Mineralienatlas - Fossilienatlas
Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición => Zeugen des Bergbaus / evidence of mining => Thema gestartet von: Steinjäger am 25 Aug 12, 19:59
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Hallo!
Heute war ich unterwegs im Bereich der Schwerspatgruben Theobald, Arzkaute und Weitzhelle westlich von Herborn-Burg. Diese waren von 1827 bis in die 1930er Jahre in Betrieb, zahlreiche interessante Bergbauspuren sind auch heute noch zu sehen. Eine ausführlichere Beschreibung der Gruben findet sich u.a. in dem Buch "Auf Erzsuche" von D. Stoppel. Interessant auch die Bergschäden die durch große und oberflächennahe Abbaue entstanden sind, Risse und Spalten im Boden, oft schwer zu erkennen und von Laub bedeckt, erinnern etwas an Gletscherspalten. Diese lassen sich zum Teil über eine längere Strecke verfolgen, die Tiefe kann man nur erahnen. Bilder von den hier vorkommenden Mineralien stelle ich in den nächsten Tagen noch ein.
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-offener Schacht, im oberen Bereich gemauert
-Fundamente mit Gewindestangen, hier befand sich wohl die Fördermaschinenanlage
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- offener Stollen, in den 1980er Jahren konnte über diesen Stollen noch ein kleiner Abbau erreicht werden, dieser ist aber heute zu Bruch.
- Stollenrösche, den Stollen aufzugraben könnte evtl. interessante Bereiche erschließen
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- alte Feldbahntrasse
- von den früher hier wohl zahlreich vorhandenen Gebäuden sind heute nur noch einige wenige Mauerreste zu sehen
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- während derber Schwerspat hier in beliebiger Menge überall herumliegt sind kristallisierte Stufen außerordentlich selten.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1604939232.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1604939232.jpg)
- ein Einzelfund ist diese Stufe mit Chalcedon in einer Kluft im Kieselschiefer
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1604937953.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1604937953.jpg)
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- gelegentlich findet man etwas größere Quarzkristalle auf derbem Schwerspat.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1605106655.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1605106655.jpg)
- bei Forstarbeiten zufällig freigelegtes Werkzeug aus der Bergbauzeit: Eiserne Schießnadel, 106 cm lang, stark rostnarbig aber noch stabil, ältere Ausführung aus der Zeit vor ca. 1870. Nach ca. 1870 durften eiserne Schießnadeln wegen möglicher Funkenbildung nicht mehr verwendet werden, diese wurden dann aus Messing oder Kupfer gefertigt.
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Eine schöne Demonstration hessischer Bergbaugeschichte, danke!
Gruß aus Marburg
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Moin
Sehr schöner Beitrag
Hab auch noch 2 stüfchen von dort.
1 ca 20cm breite Stufe mit Quarz und Baryt
2 Azurit auf Quarz, Bildbreite ca. 1cm.
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Hallo Boris,
bei der ersten Stufe handelt es sich um Pseudomorphosen von Quarz nach Baryt die von kleinen Quarzkristallen überzogen sind. Solche Pseudomorphosen sind aus der Region von mehreren Fundstellen bekannt. Auf den beschriebenen Gruben finden sich übrigens auch, wenn auch seltener, Pseudomorphosen von Quarz nach Calcitskalenoedern. Vererzungsspuren von Kupfermineralien, insbesondere Kupferkies und Malachit, findet man häufiger, die Stücke sind aber meist recht unscheinbar. Azurit tritt hier nur sehr selten auf, das abgebildete Stück ist daher für den Fundort schon außergewöhnlich.
Gruß und Glück auf!
Steinjäger
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Hallo,
gestern war ich nochmal in diesem Gebiet unterwegs. Zufällig fand ich dieses wohl bei einer Erkundungsbohrung stecken gebliebene Bohrgestänge. Gut erkennbar der zentrale Kanal für die Wasserspülung.
Gruß und Glück auf!
Uwe
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Hallo Uwe,
haben wir diese Gruben auch im Lexikon?
Gefunden hab ich sie nicht .....
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Hallo Oliver,
die Gruben sind wohl nicht im Lexikon, habe auch nichts gefunden.
Gruß
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halo Uwe,
willst du sie evtl. anlegen?
Scheint ja recht interessant zu sein ...
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Hallo Oliver,
habe die Gruben gerade im Lexikon angelegt. In den nächsten Tagen stelle ich noch ein paar Fotos dazu ein.
Gruß und Glück auf!
Uwe
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Bestens - Danke!
:D
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... und hier noch ein Stück mit Quarzzapfen die an Stalaktiten erinnern. Diese sind bis zu knapp 1 cm lang und rundum kristallisiert.