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Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Thomas Krassmann am 06 Jan 05, 22:37

Titel: Status von Drahtsilber ?
Beitrag von: Thomas Krassmann am 06 Jan 05, 22:37
Hallo und Glück Auf

Ich bin gerade dabei, eine neue Seite für das Projekt Riesenkristalle zu bearbeiten., wobei es das Kongsberger Drahtsilber geht. Dabei würde mich interessieren, welchen kristallographischen Status Drahtsilber hat ? Stellen die Silberdrähte eine Form dendritischen Kristallwachstums mit extremen Längenwachstum dar - sind also trotz der Drahtform Einkristalle ? Oder handelt es sich um Aggregate mikrokristalliner Silberkristalle. Oder ist das Silber gar amorph ?

Und wie bildet sich Drahtsilber eigentlich ? Ähnliche Formen sind ja auch von Malachit und anderen Mineralarten bekannt, u.a. auch vom Eis in Form des allwinterlich auftretenden Fasereises, das ganz sicher kristallin ist.

Über Informationen wäre ich dankbar

Glück Auf

Thomas
Titel: Re: Status von Drahtsilber ?
Beitrag von: uwe p. am 07 Jan 05, 01:57
das enstehen von drahtsilber und silberlocken ist immer noch nicht ganz geklärt. auf jeden fall sind die locken KEINE kristalle, sondern wahrscheinlich remobilisrter silberglanz (akanthit), der sich aufgrund irgendwelcher elektrolytischer gegebenheiten in dieser locken, bzw. drahtform rekristallisiert ist.

die größten silberkristalle kommen aber dennoch, wenn ich es noch recht weiß, aus kongsberg.
Titel: Re: Status von Drahtsilber ?
Beitrag von: Walpurgin am 07 Jan 05, 02:04
Kongsberg bin ich mir nicht sicher es wird von 40 cm Drähten aus Freiberg und Schneeberg berichtet.
Titel: Re: Status von Drahtsilber ?
Beitrag von: uwe p. am 07 Jan 05, 12:53
kongsberg hat 2m drähte und mehr zu bieten  ;)
Titel: Re: Status von Drahtsilber ?
Beitrag von: Philip Blümner am 07 Jan 05, 13:59
Wäre es nicht möglich, dass eine Entstehung wie bei Aragonit (Eisenblüte) erfolgt?
Titel: Re: Status von Drahtsilber ?
Beitrag von: Collector am 07 Jan 05, 16:09
Hallo Thomas

Draht-, moos-, fadenartige Formen des Silbers, aber auch Silberdendriten entstehen in Oxidations- und Zementationslagerstätten aus  S-, As- und Sb-Erzen als Folge ihrer Zersetzung und Reduktion aus den Oberflächenlösungen durch verschiedene organische Verbindungen.


Es wurde experimentell nachgewiesen, dass sich in Anwesenheit löslicher organischer Verbindungen solche Aggregate aus Lösungen auf Kohlestücken bilden können.

Ob nun ein dendritisches oder drahtförmiges Silber als Kristall bezeichnet werden kann, dürfte eine Frage akademischer Natur sein.

Soweit nachvollziehbar, sind Kristalle durch geometrische Flächen definiert.

Da auch Dendriten auf ihren Ästen Flächen aufweisen, bzw. auch Teilabschnitte von Silberdrähten Flächen haben können, sollte die Frage wohl eher an einen Kristallographen gerichtet werden.

Meiner Meinung nach ist ein noch so langer Draht kein Einkristall sondern eine Aggregatsform.

gruss
collector (der mit dem Bernstein.-Riesenkristall)

Titel: Re: Status von Drahtsilber ?
Beitrag von: tkrassmann am 07 Jan 05, 22:49
Hmmm,...

Gerade Kongsberg ist nun ein Paradebeispiel einer ziemlich monomineralischen Lagerstätte, d.h. es gibt fast keine Sulfide, Arsenide etc. sondern fast nur gediegenes Silber in Calcitmatrix. Und es gibt auch fast keine Oxydations- und Zementationszone, sondern Silber - Reicherzfälle treten sowohl oberflächennah als auch in ganz ähnlicher Ausbildung in über 1000 m Tiefe auf...

Trotzdem aber natürlich danke für die bisherigen Antworten und Glück Auf

Thomas