Mineralienatlas - Fossilienatlas
Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición => Schlacken, Gläser, Verhüttungsprodukte / slags, glasses, smelting products => Bestimmungsanfragen zu Schlacken/Gläsern/Kunstprodukten => Thema gestartet von: TinoLith am 21 Feb 12, 06:09
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Hallo liebe Sammelgemeinde,
ich habe hier ein dreiteiliges großes Fragezeichen.
Die Stufe(n) wurden vor ettlicher Zeit an ein Museum als Leihgabe verliehen und
kamen nun zurück, jedoch ohne jegliche Beschriftungen, Etiketten o.ä.
(Na toll)
Nun meine Frage, könntet Ihr mit mir versuchen, den Täter zu überführen und Ihm wieder einen Namen
bzw. vieleicht sogar einen möglichen Fundort zu geben?
Ich vermutete schon Kupferdendriten, jedoch lässt mich die Schnittfläche (silbrig) des kleinsten Stückes
wieder davon abkommen.
Hinzu kommt, dass die Stücke alle an die Basis angeschraubt wurden (doch schon recht untypisch)
Stufengröße: 2,5 cm x 2 cm x 1 cm / 3 cm x 3 cm x 1,5 cm / 6 cm x 6 cm x 3 cm
Viele Grüße
Tino
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Hallo Tino,
das Brettchen könnte zur einer Schulsammlung unter dem Begriff ELEMENTE gehören.
Bessere, hellere Bilder wären schön für die Bestimmung. Das silberne Stüfchen kann ged. Silber und die anderen vermutlich Kupfer sein. FO ohne Matrix ist schwer.
Gruß
Bodo
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Hallo Bodo,
das Stück, besser, die Stücke sind alle drei das selbe Material.
Vmtl. Schulsammlung, möglich, ist vom Museum an ein anderes Museum verliehen wurden,
vieleicht ist es damals aus einer Schulsammlung an das Museum verkauft/gespendet/gestiftet wurden.
An gediegen Kupfer hatte ich auch gedacht, jedoch haben alle 3 die silberne Schnittfläche.
Bessere Fotos kann ich im Moment leider nicht machen, ich schau mal was sich machen lässt.
(Stufe ist nicht bei mir)
Viele Grüße
Tino
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Strichfarbe ?
Härte ?
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Hallo liebe Gemeinde der Mineralienfreunde
So, jetzt hab ich bessere Fotos.
Detailfotos folgen.
Härte: zwischen 5 und 6 (Mohs)
Strichfarbe: metallisch
An der Schnittfläche leichte Oxidation (Eisen-Rost?)
"Überkrustung" rötlich samtig, unter Lichteinfluss schillernd (Limonit?)
Viele Grüße
Tino
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Detailfoto große Stufe unten
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Detailfoto Mittelstufe unten
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Foto Mittelstufe Front
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Detail Großstufe Ausschnitt
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Vieleicht hat einer von Euch eine Vermutung, was es sein könnte.
Vielen Dank an alle.
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Da ist dochn Gewinde drin . . . ominös !
Halte mal nen Magnet ran . . .
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Ach ja, hat ich vergessen, mit nem Starken Stabmagneten ist es trotzdem nur sehr leicht magnetisch.
Das Gewinde dient zum Aufschrauben auf den Holzsockel, damit nicht eines der drei Stücke verloren geht.
Viele Grüße
Tino
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Es soll wohl auch sowas wie eisendendriten geben, allerdings mehr so als Hüttenprodukt .
http://www.google.de/imgres?q=eisendendriten&hl=de&biw=1366&bih=691&gbv=2&tbm=isch&tbnid=u7LI1ZjQCTrjjM:&imgrefurl=http://tu-freiberg.de/ze/sammlungen/09_eisenmet.html&docid=mvSWbl6Gy4eYmM&imgurl=http://tu-freiberg.de/ze/sammlungen/img/eisen2.jpg&w=400&h=482&ei=FChwT8adDobO4QSvv-HAAg&zoom=1&iact=rc&dur=367&sig=109925532191134121799&page=1&tbnh=142&tbnw=116&start=0&ndsp=18&ved=1t:429,r:2,s:0&tx=94&ty=88
Könnte was seltenes sein . . .
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Das sieht gut aus, könnte hinkommen.
Ich bin auch von nem Verhüttungsprodukt ausgegangen, da meines Erachtens ganz leichte Schmelzspuren zu sehen sind. (bei dem mittleren im linken vorderen Bereich)
Die Idee mit den Eisendendriten gefällt mir bisher am besten (plausibelsten)
Viele Grüße
Tino
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Hallo,
gegen Eisendrendriten sprich die geringe Magnetisierbarkeit. Hochlegierte Edelstähle sind nicht magnetisch, aber rosten auch nicht. Aber gibt Fe nicht mit Zitronensäure auch diesen typischen "Eisengeruch"?
http://www.scienceticker.info/2006/10/18/forscher-erklaeren-eisen-geruch/
MfG
Frank
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Muss ich mal testen,
ich denk mal normale Flüssigzitrone müsste auch reichen.
Danke für den Tip.
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Jetzt fiel es mir ein,
wir hatten bei dem UMO (unidentifiziertes mineralogisches Objekt) Argentit ins Rennen geworfen.
Wobei ich immernoch eher zu dem letzteren Hüttenprodukt tendiere.
Viele grüße
Glück Auf
Tino
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Das muss irgendwas mit Eisen sein zumindest siehts nach Rost aus , vielleicht haben die in der Hütte irgendwas reinlegiert wodurch das weniger magnetisch wird , mit Mangan müsste das gehen , je mehr Mangan desto weniger Magnetismus .
Und rostet es trotzdem noch -- manche rosträge Stähle sind ja auch unmagnetisch - da ist Cr/Ni drin , da unser Stück aber rostet denke ich das Mangan am geringen Magnetismus schuld ist . . .
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Ganz normale dendritische Bildung die im Eisenguss entsteht, wenn in einem Lunker (Hohlraum durch unterschiedliche Abkühlung) eine Auskistallisation von Eisen erfolgt.
In der Mineralogie als Wüstit (FeO) bekannt.
Glückauf!
Schlacke
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Guten Morgen,
Das Foto von Wüstit, bei Mineralienatlas, sieht tatsächlich der Struktur der Stufe ähnlich.
Danke für den Tip.
Über den Fundort mache ich mir jedoch keine Illusion, den rauszufinden.
Glück Auf
Tino
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Apropos Lunker,
der muss hier übrigens ganz schön groß gewesen sein.
Das große Stück misst immerhin 6x6x3 cm !!!
Glück Auf.
Tino
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Also ich hab schon aufm Schrottplatz Gußteile von Maschinen gesehen wo so Wallnussgroße Hohlräume drin waren - und das waren alte Maschinen die durchaus viele Jahre Dienst getan haben , sah aus wie ein Fuss von einer Fräse o.ä. , da kann es schon passieren wenn irgendwas größeres gegossen wird , vielleicht fürn Schiffbau oder ä. das da im Ausschuss mal ne 20 cm Druse ;) drin ist . . .
Coole Stücke sind das auf jeden .
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würde noch einen Test mit verdünnter Salzsäure, so ca. 10% "einwerfen". Dann verschwinden oxidische Überzüge und es wird aussagekräftiger. Vielleicht noch mal ein Foto einstellen.
Gruß
Doc Diether
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Hallo,
ich glaube eher nicht, dass das Museum sich zu so einem Test hinreißen lässt. Zumal es sicher schon an der Besorgung der Salzsäure hapern würde. Es handelt sich um ein naturhistorisches Museum, wo es hauptsächlich um tote Tiere geht und so ganz nebenbei auch noch ne stiefmütterlich behandelte mineralogische Sammlung existiert. (Sicherlich auch aus Geldmangel - wie überall) Wenn im nächsten Jahr die Kollegin in Ruhestand geht, geht auch die mineralogische Sammlung vermutlich wieder für viele Jahre/Jahrzehnte schlafen. Es soll bloß alles noch vorher in Ordnung gebracht werden, damit auch ein neues Inventar geschrieben werden kann. (Das alte verbrannte 1945 bei der Bombardierung Magdeburgs)
Glück Auf
Tino
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Warum schreiben denn immer alle es gäbe keine Chemikalien ?
Ich krieg hier alles in kleinen privaten Drogerien , das wär ja kein Leben mehr wenn es keine Säure mahr gäbe . . .
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Das Thema ist ja nicht, dass es keine Chemikalien gäbe,
aber ich kann ja nicht eine Stufe, die mir nicht gehört, sondern dem Museum/der Stadt, in Salzsäure packen um deren
Oxidationsschichten zu entfernen.
Reinigung mal von abgesehen.
Bei Chemikalien/Säuren steh ich auch auf dem Standpunkt, es gibt sie überall, man muss nur genau hinschauen.
Seis Zitronensäure im Haushalt oder halt Salzsäure aus der Apo/Drogerie.
Nur der Umgang sollte stets sorgfältig sein.
Glück Auf
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Ja das ist richtig , war nur weil letztens jemand meinte es gäbe kein Borax mehr fürs Lötrohr , daraufhin bin ich gleich los und hab mir nochn Kilo geholt . . .
Aber es stimmt schon an fremden Stufen rumätzen ist nicht gut .
Ich würde sie allerdings so lassen , rostet an der Luft eh wieder .
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Hallo,
es gibt noch Borax. Doch das Sicherheitsdatenblatt hat sich auf nachwuchsschädigend erweitert.
MfG
Frank
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Hi
Zu den Chemikalien: Nur Stoffe die als giftig bzw. sehr giftig eingestuft sind, dürfen nicht mehr an Privatpersonen abgeben werden. Bei brandfördernden und/oder explosiven Stoffen stellen sich oftmals die Lieferanten quer bzw. man bekommt unangemeldeten Besuch von der Kripo. Aufgrund der allgemeinen Terrorhysterie sollte man solche Stoffe grundsetzlich nur in sehr kleinen Mengen oder geringen Konzentrationen kaufen - was für den normalen Mineraliensammler aber keine Einschränkung bedeutet. Wasserstoffperoxid gibts bis pan 10% und Salpetersäure bis 53% - das reicht dicke. Salzsäure und die anderen Süppchen, die man so zu reinigen kocht, sind fast alle problemlos zu bekommen - da muß man nur mal in der Bucht oder gar Amazon nachschaun.