Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: CARCHARIAS am 14 Apr 12, 16:27
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Moin :)
Ich habe mir in letzter Zeit diese Frage immer wieder gestellt ab wann ich einen schwarzen Glaskopf einem Mineral zuordnen kann.
Z.B: ein Glaskopf besteht zu 40 oder 50% aus Hollandit, Kryptomelan, Lithiophorit oder Romanechit und der Rest aus einem Gemenge anderer Mineralien.
Kann ich diese Stufe dann nach dem Hauptbestandteil benennen oder nicht. ???
Gruß Boris
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Hallo,
Das ist im Prinzip eine Ermessenssache. Letztlich ist das beschriebene dann ein Mineralaggregat. Als Mischkristall (zweier oder mehrerer Mineralarten, bei denen Kationen oder Anionen gegeneinander ausgetauscht sind) oder Gestein gäbe es feste Regeln zur Benennung. Leider fehlen die bei Mineralaggregaten.
Gerade bei oxidischen Eisen- und Manganmineralen ist die Sache höchst schwierig. Oft lassen sich dann nur Sammelbegriffe wie Limonit oder Manganomelan/Psilomelan oder Varietätenbezeichnungen wie Brauner/Schwarzer Glaskopf auf das Etikett schreiben. Beim Eisen gibt es 3 kristalline Hydroxidphasen (Goethit, Lepidokrokit, Akaganeit) und 1 amorphe (Siderogel) + oft nicht unbeträchtliche Anteile an Hämatit in manchen Typen von Brauneisenerzen, beim Mangan wirds rasch schwierig. Neben Mangandioxiden (Pyrolusit, Ramsdellit u.a.) gibt es Glieder der Kryptomelangruppe, Romanechit, Hollandit, Nsutit, Birnessit, Groutit, Manganit, Todorokit, Rancieit und das amorphe Manganogel, dazu schwermetallhaltige Glieder wie Cesarolith (Pb) und Asbolan (Co,Ni). Hatte mal eine anscheinend recht homogen aussehende Probe geröntgt, da kam hinterher ein Gemenge von Ramsdellit, Kryptomelan, Hämatit u.a. raus, auch eine "gut kristallisierte" Probe "Romanechit" von der Clara, die war nur amorphes Manganogel. Daher kann man ohne XRD kaum was zur Mineralogie solcher Mineralgemenge sagen.
Glück Auf!
Smoeller