Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Collector am 16 Aug 12, 21:05
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Hallo
Im Südosten von Spanien gibt es sehr reiche Fundstellen von Menilith (eine Opalvarietät). Viele dieser Opale sind kugelig, warzig und knollig ausgebildet. In einigen wenigen dieser skurillen Menilithe stecken kleine fossile Gastropoden (bis zu 7 mm).
Wie kamen diese Schnecken in die doch sehr harten Opale ? (siehe Foto ?)
Danke für die Beratung und Gruß
collector
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Opale entstehen aus langsam ausgehärteter kieselsäurehaltiger Lösung. Es gibt auch andere opalisierte organische Substanzen.
Uwe
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Hallo,
Die Opale sehen sehr nach Konkretion aus, analog z.B. zu Flint/Hornstein. Dabei wird, wie Uwe schon schrieb, die Kieselsäure ursprünglich als Gel aus wässriger Lösung abgeschieden. Das kann u.a. durch veränderte Redoxbedingungen oder pH-Werte, z.B. durch Schwefelwasserstoff (schwache Säure) aus organischer Substanz passieren. Oder durch Erkalten des Wassers heißer Quellen. Dabei wird die Löslichkeit der Kieselsäure herabgesetzt, wodurch es zur Fällung kommt. Dabei werden dann halt evtl. vorhandene Schalen(-reste) eingebettet.
Glück Auf!
Smoeller
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Menilit(h) ist eine (marine) sedimentäre Bildung, also ist eine Fossilführung nicht so erstaunlich.
In Niederösterreich gibt es Vorkommen von nicht knollenförmig, sondern lagig ausgebildetem (Plattensilex-artigem) Menilit in der Umgebung von Maissau bei Limberg und Parisdorf. Es handelt sich dort um verhärtete Horizonte im Diatomit (Kieselgur), der als Limberg-Member bzw. Limberg-Subformation innerhalb der pelitischen Zellerndorf-Formation (Ottnangium) auftritt.
Siehe dazu: Roetzel 1996, 290.
Roetzel 1996: Bericht 1994/1995 über geologische Aufnahmen im Tertiär und Quartär mit Bemerkungen zur Tektonik am Diendorfer Störungssystem auf Blatt 22 Hollabrunn. Jb. Geol. B.-A. 139, Wien 1996, 286 ff.:
http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/JbGeolReichsanst_139_0286.pdf