Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Bernd G am 30 Dec 04, 19:40
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In Achatgängen des Osterzgebirges werden Zellfäden beschrieben die dort in kolonien auftreten und vermutlich organischem Ursprungs sind .
Artikel von Dr. H. Walter und Dr. R. Reissmann 1994.
Gibt es zu dem Thema weitere Artikel ?
edit Mod.:
Walter, H., Reissmann, R. Organische(?) strukturen in achatgängen des osterzgebirges (sachsen). Paläont. Z. 68, 5–16 (1994). https://doi.org/10.1007/BF02989429
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scheint wirklich organische struktur zu sein. es wird so gedeutet ,das z.b. im schlottwitzer gang eingebrochene oberkretazische sandsteinblöcke nachgewiesen wurden. und somit ergibt sich der nachweis einer oberflächen nahen erdbebenspalte ,die zeitweise direkt mit der atmosphäre in verbindung gestanden hat.
in diesen erdbebenspalten ist eine besiedlung durch niedere organismen möglich.
mich erinnert das sehr an die schwarzen raucher ,dort wurden ja auch organismen nachgewiesen. obwohl das ein anderes thema ist.
http://www.borntraeger-cramer.de/pubs/journals/0031-0220/paper/68/5
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Hallo Bernd,
ich halte es für absolut ausgeschossen das es sich bei solchen Strukturen um organische handelt. Die Bildungsbedingungen für Quarz würden jegliche organische Stuktur zerstören, und das sich organische Stukturen nachträglich im Quarz bilden ist ebenfalls ausgeschlossen.
Ende des 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurde, auch unter namhaften Gelehrten, rege über die Bildung von Moosachaten aus organischen Substanzen diskutiert, diese Theorien haben sich auch alle als haltlos zerschlagen.
Siehe dazu auch Lapis 7/8. 2004 (Moosachate und seine Fundstellen in Sachsen) und 4./2005 Seiten 28 bis 31 (Leserpost und Silikatgärten).
Gruß Jürgen
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ja gut ist dann hornstein oder madenstein aus dem Döhlener Becken eine ausnahme ? ist ja auch sio2 mineral
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HAllo
Ich finde es liegt durchaus im bereich des möglichen.
Eine Spalte die nahe der oberfläche war und in der dann die organischen reste verkieselt sind.
Man muss sich doch nur mal anschaun was man in den kiesgruben nordsachsens finden kann.
Bernd hat da ein paar stücke von mir.
Da sind wunderbar bunte, achatänhliche feuersteine, bzw karneole die wurzeln myzel und kleine vielzeller enthalten.
Wenn da in der entstehungs umgebung mal ne erdspalte ist kanns auch ohne probleme einen achat mit verkieselungen enthalten.
Hingegen muss ich auch sagen das man das sich irren kann.
Aber Mossachat hat auch wieder ne andre entstehungsgeschichte. (mossachat ist viel zu fratkal-artig)
daher würde ich das nicht auf eine stufe stellen.
grüße
wolfilain
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Hallo,
ja, in Achaten vom Kornberg bei Erbendorf / Oberpfalz haben wir mit Sicherheit Pflanzenreste, vermutlich Wurzelwerk. Unter dem Bino sind gut Zellstrukturen zu erkennen.
Gruß
Berthold
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Hallo leute,
habe heute einen ähnliche thread gestartet. Das könnte für Euch sicher interessant sein. hier geht es im Prinzip um die selbe Frage.
Schaut doch mal rein (soll um Gottes willen keine Kokurrenz sein)
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,6235.0.html
Gruß
Thomas
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es wurde auch mal was veröffentlicht über quarzkristalle auf oder in kieselholz wo im kristall holzzellen nachgewiesen wurden. da ging es glaube ich um hölzer vom kyffhäuser,bin mir da aber nicht ganz sicher.
ich denke es kommt immer auf die entstehung bzw. in welchem temperatur bereich quarz, achat entsteht an.
achat usw kann ja auch im niederen temperatur bereich entstehen.
@obelix
ich denke es ist keine konkurrenz . im gegenteil ist doch ok wenn dieses thema mal von verschiedenen seiten betrachtet wird.
hier noch was sehr interessantes http://members.aol.com/astrbecker/amethyst/amethyst.htm
http://members.aol.com/phycodeb/zellquarz/zellquarz.htm
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Hallo Bernd,
die von dir genannten Seiten kannst du getrost ignorieren. Die wirren Theorien der "phycodischen Geologie" des Herrn Becker sind in Geologenkreisen allgemein bekannt und werden nur noch belächelt. Wer jegliche geologische Prozesse auf biogenen Ursprung zurück führt und Fossilien selbst im Granit sucht und "findet" dem ist nicht mehr zu helfen.
Gruß Jürgen
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ja ich hatte auch so den verdacht als ich mir das genauer angesehen habe.fossilien im granit ,naja das ist schon eigenartig.
aber es ist schon ein sehr interessantes thema.
noch mal wegen dem moosachat,ich hatte angenommen das es sich nicht im sinn auf moos bezieht das dort als organisches material eingelagert ist . sondern die struktur erinnert an moos.( kein kiesel Moos ) ;)
aber die namen verwirren da etwas glaube ich.
wegen der hornsteine noch, ist das alter der achatgäne von schlottwitz und der honsteine aus dem Döhlener Becken gleich ?
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scheint wirklich organische struktur zu sein. es wird so gedeutet ,das z.b. im schlottwitzer gang eingebrochene oberkretazische sandsteinblöcke nachgewiesen wurden. und somit ergibt sich der nachweis einer oberflächen nahen erdbebenspalte ,die zeitweise direkt mit der atmosphäre in verbindung gestanden hat.
in diesen erdbebenspalten ist eine besiedlung durch niedere organismen möglich.
Hallo,
ich erinnere mich grob an einen Berich taus dem Spektrum der Wissenschaft. Dort wurden Bakterien in tiefen Bohrkernen nachgewiesen. Eine Kontamination der Proben war ausgeschlossen. Die Bakterien wiesen allerdings einen extremen Kümmerwuchs auf. Nachrungsquelle weiss ich ncith mehr.
MfG
Frank
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Hallo,
ja, Bakterien. Die sind überall, in Erdöllagerstätten, in heißen Quellen, in tiefsten Bohrungen, sogar in den black-smokers. Die Bakterien sind wahre Überlebenskünstler, einige brauchen kein Licht, einige "ernähren" sich über die Knallgas-Reaktion oder leben und vermehren sich bei 113 Grad. Ich hatte da mal einen Vortrag von Prof. Stetter gehört - echt interessantes Thema.
Gruß
Berthold
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passt zwar nicht ganz,
holzzellen in quarzkristallen vom kyffäuser.
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@berthold
Achate vom Kornberg bei Erbendorf . Handelt es sich da um Wurzelboden ? Oder sind es Stücke im Porphyr ,ähnlich wie die von Thüringen ?
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Hallo Bernd,
schau Dir doch mal die Seite von G. Becker (Dresden) an. Vor einigen Jahren hatte ich mit ihm im Zusammenhang mit einer biogenen Entstehung der Arkadenachate von Schöngleina auch mal Kontakt. Diese Seite ist aber lange nicht mehr aktualisiert wurden und seine Theorie nicht ganz umstritten (wie Jürgen hier auch schon sagt). Und als Nichtfachmann (Hobbymineraloge) glaubt man dann den "Fachleuten" schon eher so etwas, als einer der die Materie kennt. Und für die Karneole ist es auch nicht ganz auzuschließen. Beim Granit schon eher!
Es ist trotzdem interessant was er da so zur Entstehung von Achaten etc. sagt. Vielleicht hat das auch was mit der Beschreibung des Fundes zu tun : In Achatgängen des Osterzgebirges werden Zellfäden beschrieben die dort in kolonien auftreten und vermutlich organischem Ursprungs sind
http://members.aol.com/phycodea/index.htm
(http://www.jetzweb.de/Colinde/Karneolvortrag_Gera.html)
Gruß Conny
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Hallo Bernd,
gerade gesehen. :D Du hattest ja schon ausfühlich Kontakt mit ihm. Herr Becker hatte mir auch vor einigen Jahren eine durchaus plausible Theorie zur Entstehung der Arkadenachate von Schöngleina aufgezeigt. Auf seiner Seite fand ich diese Theorie aber dann nicht, obwohl ich seine auf meiner verlinkt hatte. Dadurch und auch weil die Adresse nicht mehr ging (gesperrt), ist der Kontakt später nicht mehr aufrecht erhalten wurden. Und man liest eben doch nicht alles gründlich, sonst wäre mir das von Dir im September 05 auch sicher schon aufgefallen. Zumal ich im verg. September für solche Dinge auch "keinen Drath" hatte (Prüfungsstress!)
Gruß Conny
Bildanhang: Seine Theorie in dem Arkadenachat aus der Lapis eingezeichnet (Näheres dazu auf meiner Seite unter Mineralien - Mikroachate)
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@conny
hallo ja hatte kontakt mit dem herrn, ist ja hoch interessant was er so schreibt. denke da kommt noch so einiges.
gruß bernd