Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => erledigte Bestimmungen / completed determinations => Thema gestartet von: MichaelP am 25 Jan 12, 21:31
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Hallo,
ich fürchte, es kann mir keiner helfen, aber ich versuche es trotzdem mal. ;)
Als Mikromineraliensammler schau ich mir alle Funde genau unter dem Mikroskop an, und dann kommen schon mal Mineralien zum Vorschein, die der von mir bereits befragte Lokalsammler noch nicht gesehen hat.
Bild 1 (Bildbreite ca. 2,6 mm) läßt mich spontan an ein Sagenit-Gitter erkennen. Der Lokalsammler sagt auch, es könnte Rutil sein.
Bild 2 (Bildbreite ca. 1,6 mm): Arsenopyrit ?
Bild 3 (Bildbreite ca. 1,6 mm): dunkler Knubbel mit parallel aufsitzenden Höckern :-\
Der Lokalsammler meint, es könnte ein Niobotantalat sein (keine Ahnung, was das ist). Ich habe mal alle Mineralien der beachbarten Fundstelle Dolni Bory rausgesucht, die Niob oder Tantal enthalten. Da ist mir nur Columbit aufgefallen. Könnte es so etwas sein ?
Ansonsten war auf den Stufen mit diesen unbekannten Mineralien noch Quarz, Muskovit, Schörl, Clorit und Apatit
Glück Auf!
Michael
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Hi Michael
Bild 3 könnte Hämatit sein, würde auch zu dem Rutil aus Bild 1 passen
Glück Auf
Haldenhai
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Hallo,
zu 1: Ja möglich - um mehr Sicherheit zu haben, solltest du den Winkel im Gitter ausmessen. Der Sagenit sollte imho 63° haben, dem Winkel zwischen der [001] und [101].
zu 2: Weiss nicht
zu 3.: Columbit ist eigentlich tetraedrisch, oder? Passt nicht so ganz - ist aber anhand der Fotos nicht auszuschliessen oder zu bestätigen. Tantalate oder Niobate sind meist lückenlos mischbar.
MfG
Frank
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Hallo,
bei 1 tendiere ich auch zu Sagenit, bei 2 habe ich ebenfalls keine Ahnung, ich sehe da auf dem Foto zu wenig. Zu 3: Columbit und seine Verwandschaft sind orthorhombisch. Die Perspektive mag täuschen, aber es sieht nicht zwingend nach rechtwinkligem Querschnitt in Längsrichtung aus. Für Hämatit gefallen mir die Winkel an den Kopfflächen nicht, aber auch da mag die Perspektive täuschen. Falls irgendwo eine Bruchfläche existiert: Columbit glänzt sehr stark schwarz im Bruch.
Günter
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Hallo,
für Bild 2 würde mir Magnetit in den Sinn kommen.
Viele Grüsse
Andreas
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Hallo und vielen Dank für eure Tipps.
Der Hinweis auf die Winkel war klasse. Ich hab's mal nachgemessen (Geodreieck auf Bildschirm gelegt).
Dabei komme ich auf 62°. Allerdings sind bei meiner "Messmethode" Fehler nicht ausgeschlossen ;)
Bei dem Mineral auf Bild 1 schreibe ich also mal Rutil/Sagenit auf den Zettel.
Die anderen Mineralien sind so klein, dass man auch unter dem Bino nicht viel mehr erkennen kann.
Da lasse ich vorerst ein Fragezeichen stehen.
Heute abend werde ich mal meine neue Magnetnadel kreisen lassen. Mal sehen, ob die ausschlägt.
Viele Grüße
Michael
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Hallo,
1. eindeutig Rutil
2. könnte Arsenopyrit sein, Magnetit wäre auch möglich. Allerdings spricht die Farbe eher für Arsenkies.
3. wohl nur analytisch bestimmbar. Columbit, Ferberit, Hämatit, Ilmenit, alles vom Foto her möglich
Glück Auf!
Smoeller
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3. sieht aus wie eine Epitaxie von Mineral A auf Mineral B.
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Hallo,
der Test mit einer Magnetnadel war negativ. Die Nadel hat weder bei dem Mineral auf Bild 2 noch auf dem von Bild 3 gezuckt.
Da Uwe eine Epitaxie ins Spiel gebracht hat, habe ich mir 3. nochmal genauer unter dem Mikroskop angesehen. Bei anderer Beleuchtung und unter einem anderen Betrachtungswinkel sieht es tatsächlich nach einer Epitaxie aus. Das untere Mineral sieht so aus wie Nr. 2. Man kann auch solche Dreiecksflächen erkennen. Darauf sitzen diese schwarzen hochglänzenden tafeligen Kristalle.
Es könnte also irgend etwas auf Arsenopyrit sein.
Viele Grüße
Michael
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Hallo,
Wenn es Arsenopyrit ist, käme für 3. auch Markasit in Frage. Löllingit wäre evtl. auch eine Möglichkeit.
Glück Auf!
Smoeller
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Danke Sebastian !
Markasit passt nicht, aber die Kristallform von Löllingit scheint genau zu passen.
Viele Grüße
Michael