Mineralienatlas - Fossilienatlas
Lexikon / Encyclopedia / Encíclopedia => Bilderdiskussionen / Image discussions => Erledigte Diskussionen - Bilder => Thema gestartet von: Lexikon am 07 Sep 12, 15:06
-
Bilder Diskussion - Image Discussion
(Für mehr Informationen klicke auf das Bild / click on the picture to get more information)
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1186664445.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1186664445.jpg)
-
Hallo,
der Perowskit ist in der HT-Phase kubisch, bei diesem Kristall erkenne ich nicht die kubische Symmetrie. Auch scheinen die Oktaederflächen zu den\"Würfelflächen\" falsch zu stehen. Kann da ein Fehler vorliegen?
MfG
Frank
-
Hallo Frank,
ich dachte auch erst an etwas Tetragonales (Zirkon), bis ich ein weiteres Foto auf Mindat gesehen habe.
http://www.mindat.org/photo-94550.html
Perowskit neigt dazu Wisker zu bilden, was diesen verzerrten Habitus, bei dem nur zwei gegenüberliegende Würfelfächen fehlen, erklären. Die Tracht besteht aus Würfel und Rhombendodekaeder.
Grüße Josef
-
Ja, kann sein.
Die Bildbeschreibung bei Mindat ist aber auch nicht korrekt. Der orthorhombische "Charakter" ist nur in der Tieftemperaturphase. in der HT-Phase ist der Perwoskit heagonal (überlebt den Phasneübergang nicht) oder kubisch und wird tetragonal und dann orthorhombisch.
Also das Mindat-Bild mit der Beschreibung ist somit "mit Vorsicht zu geniessen". Die geringere Symmetrie ist nur eine kleine Verzerrung des Ti-Atoms im Sauerstoffoktaeder.
Die Verzerrung kann sein, dann wundert es mich aber dass die {100} eine saubere 4-zähliche Symmetrie hat...
Mfg
Frank
-
Hallo Frank,
soweit ich weiß zeigen Perowskite morphologisch eine kubische Symmetrie, durch eine polysynthetische lamellare Verzwillingung (steht jedenfalls so im Klockmann). Die orthorhombische Zelle musste auch anders aufgestellt sein. Die Würfelflächen meiner Zeichnung, wären dann keine Pinakoide, sondern ein orthorhombisches Prisma.
Ob es sich bei den Perowskiten tatsächlich um unverzwillingte Kristalle mit orthorhombischer Tracht handelt, oder es pseudokubische Zwillinge einer Verzerrung die zwei Würfelflächen verschwinden ließ, kann ich nicht sagen, beides wäre möglich.
Wurde so ein Kristall schon einmal unter ein Polarisationsmikroskop gelegt?
Ich kenne auch die Bildungstemperatur und das Phasendiagramm von CaTiO3 nicht.
Grüße Josef
-
Hallo,
die Morphologie bleibt beim Phasenübergang erhalten, es ist genau wie du sagst dann eine polysynthetische Verzwillingung. Auf den Oberflächen sieht man manchmal kleine Stufen.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1219952832.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1219952832.jpg)
Wenn ich mir diesen Dendriten so anschaue,
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1272357393.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1272357393.jpg)
könnte es wirklich eine merkwürdige Tracht sein - oder doch ein tetragonales Material. Vermutlich werde nwir das anhand des Bildes nicht klären können.
Mfg
Frank
-
Hallo Frank,
Von der Morphologie spricht nichts gegen Perowskit und ich zweifle die Bestimmung von Willi Schüller, der sich sicher viel besser mit Eifelmineralien auskennt als ich, nicht an.
Ich denke damit ist die Ausgansfrage beantwortet. Kein Fehler - Perowskit!
Grüße Josef