Mineralienatlas - Fossilienatlas

Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: MeilensteinAachen am 30 Apr 12, 11:05

Titel: Rhodochrosit
Beitrag von: MeilensteinAachen am 30 Apr 12, 11:05
Hallo, habe einen alten Rhodochrosit von Nassau erworben, der leider an der Oberfläche größtenteils bräunlich oxidiert ist. Womit kann ich die dunkle Verfärbung eventuell entfernen, ohne den Rhodochrosit arg zu strapazieren? Vielen Dank im Voraus für eure sachbezogene, kompetente Unterstützung.

Bernd Eckel, Aachen
Titel: Re: Rhodochrosit
Beitrag von: Walpurgin am 30 Apr 12, 11:18
Zu einem kompetenten Mineralienpräperator einschicken, besonders bei hist. Stufen sollte man den eigenen Firlefanz tunlichst lassen.
Titel: Re: Rhodochrosit
Beitrag von: Krizu am 30 Apr 12, 11:41
Hallo,

da ich vermute, dass der dunkle Belag Braunstein ist, sehe ich bei einer carbonatischen Basis mit einfachen Mitteln keine Chance. Ich stimme Walpurgin zu.

MfG

Frank
Titel: Re: Rhodochrosit
Beitrag von: michael berghäuser am 30 Apr 12, 12:44
Hallo,

"sehe ich bei einer carbonatischen Basis mit einfachen Mitteln keine Chance" was sind denn die nicht einfachen Mittel?

Oder anders mit welchen Mitteln arbeitet ein Mineralienpräperator?

Glückauf

Michael
Titel: Re: Rhodochrosit
Beitrag von: Walpurgin am 30 Apr 12, 13:55
Zitat
Oder anders mit welchen Mitteln arbeitet ein Mineralienpräperator?

Das werden uns die Jungs wohl kaum mitteilen  ;)
Titel: Re: Rhodochrosit
Beitrag von: Krizu am 30 Apr 12, 14:07
Hallo,

ups - geschreiben und nicht abgeschickt:
Was meine ich mit einfachen Mitteln? Ich bin in Gedanken mein Wissen zum Thema Manganionen durchgegangen.
Mangan(II) ist das stabilere aber auch mobiler Ion. Mn(IV) ist eher passiv und liegt - abgesehen von katalytischen Effekten dumm in Lagerstätten rum ;-)

Du brauchst also etwas, was gezielt Mn(IV) löst, komplexiert oder was auch immer. Säuren und LAugen fallen bei Carbonaten aus. Gepufferte Wallersche Lösung mag gehen, aber wird mit hoher Wahrscheinlichkeit den Glanz verändern. Gezielte Komplexbildner für Mn(IV) die nicht auf Mn(II) reagieren kenne ich nicht.

Was würde ich anfangen? Referenzstück zum versauen,  Redoxmessung installieren, Elektropolarographie machen und versuchen elektrolytisch in einer Mn(II) gesättigten Lösung eine Reduktion zu erreichen. Aber da liegt irgendwas im Hinterkopf rum, warum Mn-Elektrolyse nicht einfach war. Das meine ich mit nicht einfach.

Auf der anderen Seite haben alte Hasen einen Erfahrungsschatz nach dem Motto: 30s darein, dann 2min hier und am Ende in xyz baden. Dabei wurde naber mit Sicherheit genug Proben geschädigt. Als "Hobby"- oder "Semiprofessional" sehe ich keine Chance, lasse mich aber gerne eines besseren belehren!

MfG

Frank
Titel: Re: Rhodochrosit
Beitrag von: uwe am 30 Apr 12, 14:17
Wurde zwar schon paar mal gesagt, aber jedes herumexperimentieren macht die Stufe schlechter. Man schleift ja auch keine Quarzspitzen nach.

Du kannst zwar mit Deinen Stufen machen was Du willst, aber mit Sicherheit ärgerst Du Dich nach einer Behandlung. Stelle doch mal ein Bild der Stufe ein. Vieleicht ist die gar nicht so häßlich wie sie Dir vorkommt.

Uwe
Titel: Re: Rhodochrosit
Beitrag von: Erik am 30 Apr 12, 14:46
Ich werfe mal ganz naiv und ohne Ahnung Na-Dithionit in den Raum. Damit hatte ich die Stufe unten gesäubert, die rosa Farbe war vorher kaum zu erkennen, die Reste vom Belag hatte ich extra belassen. Allerdings habe ich die Stufe nicht eingelegt, sondern den Rhodochrosit nur vorsichtig und wiederholt mit der Lösung abgetupft.

Achtung, keine Aufforderung zum Nachmachen, auch wenn es bei mir funktioniert hat. Aber es kann sicher jemand mit mehr Ahnung etwas dazu sagen.

Gruß, Erik

(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1197724120.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1197724120.jpg)
Titel: Re: Rhodochrosit
Beitrag von: Hg am 30 Apr 12, 15:24
Die Methode von Erik könnte durchaus funktionieren. Dithionit ist ein sehr stark reduzierendes Mittel bei eher basischen Bedingungen. Die Reduktion vom Braunstein sollte also gut funktionieren. Man könnte das nätürlich mit reinem Braunstein mal testen.
Der zugesetzte Puffer vermeidet ein Abrutschen in den sauren Bereich. Den Carbonaten sollte daher nichts passieren. Anschließend sollte natürlich sehr gut mit dest. Wasser gewässert werden.

Ein Bild zur besseren Beurteilung wäre sicher nicht schlecht.

Gruß,
Andreas
Titel: Re: Rhodochrosit
Beitrag von: MeilensteinAachen am 02 May 12, 14:46
Erst einmal vielen Dank an alle für die hilfreichen Beiträge. Nachdem das zweistündige Einlegen in dass für Rhodochrosit harmlose Natriumdithionit nichts gebracht hat, werde ich die Stufe nun einschicken. Die Vorgehensweise von Krizu hört sich plausibel an, ist aber leider für mich nicht praktizierbar. Hier noch das gewünschte Foto.

Viele Grüße, Bernd Eckel
Titel: Re: Rhodochrosit
Beitrag von: Krizu am 02 May 12, 15:15
Hallo,

ja - genau genommen müsste analysiert werden, ob die Beläge Limonit oder Braunstein sind.

MfG

Frank
Titel: Re: Rhodochrosit
Beitrag von: uwe am 02 May 12, 15:55
Also nach meinem Geschmack ist die Stufe so wie sie ist, ein schönes, altehrwürdiges Stück. Was nicht mit Wasser und einem Waschmittel runter geht, würde ich auf der Stufe lassen.

Gruß
Uwe
Titel: Re: Rhodochrosit
Beitrag von: Wegschmeißit am 02 May 12, 17:30
Also nach meinem Geschmack ist die Stufe so wie sie ist, ein schönes, altehrwürdiges Stück. Was nicht mit Wasser und einem Waschmittel runter geht, würde ich auf der Stufe lassen.

Gruß
Uwe

Sehe ich auch so. Im Prinzip wird man die Stufe nur "verschlimbessern"!
Habe Quarzstufen aus Heiligenhaus die einen Eisenoxid Überzug haben.
Mit Dithionit hat es nix gebracht die zu behandeln, Oxalsäure war auch nicht der
Bringer, also lass ich es so. Gehört halt auch so zur Paragenese.
Das hat dann am Ende auch etwas von einer "perfekten Stufe"

Glück Auf
Dirk
Titel: Re: Rhodochrosit
Beitrag von: Embarak am 02 May 12, 20:45
Hallo

Zitat
..ein schönes, altehrwürdiges Stück. Was nicht mit Wasser und einem Waschmittel runter geht, würde ich auf der Stufe lassen.

Sehe ich auch so. 
Ist es wirklich nur ein Belag oder eine durchgehende Trübung?
Habe versucht, Vergleichsbilder zu finden, finde aber weder im Lexikon noch bei mindat Rhodochrosit mit einer der vielen
Nassau (http://de.wikipedia.org/wiki/Nassau)-Variationen.   8)   Lediglich Nassau auf den Bahamas ist nicht als Fundort angelegt...
Bitte etwas Fundort-Nachhilfe für älteren Großstädter.

Gruß
Norbert

P.S.:
Erik's Präparation war zwar riskant, sieht aber Spitze aus !

Titel: Re: Rhodochrosit
Beitrag von: smoeller am 02 May 12, 20:49
Hallo,

Gemeint ist das Herzogtum Nassau, heute Teile von Hessen und Rheinland-Pfalz. Das Stück könnte von Oberneisen sein, das ist eine durchaus bekannte Fundstelle derartiger Stücke.

Glück Auf!
Smoeller
Titel: Re: Rhodochrosit
Beitrag von: Embarak am 02 May 12, 20:57
Danke

Das macht den Vergleich (http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/LokationMineralData?param=8268,3264) etwas einfacher (http://www.mindat.org/photosearch.php?frm_id=mls&cform_is_valid=1&minname=rhodochrosite&cf_mls_page=1&region=Oberneisen&sort=&submit_mls=Search).

Es hätte auch schlimmer (http://www.mindat.org/photo-221931.html) kommen können.

Norbert
Titel: Re: Rhodochrosit
Beitrag von: MeilensteinAachen am 02 May 12, 22:06
Ganz genau Sebastian, das Stück stammt von Oberneisen, sehr gut erkannt :). Gibt es vielleicht noch jemanden hier, der persönliche Erfahrungen mit der Reinigung derartiger Stücke gemacht hat. Und auch bereit ist, diese auf irgendeinem Wege weiterzugeben?

Viele Grüße aus Aachen