Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: skibbo am 03 Jan 12, 22:48
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Hallo,
es wäre schön wenn mir jemand bei der Bestimmung von folgendem Stück helfen könnte. Es stammt von der Zinkhütte Genna bei Letmathe im Sauerland und ist als Willemit mit Ktenasit gelabelt. Anhand von Bildvergleichen halte ich es allerdings eher für Serpierit. Ist es möglich anhand der Bilder eine Aussage treffen?
Vielen Dank,
Stefan
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1325626741.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1325626741.jpg)
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1325626801.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1325626801.jpg)
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Hi,
G. Schnorrer-Köhler hat im "Aufschluss, Jg. 34, H. 2, S. 89-99 die sekundären Mineralbildungen der ehemalige Hütte Genna
bei Letmathe beschrieben.
Glückauf!
Schlacke
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Hallo,
hübsch. Die Hauptsache an der Stufe ist Serpierit. Das helle mag Willemit sein, keine Ahnung. Ktenasit wäre möglich, dass der als kleine grüne xx in der Serpieritparagenese dort vorkam. Ist auf jeden Fall ja auch noch was richtig grünes auf der Stufe zu sehen.
Gruß
Andreas
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Servus,
meiner Meinung nach ist es nicht moeglich, durch visuellen Vergleich von Abbildungen auch nur eine der (vermutlich zahlreich) auf dieser Stufe vertretenen Mineralspezies sicher zu bestimmen.
Dies erfordert - ausser einer zeitraubenden Probenpraeparation - Zugang zur entsprechenden Analytik und eine Menge an Sachkenntnis. Freundlicherweise hat Herr Schnorrer-Koehler diese Sisyphus-Arbeit fuer den o.g. FO bereits in gewohnt gruendlicher Weise durchgefuehrt.
Uebrigens, fuer mich sieht das eher nach Orthoserperierit aus - es entzieht sich allerdings meiner Kenntnis, ob dieses Mineral von Letmathe beschrieben wurde.
Falls eine eindeutige Bestimung nicht moeglich ist, wirst Du mit einer Rest-Unsicherheit leben muessen.
GA
Harald
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Hallo ihr Drei,
vielen Dank für die Hinweise und auch die sachliche Einschätzung das es mit der visuellen Bestimmung bei dem Material nicht einfach ist. Für mich ist die Fundstelle bisher noch ein unbeschriebenes Blatt und ich hatte gehofft, das es vll. eine "typische" Kombination gibt anhand derer man diesen Fall hätte lösen können. Dann werde ich mir jetzt mal den Artikel suchen und schauen ob ich daraus schlauer werde.
Vielen Dank!
Grüße aus Frankfurt,
Stefan
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Hi
Ich hab zwar nichts von diesem Fundort, aber ich hab mal wegen diverser Unsicherheiten Material von der Juliushütte unter dem REM gehabt, was ähnlich aussah. Ohne Dich jetzt entmutigen zu wollen, aber ich konnte auch mit dem REM kaum eine Zuordnung machen. Der Grund liegt darin, das die sichtbaren "Kristalle" keine solchen sind, sondern oft Aggragate aus vielen, winzigen Kristallien oder ggf. auch Pseudomorphosen. Man kann auf dem Foto auch an vielen Stellen erkennen, das die nadeligen "Kristalle" etwas unregelmäßig sind, daher vermute ich, das es hier ähnlich ist. Allerdings kann ich natürlich auch völlig daneben liegen und es sind doch gut ausgebildet Kristalle. Naja, auf jeden Fall schwankte bei meinen "Kristallen" von der Juliushütte der Chemismus innerhalb einzelner "Kristalle" drastisch, dazu der feinkristalliene Aufbau - da hab ich erstmal das Handtuch geschmissen. Allerdings waren andere Proben bestimmbar. Du solltest auf jeden Fall schauen, ob Du irgendwelche typischen, klar trennbare Kristalle oder Aggregate identifizieren kannst. Auf dem Foto sieht das alles doch etwas einheitlich "breiig" aus, da würe ich eher Chrysokoll o.ä. vermuten - aber das will nichts heisen, ich kenne ja nur das Bild.
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Hallo Markus, wo Du es geschrieben hast: Chrysokoll war auch mein erster Gedanke, vor allem als ich Originalgröße angesehen habe. Da sind ja gebogene Nadelige Kristalle?? bei. Untypisch für die anderen genannten Mineralien.
Gruß willi
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Hallo,
vor ein paar Jahren waren einige Genna-Sammlungen auf dem Markt; Sammler haben zu der Fundstelle eine umfangreiche Beschreibung verfasst und sozusagen "im Eigenverlag" pubiliziert ("Umbildungen und Mineralneubildungen in den Schlackenhalden der Zinkhütte Genna in Letmathe, Sauerland als Bestimmungs- und Vergleichshilfe von Sammlern für Sammler", herausgegeben von Michael Süper, Köln; 1997). Immerhin werden darin mehr als 240 Neubildungen, Varietäten und unbenannte Phasen vorgestellt - allerdings kein Chrysokoll.
Über Willemit ist zu lesen: "häufig. (...) braun, grün, farblos, gelb und tintenblau. Die meisten Willemite haben ein korallenartiges Aussehen. (...) Seltener schöne blaue undeutliche Kristalle mit pseudohexagonalem Querschnitt, aber auch langprismatische mit fettigem Glanz."
zu Ktenasit: "Häufigkeit: nicht so häufig. Die blaugrünen, monoklinen Täfelchen, oft parallel-geschichtete Kristalle, (...) kommen meist vermischt zwischen Serpierit, Schulenbergit oder Namuwit vor."
Vielleicht helfen die Infos ja etwas weiter...
GA
Meinad
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Hallo!
Ja das mit Genna war eine Zusammenarbeit von Dieter Bender und Michael, die sich da auch viel Arbeit gemacht hatten.
Leider ist Michael viel zu jung vor einigen Jahren verstorben, er hätte hier dann wohl auch weiterhelfen können.
Gruß
Thomas
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Hallo!
Zur Frage kann ich leider nicht beitragen, aber die erwähnte Publikation im Eigenverlag würde mich sehr interessieren (ich habe auch noch einiges an unbestimmtem Genna-Material seit ewigen Zeiten in meinen Schubladen schlummern). Hat die irgendjemand und kann evtl. eine Kopie anfertigen?
Viele Grüße
-- Björn
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Hallo Skibbo,
Deine Stufe zeigt Zinkit (die Würmchen) bewachsen meist mit Serpierit (Willemit von dort sieht anders aus). Das Grüne könnte Brochantit sein.
(Übrigens wurden fast alle Stücke von Dieter Bender von mir untersucht).
Es können jedoch auch andere Mikrominerale auf solchen Stufen auftreten.
MfG und GA
Günter Blaß
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Wow, vielen Dank für die zahlreichen Antworten, das hilft mir echt enorm weiter.
Wie gesagt, ich hatte bislang überhaupt keinen Bezug zu "Genna" und kenne das Material von dort eigentlich gar nicht. Ich habe nochmal ein paar Detailbilder gemacht, die Bildbreiten liegen jeweils zwischen 2 und 6 mm. Evtl. hilft es ja nochmal, wenn man sich diese Bilder in Originalgröße anschaut. Was mich noch interessieren würde ist eine Einschätzung des Stücks (damit meine ich nicht den Geldwert), handelt es sich eher um Belegmaterial oder ist es schon sammelwürdig, ich kann es halt überhaupt nicht einschätzen.
Hier die Bilder:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1325872780.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1325872780.jpg)
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1325872808.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1325872808.jpg)
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1325872849.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1325872849.jpg)
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1325873240.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1325873240.jpg)
Nochmal vielen Dank an alle, die sich bisher beteiligt haben!
@TK: Hast du die Publikation und kannst sie nach Oberursel mitbringen, damit ich da mal reinschauen kann? Das wäre toll.
@ isbjörn: Sieht mal sich wieder auf der Börse oder seid ihr schon umgezogen?
Liebe Grüße,
Stefan
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@skibbo
Wir wohnen jetzt in der Nähe von Offenburg, Oberursel ist da nicht mehr so günstig. Die Börse in Lahr (April) ist wohl die nächstgelegene Sammlerbörse. Werde mich wohl also zukünftig mehr mit Schwarzwald und Kaiserstuhl beschäftigen...
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Hallo Stefan!
Leider habe ich diese nicht mehr, da ich schon vor Jahren fast alle meine Schlackenmineralien inkl. der Beschreibung hergegeben habe... Falls ich aber mal ein Exemplar auftreibe, sage ich Dir Bescheid!
Gruß
Thomas
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Hallo,
hier habe ich noch einen Artikel zum Thema gefunden:
G. Schnorrer-Köhler: Neue Minerale von der Schlackenhalde der ehemaligen Zinkhütte Genna in Letmathe/Sauerland, in:
Der Aufschluss, Jg. 37 (1986), H. 2, S. 55-67
Glückauf!
Schlacke
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Hallo,
ich suche "Umbildungen und Mineralneubildungen in den Schlackenhalden der Zinkhütte Genna in Letmathe, Sauerland als Bestimmungs- und Vergleichshilfe von Sammlern für Sammler", herausgegeben von Michael Süper, Köln; 1997), auch als Scan. Kann mir jemand weiterhelfen?
Glück auf!
Micha