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Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Tobi am 07 Sep 12, 13:05

Titel: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: Tobi am 07 Sep 12, 13:05
Servus,

ich hatte gerade mit Jürgen (jayjay) eine kleine Plauderrunde über Topase aus Utah (Thomas Range), und er wies mich darauf hin, dass bei denen die Farbe in der Sonne ausbleicht. Da hatte ich leider echt eine Bildungslücke, denn bei diesen Topasen wusste ich das tatsächlich nicht. Deswegen frage ich jetzt in die Runde nach Erfahrungen, wie "schlimm" ich mir das bei diesen Stufen vorzustellen hab:

Geht es schnell, oder ist das eher ein langer Prozess?
Trifft es wirklich auf alle zu, oder gibt es auch farbeständige Kristalle von dort?
Reicht ein recht dunkler Flur ohne direktes Sonnenlicht als Schutz oder zumindest als Verzögerung?

Die gleichen Fragen hätte ich auch gern bezüglich blauem Fluorit aus der Blanchard Mine in New Mexico beantwortet ...

Freu mich auf Erfahrungsberichte ...

Danke & Gruß
Tobi
Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: Embarak am 07 Sep 12, 13:57
Hallo Tobi

Ich habe mehrere Topase von der Thomas Range, einige davon lagen über Jahrzehnte bei mir (bzw. davor bei meinem Onkel)
in einer Glasvitrine ohne direkte Sonneneinstrahlung. Vor ein paar Jahren hatte ich den Eindruck, daß die typische Cognacfarbe blasser
geworden ist, war mir aber nicht sicher, ob ich mir das nur einbilde.
Dann habe ich vom Verblassen der Thomas-Topase gelesen und habe mir einen weiteren Topas jüngeren Datums zugelegt.
Im Vergleich zwischen allen alten und dem neuen Topas war der Unterschied nicht mehr zu übersehen.

Ich würde es als schleichenden Prozess bezeichnen. Dunkler Flur ohne direktes Sonnenlicht wäre angebracht.
Direktes Sonnenlicht ist für keine Mineralienvitrine zu empfehlen.
Ich finde die Stücke zu schön, um sie komplett lichtdicht zu lagern.

Ein gewisser Alterungsprozess findet nicht nur beim Sammler statt, sondern auch in der Sammlung.  ;D

Gruß
Norbert
Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: eschuhbauer am 07 Sep 12, 17:29
Hallo Tobi,
solange die Topase relativ lichtgeschützt ind der Vitrine lagern ist keine Gefahr. Jedoch dem Sonnenlicht ausgesetzt geht es relativ schnell (2 - 3 Wochen). Dies beweisen die zahllosen Kristalle, die im Geröll im Topaz Valley lose herumliegen und von Kindern gerne aufgelesen werden. Die sind
durch die Bank wasserklar farblos ausgeblichen. Es gibt jedoch in einigen wenigen Stellen der Thomas Range (z.B. am Mile High Claim, oder am
Bachman Claim) kleine pinkfarbene Topase, die nicht ausbleichen, sondern im Gegenteil bei Sonnenlicht die Rosafärbung verstärken. Etwa 100 m
vom Bachman Claim entfernt gibt es sogar orangefarbene Topase, die allerdings ziemlich °sandig" sind.
Beste Grüsse, Erwin (7.9.12.)
Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: Tobi am 07 Sep 12, 17:48
Hallo Erwin,

vielen Dank für die Antwort. Meiner ist einer von den normalen, hell cognacfarbenen vom "Topaz Mountain" auf der Thomas Range:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1345890339.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1345890339.jpg)
Von diesen pinkfarbenen Topasen von der Thomas Range habe ich noch nie gehört, muss ich mal recherchieren ...

Also verstehe ich das richtig, dass eine direkte Sonneneinstrahlung das absolute Gift wäre, eine indirekte und geringe Dosis Tageslicht (Vitrinen sind im Flur, der bei mir der dunkelste Raum der Wohnung ist) nicht unbedingt das Todesurteil für die Farbe ist?

Norbert, auch dir vielen Dank für die Rückmeldung!

Tobi
Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: Philip Blümner am 07 Sep 12, 22:51
Hallo Tobi,
viele blaue Fluorite verblassen im Licht. Das gilt für die Blanchard Mine-Fluorite sowie die Halsbrücke-Fluorite z.B. Auch rosa Fluorite können verblassen.
Um möglichst lange Freude daran zu haben, empfiehlt es sich, sie im Dunkeln aufzubewahren  ;)  :-\

Gruß Philip
Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: Tobi am 08 Sep 12, 09:48
Hi Philip,

und ist dir selber mal einer ausgeblichen? Ist ja ein Unterschied, ob so eine Stufe innerhalb weniger Monate komplett die Farbe verliert oder eben über viele Jahre hinweg leicht ausbleicht ... Hm, einen blauen aus Halsbrücke such ich auch noch, vielleicht denk ich noch mal drüber nach. Im Dunkeln aufbewahren schont die Stufen, ist mir auch klar ... das mag einem Seltene-Erden-Spezialsammler ja nicht wehtun, aber als Fluoritliebhaber wär das blöd, dann verzichte ich lieber auf entsprechende Stufen :'(

Gruß
Tobi
Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: Mineralroli am 08 Sep 12, 20:52
Hallo Philip
Zitat
viele blaue Fluorite verblassen im Licht. Das gilt für die Blanchard Mine-Fluorite sowie die Halsbrücke-Fluorite z.B. Auch rosa Fluorite können verblassen. Um möglichst lange Freude daran zu haben, empfiehlt es sich, sie im Dunkeln aufzubewahren
Meiner Meinung nach bezieht es sich hauptsächlich auf direkter Sonneneinstrahlung. Bei nur Kunstlicht dürfte dieser Effekt nicht in Erscheinung treten da hierfür die Stahlung und die Intensität eine andere ist.
Beste Grüße
Roland
Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: Tobi am 09 Sep 12, 09:19
Bei der Aufbewahrung meiner Sammlung trifft aber leider nicht der ideale Zustand zu, dass NUR Kunstlich da ist. Die Vitrinen sind wie erwähnt im Flur, der keine Fenster hat, es gibt also zu keiner Zeit direktes Sonnenlicht auf die Stufen. Es gibt allerdings Übergänge zu den anderen Räumen, die teilweise recht hell sind. Kurzum, es sind Fenster mind. 4 Meter von den Vitrinen entfernt und durch Wände, Möbel etc. so abgeschirmt, dass der Flur eher "dämmrig" ist, wenn nicht das Kunstlich eingeschaltet ist. Muss ich dann auch damit rechnen, in paar Jahren einen weißen Topas aus Utah und einen weißen Fluorit aus der Blanchard Mine zu haben? :-\
Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: Alcest am 09 Sep 12, 09:45
Ich habe selbst mal einen komplett farblosen Topas von der Thomas Range bekommen.

Als ich das einem Mineralogiedozenten gegenüber angesprochen habe, meinte dieser, dass das Ausbleichen typisch für diese Stücke und eine sonnenfreie Lagerung empfehlenswert sei.

Wenn die Stufe nicht gerade dreistellig war, würde ich die Flurlagerung riskieren.

Du kannst ja auch den Vorbesitzer fragen, wie die Stufe vorher gelagert wurde.
Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: Stänlsucher am 09 Sep 12, 10:08
Glück Auf,
mich würde nun mal interessieren,geht die Farbe nur bei Sonneneinstrahlung verloren oder auch über einen längeren Zeitraum bei Kunstlicht  ???Was für "Strahlung" im Sonnenlicht verursacht den Farbverlust?Man müsste die Ursache finden und könnte ja mit "Filter"? genau diese "Strahlung" abhalten!??
Sind einfach so meine Gedanken dazu!Denke ich muss mich damit mal näher beschäftigen ::),ist ein interessantes Thema!

Glück Auf
Lutz
Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: Philip Blümner am 09 Sep 12, 12:57
Hallo Mineralroli,
das habe ich jetzt nicht bedacht. Das ist sicher korrekt.

Ich selber sammle ja keine Fluorite. Die Blanchard-Fluorite von Christian (Chris18) lagern im Dunkeln, nachdem uns Jürgen Tron berichtet hat, dass Blanchard-Fluoritspaltoktaeder binnen weniger Tage deutlich verblasst waren.
In der Wohnung werden die Vitrinen nicht von direkter Sonneneinstrahlung beleuchtet, aber es ist halt, ja, tageslichthell.
Die rosa Fluorite aus Boldut, Rumänien sind in der Vitrine in zwei Jahren fast farblos geworden.

Gruß Philip
Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: Tobi am 09 Sep 12, 16:12
... nachdem uns Jürgen Tron berichtet hat, dass Blanchard-Fluoritspaltoktaeder binnen weniger Tage deutlich verblasst waren.
Gut, das ist auch nach ein paar Wochen bei meiner Blanchard-Stufe kein bisschen der Fall. Kann es denn sein, dass die unterschiedlich empfindlich sind, was das angeht? Recht bange registriere ich, dass hier keine wirklichen Gegenbeispiele zum Ausbleichen kommen :-[
Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: Mineralroli am 09 Sep 12, 16:46
Hallo
Bei den Fluoriten von denen hier die Rede ist und die in sehr kurzer Zeit ihre Farbe verlieren, bzw. deutlich verblassen, würde ich sagen das es weniger die Sonneneinstrahlung ist. Ich denke das der trockene Raum und der damit verbundene Feuchtigkeitsverlußt auch sein Beitrag dazu leistet. Die Sonneneinstrahlung trocknet auch in den ersten Wochen. Es wäre der selbe Effekt.
Beste Grüße
Roland
Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: Emil Box am 10 Sep 12, 00:02
Doelter (1931) schreibt das UV-Licht Fluorit schneller entfärbt als Tageslicht. Röntgenstrahlen (Radiumchlorid) verstärken die Farbe, auch bei Topas.

Gruß
Milo
Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: Collector am 10 Sep 12, 01:32
Hallo

ich glaube, man kann das nicht so verallgemeinern.  Es gibt farbige Fluorite, welche schon in wenigen Jahren verblassen, bzw. ihre Farbe komplett verlieren und es gibt Fluorite, die auch nach mehr als 100 Jahren Lagerung in einer hellen Vitrine (Kunstlicht) nach wie vor bergfrisch ihre Farbe behalten.

Ich hatte in meiner Sammlung wunderschöne himmelblaue Fluorite von Montroc und Le Burc in Frankreich, gefördert um 1970, welche bis heute keinen Farbverlust aufweisen. Ganz extrem auch grünlichblaue Fluorite von Peyrebrune, ebenfalls Frankreich, geborgen um 1880, die wie frisch geboren aussehen.
Ein Freund von mir hat eine Spezialsammlung südfranzösischer Fluorite, so an die 2.000 Stufen, die meisten sind blau; alle stammen aus dem aktiven Bergbau von 1960-2000. Nicht ein einziger Kristall ist blasser als bei seiner Bergung. Und alle liegen in Vitrinen bei ganz normalem Tageslicht.

Im Gegensatz dazu grüne Fluorite aus Hunan in China, die schon 2 Jahre nach Bergung verblassten und nach ca. 5 Jahren farblos wurden. Besonders schlimm empfand ich einen totalen Farbverlust eines bei Bergung tief echt rosaroten (also keine violette Variante) 4 cm großen Dodekaeders (auf Matrix) aus Pakistan; dem man beim verlieren seiner Farbe innerhalb von 3-4 Jahren zusehen konnte.

Überhaupt keine farbliche Veränderung, auch nach jahrelanger Zurschaustellung in Vitrinen, haben violette Fluorita aus Berbes, blaue Fluorite aus La Collada, gelbe Fluorite aus Aouli, grüne aus El Hammam und nicht ein einziger aus der Schweiz, England, Illinois, Tennessee, Mexiko und Peru.

Mein Verdacht geht in eine andere Richtung:  Tatsache ist, dass chinesische Fluorite röntgenbestrahlt werden, um farbintensiver zu werden.  Ausschließen möchte ich nicht, dass dieses Verfahren der Farbverstärkung auch bei Blanchard- und bei gewissen pakistanischen Rosafluoriten praktiziert wird ??

Frage an die Fachleute: Kann es sein, dass dieser röntgenstrahl-farbverstärkende Effekt nur kurzfristig ist und nur kurze Zeit anhält ?  Die bestrahlten Kristalle waren ja ehemals so gut wie farblos oder sehr blassblau. (ich hatte mal in Ste Marie ein Lot super-wasser-hellblauer Blanchard-Fluorite in der Hand, daneben kistenweise Blanchard-Fluorite von der tiefsten tintenblauen Farbe. Ich schätze mal, dass die wasserhellen original waren und die tiefblauen bestrahlt. Wer weiß ??).

Vielleicht hilft es, dass, sollte man Farbverluste bei seinen Fluoriten feststellen, man einen Zahnarzt oder einen Röntgenfacharzt zum Freund hat - ein paar Minuten bestrahlt, und schon wirds wieder schön blau oder dunkelgrün Oder ? ???gruß
collector



Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: cereus am 10 Sep 12, 06:25
Ich denke dass die Idee mit den medizinischen Röntgengeräten zwar naheliegend
aber nicht zielführend ist. Beim Bestrahlen von Mineralien mit Röntgen- oder Gammastrahlen
sind ganz andere Energien im Spiel, man will ja innerhalb kurzer Zeit den maximalen Effekt erreichen
(siehe die bestrahlten Quarze vom Mt. Ida, aus Russland oder aus Rumänien).
Ausser man hat viel(!) Zeit, dann gehts natürlich auch mit ärztlichen Röntgengeräten.

Meine 'Blanchards' zeigen noch kein Ausbleichen, Mineralien hinter Glas bekommen fast keine
UV-Strahlung ab. Hingegen war ein brasilianischer Amethyst nach 4 Jahren in praller Sonne
fast gänzlich entfärbt. Gangstücke von dunkelviolettem derben Fluorit aus Laussa liegen bei mir
seit gut 1 Jahr in praller Sonne im Steingarten und zeigen noch keine Farbveränderung.

Grüße
Hannes

Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: Tobi am 10 Sep 12, 06:39
Meine 'Blanchards' zeigen noch kein Ausbleichen, Mineralien hinter Glas bekommen fast keine UV-Strahlung ab. Hingegen war ein brasilianischer Amethyst nach 4 Jahren in praller Sonne fast gänzlich entfärbt.
Das macht mir ein bisschen Hoffnung: Meine Vitrinen haben sehr dicke Glasscheiben, die auch noch eine geringfügige Tönung aufweisen. Wird damit also so viel Strahlung gefiltert, dass wirklich so gut wie nix passieren kann? Wie gesagt, es geht um indirektes Tageslicht und nicht um direkte Sonneneinstrahlung ...

Gruß
Tobi
Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: Krizu am 10 Sep 12, 07:02
Tja,

Glas und UV... Das Sonnenlicht geht zwar auf der Erde bis zu 305nm ins UV, aber der Hauptteil liegt bei >320nm. Normales Soda-Glas lässt bis 330nm UV durch. Die Tönung durch FeII und Mn und ist sehr gering in der Absorption, und da grün druchgelasse nwird, wird rot absorbiert...

Mfg

Frank
Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: cereus am 10 Sep 12, 07:04
Also ich persönlich kenne niemanden, der seine Vitrinen im direkten Sonnenlicht stehen hat.
Normales Glas filtert den Großteil des UV-Anteils (je nach Glassorte über 90 Prozent),
bedenkt man dass die Vitrinen nicht im Freien stehen, so hat man schon 2 Filterschichten
aus Glas, also keine Panik.
Man kann ja den 'Sonnenbrand-Test' machen:
Wird Sonnenlicht an einer weissen Wand reflektiert, dann dauerts schon sehr lang bis
zur Hautrötung. Sitzt man hinter einer Glasscheibe, dann muss man schon einen
'irischen' Hauttyp besitzen, um was zu merken.

Nicht ganz von der Hand zu weisen sind natürlich die schon angesprochenen
'Feuchtigkeitseffekte', denn warm wirds bei Sonneneinstrahlung (und auch bei Glühbirnen) schon.

Hannes
Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: Krizu am 10 Sep 12, 07:08
Hallo,

die Reflektion an der weissen Wand hat kein UV. Weisse Farben enthalten in der Regel Titandioxid als Rutil. Das absorbiert ab 405nm.
Welches Glas absorbiert 90% UV-A?

MfG

Frank
Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: cereus am 10 Sep 12, 20:48
Du hast recht Frank,
man müsste zw. UV-A, -B und -C unterscheiden.

Bei den angesprochenen 90 Prozent handelt es sich um UV-B
(normales Fensterglas, unbeschichtet, meist 2-schichtig in Isolierglasscheiben).
UV-B ist energiereicher als UV-A und meiner Ansicht nach gefährlicher
für die Farbstabilität (UV-C kann man vernachlässigen, der Anteil nach Durchgang
durch die Atmosphäre inkl. Ozonschicht ist sehr gering).

Aber nachdem die meisten Vitrinen zusätzlich verglast und nicht dem direkten
Sonnenlicht ausgesetzt sind braucht man glaube ich keine Angst vor dem Einfluss
der restlichen natürlichen Beleuchtung haben.

Gruß
Hannes
Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: rudi_strolz am 11 Sep 12, 16:04
Hallo zusammen,

nur als Ergänzung zum Topas aus Utah: In Moab (nähe Arches Nationalpark) gibt es einen sehr empfehlenswerten Rock-Shop, der auch ausgezeichnete Topas-Stufen anbietet. Je näher diese an der Fensterfront positioniert sind, desto farbloser sind die Kristalle (geworden). Sammler, die auf der Suche nach einer guten Stufe sind, begeben sich daher sofort zu den in der Mitte des Verkaufsraums befindlichen Stücken (etwas gefärbter) oder lassen sich direkt diverse Schubladen öffnen (gut gefärbt).

Herzliche Grüße
Carsten
Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: Tobi am 11 Sep 12, 17:42
Das macht natürlich als Anbieter vor Ort Sinn, Edelsteine so aufzubewahren, dass sie an Schönheit und Wert verlieren ::)
Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: rudi_strolz am 12 Sep 12, 23:15
Zitat
Das macht natürlich als Anbieter vor Ort Sinn, Edelsteine so aufzubewahren, dass sie an Schönheit und Wert verlieren

Nun ja, die amerikanischen Hobby-Sammler legen meiner Erfahrung nach nicht so viel Wert auf die Färbung der Topase. Deshalb gibt es vor Ort auch unzählige Sammler, die ausschließlich die herumliegenden oder oberflächlich anstehenden, farblosen Kristalle sammeln. Die kämen nie auf die Idee, den Hammer zu schwingen, um an die gefärbten Kristalle ran zu kommen. Ich habe das auch nie so richtig verstanden und wurde oft komisch angeguckt, weil ich auf den Felsen rumkloppte. Mein größter Klarer ist an einen amerikanischen Sammler gegangen, der mich vor Freude fast geknutscht hätte.

Herzliche Grüße
Carsten
Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: Alcest am 17 Sep 12, 22:09
Für 1,50€ (...) habe ich mir für den Selbstversuch ein Thomas Range Topas-Stüfchen besorgt.

Ich stelle das oben in die Vitrine: Dauer-LED-Beschuss und Tageslicht sind garantiert.

Ich behaupte: Es wird nicht viel passieren. In 20 Jahren melde ich mich wieder.
Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: Tobi am 18 Sep 12, 17:32
Alles klar. Wenn die Welt dann noch existiert und es das Internet noch gibt, dann bin ich drauf gespannt ;)

Öhm, 1,50? Diese Topase sind jetzt sicher nicht die begehrtesten Edelsteine der Welt, aber der Preis ist echt mal krass ;D
Titel: Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
Beitrag von: Alcest am 18 Sep 12, 18:20
Ich sage nur Eines: Morgens halb zehn in Deutschland. Da treiben sich nur Studenten im Internet herum  ;D

Die Kristalle sind ca. 12 mm lang, übrigens.