Mineralienatlas - Fossilienatlas

Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: endeavour-minerals am 23 Apr 12, 22:36

Titel: Die perfekte Stufe
Beitrag von: endeavour-minerals am 23 Apr 12, 22:36
Hallo,

bei mindat wurde am 19. ein interessanter und sicher diskussionswürdiger Artikel von Mario Paulwels gepostet.

http://www.mindat.org/article.php/1478/Criteria+voor+het+verzamelen+van+esthetische+mineralen.

Ich selber stimme den Ansichten von Mario Paulwels insoweit zu das die Qualität einer Mineralienstufe von großer Bedeutung ist, aber ansonsten habe ich bei diesen Ansichten „Bauchschmerzen“.  Ähnliche Ansichten hatte übrigens auch schon Wayne A. Thompson in seinem Beiheft „Ikons“  im The Mineralogical Record von 2007 vertreten. Legt man diesen Maßstab ohne Abweichungen an den einzelnen Mineralstufen oder ganzen Sammlungen zu Grunde, würden viele Sammlungen einen Nullwert haben (ideeller Wert), was aber auch nicht problematisch ist solange man Sammler und kein Investor ist. Das sammeln von Mineralien an sich entwickelt sich mit diesen Maßstäben zu einer Kunstform und der Sammler wird zum Künstler. Das was mich dabei am meisten erschreckt ist die Tatsache das derartige Sammlungen relativ gleich strukturiert sind (fast immer die gleiche Mineralabfolge), sie zeigen keinen Charakter mehr, keine Entwicklung des Sammlers, alles ist zu perfekt. Da ich nun auch Einblick in historische Sammlungen der letzten 2 Jahrhunderte habe, kann ich schon sagen das sich das sammeln an sich verändert hat. Und gerade dieser Trend/Mode wird den ursprünglichen wissenschaftlichen Anspruch des Mineraliensammels komplett verdrängen. Auch damals hat man auf Qualität geachtet, aber die Maßstäbe wahren halt andere. Mit diesem neuen Trend (so neu ist er ja nun auch nicht)  werden sehr viele Mineralien einfach uninteressant, weil sie nicht den Maßstäben entsprechen, ähnlich sieht das mit den Fundorten aus. Nicht jeder Fundort hat Mineralien entwickelt wie sie in den Vorstellungen der perfekten Mineralienstufe geäußert werden. Sicherlich soll jeder sammeln wie er möchte, ich selber bevorzuge dabei den klassischen Stil. Aber es macht keinen Sinn sich permanent einen gewissen Modetrend anzupassen sei es das sammeln von „Ikons“ (Masterpieces) die Mario Paulwels anspricht oder das beschränken auf bestimmte Lokalitäten, denn Grenzen setzt sich nun mal nur der Mensch. Für mich ist eine Sammlung die auch den einen oder anderen Beleg in ihren Bestand hat , wo man Höhen und Tiefen des Sammlerlebens sehen kann (Charakter), bei der auch Eigenfunde mit dabei sind, in ihrer Gesamtheit Harmonischer anzusehen als eine durchgestylte überperfekte Ansammlung von Mineralischen Kunstobjekten. Dies ist meine Meinung!

Ingo
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: Goldi85 am 23 Apr 12, 22:45
Hallo Ingo,

ja, da hast du nicht unrecht. Über die individuelle Einstellung beim Sammeln ist ja nichts zu sagen, aber was ich bedauernswert finde, ist die stattfindende "Optimierung" mancher Stufen. Beispiele? Großstufen werden zu Kleinstufen kaputtgetrimmt, Cuprite aus Namibia ins HCL-Bad geworfen um den Malachit wegzubekommen und bei Wulfeniten aus Los Lamentos wird der Endlichit-Überzug weggesandstrahlt. Nicht, weils die Stufe interessanter macht, sondern weil die weisse Matrix optisch so ansprechend ist  ::)
Nichts gegen Präparation unter der Beachtung der Verhältnismäßigkeit aber sowas geht m.E. zu weit.

Gruß  Daniel
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: pseudonym am 23 Apr 12, 22:47
Recht so , an Belegen ist doch nix schlechtes , mit nen Millionenerbe perfekte Stufen ausm ganze Sonnensystem  ;) aufkaufen und dummes Zeug quatschen von wegen Kunst und so kann jeder , aber mit Geduld und Spucke und nen ´´Arbeiterbudget´´ über Jahre ne Sammlung zusammentragen und dann auch noch bei jedem Stück zu wissen was es genau ist , wie es entsteht und alles andere was uns dazu interessiert - das kann eben nicht jeder !

Mir isses lieber ich find irgendwo nen kleinen Beleg als das ich irgenwas aus China kaufe , obwohl für manche sicher meine gesammte Sammlung nur aus Belegen besteht - aber es ist meine !
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: Hammerfaust am 24 Apr 12, 08:48
Moin zusammen,

leider kann ich wegen der Sprachlichen Begebenheiten dem Artikel nicht ganz folgen.  ;D
Aber diese Diskussion hatten wir hier vor kurzer Zeit schon einmal.

Ich finde jeder soll selber entscheiden was und wie er sammelt und ob er seine Stufen nachbehandelt oder nicht und sich nicht nach Leuten richten die ein wenig zu viel Geld auf der Kannte liegen haben

Wenn man ein bisschen sucht, findet man hier viele Beiträge wo es darum geht irgendwelche Beläge von Kristallen herunter zu bekommen.
Ich muß es ja nicht machen...

Es wird immer Leute geben die solche Sachen als Statussymbol kaufen werden und wenn das Interesse mal größer wird werden dann im zweifel auch mal die Preise steigen. Oder genauso gut dann auch wieder fallen wenn die Stufen keiner mehr kauft.

Ich z.B. habe mir vorgenommen meine Sammlung Regional und durch selber suchen und finden aufzubauen. Und wenn ich vom Mineral X vom Fundort Y erst mal nur was derbes finde, dann kommt halt erst einmal dieser Beleg in die Sammlung. Wenn ich dann irgendwann mal Kristalle davon finde, fliegt, aber auch nur vielleicht, der Beleg wieder raus.
Falls sich mein Interesse mal ändern sollte, vielleicht zu China oder Russland, dann muß ich halt mehr Geld in die Hand nehmen um selber dort hin zu reisen oder mir die entsprechenden Stücke zu kaufen.
Aber so ist es ja bei jedem Hobby...Fotos kann ich vor der eigenen Haustür machen oder irgendwo nach Kanada reisen...oder Fliegenfischen in Neuseeland, ist auch ganz schön...

Man sollte auch bedenken, dass wenn es keine Leute gibt, die viel Geld für Großstufen hinlegen, es vielleicht auch die vielen kleinen Stücke nicht geben würde die von entfernten Fundorten bei uns auf dem Markt auftauchen...


Schöne Grüße Hammerfaust
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: raritätenjäger am 24 Apr 12, 14:09
Hallo,

hat man für das "neue Sammeln" (geht in der Tat mehr und mehr in Richtung Kunstmarkt) was übrig, dann ist das kein schlechter Artikel. Leider ist es die von Ingo angesprochene "durchgestylte überperfekte Ansammlung von Mineralischen Kunstobjekten", die immer mehr Leute auch hierzulande zuhaus stehen haben wollen.

Natürlich kann man darüber schimpfen, ich selbst verstehe es auch nicht. Aber soll jeder machen, wie er will. So lange die Leut damit glücklich sind (die meisten sind´s nicht!) ist doch alles schön. Für dies und jenes macht solch ein Ansinnen die Preise kaputt, aber es bleibt wohl imer noch vieles übrig für jene, die auch an einer Sammlung nicht perfekter Stufen Gefallen finden. Was die Börsen angeht, so merke ich immer mehr, dass viele wirklich interessante Sachen gar nicht mehr beachtet werden, gerade, was Lokalbelege angeht. Da frage ich mich immer, würde das vor 10 Jahren auch immer noch hier gestanden haben, zwei Stunden vor Börsenschluss? Tja, eingesackt und stillen Dank an die "Protzsammler" ;).

Ich finde auch, dass solche sterilen Sammlungen nicht mehr den Charakter haben, der ihnen eigentlich zukommen sollte. Aber: "wat dem eenen sin Uhl, dat is dem andern sin Nachtigall". In diesem Sinne

Gruß
Andreas
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: Tobi am 24 Apr 12, 14:23
Eine interessante Diskussion! Ich selbst sammle ja auch nach ästhetischen Aspekten, einfach nur Belege brauche ich nicht, hebe höchstens von besonderen Mineralien (klassischer Fundort, seltene Paragenese oder Ausprägung etc.) mal einen auf, ansonsten muss es mir schon "gefallen". Auf der einen Seite registriere ich hier in vielen Threads eine gewisse Abneigung gegen diesen Sammelstil, da einige das als charakterloses, steriles Sammeln von Kaufobjekten bezeichnen. Wir haben das oft ausdiskutiert und müssen das hier nicht erneut tun. Jedoch fällt mir, und damit zum Ausgangsthema dieses Threads zurück, selber auf, dass das Sammeln "perfekter" Stufen teilweise eine recht schräge Richtung einschlägt.

Klar gibt es gewisse einheitliche Vorstellungen davon, was eine Stufe perfekt und hochwertig macht, solche Auflistungen wie die von Mario Pauwels (der man als Deutschsprachiger durchaus ganz gut folgen kann) geben da ein recht klares Bild von ab. Mir fällt z.B. jene von Stuart Wilensky ein, der ja nun als Händler der mitunter teuersten und erlesensten Mineralstufen der Welt gilt: http://www.wilenskyminerals.com/about/criteria/

Wenn ich mir das durchlese, dann gehe ich als Sammler schöner Mineralien natürlich weitgehend d'accord, aber so manches Mal finde ich diese Richtlinien auch zu streng ausgelegt, vor allem bei Sammlern jenseits des Atlantik. Damit spreche ich auf hier bereits genannte Aspekte an, z.B. auf Gedeih und Verderb Beläge abzulösen, zu sandstrahlern oder durch Tauchbäder irgendwas zu entfernen, bis wirklich nur noch ein künstlich bearbeitetes Stück "Perfektion" übrig bleibt. Und das ist meiner Meinung nach auch absolut nicht Sinn der Sache. Ich stehe total auf ästhetische Mineralien, aber wenn ich oben lese, dass man bei Wulfeniten aus Los Lamentos Begleitmineralien wegstrahlt, damit der Wulfenit nur mit möglichst großem Kontrast auf einer sterilen, weißen Matrix sitzt - dann kann ich da nur mit dem Kopf schütteln! Ein toller Wulfenit aus Los Lamentos ist ein Traum, wünsche ich mir für meine Sammlung auch - aber einen mit weggefrästem Begleitmineral würde ich nicht haben wollen. Dann sind wir nämlich wirklich fast so weit, dass die Mineralien KUNST STATT NATUR sind, und das sollte nicht das Ziel sein!

Anderes Beispiel wäre Fluorit aus China: Ich sehe manchmal (für mich grottenhässliche) Stufen, bei denen die Kristalle freigeätzt wurden und wie aufgeklebt auf weißem Gestein sitzen. Bei manchem amerikanischen Händlern kostet ein solches Gebilde dann so viel wie ein VW Golf. Ich, der echt total auf chinesische Mineralien steht, würde so ein Teil nicht haben wollen! Dann, ganz ehrlich, doch lieber einen, der mit Calcit überkrustet ist oder so und eine tolle natürliche Bildung darstellt. Zu viel Manipulation ist einfach nicht gut.

Das Gleiche gilt für den totalen Wahn, absolut perfekte Stufen ohne auch nur die kleinste Beschädigung oder den kleinsten verheilten Kristall oder sonstwas haben zu wollen. Das gipfelt dann darin, dass man in Tucson marokkanische Vanadinite für 3000 Dollar kaufen kann, nur weil wirklich jeder Kristall ohne die kleinste Schramme ist und sie alle perfekt ausgebildet sind. Die gleiche Stufe gibt es auf einer deutschen Börse für 30 Euro, dafür sind dann eben ein paar Kristalle eben nicht absolut perfekt. Klar, zerbrochene Kristalle und beschädigte Stufen sind ägerlich und nicht erstrebenswert, wenn sie unter der Beschädigung leiden. Aber mal eine kleine Schramme oder so an einer insgesamt sehr schönen Stufe, wo ist das Problem?!

Ästhetische Gesichtspunkte hin oder her: In meiner Sammlung finden sich zahlreiche Stufen, bei denen die "Perfektion" darunter "leidet", dass sie z.B. von anderen Mineralien überkrustet sind. Nie im Leben würde ich die entfernen wollen. Ich habe diese Stufen nicht trotz, sondern WEGEN ästhetischer Aspekte! Von daher muss man denke ich einen Unterschied machen zwischen "normalen" Ästhetik-Sammlern wie mir und vielen anderen hier, die Mineralien als Natur sehen und erleben und die daran sogar schätzen, dass Mineralien trotz all ihre Regelmäßigkeiten eben auch mal Fehler aufweisen und man an ihnen Entstehungsprozesse erkennen kann, und dann solchen, die ein Begleitmineral wegstrahlern lassen, nur weil dann der Farbkontrast zwischen dem Hauptmineral und der Matrix zu 20 % intensiver ist. Das finde ich selber nicht normal und das ist meiner Meinung nach dann wirklich nichts weiter als Status- bzw. Kunstobjekte sammeln, mit Freude an den Schätzen der Natur hat das nichts zu tun.

Tobi
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: Sebastian am 24 Apr 12, 15:30
Hallo,
jedem das seine... mehr muss dazu nicht sagen.
Denn alle Kriterien sind subjektiver Natur.
Man kann Mineralien nicht wirklich in so ein enges Gerüst von Faktoren zwängen.
Es sind so viele Faktoren dabei vorhanden ob einem die Stufe gefällt oder nicht,
da kann man nicht mit der Liste in der Vitrine umhergehen und sagen "weg, weg und der da auch...".
Aussehen mag ja ein Kriterium sein aber es gibt so viele mehr, die viele nicht verstehen, sondern nur ein jeder für sich.
Und das ist gut so.
Gruss Sebastian
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: Fluoritxx am 24 Apr 12, 17:15
Hallo...jeder sammelt nach anderen Gesichtspunkten oder Themen und hat seine eigenen Vortsellungen wie eine bzw. seine Sammlung aussehen soll.Nur keiner sollte meinen beurteilen zu können wie eine Sammlung auszusehen hat denn dafür haben alle die verschiedensten persönlichen Gründe und Richtungen.Das muss auch jeder bei jedem anerkennen und akzeptieren.
Ob nun Eigenfunde,Belege oder Schaustufen.Da lass ich vor den Schaustufen das Wort perfekt weg denn wer will beurteilen ob etwas perfekt ist oder nicht.Das kann keiner ...es ist dann immer für denjenigen selber Perfekt aber ob es andere auch so sehen weis man nicht.
Das einzigste womit ich Probleme habe ist das herummanipolieren an Mineralien Stufen.
Da fehlt für mich dann irgendwie das natürliche originale und so wie es ürsprünglich gefunden wurde.
Aber auch da macht das eben jeder so wie er es für richtig befindet.
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: endeavour-minerals am 24 Apr 12, 23:18
Hallo,
es ist schön dass diese Diskussion sachlich verläuft und nicht polarisiert wird, wie so oft bei diesem Thema. Danke

Zum Thema: Es ist so dass es viele verschiedene Stilrichtungen für das sammeln von Mineralien gibt. Mario Paulwels tendiert klar in die künstlerische Richtung, was ja auch ok ist. Dieser Trend oder Stilrichtung kommt so wie ich das sehe aus den USA, wo eine bestimmte Klientel von Sammlern und Händlern diese Stilrichtung als hohe Schule des Mineraliensammelns ausgelobt hat. Oft werden Mineralien die in dieses Schema passen in Magazinen und Hochglanzprospekten abgelichtet, was diesen Trend klar fördert. Und da ist der Knackpunkt für mich, es wird vielleicht unbewusst nur eine Stilrichtung überproportional beworben bzw. forciert, dies ist aber perspektivisch negativ für die „Nachwuchsförderung“. Es ist wie beim Hochsprung, hängt die Latte zu hoch, kann sie nicht überwunden werden und somit sinkt auch die Motivation überhaupt Hochsprung zu betreiben.

Einen nächsten Punkt den Mario Paulwels anspricht ist der, wenn ich es richtig verstanden habe, das man auf Börsen lieber nichts kaufen soll als irgendwelche Frustkäufe zu tätigen. Das ist im Grunde ja richtig, aber wenn ich zu 5 Börsen fahre und nur auf einer Börse einen entsprechenden Kauf tätige, sagen wir mal im 200-300 Euro Bereich, dann habe ich aber inklusiver aller Spritkosten auch zu den anderen Börsen am Ende für diese Stufe ein vielfaches mehr ausgegeben, auch wenn sie vielleicht ein Schnäppchen war. Die Rechnung von Mario Paulwels hat somit einen gewaltigen Pferdefuß. Zumal die Stücke die diese Kriterien erfüllen sehr selten zum Schnäppchenpreis zu haben sind, diejenigen die so etwas anbieten wissen meist schon was sie haben.

Wiegesagt bei dieser Stilrichtung bleiben viele Mineralien und auch Fundorte auf der Strecke, weil sie einfach nicht in das Schema passen, wenn das geistig befriedigt dann ist das ok. Aber wer sich intensiv mit seinen Mineralien, den jeweiligen Fundorten oder der Historie beschäftigt, entwickelt ein anderes Verhältnis dazu und wird automatisch von diesen Kriterien abrücken. Und sicher ist es schön die eine oder andere Stufe dieser Qualität in der eigenen Sammlung zu haben, aber nur solche Stufen ist einfach,in meinen Augen eine absolute Reizüberflutung, man verliert dann schnell die Begeisterung für die banalen Stufen.

Ingo
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: Klinoklas am 24 Apr 12, 23:49
Hallo,

ich habe bei so manchen "Wir kaufen ganze Sammlungen" Händler ein mieses Gefühl.
Es ist klar, dass sie an die "German Classics" wollen, aber dafür wird über Leichen gegangen.
Die Sammlungen werden von toten Sammlern für einen Appel und ein Ei aus der Portokasse
gekauft. Nur einzelne Stufen werden dann für ein vielfaches wieder verkauft.

Nicht so gute Stücke landen bei denen wahrscheinlich im Bauschuttcontainer.
Dabei geht sicher der eine oder andere wirklich seltene, aber nicht unbedingt schöne
Schatz für immer verloren.

Gruß
René
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: thothie am 25 Apr 12, 00:06
Ja es gibt sie: Die perfekte Stufe!

Je größer, um so besser, mit optimal ausgebildeten hochglänzenden seltenen Kristallen, die  zudem noch optimal von der Matrix herausragen und nicht etwa nur aufgewachsen sind, die von ihrer Größe und Ausbildung weit über ihre herkömmliche Erscheinung herausragen, wo die Matrix möglichst wenig Raum einnimmt und im Besten Falle auch noch unauffällig und Farbkomplementär zu den Kristallen ist.

So etwas hätte ich dann auch ganz gerne, nur macht mich das noch lange nicht zum Künstler, sondern eher zum Sammler von ästhetischen Stufen. Der Vergleich zu Kunstsammlern dürfte insofern eher angebracht sein.
Das ist aber auch eine besondere Klientel, das Sammeln von Kunst ist für Die meisten professionellen Sammler dann doch eher so etwas, wie ein Investitionsgeschäft,bei dem man horende Gewinne machen kann, oder eben auch eine Bauchlandung.
Die interessieren sich einen Schnurz für die Kunst, oder gar den Künstler. Die wollen money machen und mehr nicht.
Das kann man durchaus auch auf Sammler solcher horend seltenen und teuren Stufen übertragen. Die haben nur nen Haufen Geld und spekulieren halt nen bisken, um da noch mehr draus zu machen. Denen ist es doch völlig schnurz, ob es nun Mineralien, Kunst oder Börsengeschäfte sind.
Nen Steinbruch oder eine Halde haben die in ihrem Leben noch nie betreten und können sich überhaupt nicht vorstellen, was ein echter Sammler, der sich an die Fundorte begibt und dort in mühseliger Arbeit und mit viel Glück eine ästetische perfekte Stufe birgt, für einen Glücksmoment empfindet.
Am Anfang meiner Sammeltätigkeit hab ich ja auch so gedacht. Da habe ich keine Börse ausgelassen und Stufen gekauft, die in meinem Rahmen bezahlbar waren und natürlich möglichst groß und ästhetisch.
Heute kann mich das überhaupt nicht mehr reizen, denn das Einzige was zählt ist Selbersammeln, bzw. richtig Arbeit, Buddeln in der Halde und Kloppen im Anstehenden, der Aufenthalt in der Natur und Stufen für lau.



Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: jkstar am 25 Apr 12, 16:36
Restauraties.
In een zeer beperkt aantal gevallen zijn restauraties van uitzonderlijke of complexere matrix specimens verantwoord. Ikzelf ben er niet zo'n grote voorstander van en in mijn hele verzameling zijn dan ook maar twee gerestaureerde specimens te vinden, namelijk twee unieke Toermalijn specimens op matrix. Mineralen en edelstenen worden dikwijls in een zeer hard gesteente gevonden en het ontginnen ervan gebeurt dikwijls met explosieven. Sommige specimens blijken na het ontginnen en uitruimen van de pocket waarin ze gevonden werden toch zo uitermate uniek te zijn, dat enkel een restauratie redding kan brengen om een uniek specimen toch te conserveren. In dit geval wordt op een zeer professionele manier bv. een gebroken Toermalijnkristal terug in zijn oorspronkelijke staat hersteld, of terug in de originele positie terug op zijn oorspronkelijke matrix geplaatst. Restauraties hebben dus absoluut niets te maken met de verwerpelijke vervalsingen die uit winstbejag soms op beurzen wel al eens worden aangeboden! Uiteraard mag het restaureren van specimens absoluut niet veralgemeend worden, want op beurzen of op websites van dealers zie je soms wel eens banale en waardeloze specimens die enkel om puur commerciële redenen toch gerestaureerd zijn. Restauratie wordt dus enkel getolereerd voor de echte topspecimens, vergelijk het zo'n beetje met de restauratie van een uniek schilderij van Rubens...

Es würde mich mal interessieren, was unter diesem Punkt steht, leider kann ich das nicht gut verstehen, restaurieren bei Topstufen ist erlaubt, oder nicht (?), kann denn Text oben mal jemand in 1-2 Sätzen interpretieren ??!

Viele Grüße
Julian
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: Sebastian am 25 Apr 12, 17:34
Google Übersetzer ??   ;D
schöne Grüße Sebastian
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: jkstar am 25 Apr 12, 17:57
..ja, der Tip war ok, die Quintessenz ist wohl, dass bei einmaligen Spitzenstücken auch ein Restauration legitim sein kann.

Viele Grüße
Julian
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: Tobi am 25 Apr 12, 18:32
Das sehe ich auch so. Eines der prominentesten Beispiele sind da wohl die wundervollen Kombinationen aus Amazonit und Rauchquarz aus Colorado. Soweit ich weiß, sind mehr oder weniger alle größeren Stufen repariert. Gibt also im Sinne von hübschen Stufen kaum eine andere Wahl. Finde ich aber nicht schlimm, wenn das 1. transparent gemacht wird, 2. professionell durchgeführt wird und damit nicht wirklich sichtbar ist.

Und bevor jetzt wieder das Argument kommt, wer denn solche poppig-bunten, unbezahlbaren Stufen aus Übersee braucht: Das ist nicht das Thema. Es geht einfach darum, ob es legitim ist, Mineralien zu restaurieren/reparieren, um gute Stufen wiederherzustellen (was ja kein Eingriff in die Natur ist). Und da bin ich auf jeden Fall der Meinung, dass das absolut legitim ist.
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: endeavour-minerals am 25 Apr 12, 21:55
@thothie
Nur „money“ machen möchte ich Mario Paulwels und dieser Sammlerklientel nicht unterstellen! Es geht mir nicht darum diese Sammlerklientel zu verurteilen! Diese behaupten ja auch nicht, das die Sammler die nur selber sammeln sehr geizig sind, weil sie kein Geld für Mineralien ausgeben. Ob die jemals einen Steinbruch betreten haben oder nicht, oder in einer Halde gewühlt haben oder nicht ist doch nur nebensächlich. Thomas, durch die Hintertür polarisierst du und das möchte ich nicht, ein „echter Sammler“ muss nicht zwangsläufig selber sammeln. Den Glücksmoment den du beschreibst ist nur eine Ausschüttung von Endorphinen, das kann man bei einem guten Kauf auch haben.
Thomas, du möchtest richtig arbeiten, buddeln, ich hab da noch ein Garten umzugraben und eine Ausschachtung zu machen….ist nur ein Scherz, ich hoffe du nimmst mir meine Worte nicht übel. Übrigens die Stufen die du findest, sind genau genommen nicht für lau, oder wie kommst du an den jeweiligen Fundort.
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Ich selber kaufe, tausche und sammele auch selber. Die von Mario Paulwels angesprochenen Stufen haben bei mir aber den gleichen Rang (insofern ich so eine überhaupt habe) wie eine getauschte oder selbstgefundene Stufe. Mit meinen Sammlungsstil bin ich zufrieden weil er die verschiedenen „Bedürfnisse“ sehr gut befriedigt, das ist meine Philosophie, ob dieses Konzept gut ist kann und will ich nicht beurteilen.

Mein Anliegen mit diesem Beitrag war nur, auf den möglichen Mangel sowie die mögliche negative Entwicklung bei diesem Sammlungsstil hinzuweisen und die Meinung anderer Sammler zu diesem Thema einzuholen. Immer öfter tauchen Begriffe wie „unbeschädigt“ und „Ästhetisch“ im Bezug auf Mineralien auf und diese Begriffe sind meiner Meinung nach diesen Trend klar zuzuordnen. Ich weiß nicht was ich davon halten soll bzw. wie man mit derartigen Begriffen und deren Vorstellungen die dahinterstehen umgehen soll.

Eine Grundsatzdebatte welcher Sammlungsstil der bessere ist, möchte ich nicht!

Danke für eure geleisteten Beiträge.

Ingo
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: rudi_strolz am 26 Apr 12, 11:02
Hallo,

ich möchte nun doch noch etwas beitragen:

Für Fossiliensammler gehört die Optimierung eines Fundes zum täglichen Geschäft. Kaum ein Fossil kann direkt aus dem Steinbruch in die Vitrine befördert werden. Da muss häufig präpariert werden bis der Arzt kommt. Für uns Mineraliensammler hört die Nachbereitung eines Fundes hingegen meist bereits nach der Formatisierung auf. Ggf. wird noch ein wenig Calcit weggeätzt und ein störender Belag entfernt, das war's dann aber auch. Alles, was darüber hinaus geht, wird oft als Verfremdung und Manipulation angesehen. Was ich sagen will: Man kann in seine Stufen durchaus auch etwas mehr Arbeit stecken und die eh schon guten Stücke noch ein wenig perfekter machen. Da können wir von unseren Fossilienkolleginnen und -kollegen durchaus noch lernen.

Herzliche Grüße
Carsten
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: Tobi am 26 Apr 12, 14:14
Immer öfter tauchen Begriffe wie „unbeschädigt“ und „Ästhetisch“ im Bezug auf Mineralien auf und diese Begriffe sind meiner Meinung nach diesen Trend klar zuzuordnen. Ich weiß nicht was ich davon halten soll bzw. wie man mit derartigen Begriffen und deren Vorstellungen die dahinterstehen umgehen soll.
Der Begriff "ästhetisch" ist natürlich rein subjektiv, da braucht man erst gar keine Diskussion anzufangen. Egal ob es um Mineralien geht oder um Gebäude, Autos, Menschen, Kleidung, Zierfische, Gemälde, was auch immer, jeder definiert für sich, was er als ästhetisch empfindet - und das ist auch gut so!

Beim Begriff "unbeschädigt" ist das anders, den kann man schon wesentlich objektiver definieren. Klar will jeder Mineraliensammler möglichst unbeschädigte Stufen. Für mich selber bedeutet das z.B., dass ich Stufen will, die nicht durch Bruchstellen, Abplatzungen oder Kratzer dermaßen beeinträchtigt sind, dass das Gesamtbild ein negatives ist. Mehrfach habe ich jedoch schon gehört, wie extrem man dies manchmal auslegt, auch hier oftmals auf der anderen Seite des Atlantiks. Da wird dann mit der Lupe ewig lang gesucht, ob nicht doch irgendwo ein winziger Kratzer bei 20-facher Vergrößerung zu erkennen ist. Ist das nicht der Fall, dann wird die Stufe eben als "perfekt" bezeichnet und ist dann eben mal dreitausend Dollar wert, selbst wenn es nur ein kleiner Vanadinit aus Mibladen oder so ist.

Ich habe da ein wesentlich entspannteres Verhältnis zu, auch als "Ästhetik-Sammler": Für mich sind Mineralien Natur und keine sterilen Kunst- und Statusobjekte, deswegen müssen sie auch nicht "perfekt" sein. Es gibt so viele Stufen, die aufgrund ihrer Form, Farbe, Paragenese, Herkunft oder was auch immer einfach schön und interessant sind, da jucken mich ein paar unauffällige Beschädigungen nicht die Bohne; und solche Dinge wie ein Überzug aus einem anderen Mineral können erst den Reiz des Stückes ausmachen.

Deswegen, um das Thema des Threads zu beantworten: Die "perfekte" Stufe kann durchaus Krusten, vermeintlich störende Begleitmineralien oder auch an paar Stellen mal eine leichte Beschädigung aufweisen - sie kann im Auge des Betrachters (oder Besitzers) dennoch perfekt sein! Ich habe in meiner Sammlung Stufen für 10 oder 15 Euro, die in meinen Augen "perfekt" sind. Umgekehrt sehe ich in manchen Shops vermeintlich "perfekte" Stufen für viele tausend Euro oder Dollar, die ich nicht einmal geschenkt haben möchte, weil sie einfach bis zum Gehtnichtmehr frisiert wurden.

Gruß
Tobi
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: endeavour-minerals am 26 Apr 12, 18:14
@Tobi, das ist doch eine klare Aussage.

In dieser Form hätte ich mir noch mehr Antworten gewünscht um mir ein neutrales Bild machen zu können. Zugegeben für viele ist das Thema zu ausgelutscht, weil es in der einen oder anderen Variante immer wieder diskutiert wurde.

Ingo
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: Jochen1Knochen am 26 Apr 12, 22:19
Hallo!
Eigentlich ist doch wohl in jeder Sammlung eine perfekte Stufe drin.Und wenn es auch nur ein Stück ist,von dem man von der gewissen Fundstelle her bei keinem anderen Sammler oder im Museum was besseres gesehen hat.
Es ist doch sowiso die Regel,daß man immer weitersucht,in der Hoffnung auf ein noch besseres Stück einer Fundstelle.Und wenn man hundert mal dorthin faren muß!
Auch eine mit Tausendern erkaufte Sammlung wird nie eine Vollkommenheit haben,irgendwie kommt doch immer wieder was besseres aus irgendeinem Teil der Welt auf den Markt.
Und auch die Großstufen lagen nicht alleine in den Drusen-ein anderer hat dann wahrscheinlich das größere Teil oder aber das schönere Teil gekauft.
Und Stufen zu reparieren ist doch nicht schlimm.Wenn aufgrund von Verwitterung oder Sprengung etwas originelles zerstört wurde,kann man doch durchaus versuchen den Urzustand wieder herzustellen.Man hat ja schließlich keine Schuld am Makel der Stücke.
Gruß Jens
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: cmd.powell am 30 Apr 12, 16:12
Hi

Ich hab längere Zeit über diese Fragestellung nachgedacht und viele wesentliche Punkte wurde hier schon von anderen Mitgliedern geschrieben, der wichtigste ist wohl: Soll doch jeder so Sammeln, wie er will - oder kann. Ich denke mal, jeder von uns hat seine persönliche Vorstellung einer "perfekten Stufe", ähnlich wie jeder eine Vorstellung der "perfekten Frau/Mann" hat. Und diese Vorstellung wird sich in den wenigsten Fällen mit der Vorstellung eines Anderen decken, über Geschmack lässt sich nunmal (nicht) streiten. Tatsache ist jedoch, das es einen Bereich der "Perfektion" geben wird, den die Mehrzahl attrakiv findet. Und hier kommen wir zu dem "Soll doch jeder Sammeln, wie er kann": Solche Stücke sind teuer. Egal, ob da nun doch noch irgendwo eine Ecke angeschlagen ist oder nicht, die Meisten von uns können sich nur das Angucken leisten. Ist es berechtigt, für solche Stücke soviel Geld zu verlangen ? Anscheinend ja, sonst würde niemand es machen ! Der Mark reguliert sich selber.
Mein persönlicher Standpunkt ist der, das dieses ganze Getue auf das berühmte Geschlechtsteilgrößevergleichen hinaus läuft; Ich kann mir eine teurere Stufe leisten als du. Das halte ich für ziemlich primitiv und ich distanziere mich lieber von solchen Zeitgenossen. Nichts desto trotz finde ich auch gut ausgebildete, transparente und/oder schön glänzende Kristalle besser als irgendein Gebrösel. Und man soll jetzt nicht erwarten, das irgendein Gebrösel nicht auch für viel Geld an den Mann/Frau gebracht werden würde. Als zumindestens noch teilweise Systematiksammler weiß ich, was so mancher Krümel in einer Kapsel kostet. Daher achte ich beim Kaufen darauf, das eine Stufe sowohl meinen estetischen als auch meinen wissenschaftlichen Ansprüchen entspricht, egal ob Systematikmineral oder Schaustufe. Gegen mechanische oder chemische Behandlung habe ich solange nichts einzuwänden, wie sie das eigentlichen Mineral einer Stufe überhaupt erst zur Geltung bringen, wobei Paragenese zum Spiel dazu gehört. Pyrite von Navajun können da also präpariert und geklebt sein, anders bekommt man letztlich keine attraktive Stufe hin. Derber Calcit kann auch von schönen Erzkristallen geätzt werden. Nur gesandstrahlte Wulfenite würde ich dann auch nicht kaufen wollen.
Auch Reparaturen halte ich für zulässig, mache ich an meinen selbstgefundenen Stücken schließlich auch, nur müssen diese entsprechend Dokumentiert werden. Nur bauen ist ein absolutes Tabu.
Beim Selbersammeln habe ich eine ganz andere Vorgehensweise: Hier kommt es mir mehr darauf an, die Vielfalt eines Mineral von einem bestimmten Fundort einzufangen. Daher habe ich sicher über 500 Cerussite (oder auch Malachite etc.) von der Glücksradhalde. Das liegt letztlich an der Verfügbarkeit und der Einmaligkeit jeder einzelnen Stufe. Ich hätte arge Probleme, mich auf ein Stück zu beschränken. In diesem Zusammenhang beschränke ich mich auch lieber auf eine Hand von Fundorte in meiner Nähe ein, als zu weit entfernten Fundorten wie Grube Clara zu fahren. Man bekommt nunmal keinen brauchbaren Schnitt, wenn man nur einmal pro Jahr zu einem Fundort wie z.B. der Grube Clara fährt, also lasse ich es. Lieber zehnmal Grube Glücksrad als einmal Clara. Am liebsten würde ich auch so kaufen, nur als normaler Nichtmillionär geht das nicht...
Also, auch ich sammle so, wie ich es für richtig halte. Allerdings muss ich Jens wiedersprechen: Ich würde nicht behaupten, das ich eine nach meinen eigenen Ansprüchen perfekte Stufe in meiner Sammlung habe. Dafür aber etliche schon ziemlich gute  ;D
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: Wegschmeißit am 30 Apr 12, 21:36
Zitat
Daher habe ich sicher über 500 Cerussite (oder auch Malachite etc.) von der Glücksradhalde.

Und ich wundere mich das es immer heisst: "Die Glücksradhalde ist schon zehnmal umgegraben"
Jetzt wissen wir ja endlich wer den ganzen Krempel hortet.  ;D

Gruß Dirk
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: MINERALI am 01 May 12, 08:15
hallo!
ich würde sagen jede stufe hat seinen eigenen reiz! egal ob groß oder klein,super kristalle oder nur unter dem bino sichtbar,hauptsache ist sie gefällt einem und man ist stolz darauf sie gefunden oder erworben zu haben, wenn man in seine vitrienen schaut kann man sich eh nicht entscheiden welche ist besser oder schöner  ;) klar freut man sich wenn was unbeschädigt ist,aber egal deshalb sind wir ja sammler von mineralien und können uns jeden tag an diesen schönheiten erfreuen  :D
mfg heiko
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: Tobi am 01 May 12, 12:09
... Und genau aus diesem Grund, eben weil jeder etwas anderes perfekt findet, können wir wohl kaum eine gültige Definition von "perfekter Stufe" erstellen, und ich finde das beruhigend! Natürlich kann man den perfekten Kristall beschreiben oder eine absolute Freiheit von Fehlern und Beschädigungen feststellen, aber das ist nicht gleichbedeutend damit, dass eine Stufe perfekt ist. Es gibt "perfekte" Stufen, die perfekte Langeweile ausstrahlen, und es gibt absolut nicht perfekte, die größte Attraktivität besitzen!

P.S. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen: Wäre es vielleicht möglich, dass wir hier im Forum zumindest im Ansatz auf Grundlagen der deutschen Sprache achten? Das ist ein Forum, wo teilweise wissenschaftliche Inhalte diskutiert werden, da wäre es angemessen, wenn man vielleicht zumindest Namen und andere Substantive groß schreibt. Das geht nicht (!!!) persönlich gegen dich, Heiko, ich beobachte das sehr oft hier und mir tut es teilweise in den Augen weh. Sorry, dass ich das so audrücke, nimmt hoffentlich niemand persönlich. Ist schon schlimm genug, wenn ich im Alltag resigniere, weil unsere Schüler ihre eigene Muttersprache nicht schreiben können. Aber unter Erwachsenen, die sich über ein Hobby mit wissenschaftlichem Anspruch austauschen, würde ich doch um ordentliches Deutsch bitten.
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: Wegschmeißit am 01 May 12, 12:31

P.S. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen: Wäre es vielleicht möglich, dass wir hier im Forum zumindest im Ansatz auf Grundlagen der deutschen Sprache achten? Das ist ein Forum, wo teilweise wissenschaftliche Inhalte diskutiert werden, da wäre es angemessen, wenn man vielleicht zumindest Namen und andere Substantive groß schreibt. Das geht nicht (!!!) persönlich gegen dich, Heiko, ich beobachte das sehr oft hier und mir tut es teilweise in den Augen weh. Sorry, dass ich das so audrücke, nimmt hoffentlich niemand persönlich. Ist schon schlimm genug, wenn ich im Alltag resigniere, weil unsere Schüler ihre eigene Muttersprache nicht schreiben können. Aber unter Erwachsenen, die sich über ein Hobby mit wissenschaftlichem Anspruch austauschen, würde ich doch um ordentliches Deutsch bitten.

Danke für diesen Einwurf!

Glück Auf
Dirk
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: loparit am 01 May 12, 12:35
hallo tobi,
im zeitalter des internet und der foren ist es durchaus üblich dass man alles klein schreibt.
also man lässt dir die freiheit zu schreiben wie du willst, lass auch den anderen die freiheit zu schreiben wie sie wollen.
es sei denn man ändert hier die satzungen bzw. regeln und besteht konsequent darauf die richtlinien der deutschen sprache einzuhalten.
natürlich hast du recht, wenn du schreibst, dass es schlimm ist, wenn unsere jungendlichen bzw. viele schüler nicht mehr der deutschen sprache mächtig sind. wen wundert das, wenn im sprachgebrauch fast jedes zweite word englich ist oder im fernsehen moderatoren deutsche sendungen moderieren und jedes zweite word nicht richtig aussprechen können. und das scheint der deutschen bevölkerung auch noch zu gefallen, anders kann man es nicht erklären, warum man keine moderatoren einsetzt die richtig deutsch sprechen können. das finde ich persönlich viel schlimmer als dass ich hier alles bewußt klein schreibe.  aber das ist ein anderes kapitel und das ändern wir auch nicht wenn, wir penibel darauf achten hier die richtlinien der deutschen sprache einzuhalten.

gruß
loparit
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: endeavour-minerals am 01 May 12, 14:24
Hallo Jungs,
Grundlage dieser "Diskussion" war der Artikel von Mario Paulwels bei mindat!

siehe hier: http://www.mindat.org/article.php/1478/Criteria+voor+het+verzamelen+van+esthetische+mineralen

Versucht doch bitte beim Thema zu bleiben.

Wenn ich Zeit habe, versuche ich den Artikel sinngemäß ins deutsche zu übertragen, sei denn einer unserer Niederländischen Kollegen bekommt das schneller hin, wäre mir noch lieber.

Ingo
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: cmd.powell am 03 May 12, 23:29
Zitat
Daher habe ich sicher über 500 Cerussite (oder auch Malachite etc.) von der Glücksradhalde.

Und ich wundere mich das es immer heisst: "Die Glücksradhalde ist schon zehnmal umgegraben"
Jetzt wissen wir ja endlich wer den ganzen Krempel hortet.  ;D

Gruß Dirk

Hi, hi, naja, man kann eben nie genug bekommen  :D Aber keine Sorge, ich hab nochmal mindesten 500 Cerussite in meiner "Tauschkiste".  Und in der Halde liegen sicher auch noch ein oder zwei ansehnliches Stufen rum, so oft kann man die gar nicht umgraben...

hallo!
ich würde sagen jede stufe hat seinen eigenen reiz! egal ob groß oder klein,super kristalle oder nur unter dem bino sichtbar,hauptsache ist sie gefällt einem und man ist stolz darauf sie gefunden oder erworben zu haben, wenn man in seine vitrienen schaut kann man sich eh nicht entscheiden welche ist besser oder schöner  ;) klar freut man sich wenn was unbeschädigt ist,aber egal deshalb sind wir ja sammler von mineralien und können uns jeden tag an diesen schönheiten erfreuen  :D
mfg heiko

... Und genau aus diesem Grund, eben weil jeder etwas anderes perfekt findet, können wir wohl kaum eine gültige Definition von "perfekter Stufe" erstellen, und ich finde das beruhigend! Natürlich kann man den perfekten Kristall beschreiben oder eine absolute Freiheit von Fehlern und Beschädigungen feststellen, aber das ist nicht gleichbedeutend damit, dass eine Stufe perfekt ist. Es gibt "perfekte" Stufen, die perfekte Langeweile ausstrahlen, und es gibt absolut nicht perfekte, die größte Attraktivität besitzen!

Jup, genau so isses.

Interessant finde ich auch folgendes: Ich habe im Winter einige Kristalle mit einem 3D-Programm animiert (für einen Vortrag), und mit einem solchen 3D-Programm ist es leicht, einen absolut perfekten und makellosen Kristall zu generieren. Allerdings sehen die irgendwie steril aus und wirken unecht (was sie ja auch sind). Erst als ich die Oberflächen mit entsprechenden Texturen uneben und verschieden transparent gemacht habe, wirkte der Gesamteindruck natürlicher, auch wenn ich es nicht bis zu dem Punkt "naturgetreu" geschafft habe. Ich erwarte also automatisch, wenn ich einen Kristall finde, sehe, wie auch immer, das der zumindestens einige Fehler aufweist, was sein Natürlichkeit "bescheinigt". Das ist wahrscheinlich die gleiche Geschichte wie mit den ganzen gephotoshopten Gesichtern auf den Hochglanzmagazinen, die wirken auch oft genug unnatürlich. Darum hätte für mich ein "perfekter" Kristall auch immer einige Makel, wodurch er letztlich aber wieder nicht perfekt wäre - Perfektion durch Inperfektion. Tunen (oder wie man auch immer die aufgezählten nachträglichen Behandlungen wie z.B. Sandstrahlen nennen will) macht es da also nicht unbedingt besser, außer man steht auch auf gephotoshopte Gesichter. Präparieren ist natürlich ok, siehe Navajun-Pyrite oder die Markasitknollen aus der Oberkreide... Ok, das geht jetzt vielleicht doch etwas sehr in das Phänomenologische oder Philosophische, aber für mich hat meine Mineraliensammlung auch etwas existenzielles, daher erlaube ich mir diese Ansicht.

P.S.: Die Einhaltung der deutschen Rechtschreibung (welche auch immer ;) ) unterstütze ich, auch wenn ich selber so manchen Fehler verbocke. Jeder, der etwas schreibt, sollte sich kurz die Zeit nehmen um den eigenen Text zu überfliegen und die gröbsten Schnitzer auszubüglen. Letztlich zeugt das auch vom eigenen Charakter und die Posts sind das Aushängeschild von einem selbst. Groß- und Kleinschreibung gehört selbstverständlich dazu.
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: uwe am 04 May 12, 13:01
Ich habe den Artikel von Mario Paulwels bei mindat mal angeschaut (irgendwie kann man das Holländische schon deuten). Aber mal ehrlich, für welche der abgebildeten, angeblich perfekten Stufen möchtet Ihr mehrere 1000 Euronen ausgeben? Die abgebildeten Stufen sehen irgendwie nicht natürlich aus und sind es vermutlich auch nicht. Da war bestimmt viel Chemie und Präparation mit im Spiel.

Da lobe ich mir eine Matrixstufe mit einer interessanten Paragense aus einer klassischen deutschen Fundstelle, auch wenn diese keinen der von Herrn Paulwels genannten Maßstäbe entspricht.

Uwe
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: endeavour-minerals am 04 May 12, 13:22
Hallo,
ich habe mal angefangen eine "Statistik" aufzustellen, bin damit aber noch nicht durch. Es macht sich aber ein gewisser "Trend" bemerkbar, den ich mal mit monotoner Ästhetik bezeichnen würde. Mehr dazu später.

Ingo

Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: Klinoklas am 04 May 12, 14:20
Die Thematik gibt es mittlerweile auch beim Menschen.
Anscheinend wurde ein Schönheitsideal entdeckt, wie Mensch angeblich gerne aussehen möchte.

Was schön ist entscheidet man heute nicht mehr selber, man bekommt es mit der Keule eingehämmert.
Werbeplakate, Fernsehen, Zeitschriften usw. haben damit Erfolg.

Noch nie gab es so viele "Schönheitsoperationen" wie heute, der Mensch hat anscheinend
einen Hang zum künstlichen entwickelt. Zumindest hat man ihm erzählt, dass es so richtig ist
und es wird wohl heute größtenteils akzeptiert.

Das Ergebnis könnte man auch "monotone Ästhetik" nennen, da hier jegliche Individualität verloren geht.
Eine schöne neue Welt !  :-X

Gruß
René
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: Wegschmeißit am 04 May 12, 14:39
Die Thematik gibt es mittlerweile auch beim Menschen.
Anscheinend wurde ein Schönheitsideal entdeckt, wie Mensch angeblich gerne aussehen möchte.

Was schön ist entscheidet man heute nicht mehr selber, man bekommt es mit der Keule eingehämmert.
Werbeplakate, Fernsehen, Zeitschriften usw. haben damit Erfolg.

Zitat Herbert Grönemeyer: wir packen in den wagen
                                           den ganzen gemischtwarenladen
                                           kaufen alles, brauchen nichts
                                           zählen unsere knöpfe
                                           normen unsere köpfe
                                           tun angeödet unsere pflicht

Was soll man dazu noch sagen?

GA
Dirk
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: Tobi am 04 May 12, 14:45
Da lobe ich mir eine Matrixstufe mit einer interessanten Paragenese aus einer klassischen deutschen Fundstelle, auch wenn diese keinen der von Herrn Paulwels genannten Maßstäbe entspricht.
Es macht sich aber ein gewisser "Trend" bemerkbar, den ich mal mit monotoner Ästhetik bezeichnen würde.

Ihr sprecht mir aus der Seele!
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: endeavour-minerals am 04 May 12, 17:07
@ Klinoklas, René da gibt es tatsächlich auch eine mathematische Formel für Schönheit, kein Scherz. Es würde mich nicht wundern wenn man auch für diesen Sammlungsstil eine Formel für finden würde. Es ist als fahren alle Porsche nur halt die Farbe variiert und der, der es sich eigendlich nicht leisten kann fährt dann halt nur einen 911er. Preislich kommt der Vergleich aber schon hin.

Ingo
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: Tobi am 06 May 12, 14:47
... und besonders bedenklich finde, dass bei manchen Händlern der Porsche so viel kostet wie eine Yacht - aber dennoch meistens Käufer findet. Ist das nicht eine Geschäftsidee: Gute Stufen für 100 Euro das Stück auf dem deutschen Markt kaufen, eklige Sachen wie Begleitmineralien entfernen, noch bisschen Gestein wegtrimmen (muss ja mathematisch in die Schönheitsformel passen) und dann das Ding auf dem amerikanischen Markt für umgerechnet 2000 oder so verkaufen. Manche sind so reich geworden, also sicher keine schlechte Idee. So könnte man aus dem Hype um "perfekte" Stufen immerhin Kapital schlagen ;D
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: Mario Pauwels am 02 Oct 12, 11:48
Hello all,     
Someone noticed my just very recently about this topic and the discussion about my article on Mindat.

Before making any minds up you should translate the original Dutch text decently into German to avoid mistakes. My article on Mindat says clearly that my selected collecting criteria are only useful if you want to build up a collection of aesthetic minerals. It is obvious that those people who collect micromounts or systematic minerals, or collect by locality, or collect only self collected specimens, that these groups of collectors use totally different collecting criteria. As an experienced field collector I understand better then anyone else that when you are self collecting at a quarry, that only very few specimens meets these high level criteria, but that you still could go home very satisfied and be very happy with the specimens that you have collected that day. I was one of the very few field collectors in Belgium who had a written and permanent permission on my name for more than 15 years in a row to collect at the major limestone quarries in southern Belgium and that until these mines closed some years ago. So a collector of aesthetic specimens is not necessarily that inexperienced as some of you dare to insinuate...

Truly, I really don't mind at all if most collectors don't want to collect on a higher level, because a mineral collection reflects the preferences of the individual. We have all a different taste, a different interest, a different budget, and a different focus on how to build our collection. Not one of my close friends collect (for different reasons) on the same level that I collect, but they are all still good friends to my, and we are always happy to show our collections to each other, no matter what the focus on the collection is. If everyone was only interested in those high grade specimens, that would only increases the already high prices for good specimens only more and more.

No, the main reason why I wrote this article is because there are a lot people who are trying to build a aesthetic collection, but they are totally unaware that so many different evaluations criteria's exist. Some people spending big money on specimens from behind their computer, without have visit a mineral show in their entire life, simply by follow the "superlative descriptions" on the dealers website. And at mineral shows I see so many "experienced" collectors who are collecting for many years and who are spending thousands of euro’s on a big or colorful, or severely damaged and almost worthless mineral specimen that meets not one of my criteria !  So why is it wrong to inform these "experienced" and inexperienced collectors by enumerate the various collecting criteria in a article ? Because when the large group of "experienced" collectors paying already thousands of euro’s on a almost worthless, damaged, or highly overpriced specimen to a dealer, can you imagine what the price will be with that same dealer whenever he has a specimen for sale that is really good !

Most posted comments here are irrelevant and proves that some people have not the slightest idea what is written in the article, or that the posted pictures refers to one of the eleven handled criteria in the article;  QUOTE: ...Ich habe den Artikel von Mario Pauwels bei mindat mal angeschaut... Die abgebildeten Stufen sehen irgendwie nicht natürlich aus und sind es vermutlich auch nicht.... To me it is very sad that people like Uwe, who have not the slightest idea how aesthetic specimens might look, dare to insinuate that the specimens in my collection are fake or are not natural, only because of their own lack of knowledge ! 

Another comment that I read in many of your postings is "investment". Of course there are some collectors who see a mineral collection as a  investment, because they are told by the mineral dealer that it is a very good investment to justify their high asking prices... To me collecting is a passion and a joy, and there is not one single specimen in my personal collection that I have bought as an investment, simply because I don't have the intention to sell any of my specimens until I can replace a certain species by a better specimen from the same locality. Collecting fine specimens has nothing to do with elitism but everything with taste. So those collectors who are thinking that it is 'all about the money' are totally wrong. The most important thing is to develop a certain taste for fine specimens and to search prudently and patiently for specimens. And my article on collecting criteria is for those collectors who are interested, only a guideline in their developing process.

To be honest, I think that most of your comments have nothing to do with the content of the article itself, but have everything to do with the envious attitude against collectors who collect highly aesthetic specimens. It looks that spending big money on a fancy car, or buying the newest audio system, or the latest iPhone is widely accepted for everyone. But buying fine, tasteful and patiently selected mineral specimens when you are passionate about minerals, is totally unacceptable and "not done" to some fellow collectors. And this envy, or is it jealousy, is very very sad....


Best regards,  Mario Pauwels
Collecting fine specimens has nothing to do with elitism but everything with taste !
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: Sonntag am 02 Oct 12, 14:58
Hallo,
über die Schönheit von Mineralien kann man verschiedener Meinung sein. Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall. Ob selber gesammelt oder gekauft, Hauptsache ist für mich, dass ich beim Anblick
meiner Mineralien Freude empfinde.
Viele Grüße aus dem Rheinland
Sonntag
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: Tobi am 02 Oct 12, 15:34
Danke für diesen Kommentar! Uwe und Mario, streitet euch doch nicht. Ihr habt ein gemeinsames Hobby: Freude an Mineralien! Der eine sammelt gigantische Edelsteinkristalle, der andere Belegstücke von Pechblende - ist doch vollkommen egal!

SCHÖNHEIT ist SUBJEKTIV. Und über Subjektives sollte man nicht streiten ... weil man es einfach gar nicht kann!!!

So, Peace 8)
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: uwe am 03 Oct 12, 09:02
Ich habe noch gar nicht gemerkt, daß ich mich mit Mario Pauwels streite und habe auch keine Absicht dies zu tun. In meinem Beitrag habe ich auch nicht von "fakes", also Fälschungen, gesprochen. Die gezeigte Stufen des betreffenden Artikels sind mit Sicherheit natürlich, aber auch mit Sicherheit behandelt, was auch mit Sicherheit über eine fast immer notwendige einfache Reinigung hinausgegangen ist.

Nun kann ja jeder sammeln wie und was er will. Man darf, wenn man will, seine Stufen so behandeln, daß aus der natürlichen Paragenese Kunstwerke entstehen. Allerdings ist ästhetisch ein sehr vielschichtiger Begriff (kann man ja mal bei Wikipedia nachlesen). Insofern wird und darf wohl jeder seine Stufen als ästhetisch betrachten.

In einem muß man aber uneingeschränkt Mario Pauwels zustimmen: Die Matrix einer Sammlungstufe sollte dem Hauptmineral hinsichtlich der Größe entsprechen. Ich habe schon oft große Klopper liegen sehen, bei denen auf einer Ecke ein winziger, aber perfekter Kristall saß. Das ist dann (hier wieder entsprechend meiner persönlichen Auffassung) nicht ästhetisch.

Gruß
Uwe

Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: Klinoklas am 03 Oct 12, 12:19
Ich habe schon oft große Klopper liegen sehen, bei denen auf einer Ecke ein winziger, aber perfekter Kristall saß. Das ist dann (hier wieder entsprechend meiner persönlichen Auffassung) nicht ästhetisch.

Nicht wenn der Preis für die Stufe aus der Grammzahl der Matrix entsteht.  ;D
Titel: Re: Die perfekte Stufe
Beitrag von: Tobi am 03 Oct 12, 13:56
Hallo Uwe,

du wirst bei so genau definierten Kriterien bezüglich der Ästhetik immer Punkte finden, wo man sich mit anderen einig ist oder nicht. Zum Beispiel gehört ja auch der Punkt Kontrast zwischen Mineral und Matrix dazu. Aber was ist mit einer Sammlung von perfekten Einzelkristallen? Da kann dieses Kriterium nicht auftauchen, dennoch kann es eine spektakuläre Weltklassesammlung sein. Oder Fluorit: Viele der besten Fluorite kommen ohne Muttergestein daher, dennoch gehören sie für viele Sammler zu den ästhetischsten Mineralien. Was ich meinte mit "Streit" war, dass man hier die Emotionen nicht zu hoch kochen soll. In der Tat könnte man deine Aussage in diesem Thread ("Die abgebildeten Stufen sehen irgendwie nicht natürlich aus und sind es vermutlich auch nicht") so deuten, als würdest du Mario vorwerfen, dass er irgendwelche Fakes zeigt. Das hast du sicher nicht so gemeint, aber ich kann durchaus verstehen, dass er sich angegriffen fühlt und sich hier zu Wort meldet.

Ich kann sehr gut die verschiedenen Kriterien verstehen, die als Maßstab im High-End-Bereich des Mineraliensammelns angelegt werden. Aber das sind eben idealisierte Kriterien und auch irgendwie meistens von persönlichem Geschmack abhängig. Ob ein Kristall perfekt ist oder nicht, naja das kann man noch mehr oder weniger objektiv beurteilen. Auch, ob die Stufe, auf der er sitzt, ausgewogen, kontrastreich usw. ist. Aber ob sie im Endeffekt "ästhetisch" (oder gar perfekt, um den Titel dieses Themas mal aufzugreifen) ist, liegt doch immer im Auge des Betrachters. Für mich haben z.B. Einzelkristalle relativ wenig persönlichen Reiz - auch wenn ich bei guten Stücken absolut anerkenne, dass sie perfekt, hochwertig und auch durchaus "schön" sind.

Und auch wenn ich in diesem Thread schon deutlich gemacht habe, dass man es mit Manipulationen nicht übertreiben sollte, so finde ich die meisten Stufen von Mario wirklich gut; es handelt sich um sehr gute Exemplare interessanter Sammlermineralien. Das Thema, welchen Preis man für so eine Stufe zu zahlen bereit ist, sollten wir hier komplett weglassen: Ich habe schon für 15 Euro oder so Stufen gekauft, bei denen alle Kriterien erfüllt wären, aber ich habe auch schon welche für sechsstellige Preise gesehen, die ich für nen Hunni nicht hätte haben wollen, weil sie in meinen Augen hässlich wie die Nacht waren.

Gruß
Tobi