Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Kluftknacker am 07 Dec 11, 09:15
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Hallo,
in einem betagten Werk über Lagerstätten im Westharz (besonders St. Andreasberg) bin ich mehrmals über den Begriff "sulfidische Zeolithe" gestoplert.
Was hat es damit auf sich?
Kluftknacker
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Servus,
dieser Begriff ist mir auch nicht gelaeufig. Das Adjektiv sulfidisch weist auf die Anwesenheit von negativ geladenem Schwefel hin
Synthetische ULTRAMARINPIGMENTE (blau, gruen, violett) werden auch zu den Zeolithen gerechnet, diese enthalten Schwefel in anionischer Form (ungefaehre Zusammensetzung Na6Al6Si6O24 x (NaS)n (n = 2–4)).
Zeolithe im engeren Sinn sind schwefelfreie Alumosilikate der folgenden Zusammensetzung:
M2/zO X Al2O3 X xSiO2 X yH2O, wobei M = ein- /mehrwertiges Metallion (Alkali- oder Erdalkali-Kation), H oder NH4, z = Wertigkeit des Kations, x = 1,8 bis ca. 12 und y = 0 bis ca. 8.
GA
Harald
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Könnte damit nicht einfach nur der Unterschied zwischen Zeolithen neben (Gang-)Erzen (wie in St. Andreasberg recht typisch) und denen z.B. in Ergußgesteinen, Basalt etc. gemeint sein? Man weiß ja nicht, wie die Alten "getickt" haben.
Kluftknacker
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Nichts ist unmoeglich ;D. Vermutlich ist der Begriff "sulfidische Zeolithe" einfach nur ungluecklich gewaehlt, daher erscheint die verwendete Terminologie bei heutigem Kenntnisstand irrefuehrend.
Die Bildung von Zeolithen ist auf hydrothermale Vorgaenge/Alteration zurueckzufuehren und erfordert nicht die Anwesenheit von Schwefel(verbindungen).
GA
Harald
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Mineralogen haben den Begriff "nichtsilikatische Zeolithe" geprägt. Soll heißen, ähnliche Strukturen wie bei Zeolithen kommen auch in anderen Mineralgruppen vor, so bei den Oxiden, z.B. Hollandit, oder bei den Arsenaten, z.B. Pharmakosiderit. Aus der Gruppe der Sulfide habe ich allerdings noch bei keinem Mineral gelesen, dass es in diese Verwandtschaft gehören soll.
Wenn Dein "betagtes Werk über Lagerstätten im Westharz" wirklich alt ist, vor etwa 1935 und damit vor der Anwendung der Röntgenstrahlen zur Strukturaufklärung, dann hat die Bezeichnung "sulfidische Zeolithe" nichts mit der inneren Struktur zu tun. Diese ganze Betrachtung setzt eingehende Kenntnisse der Struktur unserer Minerale voraus.
Gruß
Zeo
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Hallo
Bin bis jetzt davon ausgegangen, daß Zeolithe zur Mineralklasse-9.G nach Strunz (9. Auflage) - Gerüstsilikate (Tektosilikate) mit zeolitischem H2O gehören.
Bezieht sich die Ähnlichkeit nichtsilikatischer Zeolithe nur auf Struktur oder auch auf Eigenschaften?
Ich sehe den Zusammenhang zu Hollandit und Pharmakosiderit noch nicht. :(
Gruß
Norbert
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"in einem betagten Werk"
Welchem denn?
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Hallo,
denke, Kluftknacker liegt mit seinem zweiten Posting richtig. Es wird einfach nur die Anwesenheit der Zeolithe in einem sulfidchen Erzgang gemeint sein.
...speziell die der schön rosa farbenen ;)
Glück Auf!
Carsten
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Hallo,
Denke auch, dass es am ehesten um die Beschaffenheit der Gänge geht. Man wollte wohl einfch zeolithreiche Gänge von solchen mit überwiegend Kalkspat (kalkspätige Silber-Formation) abtrennen.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo Embarak,
auch bei den Eigenschaften gibt es zumindest Ähnlichkeiten, z.b. Ionenaustauschkapazität. Für mich ein Einstieg war der Artikel Von J. Zemann: Nichtsilikatische Zeolithe. Mitteilungen der Österreichischen Mineralogischen Gesellschaft 136 (1991) S.21-34. Darin ist noch jede Menge an Arbeiten zitiert.
Gruß
Zeo