilder könnten durchaus solche Schlacken sein.
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Hallo,
warum soll ein Eisensilikat magnetisch sein?
Meines Wissens bedarf es einiger Bedingungen damit ein Stoff ferromagnetisch ist.
- ungepaarte Elektronen
- Spin-Spin Wechselwirkung
- Überlappungsintegral
....
MfG
Frank
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Hallo!
Könnte man hier auch von einer Schmelze reden?Für eine Schlacke fehlen meiner Meinung nach die blasigen Strukturen.
Wenn das Zeug aus einer Galvanik stammt,könnte das im Schrott sogar noch etwas bringen ;D
Gruß Jens
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Hallo Jochen,
die Dichte lag bei ca 3. Da ist MEtall aus der Galvanik selten. Aber dein Einwand zu den Blasen ist gut. Vielleicht gibt es dazu noch Makros ;-)
Frank
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Hi
Gebe ich auch mal meinen Senf dazu: Abgesehen von der recht geringen Dichte liegen solche Schlackebrocken auf Helgoland und der Düne zu Hauf rum, Farbe, Strucktur etc. passt. Ob die Helgolandschlacke magnetisch ist, weiß ich aus dem Kopf nicht, aber wie Frank schon sagt, Eisensilikate sind nicht magnetisch. Blasenstrukturen zeigen die Schlacken auf Helgoland übrigens auch nicht oder nur selten. Häufiger findet man Stücke mit schönen groben Kristallstrukturen, solch einen Brock hab ich sogar mal mitgeschleppt. Achso, Hochöfen gibt es auf Helgoland auch keine :P
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Moin Moin,
ja Makro´s lassen sich einigermaßen einrichten, ein bisschen Dreck ist auf den Klumpen ;) . Hier noch drei .PDF mit Makros (eins davon mit Blitz)! Vielleicht kann man anhand von den Bildern das Material herausfinden?! Besten Dank... LG
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Hi,
also für mich ist das auch eindeutig Schlacke! Die Fließstrukturen auf der Oberfläche, die Farbe und der Glanz sprechen eindeutig dafür.
Gruß André
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Hallo,
Dürfte sich wieder einmal um Fayalit handeln, ist ein häufiges Mineral in Eisenschlacken. Das angesprochene Material von Helgoland ist jedenfalls ebenso welcher wie der überwiegende Anteil der Schlacken von Joldelund (eisenzeitliche Rennöfen). Fayalit selbst ist kaum magnetisch (nur bei hoher Feldstärke, nicht mit Haushaltsmagneten). Dahingegen sind manche Schlacken magnetisch, das kommt dann von Eisenoxiden (Magnetit und Wüstit), die of vorhanden sind, oder Tröpfchen von Eisen.
Glück Auf!
Smoeller