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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: skibbo am 11 Jun 12, 13:09
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Hallo,
ich habe hier drei Lengenbacher und würde dazu gerne ein paar helfende Kommentare hören. Worum handelt es sich bei den drei gezeigten Kristallen?
1.) Baumhauerit (nicht analysiert)
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1339412038.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1339412038.jpg)
2.) ?
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1339412055.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1339412055.jpg)
3.) ? mit Realgar
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1339412074.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1339412074.jpg)
Vielen Dank schonmal,
Stefan
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Hallo Stefan,
die Diagnose der Lengenbacher Sulfosalze ist ja bekanntlich alles andere als einfach, ohne Analytik teils unmöglich.
Bei Deinen Stücke vermute ich folgendes:
1. Baumhauerit (ziemlich sicher, typisch ist Kantenrundung entlang der Stengelachse und des Kopfbereiches)
2. Baumhauerit??
3. wäre der Realgar nicht wäre ich mir mit Jordanit ziemlich sicher, diese schließen sich aber aus.
Glück Auf!
openpit
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Salü,
bei 1. stimme ich Baumhauerit zu
zu 2. und 3. würde ich aufgrund der Fotos zu "Binnit" tendieren
Lengenbach ist und bleibt schwierig...
Glückauf. Uwe
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Hallo,
bei #2 glaube ich nicht an "Binnit", da dieser nur isometrisch auftritt. Für #3 kommt mir der "Binnit" bezüglich der Anlauffarben etwas seltsam vor.
@ Skibbo:
kannst Du Aussagen über den genauen Fundort innerhalb der Grube machen?
Glück Auf!
openpit
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Hallo Michael und Uwe,
vielen herzlichen Dank schonmal für eure Mitarbeit. Bei dem ersten Stück habe ich auch an Baumhauerit gedacht, beim dritten am ehesten an Tennantit. Allerdings ist Lengenbach Neuland für mich, von daher bin ich auch sehr froh über Hilfestellungen wie: wäre der Realgar nicht wäre ich mir mit Jordanit ziemlich sicher, diese schließen sich aber aus
Leider kann ich keine genaueren Angaben zum Fundort machen, da es Material ist, welches ich aus einer Sammlung übernommen habe. Lediglich der Fundzeitraum (1980-1985) ist mir bekannt.
Vielen Dank soweit!
Stefan
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Hallo zusammen,
bei Nr.2 sehe ich auch zwei isometrische Binnit-Kristalle hintereinander/ineinander verwachsen. Oder sehe ich schon doppelt ?
Schöne Fotos übrigens.
Ciao. Uwe
P.S. ich hab' mal zum Vergleich ein Foto von meinem Binnit angehängt..
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Hallo,
Uwe hat recht, ich habe den einspringenden Winkel übersehen.
Lediglich der Fundzeitraum (1980-1985) ist mir bekannt.
Das ist schon mal was. Es sind also Funde aus der alten Grube. Aufgrund der Ausbildung des Realgars könnte es sich um ein Stück der As-Tl-Zone (Zone 1) handeln - mit Fragezeichen.
Zeigt der Kristall auf irgendeiner Seite eine Riefelung?
Glück Auf!
openpit
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Hallo,
da stimme ich zu. Nummer 1 ist Baumhauerit als typisch röhrenförmiger x, die anderen sind Binnite.
Gruß
Andreas
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Hallo und erstmal vielen Dank für die rege Beteiligung.
Nr. 1 habe ich als visuell bestimmten Baumhauerit ins Lexikon übernommen.
Nr. 2 ist in der Tat eine Verwachsung zweier Kristalle, diese würde ich allerdings nicht als isometrisch bezeichnen wollen, denn ich finde eine Kristallachse ist gestreckter als die beiden anderen.
Nr. 3 zeigt keine Riefelung.
Irgendwo habe ich mal gelesen, dass die wenigsten als Binnit beschriebenen Binnite auch wirklich Binnite sind, sondern es sich in vielen Fällen um Wunschdenken des Bestimmers handelt. Dazu meine Frage, wie häufig war/ist Binnit in Lengenbach aufgetreten und was waren so die durchschnittlichen Größen für dieses Mineral?
Schöne Fotos übrigens.
Danke! :D
Beste Grüße,
Stefan
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Hallo miteinander,
meiner Meinung nach ist "Binnit" mit eines der häufigeren Sulfid-Mineralien in Lengenbach. Er ist ein echter Durchläufer durch alle Paragenesen seit den ersten Funden des 19.Jahrhunderts bis heute. Ich würde es also eher umgekehrt sehen, viele Sammler erträumen sich die wirklichen Raritäten, vor allem der thalliumhaltigen Arten, und dann ist es doch "nur" irgendein Sulfosalz a la Sartorit/Baumhauerit/Jordanit etc. oder eben Binnit.
Bei Deinem Stück Nr.3 könnte man evtl.noch an Hatchit denken, der hat aber eine deutlich trikline ("schiefe") Symmetrie und die lässt sich auf dem Foto nicht recht erkennen.
Empfehlenswert als aktuelle Literatur ist das Aufschlussheft 9-12/2005 zum Thema Lengenbach und auch Extra-Lapis Nr.28 "Binntal".
Glückauf. Uwe
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Hallo,
diese würde ich allerdings nicht als isometrisch bezeichnen wollen, denn ich finde eine Kristallachse ist gestreckter als die beiden anderen
Dies spricht wiederum gar nicht für "Binnit", welcher in der Grube neben Pyrit, Sphalerit und Realgar das häufigste Sulfid darstellt. Zur mittleren Größe kann ich keine Aussage machen.
#3 ist sicher kein Hatchit/Wallisit (diese beiden lassen sich definitiv nur mit Analytik unterscheiden!), da die erwähnte "Schiefe" fehlt. Beide zeigen auch nie (bunte) Anlauffarben.
Bezüglich der Literatur sollte man beachten, dass aktuell mehrheitlich Funde aus der neuen Grube besprochen werden, welche sich jedoch teils deutlich von den alten unterscheiden. Ich empfehle in erster Linie das Buch zum 50-jährigen bestehender der Arbeitsgruppen (hier ein Einblick: http://www.kristallografikverlag.de/Faszination_Lengenbach-Leseprobe.pdf (http://www.kristallografikverlag.de/Faszination_Lengenbach-Leseprobe.pdf)) und diese Seite http://www.lengenbach.com/index.php (http://www.lengenbach.com/index.php).
Glück Auf!
openpit
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Hatchit mit 2 mm Kristallgröße? :D