Mineralienatlas - Fossilienatlas
Vermischtes / Miscellaneous / Varios => Medienberichte / Media reports => Thema gestartet von: Hg am 20 May 12, 20:40
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Hallo,
heute kam im ARD - Weltspiegel ein interessanter Bericht über die Mineraliensuche in Mibladen.
Der Bericht kann in der Mediathek der ARD abgerufen werden:
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=10577234
Marokko: Das giftige Glück der Minenkinder
Gruß,
Andreas
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Habe ich auch gerade gesehen und wollte es hier posten, ist ja nun schon da. Mein Link ist allerdings ein anderer, führt aber wohl zum selben Film:
http://tagesschau.de/ausland/weltspiegel514.html
Ich hoffe, dieser Beitrag stimmt alle anderen Liebhaber marokkanischer Fossilien und Mineralien so nachdenklich wie mich. Ich habe auch ein paar Stücke in meiner Sammlung.
Gruß Ronny
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Ich schäme mich für meine Vanadaitstufe :'(
Gruss Sebastian
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Hallo.
Also lasst nun mal die Sentimentalität weg !!
Ich finde Kinderarbeit auch nicht in Ordnung !!
Aber in anderen Ländern gelten halt nun mal andere Regeln als bei uns im " gesitteten und reichen " Deutschland.
Und bevor sie jämmerlich verhungern ist das allemal besser !
Und ich bin mit solchen Filmen die so effekthascherisch daherkommen immer ein wenig vorsichtig !
Und wenn Bleiglanz so giftig ist, müßte ich schon lange tot sein >:D
Nichts für ungut und jedem seine Meinung aber schaut mal ins Gesicht von den Kindern die da abbauen, seht ihr da irgendwelchen Dreck im Gesicht oder sowas ?
Ich schäme mich nicht für meine Vanadinitstufen, weil wenn ich diese nicht kaufen würde, müßten einige von dort verhungern und verdursten oder nach Deutschland kommen !
Denkt auch mal darüber nach !!
Loismin
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interessante Sichtweise,
ich bin mir sicher Bush wär stolz... >:D
wenn ich diese nicht kaufen würde, müßten einige von dort verhungern und verdursten
Loismin
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Natürlich soll man das Gutmenschentum nicht übertreiben, aber ein wenig Sensibilität bei dem Thema schadet nicht. Selbstverständlich sind in Entwicklungsländern die Arbeitsbedingungen nicht wie hier - aber die Halbwüchsigen da in den halbmeterhohen Schächten ohne Sicherung herumkriechen zu sehen, war schon heftig. Ich hatte mir die preiswerten marokkanischen Stufen bislang eher mit dem geringen Arbeitslohn da erklärt - über die Arbeitsbedingungen wusste ich nichts.
Ronny
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interessante Sichtweise,
ich bin mir sicher Bush wär stolz... >:D
wenn ich diese nicht kaufen würde, müßten einige von dort verhungern und verdursten
Loismin
Auch ohne den Beitrag gesehen zu haben: Politische oder moralische Diskussionen könnt ihr in den dafür vorgesehenen Foren führen,
aber nicht hier.
Gruß Dirk
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Hallo
Auch ohne den Beitrag gesehen zu haben: Politische oder moralische Diskussionen könnt ihr in den dafür vorgesehenen Foren führen,
aber nicht hier.
Wenn Du den Beitrag nicht gesehen hast, brauchst Du diesen thread ja auch nicht zu kommentieren.
Es gibt durchaus Zusammenhänge mit unseren Sammel-Interessen, die man nicht einfach ausblenden kann und auch mal diskutieren sollte.
Wenn man in diesem Forum keine Diskussion führen kann, wo Mineralien eigentlich herkommen, unter welchen Bedingungen sie abgebaut werden und wo die eigentlichen Gewinne gemacht werden, wo denn dann ?
Wer weiter ungestört Mineralien gegen den Hunger in der Welt sammeln möchte, sollte Themen mit politischer Note einfach überlesen.
Toleranz sollte auch hier gelten. Ein angemessener Ton ebenfalls.
Der Beitrag hatte mich auch nachdenklich gemacht.
Gruß
Norbert
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Hallo
Auch ohne den Beitrag gesehen zu haben: Politische oder moralische Diskussionen könnt ihr in den dafür vorgesehenen Foren führen,
aber nicht hier.
Wenn Du den Beitrag nicht gesehen hast, brauchst Du diesen thread ja auch nicht zu kommentieren.
Es gibt durchaus Zusammenhänge mit unseren Sammel-Interessen, die man nicht einfach ausblenden kann und auch mal diskutieren sollte.
Wenn man in diesem Forum keine Diskussion führen kann, wo Mineralien eigentlich herkommen, unter welchen Bedingungen sie abgebaut werden und wo die eigentlichen Gewinne gemacht werden, wo denn dann ?
Wer weiter ungestört Mineralien gegen den Hunger in der Welt sammeln möchte, sollte Themen mit politischer Note einfach überlesen.
Toleranz sollte auch hier gelten. Ein angemessener Ton ebenfalls.
Der Beitrag hatte mich auch nachdenklich gemacht.
Gruß
Norbert
Dann frag dich mal wo die ganzen tollen Stufen aus Südamerika, China, usw. so herkommen. Das alles ist natürlich bedenklich, ohne Frage!
Da stimme ich natürlich zu, aber eine politische Diskussion gehört meiner Meinung nach nicht in dieses Forum.
Mehr wollte ich damit nicht sagen und Befehlston lasse ich mir schon gar nicht vorwerfen!
Gruß Dirk
P.S. Und wenn ihr euch schon fragt wo denn die Mineralien herkommen die eure Vitrine bereichern dann fragt euch doch erstmal, wo eure
Lebensmittel die ja bei Aldi, Lidl und Konsorten so billig sind so herkommen.
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Muss dieses gegenseitige Zerfleischen hier eigentlich sein ::)
Ich finde es interessant und natürlich auch bedrückend, solche Einblicke zu bekommen. Allerdings war das für mich nicht neu: Wer gedacht hat, dass Minenarbeiter in Marokko oder China oder vielen anderen Teilen der Welt unter menschenwürdigen Bedingungen arbeiten, der ging die Sache vielleicht ein bisschen naiv an. Und ja: Wenn man es genau nimmt, sollte man Stufen aus diesen Ländern boykottieren, genau wie Turnschuhe, Klamotten, Handys und anderen Technikkram aus denselben Ländern. Oder Fleisch und Eier aus Massentierhaltung. Und und und ...
Es ist schlimm, was dort für Zustände herrschen, aber wir sind da nicht primär dran Schuld. Korrupte, menschenunwürdige politische Systeme und gnadenlose Ausbeuter sind Auslöser des Leids und der Armut in Ländern wie Marokko, nicht westliche Mineraliensammler.
Und so Leid mir das tut, muss ich zustimmen, dass Beiträge wie jener natürlich auch als Mittel von Betroffenheitsjournalismus fungieren. Zurecht, denn auf solche Zustände muss man hinweisen. Allerdings vergisst man darüberhinaus, dass Kinderarbeit unter erbärmlichen Zuständen in vergangenen Jahrhunderten auch in der westlichen Welt an der Tagesordnung war. Auch in Deutschland, England, Frankreich oder den USA haben kleine Jungs 15 Stunden am Tag in ungesicherten Minen geschuftet und Blei eingeatmet.
Also Bälle flachhalten: Schlimm ist das, ohne Frage. Aber es kann mir keiner erzählen, dass er bei diesem Beitrag eine Erleuchtung hatte im Sinne von "O Gott, was da in Marokko abgeht, ist ja fürchterlich, das hätte ich mir so nie träumen lassen" ...
Gruß
Tobi
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Hallo aus Mittelfranken
Auch ohne den Beitrag gesehen zu haben :
Ich kann Tobi und Loismin nur beipflichten und ergänzen : Wir hier in Mitteleuropa leben in einem vergleichbaren Paradies, was Ernährung, Sozialleistungen, Menschenwürde, Gesundheitssystem und Wohlstand anbelangt. Wir alle, Hartz IV Empfänger eingeschlossen !
Andere Länder sind nicht so gut dran und da braucht man gar nicht sehr weit zu fahren (Was ich vor etwa einem Jahr beim Besuch von Rudnany in der Slowakischen Republik gesehen habe...auweia...)
Schuld sind wir daran nicht, sondern in erster Linie Korruption, eigenes Missmanagement und fehlende Bildung.
Betroffenheit : JA, aber was hilft es, wenn es dabei bleibt ? Helfen kann man nur, wenn man etwas unternimmt und das kann nicht sein, in Zukunft auf Mineralien aus Drittweltländern zu verzichten. Genau durch diesen Verzicht hilft man den Menschen dort nicht, ganz im Gegenteil !
Glück Auf
Thomas
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Also lasst nun mal die Sentimentalität weg !!
Ich finde Kinderarbeit auch nicht in Ordnung !!
Aber in anderen Ländern gelten halt nun mal andere Regeln als bei uns im " gesitteten und reichen " Deutschland.
Und bevor sie jämmerlich verhungern ist das allemal besser !
Und ich bin mit solchen Filmen die so effekthascherisch daherkommen immer ein wenig vorsichtig !
Und wenn Bleiglanz so giftig ist, müßte ich schon lange tot sein >:D
Nichts für ungut und jedem seine Meinung aber schaut mal ins Gesicht von den Kindern die da abbauen, seht ihr da irgendwelchen Dreck im Gesicht oder sowas ?
Ich schäme mich nicht für meine Vanadinitstufen, weil wenn ich diese nicht kaufen würde, müßten einige von dort verhungern und verdursten oder nach Deutschland kommen !
Hallo
ich kann loismin, tobi und thomas nur voll zustimmen. Dieser Film ist 100%-ige Effekthascherei und zeugt von absolutem Unverständnis für die lokalen Gegebenheiten und von Unwissen .
Ich bin seit 1970 jedes Jahr 2-3 mal in Mibladen, war grade vor 3 Wochen wieder dort. Ich verbinge meist immer einen ganzen Tag mit den Vanadinit-Suchern und bin mit einigen von ihnen befreundet. Bisher konnte ich weder die beiden im Film gezeigten "Kinder" sehen, noch habe ich bisher Kinder in auch nur einer Grube oder einem Loch erlebt.
Die aktuelle Suche geht bis in Teufen von 96 m. (die im Film erzählten 10 m gehören der Vergangenheit an.). Die Bergleute seilen sich mittels einer Winde ab, die in der Regel von 2-4 Mann betrieben wird; es muss dafür soviel Kraft aufgewendet werden, dass diese Arbeit garnicht von 2 Kindern gemacht werden kann. Die Vanadinite kommen in Gesteinstaschen vor, welche über Monate hinweg ausgearbeitet werden. Oft sind die Hohlräume so groß, dass darin mehrere Männer stehen können; in einer der kürzlich von mit besuchten Gruben gab es sogar eine Dusche und Toilette unter Tage. Es wird in abgestimmten Schichten gearbeitet; einige schlafen in ihren Pausen untertage oder kochen sich ihr Mittagessen.
(im Film werden Kinder gezeigt, die im Liegen, äußerst beeengt, irgendwas abklopfen - das ist kein Vanadinitabbau !) (siehe unten Bilder)
Im Vanadinitgebiet arbeiten zwischen 20-25 Mann, je nach Fundlage können es mehr oder weniger sein. Kinder sind nicht dabei.
Auch in der aufgelassenen Grube Aouli gibt es absolut keine Kinderarbeit; ab und zu steigt noch mal ein älterer ehemaliger Bergmann in die Gänge, die ihm bekannt sind, aber es werden immer weniger Leute, die untertage gehen.
Vor 30 Jahren war Mibladen ein elendes Bergwerksdorf, arm, dreckig und trocken, mit Lehmhütten und ab und zu einer Ziege. Der Ort Midelt war ein Kaff am A..... der Welt, welches nur französischen Legionären, der französischen Minengesellschaft und ein paar wenigen Reisenden bekannt war.
Seit in Mibladen von erwachsenen Männern - niemals von Kindern - Vanadinite, Cerussite und Baryt für den Mineralienmarkt gesucht und gefunden werden, gibt es im Dorf Mibladen feste Häuser, es gibt in jedem Haus Wasser und Strom, eine Schule und ärztliche Versorgung.
Sich für seine Vanadinitstufe aus Mibladen zu schämen, ist total kindisch. Das Gegenteil sollte der Fall sein: Je mehr die Bergleute verkaufen können, je besser ihr erzielter Preis ist, umsomehr können sie am allgemeinen Wohlstand teilnehmen.
Im Vergleich zu den Gegebenheiten vor etwa 40 Jahren hat sich das Leben für fast alle Menschen in Mibladen positiv geändert: Dank der Vanadinite . Dank der Mineralien. Aber auch Midelt hat sich dank der Mineralien (nicht nur) zu einer geschäftigen Kreisstadt mit Hotels, Verwaltungszentren, vielen Geschäften und Krankenhaus entwickelt, welche mittlerweile sogar vom Tourismus entdeckt wird.
Dies nur am Rande, um etwas Schmalz von der falschen Rührseligkeit zu nehmen, die so mancher bei effekthaschenden Berichten über die "Dritte Welt" und "Kinderarbeit" an den Tag legt. Dieser Film des Weltspiegel zeugt nicht von journalistischem Können und journalistischer Verantwortung. Er ist schlichtweg ein auf Stimmung gemachter Füll-Beitrag in einer Saure-Gurkenzeit, wo es mal keinen täglichen Kriegs- oder Mordbericht gibt.
Effekthaschend wie dieser Film ist auch die Bigotterie der Sammler, die sich sofort über den gezeigten Beitrag aufregen - ohne die Hintergründe zu kennen, ohne selbst vor Ort gewesen zu sein .
Kinderarbeit: Im übrigen: In Deutschland darf ein Kind ab 15 „jobben“ – und das tun nicht wenige ! Und Kinderarbeit nur in Entwicklungsländern ? Ganz bestimmt nicht – auch im Europa des 21. Jahrhunderts. ( s.a. > http://www.planet wissen.de/politik_geschichte/menschenrechte/kinderarbeit/kinderarbeit_in_europa.jsp)
Gruß
collector
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Hmmm ihr habt mich nachdenklich gestimmt.
Weggegeben hätte ich das gute Stück eh nicht 8)
Aber man sollte trotzdem immer genau darauf schauen
was man kauft und seine augen nicht vor Unrecht verschliessen.
Danke für einen Bericht aus einer anderen Perspektive.
Dadurch lässt sich das ganze besser beurteilen.
Aber einen Trugschluss darf man nicht verachten : Wenn man eine Stufe kauft,
Das die Schürfer auch davon profitieren. Das tun im grossen mass nur die Händler.
Egal wo in der Welt (sierra leone etc.)
Gruss sebastian
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Wie schon bereits gesagt: Welcher Anteil unseres täglichen Luxuses hat einen schneeweißen Hintergrund? Die Bauteile unserer Technik müssen irgendwo herkommen. Sei es der Bleiakkumulator im Auto, das Quecksilber in den Energiesparlampen. Ob der Verzicht auf Galenit oder Cinnabarit dem einen Abbruch tut? Dann wird das Zeug einfach oxidiert und anderweitig verwendet. Auf Licht und Autos wird jedoch niemand verzichten.
Selbst weggeworfene Technik landet meist in Drittwelt-Ländern und wird dort von Kindern zusammengeklaubt und verbrannt, um an die teuren Metalle zu kommen.
Ich selbst habe kein schlechteres Gewissen, wenn ich mir Schwermetallminerale zulege als wenn ich mir einen Fernseher kaufe.
Wieviele Stufen von diesen 5,5 "Kindern" landen effektiv noch auf dem Markt?
"Seit Anfang 1999 und in bedeutender Menge im Jahr 2000 gelangten Neufunde hervorragender, brillantglänzender Kristalle, besonders aus dem Tagebau-Schacht Acif (Verballhornung von ACF) auf den Mineralienmarkt. Die Preise für Top-Stufen schnellten in astronomische Bereiche, wobei selbst Miniaturstufen für US$ 3.000 und Top-Endstufen für bis zu US$ 100.000 verkauft wurden. Angefacht von diesen enormen Gewinnmöglichkeiten standen während des Vanadinit-Booms bis zu 170 Zelte auf der Abbau-Ebene, mehr als 1.000 Schürfer gruben sich bis zu 8 m tief in die Vanadinit-führende Reicherzzone. Heute im Jahr 2006, nachdem der Boom nach 2001 abgeklungen war, leben noch ca. 300-350 Menschen in Mibladen, von denen der größte Teil vom Mineralienhandel lebt; in Mibladen und Midelt gibt es mehr als 300 Mineralienhändler. Es werden nach wie vor Vanadinitstufen geborgen, deren Qualität jedoch bei weitem nicht an die Perfektion und Schönheit der 2000er Funde heranreicht."
Da kann es auch nicht sein, dass allzu viel von diesen Kindern stammt, die mit Hammer und Meißel bewaffnet sind.
Und: welchen Anteil mögen die von uns gesammelten Minerale am Umsatz von Edelsteinen haben? Nicht viel, denke ich. Man werfe nur Blutdiamanten in den Raum.
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In der Zwischenzeit hat Collector etwas gepostet.
Ich war auch sehr verwundert, wie hier 15-jährige bettelarme "Kinder" mit neuen Lampen umherturnten. Für die engen Gänge hat die HD-Kamera auch erstaunlich gut gepasst.
Sei's drum. Da bin ich direkt wieder froh, nichts an die GEZ zu zahlen.
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Die generelle Frage wäre sowieso, ob man das sog. Specimen Mining (also das gezielt auf unversehrte und optisch ansprechende Stufen ausgerichtete Suchen nach Mineralien) überhaupt in moderner "Sklavenarbeit" machen lässt. Betreiben diese Art von Abbau nicht eher Leute, die bewusst "mit Auge" suchen und denen der Erhalt möglichst ästhetischer Mineralien ein Anliegen ist - also mehr oder weniger die Händler selber? Collector sagte ja schon, dass er da ganz andere Erfahrungen gemacht hat als in dem ARD-Bericht und dass der Anteil an armen Kindern in den Maulwurflöchern des Atlasgebirges gar nicht so extrem ist ...
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Hi Tobi
ich habe nicht von "Anteil an armen Kindern in den Maulwurflöchern des Atlasgebirges gar nicht so extrem ist ..." gesprochen.
Ich habe vielmehr deutlich gemacht, dass ich bis heute (oder in fast 40 Jahren und bei an die 100 oder mehr Besuchen bis Ende April diesen Jahres) keine arbeitenden Kinder, keine Kinderbergleute, keine versklavten Kinder oder ähnlichen Schwachsinn in den Gruben in Mibladen gesehen habe. Nur hart schuftende Bergarbeiter, denn nur die sind in der Lage, in vielen Stunden die enormen Mannlöcher und die unzähligen Höhlen ins unterirdische Gestein zu schlagen.
Ich frage mich vielmehr, wieviele Dirham die im Film dargestellten Kids von der Journalistin bekommen haben, um zu posieren. (meine Meinung).
BTW: Mibladen liegt nicht im Atlasgebirge, vielmehr in der Ebene des Flusses Moulaya in den Ausläufern des Jebel Ayachi.
Inshallah
collector
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Idem.
Ich habe dort in Mibladen bei meine Besuchen auch nie Kinder gesehen am Arbeit und sicher nicht untertage.
Im Dorf schon, und die waren lustig!
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Hallo!
Aus den Fingern gesaugt wurde der Bericht bestimmt auch nicht.
Nimmt man mal Rumänien als Beispiel,dann haben die Aufkäufer die Minenarbeiter besucht und aber auch die Zigeuner.Die Zigeuner,welche auch in Rumänien nicht gerade geachtet wurden haben auch versucht,etwas zu verdienen und haben die ganzen alten verlassenen Bergwerke
"ausgeerzt". So etwas geschieht am Rande der Gesellschaft!
Die ärmsten der Armen gibt es überall und laut Kommentar sind die älteren Brüder halt mit einem Hungerlohn in der Stadt nicht einverstanden.
Also hätten sie schon Arbeit,aber irgendwie bringt das Risiko halt paar Groschen mehr ein.
Wenn dann die ganze Familie irgendwie davon leben möchte-bitteschön!Was Vater und Mutter machen ist in dem Bericht auch unerwähnt.
Die leben wahrscheinlich einfach mal so dahin.
Das ist doch aber gerade in solchen Verhältnissen erstmal die Grundfrage!
Gruß Jens
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Aus den Fingern gesaugt wurde der Bericht bestimmt auch nicht.
Ich hoffe, das ist auch nicht die Quintessenz aus den Beiträgen hier. Weder möchte ich der ARD Lügen unterstellen, noch möchte ich leugnen, dass in Marokko (wie auch in 200 anderen Ländern der Welt ...) Menschen sehr schlecht behandelt werden und miese, gefährliche Jobs für lächerliches Geld machen müssen. Dennoch bleibe ich dabei, dass das hier typisch modener Betroffenheitsjournalismus ist: Man pickt sich ein soziales Problem aus einem beliebigen Land und bastelt daraus einen Bericht, der betroffen machen oder gar ein schlechtes Gewissen erzeugens soll. Und da wir hier eindeutig Zeugen haben, die wissen, dass es in Marokko durchaus auch anders aussieht, muss man den Bericht eben für etwas übertrieben halten, er drückt zu sehr auf die Tränendrüse.
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Betroffenheitsjournalismus ist die Pest.
Aber eine runde Ohhhhhh funktioniert nunmal in der heutigen Zeit perfekt.
Bei den meisten Menschen reicht das Mitgefühl nichtmal aus, um gutes vor der eigenen Haustüre zu tun.
Sie werden aber niemals müde, unaufrichtiges Betroffensein zu allen möglichen Themen in der neutralen und
anonymisierten Zone des Internets zu äußern.
Die meisten Menschen fühlen sich absolut wohl dabei, durch ihren Kommentar
ihren Beitrag zum Thema geleistet zu haben. Aus, das war es!
Deshalb, wenn ich mir einige Kommentare unter dem Video so durchlese,
wird mir übler als von dem Beitrag selber.
Unabhängig davon ob das Video GZSZ Soap mit Laiendarstellern ist oder Altagsrealität in Mibladen.
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Falls ich hier gemeint sein sollte:
Ich habe gepostet, das mich der Beitrag nachdenklich gestimmt hat. Nicht mehr, nicht weniger. Übrigens nicht anonym, sondern hier öffentlich unter meinem Nickname, der auch mein Klarname ist.
Etwas mehr Nachdenklichkeit wäre vielleicht bei denen wünschenswert, die hier beinhart in die Diskussion einsteigen und kaum den Eindruck hinterlassen, Ihre vorgefasste Meinung durch Fakten (oder Berichte) erschüttern zu lassen.
Das ich mir mit meinem Statment nicht nur Freunde mache, ist mir klar. Anyway, I'm not everybodys darling. Das Thema ist durch für mich und auf die zu erwartenden Polemiken werde ich nicht regieren.
Vielleicht konzentrieren wir uns doch lieber auf das, was uns verbindet: Die Liebe zum Hobby.
Gute Nacht allen,
Ronny
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Hallo.
Muss das Thema aus aktuellem Anlass noch einmal aufgreifen.
Ich habe heute die Mitteilung bekommen, dass einer der Jungen aus dem Film vorige Woche beim Abbau von Mineralien in Mibladen ums Leben gekommen ist.
Jörg
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Liebe Kollegen
zum einen möchte ich schon klar sagen, dass die schlechten Arbeitsbedingungen daher rühren, dass Händler sich einen goldenen Ar....verdienen und den Arbeitern nichts übrig bleibt. Ich kenne die Löhne dort nicht und auch nicht die Lebenshaltungskosten, aber eines ist fix, ein marokkanischer, peruanischer........Händler verdient sicher soviel wie ein durchschnittlicher Europäer oder mehr. Hat aber nicht die Kosten zum Leben und ist schon gar nicht gewillt sich um seine Arbeiter zu kümmern. Und dieses Problem gibt es überall. Ob in Namibia, Pakistan, China oder eben Nordafrika. Als Sammler können wir entweder verzichten oder selber dort suchen soweit es möglich ist. Aber die "Lieferkette" können wir sicher nicht ändern. Und nicht kaufen bedeutet, dass die Arbeiter gar kein Geld bekommen. Das Dilemma ist durch unser Kaufverhalten sicher nicht so einfach lösbar. Wie man es macht macht man es sicher falsch. Es sei denn jemand hat die Möglichkeit eine Mine zu übernehmen und quasi "fair trade" die Minerale auf den Markt zu bringen.
Anderes Thema: Giftigkeit bzw. Gesundheitsschädlich.
Entschuldigt die Emotionalität aber als jemand vom Fach kann ich die Vergleiche einfach nicht mehr hören/lesen wenn da sammlerische und berufliche Tätigkeit in einen Topf geworfen werden. Die Gefahr die von diversen Mineralien ausgeht ist bei dauerndem Kontakt ( mit Stäuben und nicht beim Fotografieren oder Sammeln) erheblich bis dramatisch. Also bitte keine Aussagen wie: "da müsste ich schon lange tot sein" oder ähnliches.
Andreas
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@ Andreas
Dein Statement kann ich 1 zu 1 unterschreiben. Und dabei sollte man es mit diesem sensiblen Thema auch belassen, finde ich zumindest. ;)
Glück-auf
Andi
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Für alle die sich ärgern das der link im 1.Post offline ist ;)
Hier gibts das ganze nochmal zu sehen:
https://www.youtube.com/watch?v=DDo9aNE7Tfs (https://www.youtube.com/watch?v=DDo9aNE7Tfs)
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Dez. 2016
Im Jahr 2012, als der Film gesendet wurde, gabs den Ausdruck noch nicht - heute jedoch aktuell wie kaum etwas anderes: Fake-Journalismus.
Die in diesem Film der ARD als Fakten dargestellte "Suche nach Edelsteinen mittels Kinderarbeit" sind Fakes, sie sind erdichtet und erlogen. Ein Beitrag von Betroffenheitsjournalismus.
Und wenn - wie oben geschrieben - einer der "Jungen" beim Abbau von Mineralien in Mibladen ums Leben gekommen ist, dann ist das so,als wenn ein deutscher Maurerlehrling (16 Jahre, "Junge"), von der Mauer fällt oder ein anderer deutscher "Junge" als Schreinerlehrling in die Kreissäge gerät. Betroffenheit... Betroffenheit .... Sensation ....
collector
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Und was lernen wir daraus? Nicht nur die Privatsender bringen "Fake-Sch...",
sondern auch die ach so kompetenten Öffentlichen die wir mit unserem Geld
unterstützen und finanzieren. So braucht Deutschland das! ::)
Gruß Dirk
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die Idee eines "fair-trade-mineralienhandels" fände ich durchaus reizvoll (und gar nicht so abwegig ...)
Ein wenig OT, aber prinzipiell hier dazupassend: Gerhard und Michi haben vor nicht allzu langer Zeit eine kleine "ethno-archäologische" Fallstudie zum Bergkristallbergbau in Cabacaco (Minas Gerais, Brasilien) veröffentlicht (im Vergleich zum neolithischen Bergbau in Europa). Auch sie weisen auf die - an unseren Standards gemessen - unglaublich schlechten Arbeitsbedingungen hin.
Siehe:
https://www.researchgate.net/publication/281741170_Contemporary_Rock_Crystal_Mining_in_Minas_Gerais_Brazil_-_an_Ethno-Archaeological_Case_Study
(der pdf-download funktioniert dzt. nicht, aber die online-version ist verfügbar)
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Hallo aus Mittelfranken
Wo immer man auch hin sieht : Kleinbergbau, auch small scale mining oder Stufenbergbau / specimen mining, genannt, funktioniert im wesentlichen überall so.... Das mag sicherheitstechnisch bedauerlich sein, aber falls man die Sicherheitsmaßstäbe modernen deutschen Bergbaus überall anlegen würde, gäbe es solchen Bergbau nicht, und wir Mineraliensammler wären um viele Stufen ärmer. Nicht zu vergessen, das viele Menschen keine Beschäftigung und damit kein Einkommen mehr hätten.
Bergbau war schon immer gefährlich und das wird er auch in Zukunft bleiben
Mit nachdenklichem Glück Auf
Thomas
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Ich denke auch, man sollte den Ball der moralischen Entrüstung eher niedrig halten. Wie Tobi schon schreibt, den Abbau ästhetischer Stufen kann man Kindern nicht überlassen. Möglicherweise sind es die Kinder der Miner, welche dem Papa zur Hand gehen. Das Kinder den Eltern bei schwerer Arbeit helfen ist eigentlich nicht selten und beispielsweise in Island während der Ferien durchaus üblich.
Allerdings macht sich eine Reportage von "armen" Kindern in engen Stolln immer gut, vor allem bei Leuten, welche keine Ahnung vom Bergbau haben. Die Sensationsredakteure kann ich schon verstehen, denn: "Only bad news are good news."
Gruß
Uwe