Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Tobi am 30 Mar 12, 18:32
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Servus,
in der Schule, in der ich unterrichte, bin ich momentan dabei, eine Mineraliensammlung in Form einer Vitrine samt Infotafeln aufzubauen. Um den Schülern das Thema nahezubringen, müssen natürlich neben anschaulichen Mineralstufen auch möglichst viele Alltagsbezüge her. Ich habe vieles aufgelistet und wollte hier nur mal die Allgemeinheit fragen, was vielleicht noch fehlt. Bitte keine hochwissenschaftlichen oder allzu komplexen Dinge, denn es sollen Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 20 angesprochen werden und erkennen, wo überall in unserer Lebenswelt mineralische Grundstoffe (Mineralien, Gesteine, Edelmetalle, wie auch immer man den Begriff fassen will) im Spiel sind. Bis jetzt habe ich aufgenommen:
- Sammel- und Schauobjekte
- Schmuck und Ziergegenstände
- Bauwerke und -stoffe, Glas usw.
- Hightech, Computer, Maschinen, Industrie allgemein
- Knochen und Zähne
- Nahrung
... Das sind natürlich so eher die allgemeinen Bereiche, die jedem schon relativ klar sind. Was mir noch fehlt, sind eben so ein paar Alltagsbeispiele mit einem gewissen "Aha-Effekt". Zum Beispiel habe ich schon aufgelistet, dass unser Wort "Brille" vom Mineralnamen Beryll stammt, da man aus jenem früher Sehgläser hergestellt hat. Und genau solche weiteren Beispiele wären super, also wenn euch solche "Mineralien-Anekdoten" einfallen, immer her damit 8)
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E171 = Anatas ;-)
So in der Art?
Frank
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http://de.wikipedia.org/wiki/Zinnober_%28Redensart%29 (http://de.wikipedia.org/wiki/Zinnober_%28Redensart%29) fand ich ganz interessant, als ich darauf gestoßen bin.
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Google:
"Minerale im Alltag"
"Minerale im täglichen Leben"
usw.
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Genau solche Sachen, Leute, weiter so! Wer weiß, am Ende kann ich vielleicht wirklich noch eine gesonderte Tafel mit "Mineralien-Trivia" reinnehmen 8)
Google:
"Minerale im Alltag"
"Minerale im täglichen Leben"
usw.
Dabei stößt man aber eher auf die "normalen" Dinge wie Industriewerkstoffe und so, ich suche ja auch nach evtl. amüsanten oder überraschenden Bezügen ...
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Hallo
Mach es doch nicht so schwer. Mineralien und Gesteine begegnen uns IMMER,
egal was wir tun.
Geh mit den Kids über eine mittelalterliche Straße, die Stadtsparkasse,
die Kirche, das Rathaus, überall findest du einen Bezug dazu.
Frag die Kids wo die Steine sind! Drück den Kids mal Bims und Basalt in die Hand.
Aha-effekt! Phantasie ist gefragt.
Gruß Dirk
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Danke, aber ich weiß denke ich, wie ich mein Projekt zu gestalten habe. Auch an Phantasie mangelt es mir nicht, keine Sorge. Dennoch muss neben Phantasie auch noch etwas Wissen eingebracht werden, geht schließlich um ein Gymnasium und nicht um einen Erlebnis-Steinbruch. Solche Dinge wie das mittelalterliche Pflaster der Marburger Altstadt sind schon längst dabei. Es ging aber hier nicht darum, was man "draußen" machen kann, sondern darum, was man als interessante Infos in die Vitrine aufnehmen kann. Es handelt sich um eine dauerhafte Vitrine, die als Anschauungsobjekt dienen soll, da kann man weder "Steine in die Hand drücken" noch "die Kids was fragen". Wird alles gemacht, keine Sorge, aber ich bräuchte dennoch ein paar schriftliche Fakten.
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Vielleicht ein blödes Beispiel, aber Nierensteine fallen mir ein.
Ich habe einmal eine REM-Aufnahme geschickt bekommen und dort tetragonale Kristalle entdeckt, die ich jedoch nicht zuordnen konnte (Derjenige wollte mich testen). Als ich dann später doch darauf gekommen bin, habe ich nachgelesen und bin bis zu dem Weddelit gekommen, welcher auf Nierensteinen zu finden ist:
http://de.wikipedia.org/wiki/Weddellit
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Oder denk mal daran, daß unsere Beisserchen im wesentlichen aus einem dem Apatit nahestehenden Calciumphosphat bestehen (sofern es noch die eigenen sind...). Wenn mir mal ein Schneidezahn ausfällt, habe ich schon einen passenden Ersatz am Lager, günstigenfalls einen violetten von den Greifensteinen.
Ciao. Uwe
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Hallo,
Vielleicht ein blödes Beispiel, aber Nierensteine fallen mir ein.
Du könntest ja auch allgemein einen Bezug von Mineralien zur Pathologie herstellen. Wie eben geschrieben: Nierensteine.
Gallensteine, Gefäßverkalkungen, was macht Calcium in der Muskulatur und an den Zellmembranen, wie wirkt sich Kalium in den Zellen aus, Selenmangel ...
Weitere Auswirkungen im täglichen Leben: Der Meteoritenfall vom 01. März in Norwegen:
http://de.sott.net/articles/show/6399-Meteorit-kracht-durch-Dach-von-Gartenhauschen-in-Norwegen (http://de.sott.net/articles/show/6399-Meteorit-kracht-durch-Dach-von-Gartenhauschen-in-Norwegen)
Als humoristische Einlage "Gefahr von oben".
Glück Auf!
Jörg
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- Baryt verwendet man als Füllstoff im Papier und als Kühlmittel bei Erdölbohrungen
- Antimonit wurde als Lidschatten verwendet (man muss auch an die Damen denken )
- Eierschalen und Schneckenhäuser bestehen u.a. aus Calcit
- Thüringer Schiefer , Washita , Arkansas Brocken,belgischer Brocken als nat. Schleifsteine (Stück unbearbeiteten Belg.Brocken kannst du von mir bekommen )
- Sonnenstein (Doppelspat) als Kompass
- Diamant schneidet Glas
- Glas macht man aus Quarzsand
- Kein Handy ohne ´´seltene Erden ´´ die gar net sooo selten sind . . .
- Korund ist Schleifmittel
- manche Tiere orientieren sich mithilfe mikrokopischer Magnetite
- manche essen Minerale (z.B. als ´´Heilerde )
- Ged. Eisen kommt in Meteoriten vor
- Pechblende für AKW´s - damit sie lernen das Uran aus der Natur kommt
. . . mehr fällt mir jetzt spontan nicht ein !
Und erzähle denen das Heilsteine Humbug und Bauerfängerei sind - denn wir Mineralogen werden auch ab und an mal krank . . . ;) !
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Hi,
# Fensterscheiben aus Muskovit - "Moskauer Glas"
# "Kesselstein" im Haushalt
# Gipsverbände und Gipskristalle
# "Grünspan", "Rost"
# Pyrotechnik - Feuerwerk
# Zahnarzt - Amalgam
# Mineralpigmente in der Malerei
# Schnee, Eis
# "Asbest-Problematik"
# Zeolithe im Haushalt
Gruß
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Fernsehstein: Ulexit
Doppelspat: Doppelbrechung
Gruß
Milo
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Glas und Glasuren:
Pechblende - Uranglas/Uranglasur
Kobaltit o.ä. - Kobaltglas bzw die blaue Glasur dazu
Chalcopyrit - hellblaues Glas/ grüne oder rote Glasure, je nach brennweise
Seltene Erden - Cer/Titanglas, Alexandritglas
etc
Elektrotechnik:
Wolframit - Glühlampe
Baryt - Elektronenröhre
Gruss,
Stefan
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Hallo,
ich finde es toll, dass du in deiner Schule Mineralien zum Thema machst.
Zu deiner Frage fällt mir der Feuerstein ein, der ja in Urzeiten ein wichtiges Hilfsmittel
zum Feuermachen war. Er besteht primär aus Chalcedon.
Ich wünsche dir viel gute Resonanz bei deinem kreativen Vorhaben.
Viele Grüße
Sonntag
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Falls jemand ernsthaftes Interesse haben sollte kannst du ihn ja was vom Atlas erzählen .
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hallo tobi
ich weis jetzt nicht ob du diese infos schon hast ich versuchs einfach mal ;-)
in gewissen mineralien sind stoffe enthalten die für die industrie von grosser bedeutung sind gerade bei der herstellung von chips oder elektronik bauteilen,vielleicht hilft es dir bischen weiter
z.b in
Bastnäsit-->Yttrium
Bauxit-->Aluminium
Smithsonith-->Gallium
Sphalerit-->Indium
Chysokoll-->Germanium
Monazit-->Neodym
Erythrin-->Kobalt
gruss
michael
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Vielen Dank an alle, die sich hier geäußert haben 8)
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Hallo Tobi,
es lässt sich ein guter Bezug zum Mathematikunterricht herstellen. Geometrische Grundformen können anhand verschiedener Kristallformen sehr gut erklärt werden.
Ich finde aber auch Dirks Vorschlag wichtig, dass das wirkliche Leben Ausgangspunkt für alles Lernen sein muss. Rausgehen, Erleben und Erfahren sind das A und O nachhaltigen Lernens.
Mit deiner Vitrine und Infotafeln sind das dann schon mal 3 Eingangskanäle. Wenn da kein Interesse aufkommt, dann weiß ich auch nicht.
Viele Grüße und gutes Gelingen, Ines.
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Prima, dass du den Bogen zu einzelnen Unterrichtsfächern schlägst, denn dann kann ich das hier gleich als nächste Frage anschließen: Ich habe das mit Kollegen aus Chemie und Erdkunde koordiniert. Für die Chemie haben wir bislang die Idee, dass die Schüler darauf achten, welche chemischen Elemente bestimmte Farben bei Mineralien hervorrufen können und dass sie da einen Alltagsbezug herstellen (z.B. rote Farbe = Eisen = findet sich bei Rost). Und für Geo war meine Idee, dass die Schüler im Museum erkunden, aus welchen Gegenden Deutschlands besonders viele Mineralien kommen (Siegerland, Schwarzwald, Erzgebirge, Harz usw.) und von wo mehr oder weniger gar keine (Norddeutschland, Brandenburg). Im Anschluss sollen sie daraus mal Rückschlüsse auf den geologischen Aufbau unseres Landes ziehen. Sind zwar alles nur kleine Ideen für nebenbei, aber genau darum geht es ja: Die Schüler sollen da nicht mit Erkundungsaufträgen überfrachtet werden, sondern sich schon noch auf die Faszination der Mineralien einlassen können.
Die Idee, Kristallformen in Mathe zu behandeln, ist nicht schlecht, müssen wir mal schauen, ob man da den Kollegen ne Idee an die Hand gibt. Aber in erster Linie soll die Exkursion ins Museum natürlich die Fächer Chemie und Erdkunde betreffen. Hätte für diese Idee noch jemand weitere Ideen?
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Vielleicht kannst du mit den Kids im Chemieunterricht ja
auch mal einfache chemische Analysen machen, z.B. auf Kupfer
und Eisen. Das ist nicht allzu kompliziert und man sieht das etwas passiert.
Kristalle züchten u.ä.
Gruß Dirk
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Für mich selber wird das im Unterricht eher schwer zu realisieren sein, da ich Deutsch und Geschichte unterrichte. Ich mache dieses Projekt aufgrund des privaten Interesses, Sinn ist dabei jedoch, das Thema auch in den Unterricht mit einzubeziehen. Und das wohlgemerkt in den Fächern Chemie und Erdkunde, weshalb ich auch sehr gerne für weitere Anregungen in dieser Richtung dankbar wäre.
Eventuell hat ja noch jemand (vielleicht selber Lehrer oder ehemals Musterschüler in einem dieser Fächer) eine Idee, wie man das Thema noch mit dem Unterricht verknüpfen könnte? Gerne auch Ideen, wie man ein Mineralogisches Museum nutzen könnte, um Schüler mit Bezug auf diese Fächer für das Thema zu begeistern und ihnen gleichzeitig etwas Sinnvolles beizubringen ...
Gruß
Tobi
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hallo Tobi,
bei meinen Kindern wurde immer das 'Fächerübergreifende Lernen' groß geschrieben.
Ein Thema wäre sicherlich einmal die Inhaltsstoffe der Zahnpasta zu untersuchen. Vom mineralischen Aspekt höchst interessant mit Fluor, Kalk und vor allem Titaniumdioxid (für ein strahlendes Weiß, gewonnen aus Illmenit einem schwarzen Stein -wie und wo abgebaut und wie bearbeitet, -auch verwendet in Waschmittel, Sonneschutzcreme, weißen Farben etc.)
Was machen die Kräuter in der Zahnpasta? Was bewirken Salze in manchen Pasten? Der pH-Wert?
Wie haben sich und mit was haben sich unsere Großeltern die Zähne geputzt? Wie im Mittelalter oder die Römer oder noch manche Völkergruppen außerhalb Europas noch heute, oder überhaupt?
Ich meine im Museum von Trossingen (nicht gerade um die Ecke von Marburg) gibt es eine Vitrine mit verschiedenen Rohstoffen z.B einem Salzbrocken aus einem Bergwerk, dann z.T. mit Bildern beschrieben, wie abgebaut, verarbeitet und für was verwendet, mit Proben der einzelnen Verarbeitungsstufen und z.T. der Endprodukte.
Frohe Ostern!
Stephan
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Hallo Zusammen,
wer ein iPad hat, dem sei zum Thema die "The Elements: A Visual Exploration" empfohlen. Leider in Englisch und daher für jüngere Kids nicht unbedingt geeignet, als Anregung zum Thema dieser Diskussion aber sehr schön. Vom Element zum Mineral ist der Weg ja nur kurz.
http://itunes.apple.com/app/elements-visual-exploration/id364147847?mt=8 (http://itunes.apple.com/app/elements-visual-exploration/id364147847?mt=8)
Im wirklich sehenswerten Museum in Sterling Hill haben sie ein geniales Regal als Periodensystem aufgebaut, die App oben sozusagen in Natur. Das Teil ist riesig und amn kann dirt Stunden staunend verbringen. Das Gesamtwerk und die einzelnen Fächer kann man hier ansehen:
http://sterlinghillminingmuseum.org/periodictable/index.php (http://sterlinghillminingmuseum.org/periodictable/index.php)
An Stephan zur Zahnpasta: heute sind Zahnpasten eher langweilig, früher war es besser:
http://www.orau.org/ptp/collection/quackcures/toothpaste.htm (http://www.orau.org/ptp/collection/quackcures/toothpaste.htm)
Gruss,
Stefan
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Beim Studium eines Werkes über Zinnober in der Malerei von Laura Resenberg (2005) und der anschliessenden Betrachtung von Quecksilber-Bergbau und -Gewinnung in Slowenien (Valentinitsch, 1981) kommt eine, in früheren Zeiten eindringliche Warnung: "Fünf Minuten mit Venus, ein Leben lang mit Merkur" in Erinnerung. Quecksilber wurde also zur Bekämpfung von Syphilis eingesetzt.
Mit Wallerfanger Azurit malte auch Albrecht Dürer, der Azuritbergbau im Saarland bot eine Basis für frühe chemische Industrie.
(Literaturhinweise auf Nachfrage)
Glückauf!
Schlacke
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Stimmt, Mineralien als Farben/Farbstoffe in der Kunst, auch ein super Bezug!
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Lasurit als Blaupigment , Mörser aus Achat
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Da ich von Einzelheiten industrieller Nutzung nicht so die Ahnung habe, was sind denn die Mineralien, die vor allem im Bereich der Optik genutzt werden? Von Fluorit weiß ich es, der wird ja sogar künstlich hergestellt zwecks Verwendung als Linsen und so. Gibt es da noch weitere, deren optische Eigenschaften man nutzt? Was ist mit Beryll, dem Namensgeber der Brille - werden die farblosen Varietäten noch für irgendwas genutzt, oder hat das heute keine Bedeutung mehr?
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Hi,
du meinst KSR5 als Alkalihalogenid in der Optik?
Saphir als Kühler bei tiefen Temperaturen?
Saphir als Fenstermaterial?
Saphir als Träger der blaune/weissen LED?
Diamant als IR-Fenster?
Rutil als Koppelprisma?
KBr als IR-Fenster?
BaTiO3 (Perowskit) in dielektrischen Anwendungen?
LiNbO3 als PAL-Strecke im Fernseher?
Granate als Lumineszenz-Konverter in Leuchtstoffröhren und weissen LEDs?
Gibt noch einiges mehr :-)
MfG
Frank
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Hehe, danke :D
Ok, da wir auch Jungs und Mädels ab 10 Jahren ansprechen wollen, werde ich auf Dinge wie Lumineszenz-Konvektoren oder dielektrische Anwendungen verzichten, aber dennoch kann man ja den Bereich Optik/Licht etc. ja etwas allgemeiner fassen und einfließen lassen (als Ergänzung zu dem Punkt Beryll -> Brille). Muss halt für Schüler auch unbedingt etwas sein, wo sie gleich einen Bezug zum Alltag herstellen können. Mit Koppelprismen und IR-Fenstern braucht man da nicht zu kommen, weil außer ein, zwei Männeken aus nem Physik-Leistungskurs nix damit anfangen können ;)
Stefan, danke für den Link http://sterlinghillminingmuseum.org/periodictable/index.php - klasse!!!
Gruß
Tobi
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Schaut mal nach bei Walter Kühnel: Nutzbare Mineralien - Eigenschaften, Vorkommen, Gewinnung und Verwendung in:
Pharmazie, Kosmetik, Chemische Technik, Papierfabrikation und sonstige Industriezweige.
Goldmann Taschenbuch, Nr. Na 22, München: 1972, 232 S.
Pillen und Kosmetik sind für den Verbraucher, interessant zu wissen, was da alles drin ist!!!
Glückauf!
Schlacke
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Alles klar, noch einmal DANKE AN ALLE 8)
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P.S.
Als kleiner Dank hier mal eine Impression, wie unsere Vitrine in der Schule aussehen wird ...
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So, als Abrundung mal ein Bild von der nun endgültig fertigen Vitrine. Präsentation war vorletzte Woche, die geladenen Gäste (Schulleitung, Ehemaligenverein, Kollegen) waren begeistert von dem neuen Blickfang im Flur 8)