Mineralienatlas - Fossilienatlas
Gesteine / Rocks / Rocas => Bestimmung von Funden / Determination of findings => Schweiz / Switzerland => Thema gestartet von: vanderheide am 20 May 12, 18:59
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Verehrte Mineralienkenner
Kennt jemand dieses Gestein?
Der folgende Stein stammt aus der Ivreazone. Die dunklen Flecken haben unter einen bestimmten Winkel das Licht reflektiert, jetzt – wo die Oberfläche glatt poliert ist – hat das Reflektieren aufgehört.
Die Strichfarbe war durchgehend sehr hell grau, fast weisslich.
Der Stein ist nicht sehr hart.
Aufnahmen: drei Details, drei Bilder des geschliffenen Steines und ein Bild des Rohsteines
Fundort: Flussbett der Melezza, bei Golino, TI, CH
Grösse: 70 X 50 X 45 mm
Vielen Dank für Hinweise
Gruss
Hans
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weitere Aufnahmen
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Hallo Hans,
ich kenne mich in der Ecke zwar überhaupt nicht aus, das Gestein sieht aber sehr nach einem Quarz-Rhyolith aus.
Hübsch!
Glück Auf!
Jörg
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Hallo,
Rhyolith in keinem Fall. Da stimmt das mit der Härte nicht und die Farbe auch nicht. Das Rohstück hat das typische Aussehen eines Ultrabasits. Es könnte sich um zersetzte Pyroxene oder um Serpentin (Antigorit) handeln. Serpentin ist in der Südschweiz nicht selten, da gab es mal einen Ozean, der während der Alpenfaltung zusammengeschoben wurde und die ehemaligen Ozeanbodengesteine, darunter auch Serpentinite, sind heute in Linsen in den anderen Gesteinen drin.
Glück Auf!
Smoeller
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Vielen Dank für die Antworte!
Ich hoffte so sehr, dass ich auch dasjenige sammelte, was auf der geologischen Karte angegeben ist.
Das Ivrea-Dreieck ist von Gneis und Paragneis, über Ultrabasit, Phonolith / Melilithit und dann (an der Seite des Lago Maggiore) nach Paragneis eingeteilt.
Toll wenn ich hier Ultrabasit vor mir habe. Ein glücklicher Zufall, dass der schon bei Golino im Flussbett lag. Wenn ich die Glanzflächen vergleiche (leider beim polierten Stein nicht mehr sichtbar, es sind nur dunkle Flecken übriggeblieben) mit einem Pyriklasit aus dieser Gegend, wirkten die Glanzflächen so wie das Pyroxen auf dem Pyriklasit (siehe Foto 1).
Antigorit kenne ich von Serpentiniten aus dem Unterengadin. Antigorit glänzt ähnlich, hatte dort aber immer einen grünen Schimmer und reflektierten das Licht auch noch nach dem Schliff (siehe Foto 2). Wenn Antigorit auch einfach nur grau oder schwärzlich und zugleich stumpf sein kann, werde ich bei diesem Ultrabasit nicht wissen ob es sich Pyroxen oder Antigorit handelt.
Gruss
Hans
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Verehrte Mineralienkenner
Hier sind weitere Fund aus der Ivreazone.
Ich fuhr von Golino nach Malesco. Von hier fuhr ich den Hang hoch nach Finero. Vór Finero machte ich an drei Stellen halt:
● Foto 1
● Foto, Rohstein und Rohstein mit Anschliff 2 und 3
● Foto, aus dem anstehenden Fels gehauene Scheibe 4 und 5
Kennt jemand diese Gesteine?
Gruss
Hans
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weitere Bilder
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Verehrte Mineralienkenner
Zwei weitere Steine aus der Ivreazone
1. Irgendein Gestein mit Granate oder sagt man hier eher Pyrop?
Fundstelle Flussbett bei Cannobio, Lago Maggiore.
Grösse: 80 X 65 X 30 mm
1a Detailaufnahmen
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2. Aus dem Flussbett bei Golino, Centovalli (TI).
Kann es Gabbro sein und sind die dunkelgrünen Flecken Peridotit?
Kann Peridotit auch hell-grün sein?
Grösse: 75 X 60 X 45 mm
2a Detailaufnahmen
Ich wäre dankbar für Hinweise!
Gruss
Hans
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zwei letzte Bilder zu 2
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Hallo,
Beide Stücke sind wohl Amphibolite. Bei dem 1. ist Granat drin (sog. Granat-Amphibolit). Der Granat dürfte ein Mischkristall Almandin-Pyrop-Grossular sein. Meiner Erfahrung nach ist es meistens Almandin (50-80%) mit etwas Pyrop (20-30%) und 5-10 % Grossular. Das zumindest waren meine Mikrosondenergebnisse an ähnlichen Gesteinen mit sogar noch etwas höherer Metamorphose aus Süditalien.
Das grüne in dem 2. ist Epidot. Den habe ich damals 2004 auch im Bereich der Ivreazone in ähnlichen Gesteinen gefunden.
Glück Auf!
Smoeller
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Herzlichen Dank Sebastian,
Hatte ich auch andere Vorstellungen, so hast Du nun diese zurechtgerückt!
Ich fand auf Kristallin.de den Namen Hornblende für Amphibolith und wenn dieses "Schwärzliche" hauptsächlich Hornblende ist, ist es für mich verständlich.
Wenn ich mich durch meine Steine durchgearbeitet habe, hoffe ich, dass auch ein "rassechter" Gabbro dabei ist. Ich komme halt nicht so schnell voran.
Gruss
Hans
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Verehrte Mineralienkenner
Ich hoffe jetzt bessere Bilder zu geben, dass eine Bestimmung möglich wird.
Hier nur die Bilder, die Masse sind darauf angegeben.
A I Fundort ist auch auf der Karte (Google Earth)
Ist es ein Ultrabasit?
Drittes Bild - Grobschliff und Oberfläche leicht genässt
Gruss
Hans
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Weitere Bilder mit Grobschliff - leicht genässt und Karte
edit: Google-Earth-Bild wegen Copyright entfernt!
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Verehrte Mineralienkenner,
Weiter auf dem Weg nach Cannobio habe ich diesen Stein aus dem Fels geschlagen.
Die Masse sind auf dem Bild
Mit welchem Gestein habe ich es hier zu tun?
(ab 3. Bild leichter Anschliff und leicht genässt)
Gruss
Hans
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Weitere Bilder und Karte mit Fundort A III
edit: Google-Earth-Bild wegen Copyright entfernt!
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Hallo Miteinander,
Philip Slugslayer hat meinen Wust der Ivreazone etwas zusammengefasst. Herzlichen Dank.
Ich füge eine Privatkarte statt der Google-Earth-Karte hinzu, so findet man auch die Fundstellen
mit besten Grüssen
Hans
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Hallo,
http://openstreetmap.de/karte.html?zoom=11&lat=46.07263&lon=8.63609&layers=B000TT
sollte doch nach http://openstreetmap.de/faq.html gehen, oder?
MfG
Frank
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Vielen Dank Frank! Sehr hilfreich! Ich habe den Link abgespeichert.
Besten Dank, Gruss
Hans
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Hallo,
der Link ist auch für Benutzer von Garmin-GPS-Geräten hilfreich. OSM-Karten können auf die Geräte geladen werden.
MfG
Frank
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Hallo,
Bei A I denke ich auch Serpentinit. Serpentinit ist weicher als andere Gesteine (lässt sich mit Messer gut ritzen) und fühlt sich (besonders nass) leicht seifig an.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo Sebastian
Hallo Frank
Tatsächlich, Sebastian, Deine Vermutung verdichtet sich. Heute habe ich den Stein A I fertig geschliffen. Ich machte folgende Beobachtungen:
1. Beim Schleifen bildete sich an vielen Stellen eine helle, tonige, glitschige Schicht (genauso wie bei Serpentinit)
2. Es zeigten sich Nester metallisch-glänzender Partikel.
3. Wenn diese Partikel Magnetit sind müssten sie einen Magneten anziehen. Ich hielt den Magneten nahe der Oberfläche und sie wurde
tatsächlich angezogen.
Was ich nicht kenne, ist die Umwandlung der Grüne in die Rotbraune Farbe ... getrenckt mit Eisen???
Und weiter ist solches Gestein mit ultrabasischem Gestein verwandt? Da der Stein nicht aus dem Fels geschlagen ist, kann er auch weite Strecken zurückgelegt haben (Gletscher huggepack).
Weitere Steinfunde werde ich hier später hinzufügen wenn ich sie "geschält" habe!
Danke Frank! Ich besitze einen Garmin.. will irgendwann mal nachschauen.
Vielen Dank!!
Gruss
Hans
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Hallo,
Das metallische kann sehr gut Magnetit sein. Serpentinite führen immer Magnetit. Dieser bildet sich aus dem Eisengehalt des ursprünglich vorhandenen Olivins. Serpentinit entsteht nämlich metamorph durch Wasseraufnahme aus Peridotit (Gestein, das überwiegend aus Olivin, Diopsid, Enstatit und Granat/Spinell (abhängig von der Tiefe) besteht. Die bräunliche Farbe kommt von Limonit. Durch Eisenhydroxide (Limonit) gefärbte bräunliche Verwitterungsrinden sind typisch für Ultrabasite.
Glück Auf!
Smoeller
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Verehrte Mineralienkenner.
Kann mir jemand etwas zu dem Fund von Monti di Ronco sagen.
Von Arcegno führt eine Strasse in südlicher Richtung, oberhalb von Ronco steigt sie hinauf auf die Monti di Ronco.
Laut der geologischen Karte ist man hier auf einer Zone, die Bezeichnet wird mit: Dioritische und gabbroide Gesteine, Amphibolite.
Im unteren Bereich löste ich aus der Felswand den folgenden Rohstein
(Bild)
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Diesen Stein habe ich zuhause geschliffen.
(Bild beider Seiten, Grobschliff und dunkel= poliert)
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Hier noch Detailaufnahmen (Grobschliff und dunkel= poliert).
Wenn das Weisse Feldspat ist (oder Plagioklas, sagt man glaube ich hier?), dann fehlt er in der Schicht unten an dem Spitz. Dafür wird dieses dunkele Gestein besser sichtbar. Es scheint kompakt und besteht aus vielen aneinander gewachsenen Elementen, die sehr unterschiedlich das Licht reflektieren, eine metallisch-glänzende Oberfläche mit Streifen zeigen und die von Element zu Element die Richtung wechseln. Habe ich es hier mit Pyroxen zu tun? Und ist die Art dieses Gesteins Gabbro?
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Hallo Hans,
Ich denke eher, es ist ein Amphibolit. Allerdings gibt es auch Gabbros in der Ivreazone, die Klinopyroxene im Gabbro und der Amphibol im Amphibolit können einander sehr ähnlich sehen. Selbst mit Erfahrung ist es nicht immer möglich beides im Handstück auseinanderzuhalten. Das geht am Besten, wenn man einen Kopfschnitt hat (also einen Schnitt nahezu senkrecht zur Längsachse). In dem Falle schneiden sich die Spaltwinkel des Pyroxens fast rechtwinklig, die des Amphibols unter nahezu 120 bzw 60°. Das wird bei der Untersuchung von Dünnschliffen in der Petrologie als eindeutiges Merkmal herangezogen. Evtl. funktioniert es auch an diesem polierten Exemplar. Das helle ist sicher Plagioklas, evtl. ist der allerdings schon angewittert und daher eher trübweiss.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo Sebastian,
Durchaus möglich, dass ich wieder mal einen Amphibolit geschliffen habe! Die Varietät dieses Gesteins ist erstaunlich. Gerade lass ich einen Bericht eines Geologen, der in Finero (Italien, unweit von Cannobio) Kristallisierter Hornblende fand. Nun Hornblende = Amphibolit (habe ich gelernt). Wenn nun dieser kristallisiert, wird er gewiss auch Spiegelungsflächen bilden. Wie die aussehen, weiss ich nicht.
Ich habe fast alle Rohsteine fotographiert. Falls da einer drunter ist, von dem Du sofort sagst: das ist zweifelsfrei Gabbro, wäre ich Dir dankbar.
Ich war auch mal intensiv auf der Suche nach Paragneis. Ich glaube, den habe ich auch hier in der Sammlung. Er ist so fein, dass ich zunächst meinte, es müsste Quarzit sein, aber die geologische Karte spricht bei dieser Zone von Paragneis.
Hier folgen die Bilder:
Monti di Ronco - aus Felswand geschlagen
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Weitere von Monti di Ronco
Hier bin ich oben angelangt und die Zone wechselt.
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Eingangs Golino, Centovalli, TI, CH, aus dem Flussbett
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Von Malesco nach Abbonio - vór Finero (Italien)
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Ca. 2 bis 3 Km von Finero nach Osten
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Bin ich hier angelangt beim Paragneis?
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aus dem Flussbett bei Cannobio
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Das sind alle vorhandene Fotos.
Ich habe auch noch Steine von der Insel vor Brisago, darunter auch etwas Pyroxen-artiges sein könnte. Folgt später einmal.
Besten Dank fürs Anschauen und für Hinweise, von wem sie auch kommen mögen!!!
Gruss
Hans
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Zwei Steine der Sammlung habe ich geschliffen.
D-08, von Golino. Das Gestein ist zusammengesetzt aus lauter 3 bis 10 mm grossen Flächen, die das Licht unter einem bestimmten Winkel reflektieren. Sie haben einen metallischen Glanz und zeigen Streifen. Wenn es Pyroxen ist, ist das typisch für Pyroxen, bzw. erkennt man Pyroxen an dieses Merkmal?
Weiter sieht man ganz kleine millimeter grosse und türkis-farbige Teilchen. Weiss jemand was das ist?
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Hier der zweite Stein:
A-VII hat einen Grobschliff erhalten. Dabei war auffallend, dass dieses Gestein bedeutend härter ist als die Amphibolite, die ich bisher geschliffen habe (erinnert eher an Basalt).
Ob ich es hier mit Gabbro zu tun habe?
Gibt es in Gabbro auch hin und wieder Granate?, Dann könnte der rote Flecken von einem Granat herstammen?
Ich wäre froh um Hinweise!
Gruss
Hans
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Von Malesco nach Finero, kurz vór Finero hebt sich rechts von der Strasse ein abgerundeter Fels. Hier konnte ich eine Scheibe abschlagen und haben diese oben mit Bild 4 und 5 gezeigt.
Jetzt habe ich die Scheibe zerschlagen und habe ein kleines Stück geschliffen 80 X 40 cm Dicke 10 bis 3 mm.
Bilder: vordere und hintere Seite und Detailaufnahmen.
Offensichtlich habe ich wieder Granat. Ob das Weisslich-Gelbliche Feldspat (Plagioklas) ist? Hat es Hornblende (zT. Kristallin) oder ist es Pyroxen? Und wie würde dieses Gestein heissen?
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Hallo,
Bei allen der letzten drei Steine würde ich zu Amphibolit tendieren. Typisch für den Amphibol ist der leicht grünlichgraue Farbstich (oft grünlichschwarze Farbe statt braunschwarz bis schwarz beim Pyroxen).
Das türkisfarbene dürfte Plagioklas (Feldspat) sein, manchmal hat der eine grünlichgraue Farbe durch Einschlüsse von Epidot oder Chlorit.
In dem letzten sind eindeutig Granate drin. Solche Granatamphibolite findet man verbreitet in der Ivreazone, habe selber welche im Westteil gesehen, im Val Gressoney. Es gibt allerdings auch ähnliche Gesteine, die Granulite sind und Pyroxen statt Amphibol führen. Nur sind die feinkörniger und der Granat kommt ringförmig um den Pyroxen vor.
Glück Auf!
Smoeller
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Herzlichen Dank für Deine Bewertung Sebastian.
Ich hoffe, dass bei meiner Sammlung wenigstens ein Gabbro (den man fotografisch eindeutig als Gabbro identifiziert) vorhanden ist. Weiter werde ich höchstwahrscheinlich auch Paragneis gefunden haben, weil ich diese Steine aus der betreffenden Paragneiszone direkt aus der Felswand genommen habe. Ich werde mich wieder melden, wenn es soweit ist.
Gruss
Hans
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Fortsetzung:
Bild A III habe ich weiterbearbeitet. Es gab einen Sprung und ich habe darauf den Stein gespalten (Bild)
Allmählich zeigt sich mehr und mehr von der Textur des Steines.
Vielleicht schon ist die Gesteinsart jetzt eindeutiger?
Auf jedenfall wird eine Menge Eisen vorhanden sein? Es ist ein Band aus Quarz vorhanden (ist eine ganze Schicht), es gibt weissliche Punkte (Flocken) und es hat sehr viele kleinen Granate. Auch sehr dunkeles Material ist vorhanden.
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Auf eine Seite zeigen sich Farben wie Türkis bis ins Bläuliche
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Und hier ein Stein von Isola de Brisago (am Strand)
Mit welchem Gestein habe ich es hier zu tun??
Gruss
Hans
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Hallo,
A III ist ein Gneis mit teilweiser Aufschmelzung, genannt Anatexit oder Migmatit. Die hellen Adern sind das aufgeschmolzene Material leukogranitischer Zusammensetzung (Quarz + Feldspat). Das liegt daran, dass ein Gemisch von Quarz und Kalifeldspat ein Schmelzpunktsminimum (Eutektikum) aufweist. Die erste sich bildende Schmelze hat immer diese Zusammensetzung. Die dunkleren Bereiche führen Glimmer (bei den Temperaturen überwiegend Biotit) und Granat, sowie Plagioklas. Dazu können noch Graphit (graue, metallische, weiche Schüppchen), Sillimanit (weiße, seidige Nadeln) oder Cordierit (grauviolette fettig glänzende Körner) kommen. Graphit und Sillimanit habe ich schon in Gesteinen aus der Gegend gesehen.
Das letzte könnte (mit Vorbehalt) Gabbro sein, aber auch Amphibolit. Leider ist die Unterscheidung zwischen beiden nicht immer einfach, die Übergänge sind fließend.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo Sebastian,
Ganz herzlichen Dank für Deine Schilderungen, die viele Fragen plötzlich in einen Zusammenhang stellen! Die Schleifarbeit ist längstens nicht abgeschlossen, ich bin noch weit entfernt von der definitiven Form. Beim Schleifen entdecke ich immer wieder Neues. Heute - ich sprach von einem Band aus Quarz - sehe ich plötzlich an einer Stelle dieses Bandes, wie das Licht, genau in der Art von Feldspat, reflektiert wird. Jetzt war ich recht irritiert, bis ich hier Deine Antwort lese. Jetzt hat alles wieder seinen Platz! Glimmer habe ich an einer bestimmten Stelle auch eindeutig festgestellt. Und wenn der Stein beim schleifen plötzlich ein schwarzes Band auf der Scheibe zurücklässt, dann werde ich es wohl mit dem Graphit zu tun haben. Vielen Dank für den Hinweis auf Cordierit! Ich sprach von etwas Bläulichem. Ich werde es noch genauer bearbeiten müssen, aber es wäre die Lösung, wenn ich es mit Cordierit ansprechen darf.
Ich komme nochmals auf diesen Stein zu sprechen, wenn ich ihn fertiggearbeitet habe!!!
Bin gespannt, ob Du den Zweieten Steiingesehen hast.
Ob der nächste Stein wirklich GAbbro ist??? Teilweise war nur ein Anschliff darauf.
Ich werde neuere Entdeckungen melden.
Liebe Grüsse
Hans
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A III ist fertiggearbeitet. Die folgenden Aufnahmen versuchen nur die Gesteinsart zu zeigen.
Foto 1 ganzer Stein
Foto 2 die untere Seite
Foto 3 ich versuche die Elemente, die Smöller aufzeigte, aufzufinden:
A – Plagioklas?
B – Migmatit?
C – Quarz
D – Kalifeldspat?
E – Biotit ?
F – Gemisch von Glimmer, Granat, Plagioklas ?
An einer Stelle bekam ich immer wieder einen schwarzen Streifen auf dem Schleifrad, konnte aber nichts Markantes an dieser Stelle entdecken.
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Foto 4
D – Kalifeldspat?
E – Biotit-Teilchen?
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Foto5
B, C, D, wie oben
G – „das Bläuliche“ – kann das Cordierit sein?
Foto 6
Detailaufnahmen vom E = Biotit?
Lichtbrechung.
Das „Goldige“ ist verwitterter Biotit?
Foto7
Zwei vermeintliche Resten von Granaten
Und was können hier die haarfeinen, schwarzen Nadelstriche sein?
Ich hoffe, ich habe zum grössten Teil richtig bestimmt?
Was ist daneben und was habe ich übersehen?
Ich wäre dankbar um Hinweise.
Gruss
Hans
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Abend,
sorry hab den post nicht in Gänze verfolgt, hoffe ich hab nix übersehen..
zu B: Migmatit ist ein Gestein, kein Mineral. Das ist so erstmal nur ein Bereich der reicher an dunklen Gemengeteilen ist.
zu C: jop.
zu D: im Bild r.u. ja, im linken seh ich zu wenig.
zu G: Cordierit via Fernansprache auf nem Photo trau ich mir nicht zu.
Das "Goldige" ist wahrscheinlich Hydrobiotit/Vermiculit, da ist dieses goldgelbe Erscheinen zu beobachten.
in Foto 7: das linke Photo sieht in der Tat sehr nach Granat aus, rechts.. meh ich seh nix. Die Einschlüsse sind Minerale die vom Granat während des Wachstums eingeschlossen wurden. Müsste man gucken, sind vielleicht Amphibole.
Insgesamt wär das Gestein für mich ein Mylonit, oder von mir aus auch Gneis.
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Hallo,
zu B: das ganze Gestein ist ein Migmatit. Migmatit bedeutet teilweise aufgeschmolzener Metamorphit. Dabei entsteht ein heller Anteil, das Leukosom (i deinem Fall das helle Band in der Mitte) leukogranitischer Zusammensetzung (Quarz und Feldspäte) und ein dunkler Restit (nicht aufgeschmolzene dunkle Minerale), das sog. Melanosom. Das können Granat, Biotit, Amphibole, Pyroxene sein, in deinem Fall Biotit.
Das letzte ist ein Gneis mit rosa Granat, schwarzem Biotit (das sind wohl auch die schwarzen Blättchen im Granat), Quarz, Feldspat und Graphit. Letzterer ist meist nicht sichtbar, zumindest nicht ohne Mikroskop. Auch Cordierit oder Sillimanit kann drin sein, aus den italienischen Alpen kenne ich welche mit Sillimanit (Val Gressoney).
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo, Besten Dank für Eure Antworte. Ich war lange in den Ferien, bin erst seit 1 1/2 Wochen zurück und fand erst heute Zeit zu antworten.
Jetzt klärt sich für mich die Migmatit-Frage, Smöller. Das ist ja das Verflixte, dass ich mich Vorstellungen aneigne über die Erscheinungen von Mineralien und Gesteine und dann zugleich von diesen begrenzt bin. Deshalb bin ich Euch so dankbar, dass Ihr Euch immer wieder die Zeit nimmt zu ergänzen, zu erläutern und zu korrigieren.
mit den besten Grüssen
Hans
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Hier folgt ein weiterer Fund auf dem Weg von Malesco nach Cannobio. Der Stein wurde an der Hauptstrasse unterhalb von Spoccia aus der Felswand gelöst. Von der Geologischen Karte her bin ich in dem Übergangsbereich von Gabbro, Amphibolit, Dioritisches Gestein nach Paragneis.
Die Grösse des Steines: 135 X 90 X 55 mm
Zweierlei fällt mir auf:
1. Der Stein besteht aus vielen, dünnen Schichten (Seiten B und D). Jeder Schicht hat eine gestreifte Textur (Seiten A und C)
2. Der Stein scheint "imprägniert" (man könnte meinen, ich habe Shell-Lack darüber gegossen). Dadurch wirkt die Seite A - je nach Lichteinstrahlung - goldenbraun. Hingegen dort, wo die "Imprägnierung" nicht hingelangte, schimmert der Stein silbern.
Ich nehme an, dass die Verfärbung und die Aufnahme (wahrscheinlich) von Eisen, heute nicht mehr möglich und sie auf einen Prozess hinweist, der viel früher stattgefunden hat?
Der Stein ist relativ hart (5 - 6) und lässt sich auf Hochglanz polieren.
Mit welchem Gestein habe ich es hier zu tun?
Ich bin dankbar für Hinweise!
Gruss
Hans
Bild vom Rohling und vier Ansichten des geschliffenen Steines
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Frage: Ist die Bestimmung dieses Gesteins schwer oder mehrdeutig? Woran liegt es?
Gruss Hans
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Hallo miteinander
und erstmal schöne Festtage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!
Wer mal zwischendrin Zeit hat, könnte mir helfen den letzten Stein hier zu bestimmen oder mir den Grund angeben, weshalb das schwer ist?
Herzlichen Dank!!
Hans
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Hallo,
die deutliche Schichtung weist in Richtung Gneis, genauer kann ich das allerdings nicht sagen. Die braune Farbe kommt sicherlich durch einen geringen Gehalt an Eisen.
Günter
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Lieber Günter,
Besten Dank für Deinen Hinweis. Ich erwartete mehrere Hinweise, aber offensichtlich war man überfordert. Kürzlich habe ich den Stein einen Experten gezeigt. Dann hat er mir gesagt: Der Fundort liegt so nah an der Insubrischen Linie, da ist alles metamorph. Es kann Gneis, wie Schiefer sein, weiter ist es nicht zu definieren.
Gruss
Hans