Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: StevenNowak96 am 03 Jan 12, 18:26
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Hallo,
habe mal eine grundsätzliche Frage:
Wie werden Klein-, Hand-, Normal- und Großstufe definiert?
Micromount: < 15 x 15 mm (laut Wikipedia)
Kleinstufe: < 5 cm
Handstufe: ca. so groß wie die Handfläche
Normalstufe: ?
Großstufe: ?
Oder gibt es hierzu eine Hilfeseite im Lexikon?
Grüße
Steven
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Hallo Steven,
eine Seite im Lexikon gibt es nicht. Wohl auch deshalb, weil es da keine festgeschriebenen Definitionen gibt.
Peter (collector) hatte das mal recht gut zusammengefasst:
......
das ist alles ganz individuell und manchmal nach Händler ganz unterschiedlich auslegbar, aber meist:
MM (Micromount) : Mineral / Kristall unter dem Binokular / Mikroskop erkennbar; meist von 1-5 mm, Kristall ohne oder mit Matrix
KS (Kleinstufe) ca. 2x3 cm
NS: (Normalstufe): ca. 3x5 bis 5x8 cm
HS: (Handstufe): Ca. 5x8 bis 10x14 cm
GS: Großstufe: Ganz unterscheidlich: 8v0n 8x12 bis 20x30 cm
MS: Museumsstufe: Ist ein Qualitäts-, kein Quantitätsbegriff: Super oder bilderbuchhafte Ausbildung bis hin zu Riesenkristallen: bei extrem seltenen Mineralien kann eine Museumsstufe Samsonit 2x3 cm groß , jedoch auch eine Flussspatstufe 100x200 cm groß sein. In meiner Sammlung gibts einen perfekten Museums-Hafnonkristall von 1x2 cm, einer der größten der Welt, in anderen Sammlungen stehen Sandrosen bis zu 3 m Durchmesser.
Vitrinenstufen sind alle Stufen, die sich jemand nach eigenem Ermessen in seine Vitrine stellt; je nach persönlicher Einschätzung. Manche habe Schrott in der Vitrine, manche haben echt gute Stufen; meist jedoch alle Mineralstufen, die nicht im Karton liegen, sonmdern zuhause irgendwie ausgestellt sind.
Kapseln enthalten pulverförmige oder absolut feinstkristalline mikrokörnige Mineralien, welche amn, wenn man sie sammelt, analysieren sollte oder viel Vertrauen zum Verkäufer haben muss. Genauso vertrauenswürdig, wie Medikamente in Gelatinekapseln.
......
Gruß
collector
Gruß,
Andreas
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Hallo Steven, Andy,
ich habe die Seite Stufe im Lexikon nach meinem Kenntnisstand bereichert:
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Stufe
Allerdings nehme ich die Infos von Peter mit rein. Danke für den Fund!
Gruß Philip
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Hallo,
eine Größenangabe bei einem Micromount macht noch kein Micromount! Es ist zwar richtig, dass <15x15 mm stimmt, sonst würde man die Stufe nicht in die typische Plastikdose quetschen können. Das ist aber nur die halbe Wahrheit bzw. in summa inkorrekt. Ich möchte da lieber von "einer Mikromineralstufe in einem Behältnis, das zum Herstellen von Micromounts verwendet wird" sprechen. Sofern diese Mikromineralstufe nach den Regeln der MM-Kunst montiert wird (Kitt reicht da nicht aus!) ist es ein Micromount. Aber nur dann. Ich hoffe, der Unterschied wird klar.
Kluftknacker
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Hallo,
eine Größenangabe bei einem Micromount macht noch kein Micromount! Es ist zwar richtig, dass <15x15 mm stimmt, sonst würde man die Stufe nicht in die typische Plastikdose quetschen können. Das ist aber nur die halbe Wahrheit bzw. in summa inkorrekt. Ich möchte da lieber von "einer Mikromineralstufe in einem Behältnis, das zum Herstellen von Micromounts verwendet wird" sprechen. Sofern diese Mikromineralstufe nach den Regeln der MM-Kunst montiert wird (Kitt reicht da nicht aus!) ist es ein Micromount. Aber nur dann. Ich hoffe, der Unterschied wird klar.
Kluftknacker
Demnach wären Micromounts nur dann Micromounts, wenn man sich viel Zeit und Mühe bei Eindosen gemacht hat ? Sorry, aber irgendwie kann ich mich damit nicht anfreunden. Und Mikromineralstufen und Micromounts in zwei Kategorien aufdröseln - so weit wird wahrscheinlich auch kaum jemand gehen, zumal die Meisten (?) unter Micromounts die nach Deiner Definition Mikromineralstufen verstehen, mich eingeschlossen.
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Demnach wären Micromounts nur dann Micromounts, wenn man sich viel Zeit und Mühe bei Eindosen gemacht hat ?
Eindeutig: Ja!
Sorry, aber irgendwie kann ich mich damit nicht anfreunden. Und Mikromineralstufen und Micromounts in zwei Kategorien aufdröseln - so weit wird wahrscheinlich auch kaum jemand gehen, zumal die Meisten (?) unter Micromounts die nach Deiner Definition Mikromineralstufen verstehen, mich eingeschlossen.
Du musst Dich persönlich damit ja nicht anfreunden, trotzdem entspricht es der klassischen Definition von einem Mikromount.
Das sind keine zwei Kategorien. Mikromineralien sind das alle. Micromounts geht noch einen Schritt weiter und betriffft die Art der Montage
Im Angelsächsischen wird sauber getrennt, wir Deutschen vermanschen wieder (inkorrekterweise) einmal alles.
Und: es gibt auch handtellergroße Stufen mit Mikrokristallen. Sind das Mikromounts? Mitnichten.
Beste Grüße
Kluftknacker
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Hallo,
jetzt werde ich gemein und provokativ: Was ist ein Haufen Streusalz?
- es sind Kristalle
- es ist ein Mineral (Hallit)
- Es ist ein Mikromineral (lol) ?
- ist es eine Mikromineralstufe?
- Wenn to mount für anbringen steht, muss ich den Haufen am Boden auf Klebeband xixiren?
http://dict.leo.org/ende?lp=ende&lang=de&searchLoc=0&cmpType=relaxed§Hdr=on&spellToler=&search=to+mount
Dann ist also ein Mikromount ein in einer Dose eingeklebter Stein auf dem kleine Kristalle sitzen? Wo ist die Grenze? Klebe ich einen 1cm Granat in die Dose waere das für mich kein Micromount.
MfG
Frank
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Klebe ich einen 1cm Granat in die Dose waere das für mich kein Micromount.
Ja, nach klassicher Definition - von der man halten will, was man mag - ist das auch kein Micromount.
Zum Streusalz: Klebst Du einen! Einkristall Streusalz auf einen kleinen Sockel und das ganze dann in die übliche Klarsichtdose, dann hast Du ein Micromount. Die Montage von losen Einkristallen ohne Matrix ist ein wichtiges, wenn auch schwieriges Arbeitsgebiet eines Micromounters. Ein loser Haufen auf Klebeband ist weder eine Stufe noch ein "Mount".
Wo die Grenze zu ziehen ist? Ganz einfach: Zum Betrachten ist eine Lupe bzw. ein Mikroskop unerlässlich. So einen knubbeliger Granat sieht man auch so, denke ich 'mal.
MfG
Peter
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Also für mich ist das eigentlich ganz einfach!
Als Mikromount bezeichne ich alle Stücke in meiner Sammlung, für welche ich eine Lupe bzw. ein Mikroskop benötige um die darauf befindlichen Kristalle zu sehen oder zu erkennen. Für mich spielt es dabei keine Rolle ob sich das Stück in einem Döschen befindet oder nicht. Ich gehe sogar soweit, dass ich selbst nichts in die Sammlung nehme das ich nicht mit max. 16-20facher Vergrößerung gut erkennen kann. Das habe ich eingeführt nachdem es mir schon einige male passiert ist, dass mir jemand ein Stück angeboten hat auf welchem ein Mineral war, das er selbst nicht mehr finden konnte nachdem ich nachgefragt habe. Oder was unter dem dem Mikroskop selbst bei 20facher Vergrößerung nur ein winziger Punkt von etwas ist. Zur genauen Betrachtung oder Bestimmunghilfe von Kristallen gehe ich dann durchaus schon mal auf 100fache Vergrößerung. Aber wirklich nur für den Zweck.
Gruß loparit
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Nun will ich auch mal meinen Senf dazu geben. Peter hat recht! Ein Mikromount kann nur dann als Mikromount bezeichnet werden, wenn ein Kristallaggregat, welches darüber hinaus noch unbeschädigt ist (Mikromounter legen größten Wert auf Qualität), so auf einen Sockel montiert ist, daß die Kristalle optimal vor das Objektiv des Mikroskop platziert werden können. "Mount" ist hier nicht mit Fels bzw. Stein sondern mit montieren/befestigen zu überetzen. Die meisten der als Mikromount bezeichneten Stufen sind entweder Kleinstufen oder Tumbnails. Bei losen stufen sollte man das "mount" weglassen und diese höchstens als Mikros bezeichnen.
Mikromounter im Osten haben meist das hervorragende Buch "Micromounts" von Vollstädt, Voigt und Vogel. Mikromounter aus den alten Bundesländern sollten versuchen, dieses sehr ästhetisch aufgemachte Buch antiquarisch zu erlangen.
Uwe
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Hallo Uwe
Ich stimme dir uneingeschränkt zu. Ich habe das Buch auch und es erklärt eigentlich alles zum Thema Micromounts.
Beste Grüße
Roland
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Hallo,
in meinen Augen sind da beide Punkte drin, die einen MM ausmachen:
- Micro: Mit dem unbewaffnetem Auge nicht zu identifizieren
- Mount: angebracht
Zitat1:
Als Mikromount bezeichne ich alle Stücke in meiner Sammlung, für welche ich eine Lupe bzw. ein Mikroskop benötige um die darauf befindlichen Kristalle zu sehen oder zu erkennen.
Zitat2:
Ein Mikromount kann nur dann als Mikromount bezeichnet werden, wenn ein Kristallaggregat, welches darüber hinaus noch unbeschädigt ist (Mikromounter legen größten Wert auf Qualität), so auf einen Sockel montiert ist, daß die Kristalle optimal vor das Objektiv des Mikroskop platziert werden können.
Die Qualitätsangabe schwankt von Person zu Person, daher gehört das imho nicht in eine Definition.
Mfg
Frank
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Hallo,
Mikromineral: Alles was in Döschen bis zu 2,8x2,8 cm (Deutsche Kästchengröße, in den USA abweichend) aufbewahrt werden kann. Da muss man in den USA bzw. in der angelsächsischen Sprachwelt ganz doll aufpassen, ich schreibe bei Mikromineralien, die ich auf dem internationalen Markt anbiete, immer "German size micromineral box". Meist halt eher kleiner als die Kästchengröße.
Mikromount (micromount) sind, wie schon richtig gesagt, einzelne Kristalle oder Kristallgruppen, die innerhalb des Kästchens auf eine Unterlage (das können im Extremfall Pinselhaare oder Borsten einer Zahnbürste sein) montiert werden. Im deutschen und überhaupt europäischen Sprachgebrauch wird meist Mikromount synonym für Mikromineral verwendet. Das ist schon seit dem Buch Der Mikromounter von A. Kipfer so, auch wenn darin auf die Montagetechnik eingegangen wird.
Im angelsächsischen, v.a. amerikanischen Sprachgebrauch gibt es noch die Bezeichnungen Thumbnail (Daumennagel) und Toenail(Zehennagel). Das sind dann kleine Kleinstufen bis etwa zur Größe eines Daumennagels, die in Klappdeckeldöschen mit Schaumstoffunterlage untergebracht sind. Die Kristalle sind in der Regel mit dem bloßen Auge, mindestens aber mit der Lupe sichtba. In Deutschland nicht so verbreitet, ist so eine Zwischenstufe zwischen Mikromineral und Kleinstufe.
Kleinstufe: Nicht so definiert, meist in D an den Kästchengrößen festgemacht, oft 4x3 - 6x4 oder 6x8 cm (gängige Kastenmaße). In D wird meist einfach nur die Größe als Maß genommen, es spielt keine Rolle, ob man die xx auch ohne Mikroskop sehen kann.
Normalstufe: Zwischending zwischen KS und Handstück. Meist so zwischen 6 und 8 cm. Entspricht dem angelsächsischen "small cabinet".
Handstücke oder Kabinettstufen (engl. cabinet) sind alles von Handgröße an aufwärts. Hier sollten dann schon die wesentlichen Minerale mit dem bloßen Auge zu sehen sein.
Großstufe, Vitrinenstufe, Museumsstufe sind eher subjektive Begriffe. Wo fängt eine Großstufe an? Für manche (verkaufswirksam!!) schon bei 12 oder 15 cm, für andere erst jenseits von 20 cm. Hängt vielleicht auch von der Mineralart ab. So könnte man einen 15 cm langen Proustit-Kristall wohl schon als Großstufe bezeichnen, kaum aber einen 8 cm Bergkristall. Der Gesteinssammler bezeichnet alle Proben als Handstück oder Probe, auch wenn die über 20 oder 30 cm lang sind.
Letztlich alles rein individueller Geschmack, es gibt da keine Normung.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo nochmal
Irgendwie finde ich "klassische" Definition des Mikromounts etwas unfair: Wenn Mikromounts auf eine besondere Montage eines Kristall(aggregats) hindeutet, welches auch noch besonders attraktiv sein soll, so unterstellt dies irgendwo, das die definitionsgemäßen Mikromineralstufen "einfach in die Dose geklatscht" werden. Wenn ich nun von einem Mikromount meiner Definition spreche, so rede ich von den (schon erwähnten) 28x28x22 mm Döschen, also von dem Volumen des Aufbewahrungsbehältnisses ! Das sich die in diesem Aufbewahrungsbehältniss befindliche Mineralstufe in einer maximal möglichen Attraktivät befindet und mit der notwendigen Sorgfalt dort hinein gebracht wurde, setze ich voraus und das ist kein Bezeichnungskriterium mehr. Meine Meinung dazu und so führe ich auch meine Sammlung, davon wird mich auch kein Buch abbringen. Achso, die Größe der Kristalle in dem Aufbewahrungsbehältniss ist egal, solange sie in den Behälter passen. Somit läuft bei mir auch ein 1.5cm Granat in einem 28x28x22 mm Döschen als Mikromount bzw. MM.
Privat habe ich ein Dreiziffernsystem eingeführt, welches mir eine schnelle Abschätzung der Stufenqualität ermöglichen soll: erste Ziffer steht für die Qualität des Minerals, wobei 1 für derb oder Bruch steht und 9 für DEN perfekten Kristall. Die zweite Ziffer gibt die Kristall oder Aggregatgröße an, wobei 1 wiederum für derb steht und 9 für Kristalle größer 20 cm. Und zum Schluss die Stufengröße, wobei 1 für Mikromount (da haben wir es :) ) steht und 7 für eine Großstufe. Auf diese Weise kann ich schnell sehen, das Mineral X mit z.B. 634 in der Sammlung liegt und auf der Börse sehe ich 856, also ggf. kaufen. Zu diesem Bewertungsverfahrung muß natörlich noch gesagt werden, das ich jedes auf einer Stufe befindliche Mineral aufführe und bewerte !
Naja, letztlich kocht jeder sowieso sein eigenes Süppchen (und das ist auch gut so), da kann man auch richtig kreativ werden ;D
Wenn ich Stufen veräußere, dann gebe ich schlicht die Abmessungen und - falls vorhanden - die Abmessungen des Aufbewahrungsbehältnisses an, z.B. ca. 1x1x1cm große Stufe mit max. 0.5mm Kriställchen in einem 28x28x22 mm Klarsichtdöschen - da sollten sämtliche Klarheiten restlos beseitigt sein :D
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Hallo Markus,
Ich sehe es genauso. Bei mir ist alles, was in besagte Dose reinpasst, von der Größe her ein Mikromount (MM), mein Hauptsammelgebiet.
Das war ja auch gerade das, was ich mit meiner Antwort gestern verdeutlichen wollte, nämlich der Unterschied in der Bezeichnung zwischen den hiesigen Sammlern und denen drüben in Amiland. Unter den rund 7000 MM-Stüfchen in meiner Sammlung ist nur ein einziges echtes Mikromount, ein einzelner rosa Zirkon auf einem Streichholzstiel.
Da wurde halt eine Bezeichnung unkritisch und falsch uübernommen. Heute kriegt man das sicher nicht mehr richtig gestellt.
Die Amis übertreibens halt gelegentlich etwas. Beim echten Micromounting geht es eher um eine Art von Kunst (die möglichst kreative Montage eines möglichst schönen Kristalls auf etwas möglichst spektakulärem wie einem Haar) als um die schnöde Aufbewahrung mehr oder weniger interessanter Objekte aus wissenschaftlichem Interesse oder Sammelleidenschaft. Zwei unterschiedliche Mentalitäten, die man nicht zusammenbringen kann.
In besagtem Buch wird vor allem die europäische Variante betrachtet, nämlich die Montage auf Kitt, die anderen Montagen werden erwähnt. Auch die Fotos auf dem Umschlag zeigen auf Kitt montierte Stücke.
Glück Auf!
Smoeller
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Mikromounter im Osten haben meist das hervorragende Buch "Micromounts" von Vollstädt, Voigt und Vogel. Mikromounter aus den alten Bundesländern sollten versuchen, dieses sehr ästhetisch aufgemachte Buch antiquarisch zu erlangen.
z.B. hier http://www.booklooker.de/app/result.php?zid=e82dbc2a309cf93bcf6df086cb69f444&js_state=on&guess=1&guess_mediaType=&guess_field=&autocompleted=&infotext=Micromounts&x=0&y=0 (http://www.booklooker.de/app/result.php?zid=e82dbc2a309cf93bcf6df086cb69f444&js_state=on&guess=1&guess_mediaType=&guess_field=&autocompleted=&infotext=Micromounts&x=0&y=0)
für 1,25 plus 3,-- Versand ;) :D
Kluftknacker
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Wenn ich Stufen veräußere, dann gebe ich schlicht die Abmessungen und - falls vorhanden - die Abmessungen des Aufbewahrungsbehältnisses an, z.B. ca. 1x1x1cm große Stufe mit max. 0.5mm Kriställchen in einem 28x28x22 mm Klarsichtdöschen - da sollten sämtliche Klarheiten restlos beseitigt sein :D
Ja, das ist eine praktikable Methode, dem deutschen Schubladendenken aus dem Weg zu gehen. Noch einfacher wäre es, nur noch lose Ware anzubieten. Da kann denn jeder selbst sehen, wie er/sie die Teile einordnet.
Aber auf eine Gefahr möchte ich hinweisen: Beim Miromount-Tausch mit ausländischen Sammler werden im Ausland "echte" Mounts erwartet!, sofern die Stüfchen vorab als Micromount deklariert wurden. Es gibt immer lange Gesichter, wenn im Gegenzug zu kleinen Kunstwerken ("echte Micromounts" ) der deutsche Sammler seine Kittpopel "vertauschen" möchte. So ist dann schnell ein Tauschkontakt beendet, ehe er so richtig angefangen hat. Dann lieber im Vorfeld von Mikromineralstufen sprechen..
Kluftknacker
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Meine Erfahrung bezüglich Tausch von Mikromounts ist eine andere. Ich habe sehr viel, allerdings in den 80er Jahren, getauscht. Ich hatte Tauschpartner in Amerika, Italien, Holland, Österreich usw.
Dabei habe ich nur Stücke vertauscht die nicht speziell gemountet waren. Nie hat sich jemand beschwert oder war mit dem Tauschmaterial nicht zufrieden. Allerdings habe ich nur Material vertauscht, das ich auch selbst in die Sammlung nehmen würde. Bis auf ein oder zwei Ausnahmen habe ich auch immer tolles Material erhalten und das war genauso in den Döschen gemountet wie ich es auch gehandt habe. Entweder bin ich damals nie an einen solchen speziellen Mikromounter geraten oder die Art des sammelns hat sich zwischenzeitlich geändert. Wobei ich das mountet auch als zweitrangig einstufen würde. Im Gegenteil, wenn mir jemand etwas auf einem Haar gemountet senden würde, wär ich sicherlich nicht begeistert. Das erwähnte Buch habe ich übrigens auch!
Gruß loparit
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Nach so einigen Überlegungen könnte man das montieren in einer Dose auch als M-Mount ansehen.
Es muß nicht unbedingt ein Streichholz o.ä. sein. Nun haben wir aber die Dosengröße und die geht ja von 28 x 28 x 22 mm bis zur Jumbobox.
Wie Loparit schon schreibt wird sich auch in Zukunft keiner daran stören wenn man eine Kleinstufe als MM oder umgekehrt erhält.
Das Buch - welches ich ja auch habe - kann auch nicht das Allheilmittel sein. Es bleibt ja auch jeden offen ob er eine Kleinstufe nochmals formatiert und es dann eine richtige MM wird.
Beste Grüße
Roland
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Vielleicht muss man hier auch unterscheinden, ob jemand sich für das Mineral/den Kristall interessiert, also ein Mineraliensammler ist, oder ob er dann doch lieber kunstvolle Montagen schätzt. Zur Not kann man als Käufer - wenn es einem nun gar nicht gefällt - das Stück immernoch kunstvoll montieren. Das wären dann in meinen Augen allerdings auch keine Mineraliensammler mehr, sondern vielleicht sowas wie Kunstliebhaber oder so. Ich meine hey, was will ich haben, einen schönen Kristall, eine schöne Stufe, oder irgendwas (von mir aus auch schön), was mit irgendeinem sonstwie gerechtfertigten Aufwand in eine Dose präsentiert wird, damit auch der letzte Krümel was her macht. Macht es so einen riesen Unterschied, ob ich nun Kitt verwende oder - - - ja was eigentlich ? Einen Zahnstocher mit einer aufgeklebten Kristallgruppe ? Sorry, also wenn es auf sowas hinausläuft, sind echte Mikromounter für mich in Zukunft keine Mineraliensammler mehr sondern Kunstsammler oder sowas. Ich bin Mineraliensammler und für mich zählt primär die Qualität und Größe der Kristalle/des Minerals und erst in zweiter Linie lege ich wert auf eine besondere Präsentation - diese bevorzugt bei Vitrinenstücken und das sind bis auf eine einzige Ausnahme bei mir keine Mikromounts oder Mikromineralstufen.
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Hallo,
begnüge Dich mit dem Gedanken, dass Micromounter sich (bevorzugt) für das Mineral UND (gleichzeitig) eine ansprechende Montage interessieren. Da gibt es kein "oder".
Einen Zahnstocher mit einer aufgeklebten Kristallgruppe ? Sorry, also wenn es auf sowas hinausläuft, sind echte Mikromounter für mich in Zukunft keine Mineraliensammler mehr sondern Kunstsammler oder sowas.
Dann hast Du weiterhin nicht den Ansatzpunkt des Micromounting verstanden, musst Du ja auch nicht. Die Montage ist kein Selbstzweck und auch nicht das Hauptanliegen. Die Kombination Mineral-optimale Präsentation macht's. Micromounter sammeln keine aufrechten Zahnstocher in einer Platikbox, sondern Mikromineralien, die auf diesen ggf. montiert werden, damit diese bestmöglich gezeigt werden. Ich habe schon von vielen Sammlern 2-mm-große Proben bekommen, die in einer riesigen Jousi-Box am Boden in einer Kittkugel versinken - bei hoher Qualität der Probe. So etwas tut jedem Sammler weh.
Im Gegenzug: Ich halte es für vermessen und überheblich, Micromounter als "Nicht-Mineraliensammler" abzustempeln. Dann könnte man jeden Sammler, der seine Steine auf hochglanzpolierte Plexiglassockel klebt, vielleicht noch mit Gravur, als PMMA-Klotzsammler bezeichnen, bei denen Mineralien zweitrangig sind. Das werde ich aber nicht tun.
Ich bin Mineraliensammler und für mich zählt primär die Qualität und Größe der Kristalle/des Minerals und erst in zweiter Linie lege ich wert auf eine besondere Präsentation.
Was macht ein Micromounter anderes, außer dass er sich bemüht kleine, perfekte xls, optimal zu präsentieren?
Kluftknacker
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Entweder bin ich damals nie an einen solchen speziellen Mikromounter geraten oder die Art des sammelns hat sich zwischenzeitlich geändert.
Ja, da hat sich in den letzten Jahren etwas getan. Auch die Amis haben ihre "überzogenen" Montagepraktiken üderdacht.... In Anbetracht des hohen Aufwandes zum Erstellen eines "echten" Micromounts verwundert es nicht, dass diese nicht einfach "so" vertauscht werden. Im Tauschverkehr wird man überwiegend Rohmaterial zum Selbstzerbröseln und Montieren (wie auch immer) oder/und Kitt- bzw.Heissklebermontagen bekommen. Das ist nicht schlimm und völlig ausreichend.
Mein Hinweis ging dahin, dass manche "Hardcore-Micromounter" auch im Tausch "echte" MMs erwarten (und auch bieten). Am besten vor dem Tausch ankündigen, ob und wie die Mineralien montiert sind, da in vielen Ländern - wie man hier schön sieht - äußerst unterschiedliche Interpretationen von "Micromount" vorkommen.
Kluftknacker
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Hallo,
bisher verstand ich MMs als Stufen, die in die 28x28-Dosen passen und montiert werden, überwiegend aber Mikromineralstufen. Ich habe einen Almandin, der als Einzelkristall in einer MM-Dose steckt und das Volumen ausfüllt. Das ist für mich kein MM - allerdings ist der Kristall für mich auch keine Stufe.
Ich finde es eigentlich toll, wieviel Mühe sich manche für MMs machen. Dass die Stelle, wo die (besten) xx sich befinden, nach oben ausgerichtet ist, ist logisch. Aber ich kann einen 1 mm Samsonitkristall auf doppelseitiges Klebeband kleben, auf einen Streichholz mit Kitt kleben, nur auf Kitt kleben oder, wie bei meinem, edel auf einen durchsichtiges Plastikstift montiert. Leider und auch nicht mit Heißkleber. Wirkt echt prima.
Die amerikanische Weise, Thumbnails, sei es mikromineralisch oder größer, in den Perky Boxes aufzubewahren, kann ich nicht ausstehen: schwarzer Boden, klarer Deckel, nerviger Verschluss, der häufig abbricht, innen eine Lage zugeschnittenes Porenplastik (ein Zwischending zwischen Styropor und Schaumstoff), darauf das Aggregat mit hellblauem Kitt (warum nur hellblau?) oder Heißkleber, der teils mit dem Porenplastik verschmilzt (will man die Stufe anders montieren, wirds unästhetisch).
Gruß Philip
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Die amerikanische Weise, Thumbnails, sei es mikromineralisch oder größer, in den Perky Boxes aufzubewahren, kann ich nicht ausstehen: schwarzer Boden, klarer Deckel, nerviger Verschluss, der häufig abbricht, innen eine Lage zugeschnittenes Porenplastik ...
;D >:D Solche Teile bekomme ich auch manchmal. Grauslich.
Übrigens: Ich habe noch 10 knallig-rote, flache Perky-Boxen (sehen fast noch fabrikfrisch aus) kostengünstig abzugeben - nach dem "Umtopfen" der Minerale in die gute alte europäische Box ;)
Kluftknacker
edel auf einen durchsichtiges Plastikstift montiert.
Jau, da war ein echter Meister am Werk! Hast Du eine Bezugsquelle für die Plastikstifte????
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Die Montage ist kein Selbstzweck und auch nicht das Hauptanliegen. Die Kombination Mineral-optimale Präsentation macht's.
Tja, damit drehen wir uns im Kreis. In meiner Definition der Stufengröße (und darum geht es hier ja letztlich) spielt die Art der Montage keine Rolle, da ich eine optimale Präsentation als selbstverständlich voraussetze, bei Deiner Definiton des Micromounts ist die Montage aber ein entscheidener Faktor und unterstellt somit, das jedem Nicht-Mikromounter die Präsentation mehr oder weniger egal ist. Ich könnte jetzt ja mal etwas wagen (ohne es böse zu meinen) und sagen, meine Definition ist neutral, Deine etwas "rassistisch".
Das man mit einer entsprechenden Montage einen Kristall (egal wie groß) besser zur Geltung bringen kann, ist mir natürlich auch klar und natürlich praktiziere ich das auch. Ich sammle ja nicht, nur um den Schrank voll zu bekommen...
Achso, und was die bereits beschriebenen Perky-Boxen betrifft: Buah, schauderlich. Naja, für sowas hab ich reichlich Aceton und Chloroform im Kühlschrank - denen war bisher noch kein Kitt oder Kleber gewachsen, und dieser komische Schaumstoff schon gar nicht ;D
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Ich kann es auch "neutral" zusammenfassen: "Micromount" eignet sich nicht als Begrifff für eine Größenangabe von Mineralstufen!
Kluftknacker
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Und wieder drehen wir uns im Kreis. Der Begriff "Mikromount" hat sich ja nun eingebürgert, jedoch versteht der Eine darunter etwas anderes als der Andere. Irgendwann verbindet die Allgemeinheit (oder besser Mehrheit) mit dem Begriff eine bestimmte Bedeutung und diese muß man dann akzeptieren. Als Verfechter von Begriffsdefinitionen kommt man dann leider schnell in die Isolation. Beispiel ist z.B. das Wörtchen "bräuchte": Ich brächte mal xyz. "Bräuchte" gab es ursprünglich nicht, ist inzwischen (durch den allgemeinen Gebrauch) aber akzeptiert.
Konkret könnten wir vielleicht mal eine Umfrage starten, wer unter Mikromount nun das Mineraldöschen mit 28x28x22mm mit irgendwas drin versteht und wer unter Mikromount die entsprechend montierten Stufen versteht (ohne vom Ergebniss eine rechtsgültige Definition abzuleiten - dafür sind hier eh zu wenige unterwegs).
P.S.: Zu den gefragten Plastikstiften: Ggf. eignen sich dafür entsprechend formatisierte Gardinenstangen. Alternativ kann man auch Glasstäbe verwenden. Die gibt es in allen möglichen Durchmessern (z.T. auch farbig) und wenn man sie nach dem Kürzen an einem Ende rundschmilzt, sehen die richtig edel aus ! Wenn man etwas Übung hat, kann man sich aus Glas auch (fast) alle beliebigen Formen für Haltestifte selber ziehen.
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Der Begriff "Mikromount" hat sich ja nun eingebürgert, jedoch versteht der Eine darunter etwas anderes als der Andere. Irgendwann verbindet die Allgemeinheit (oder besser Mehrheit) mit dem Begriff eine bestimmte Bedeutung und diese muß man dann akzeptieren. Als Verfechter von Begriffsdefinitionen kommt man dann leider schnell in die Isolation.
Hallo,
nach dieser Logik gäbe es keinen Fortschritt in der menschlichen Entwicklung. Sorry, aber nur weil die Mehrheit irgendwelchen Nonsense nachschwätzt, wird der Nonsense nicht gleich zum Standard erkohren. Beispiele gibt es in der Menschheitsgeschichte genug, 85 Jahre zurück reichen da schon aus...
Motto: Lieber bequem konform als kritisch hinterfragen.
Kluftknacker
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nach dieser Logik gäbe es keinen Fortschritt in der menschlichen Entwicklung. Sorry, aber nur weil die Mehrheit irgendwelchen Nonsense nachschwätzt, wird der Nonsense nicht gleich zum Standard erkohren. Beispiele gibt es in der Menschheitsgeschichte genug, 85 Jahre zurück reichen da schon aus...
Motto: Lieber bequem konform als kritisch hinterfragen.
In dem Punkt gebe ich Dir uneingeschränkt recht, nur leider funktioniert so die menschliche Gesellschaft. Nicht das, was sinnvoll oder logisch ist überlebt, sondern das, was allgemein akzeptiert wird. Über diesen Umstand könnten wir jetzt sicherlich stundenlang diskutieren, nur ändern können wir es nicht (mehr). Es gibt ja genug Verfechter, die mehr oder weniger verzweifelt versuchen, bestimmte - ja ich nenne es einfach mal so - "Werte" aufrecht zu halten, jedoch leider nicht immer mit Erfolg. Ich persönlich bin z.B. ein Gegner von Anglezismen und mir wird regelmäßig Übel, wenn ich zuhören muß, wie sich heutige Jugendliche unterhalten - nur was soll ich dagegen machen ? Jedesmal dazwischengehen und stundenlang rumdiskutieren ? Don Quijote spielen bringt nur was im Film oder Theater. Ok, man kann natürlich für sich selber die Sache so durchziehen, wie man sie für richtig hällt. Nur was macht eine Begriffsdefinition - und das ist es ja, worüber wir hier reden - richtig oder falsch ? Richtig ist eine Begriffsdefinition dann, wenn die Mehrheit auf den entsprechenden Gegenstand zeigt, wenn man sie danach fragt. Und da sich Gesellschaften entwickeln und verändern, entwickeln und verändern sich auch die Definitionen. Ist manchmal - ok, eigentlich immer - echt nervig, aber letztlich ist man selber irgendwann die Minderheit.
Naja, wir driften etwas ab, ob das bei der Mikromountdefinition auch so ist, ist noch nicht bewiesen. Nur "in den Haaren" liegen wir uns schon deswegen, also ist die Begriffsdefinition schon lange nicht mehr einheitlich und verändert sich - das ist Fakt. Und "recht" haben kann man bei solchen Diskussionen sowieso nicht - nur Standpunkte vertreten.
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nur ändern können wir es nicht (mehr).
Warum nicht doch? Es soll noch viele geben, die aufgeschlossen sind, lernen wollen (allerdings auch viele, die kapitulierend dem 'Mainstream' (Achtung: Anglizisme!) hinterherdackeln). Warum gleich die Hoffnung aufgeben, nur weil sich etwas (leider falsch) "eingebürgert" hat?
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Glück Auf,
machen wir doch eine Abstimmen,wer- was unter Mikromount versteht >:D
Denke wird lustig! Wir sind doch alle " Sammler", was auch noch zu definieren wäre ???
Glück Auf aus den Erzgebirge
Lutz
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Hallo,
gehen wir doch lieber raus zum Sammeln statt die freie Zeit mit solchem Kram zu vertrödeln. ;)
Gruß und "Glück Auf"
Günter Blaß