Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: giantcrystal am 31 May 12, 10:22
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Hallo aus Mittefranken
Ich lese gerade das ganz hervorragende Buch "Spessartsteine" von J. LORENZ und hier das Kapitel über Bieberit
Dort steht ein aus älterer Literatur zitierter Absatz, das das Mineral Bieberit einen " styptischen Geschmack" hätte
Beim Googeln stelle ich nun fest, das dieses wohl völlig aus der Mode gekommene Wort früher recht häufig verwendet wurde, u.a. zur Beschreibung diverser Vitriole
Kennt jemand das Wort genauer ? Wo kommt es her und was bedeutet es genau ?
Danke und Glück Auf
Thomas
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Hallo
Agricola beschreibt in seinem Buch "De Natura Fossilium" von 1546 in einem kurzen
Abschnitt auch den Geschmack der Minerale.
Den Geschmack von Vitriolen beschreibt er dabei mit einem "Mischgeschmack"
Ob das in irgend einer Art mit deinem Begriff etwas zu tun hat, kann ich aber
nicht sagen.
Gruß Dirk
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Kommt wohl aus dem griechischen und bedeutet "zusammenziehend" (s. unter styptikos, styphein). Habe aber noch nicht versucht, Vitriol zu lutschen.
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Laut Google-Quellen heißt das soviel wie adstringierend (evtl. außerdem auch blutstillend).
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Hallo,
"adstringierend" hätte ich jetzt auch in den Raum geworfen. Kommt der Sache auf jeden Fall nahe... Lecker :D
Gruß
Andreas
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Also Kupfersulfat ist auf jeden Fall im Geschmack ähnlich zu Deokristallen , die sind definitiv adstringierend , der Blutstillerstein zum rasieren besteht aus ähnlichem nämlich Kaliumaluminiumsulfat .
Cu-Sulfat schmeckt ähnlich dem Alaunstein nur ist da noch penetranter Kupfergeschmack mit drin .
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Hallo,
wie heli schon schrieb - Bedeutung: zusammenziehend, Herkunft: griechisch.
adstringierend heißt genau dasselbe, nur ist der Wortstamm eben lateinischer Herkunft.
Blut-stillend heißt es nicht wirklich, bzw. nur im übertragenen Sinn, da der zusammenziehende Effekt auch die Blutgefäße betrifft.
Gruß
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Hallo,
bevor die große Schleckerei losgeht: Kupfersulfat ist giftig (ca. 10g soll die tödliche Dosis sein) :P Allerdings sind Vergiftungen durch orale Aufnahme eher selten, da diese Verbindung zu einem staken Brechreiz führt.
Gruß
Berthold
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Hallo,
bevor die große Schleckerei losgeht: Kupfersulfat ist giftig (ca. 10g soll die tödliche Dosis sein)
Als Kind habe ich diverse Kristalle gezüchtet, darunter auch das schöne blaue Kupfersulfat. Und natürlich auch daran geleckt (damals konnte man das noch, da wurden die Eltern auch nicht von den Nachbarn wegen Kindesvernachlässigung verklagt wenn das Kind einen Regenwurm angetestet hat... :)). Jedenfalls:
Kommt wohl aus dem griechischen und bedeutet "zusammenziehend" (s. unter styptikos, styphein)
Kann ich voll bestätigen, bei dem Geschmack zieht es einem das ganze Gesicht zusammen ;D
Gruß,
Rainer
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tztztz...was ihr euch alles in den Mund steckt.....
Kupfersulfat wird in Notfällen als Brechmittel verabreicht. Die letale Dosis intus zu behalten könnte durchaus schwierig sein. Genauso gibt es eine Verbindung, die als Trivialnamen "Brechweinstein" trägt. Da müssen schon bei kleinen Mengen die Sicherungen "nach oben" durchbrennen ;D
Zu den Geschmackstests fällt mir noch etwas ein. An der Uni musste ich einmal einen Vortrag über den alten Liebig halten. In seinen alten Labortagebüchern (ich hatte die orginalen Bücher in der Hand) beschrieb er einen "ekelhaften metallischen Geschmack" der Silberfulminate.
Naja...wenn man unbedingt darauf steht alles probieren zu müssen....
Gruß,
Andreas