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Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Alcest am 21 Aug 12, 21:20
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Hallo,
ich bin es mal wieder mit meinen geliebten radioaktiven Stücken.
Es geht um eine Stufe Pechblende auf Dolomit vom Schacht 371 in Hartenstein.
Die Kristallformen haben mich ein wenig verwundert - sind von Hartenstein nicht-traubige Uraninite beschrieben? Ich habe diesbezüglich keine Informationen gefunden.
Die Dosis beträgt auch durch die Dose noch stolze 45 uSv/h, andere Minerale möchte ich daher ausschließen, zumal die markierten Kristalle auch alle unterschiedliche Formen aufweisen. Die Bildbreite beträgt ca. 3 cm.
Jan
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Hallo Jan,
das Material sieht für mich vom Flächenwinkel, insbesondere der Kristall "unten" der Dreiergruppe oben links, nicht wie Oktaeder aus.
Aber wenn man das Stück nciht in der Hand hat, ist es schwer zu sagen. Aebr ich behaupte frech tetragonales Material ;-)
MfG
Frank
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Hallo Frank,
Das war auch meine erste Idee zu diesem Kristall.
Einige ähnliche kommen auf dem Stück noch vor, von der Form her wie:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1323509282.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1323509282.jpg)
So wirklich einen Reim darauf machen kann ich mir aber nicht. Die traubigen Aggregate (teilweise auch negativ) treten zwischen den fraglichen Kristallen auf und die Radioaktivität ist für ein Stück dieser Größe recht hoch, wodurch ich mir nur schwerlich vorstellen kann, dass es kein Uraninit ist.
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Anhand des Fotos schwer zu beurteilen, aber könnten das nicht einfach nur Spaltflächen sein? Allerdings gab es im Revier nicht nur das typische "Blasenerz", sondern auch mehr oder weniger undeutliche Kristalle. Habe da selber einige in Vergesellschaftung von Dolomit, also wahrscheinlich aus der mgu-Formation, auf der Halde von der 371 gefunden.
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Hallo Thomas,
ja - ich gebe dir recht. Ein Teil ist scheinbar gespalten. Aber der Kristall oben links, unten in der 3-er GRuppe erscheint komplett.
Mfg
Frank
(denkt an überzug)
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Hallo,
Kristalle sind es nicht. ES ist vielmehr eine Anhäufung von gleichzeitig gewachsenen Kugeln, die sich irgendwann gegenseitig im Wachstum behinderten. Im Prinzip so wie Seifenblasen im Schaumbad. Ein typisches Korngefüge bei Gleichgewichtskristallisation weist viele triple junctions von Kanten auf, so dass scheinbar oktaedrische Flächen an den Kugeln entstehen.
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo,
dagegen spricht der Glanz und die {001}. Aber wie gesagt: Ferndiagnosen dieser Art sind schwer.
MfG
Frank
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Hi
Wenn ich mir nur der erste Bild anschaue, wo die "Kristalle" mit weißen Kringeln markiert sind, so würde ich auch auf irgendwas oktaedrisches tippen, entweder Kristalle oder aber Pseudomorphosen. Allerdings habe ich den Eindruck, das diese Kringel irritieren und nach dem zweiten Bild stimme ich Smoeller zu. Man sieht recht deutlich, das alle Flächen irgendwie krum oder gewölbt sind - das spricht doch eher für verwachsene Kugeln.
Allerdings hat natürlich auch Frank recht, wenn er sagt, das Ferndiagnosen schwer sind...
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Hallo,
vielen Dank für die vielen Meldungen. So wirklich eindeutig scheint die Geschichte wohl nicht zu sein.
Diese, ich nenne sie vorsichtigerweise pseudooktaedrische und -tetragonale, Kristalle hatte ich sofort im Blick. Einen wirklichen Sinn dieser scheinbar wild durcheinander auftretenden Formen konnte ich mir jedoch nicht erschließen.
Anbei nochmal 2 Aufnahmen im Originalformat, ohne Kringel. Mehr ist mit meiner Technik nicht drin. Verbindliche Antworten per Ferndiagnose erwarte ich auch gar nicht.
Wäre die ausgehende Dosis der Stufe nicht so hoch, hätte ich dieses Thema auch gar nicht aufgemacht und wäre von einfach von anderen Mineralien ausgegangen.
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Kristalle sind es nicht. ES ist vielmehr eine Anhäufung von gleichzeitig gewachsenen Kugeln, die sich irgendwann gegenseitig im Wachstum behinderten.
Entweder das oder schlichtweg "angeschlagene" Mausaugen.
Bergmeister
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Hallo!
,,angeschlagene Mausaugen?"
Grübel,Grübel und studier-was issn das? :o
Das Seifenblasenbeispiel von Sebastian issn doch gut!Wahrscheinlich liegt hier eine zusammengewachsene Kluftfläche vor,so dass die Uraninitblasen sich in der Kluft gegenseitig berührten und teilweise zusammenwuchsen.
Gruss Jens
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Hallo,
bezüglich der Spaltbarkeit der Uraninite:
hat/kennt jemand ein Bild oder Stufe, an welcher man die Spaltbarkeit eindeutig erkennt? Meist fällt diese ja der Isotropisierug zum Opfer.
Kann (können) Pechblende/Mausaugen überhaupt eine Spaltbarkeit zeigen?
Glück Auf!
Micha
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,,angeschlagene Mausaugen?"
Grübel,Grübel und studier-was issn das?
Beschädigte Pechblende-Kugeln ;).
Bergmeister
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Hallo,
bezüglich der Spaltbarkeit der Uraninite:
hat/kennt jemand ein Bild oder Stufe, an welcher man die Spaltbarkeit eindeutig erkennt? Meist fällt diese ja der Isotropisierug zum Opfer.
Kann (können) Pechblende/Mausaugen überhaupt eine Spaltbarkeit zeigen?
Glück Auf!
Micha
Das ist eine sehr gute Frage. Ich denke auch, das es kaum bis keine Pechblendestufe geben wird, auf der noch die Spaltbarkeit erkennbar sein wird. Vorraussetzung wäre hier erstmal das vorhandensein von Kristallen und diese müssten auch noch geologisch gesehen sehr jung sein. Das halte ich bei den Lagerstätten im Erzgebirge für ausgeschlossen.
Zudem zeigen die kringelfreien Bilder nur wenige Hinweise auf "Kristalle", was zum einen an der Beleuchtung liegen kann als auch an zufälligen pseudooktaedrischen Formen der verwachsenen Kugeln. Die Theorie mit den zusammengewachsenen Kugeln erscheint mir weiterhin am plausibelsten.
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Glück Auf,
denke das es Negativabdrücke sind,obwohl das mit den "Seifenblasen"etwas hat!Versuch doch mal einen Abdruck zu machen und schau Dir diesen mal an!?Ist nur so ne Idee,kann auch falsch liegen,habe aber so ähnliche Stücke Pechblende,welch nach dem zerdrücken in etwa an der Fläche am Nebengestein,Pyrit,Kalkspat,Dolomit gebrochen ist!Neben Mausaugen sind auch "Kristallflächen" zu sehen! ???
Glück Auf
Lutz
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Danke noch einmal für die zahlreichen Antworten.
Bei Kristallen unter 2 mm gibt die Kamera nicht mehr viel her, daher ist die Bildqualität meinerseits nicht besser. Sollte hier jemand über besseres Material ähnlicher Stücke verfügen, würde ich mich sehr über eine Nachricht bzw. eine Meldung hier im Thema freuen.
Den Abdruck werde ich bei Gelegenheit (Ich hasse Styropor!) mal versuchen.
Jan
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Lapis 5/2004 enthält einen Uraninitsteckbrief und eine Abbildung einer Stufe aus Schacht 371, deren "Kristalle" meinen frappierend ähnlich sehen, mit der Bildunterschrift "schalige Aggregate". Damit hat wohl die Seifenblasenvariante gewonnen.