Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Stefan am 17 Nov 03, 23:41
-
Hallo,
ich habe eine kleine Stufe mit U-Mineralien aus Menzenschwand im Südschwarzwald ersteigert und sitze gerade über den Bildern und der Bestimmung. Auf der Stufe soll Zitat:
neben überwiegend krustenartigen (und auch
einigen tafelförmigen) Heinrichit und Uranocircit habe
ich auch noch sehr kleine z.T. nadelförmige Uranophan-Kristalle gefunden.
Die Krustenförmigen Heinrichite und Uranocircit sind für mich soweit klar. Ich denke auch die nadelförmigen Uranophan Kristalle entdeckt zu haben. Aber was könnten folgende Aufnahmen sein?
Mineral 1: glasglanz, wasserklar, gelblich
[gelöscht durch Administrator]
-
und wen haben wir hier?
Mineral 2: grünliche kubische Kristalle
[gelöscht durch Administrator]
-
Mineral 3:
ähnlich Mineral 1 aber völlig transparent mit Nadeln von Uranophan?
[gelöscht durch Administrator]
-
Mineral 4: hier haben wir das volle Programm denke ich
Uranocircit (grünlich)? Heinrichit (gelb auf selber Ebene)? Uranophan (als tafelige Nadeln)? und orange ??? und rotbraun ???
[gelöscht durch Administrator]
-
Servus Stefan,
Bild 1 zeigt sicher einen Baryt-Kristall.
Bild 2 ist mir etwas rätselhaft. Könnte ein dicktafeliger Torbernit ebenso sein wie ein Pharmakosiderit, falls es den dort gibt. Bild 3 ist wieder Baryt, Bild 4 Fragezeichen.
Servus + Glück auf
Wolfi
-
Hallo,
ist auf Bild 2 nicht einfach der (im Zitat erwähnte) tafelige Uranocircit?
Wenn Du auf Bild4 mit "orange" das tafelige Mineral meinst, handelt es sich denke ich sicher auch um Baryt, nur überkrustet mit U-Min. und Limonit (=orange) oä.
Die rotbraunen Würfel vielleicht unfrischer Pharmakosiderit oder Pyrit.... ???
???
Aber echt schönes Stück!! :D
Gruß, Erik
-
Hallo Erik hallo Wolfi,
Bild 1 und 3 Baryt - das kann gut sein. Es ist nur seltsam anzusehen, dass völlig transparenter rein gelber und rein weißer Baryt neben einander auf dem Stüfchen residieren. Leider nicht so einfach zu fotografieren bei bis zu 50 facher Vergrößerung.
Was mich an der Uranocircit These für die länglichen tafeligen gelben Kristalle (Bild 2 und Bild 4 unten rechts) stört ist die völlig fehlende (oder max. nicht wahr zu nehmende) UV Aktivität. Uranocircit ist sonst sehr gut unter UV zu erkennen.
In Bild 4 meine ich keinen Baryt mehr zu sehen, da alles extrem glimmerartig aufgebaut ist.
Ich habe nochmal unter UV nachgesehen. Das grünliche in Bild 4 ist ziemlich sicher Uranocircit (oder evtl. Torbernit), es ist auch das einzige Mineral auf der Stufe mit UV Aktivität und kommt ähnlich zusammen mit Heinrichit auf dem Stüfchen vor.
Was die grünen kubischen Kristalle angeht bin ich noch im unklaren. Torbernit hatte ich auch schon überlegt, mir fehlt aber wiederum das Glimmerartige daran. Interessant ist auch, dass die braunen Kristalle in Bild 4 nahezu identisch aussehen wie die grünen im folgenden Bild.
Hier nochmal ein Bild von Kristallen (denke es handelt sich um selbes grünes Mineral wie in Bild 2) auf der selben Stufe.
Ich denke euch sehr für Eure Unterstützung.
[gelöscht durch Administrator]
-
Servus Stefan,
nun ist es sicher: Das grüne auf dem letzten Bild ist Torbernit. Der muss nicht unbedingt glimmerartig aussehen, der kristallisiert zwischendurch gerne als smaragdgrüne Doppelpyramiden mit abgestumpfter Spitze, so wie auf dem letzten Foto sehr schön zu sehen ist. Übrigens: Torbernit fluoresziert nicht!
Servus + Glück auf
Wolfi
-
Nachtrag:
In den Bildern meiner Sammlung (vfmg-weiden.de, du weisst schon) ist auch ein Foto eines Torbernits von der alten Urangrube am Rudolfstein im Fichtelgebirge. Da siehst du auch die "abgeschnittene" Doppelpyramide.
-
...das mit den Doppelpyramiden wollte ich auch grad´ schreiben ;D
Gruß Erik
-
Servus Erik,
ätsch, ich war schneller!!!
-
Falls die grünen Kristalle UV-aktiv sind ist es wohl kaum ein Cu-haltiger Uranglimmer (Torbernit oder Zeunerit), da Cu meines Wissens die UV-Aktivität unterdrückt. Ich denke da eher an Autunit, der ebenfalls grün vorkommt.
Betreffs der gelben Nadeln sollte mal die Schwermetallparagenese und die Matrix (carbonatisch, barytisch) beurteilt werden. Oft holen sich die Uranphosphate bzw. -arsenate das Anion aus der Umgebung.
Bei den offensichtlichen Baryt-Kristallen ist Uranocircit möglicherweise mit im Spiel. Uranocircit ist jedoch stark UV-aktiv und das ist schon bei Tageslicht gut zu erkennen. Von der Farbe her ist Uraocircit zwar gelb aber mit deutlich zeisiggrünen Stich. Allerdings ist die Farbe bei Uranmineralen kein sicherer Bestimmungsfaktor.
Schwieriger Fall, aber sehr schöne und interessante Paragenese. Falls Du die Stufe selbst gefunden hast mein Glückwunsch.
Glück Auf
Uwe
-
Hello again ...
danke für die großartige Unterstützung. Torbernit als abgeschnittene Pyramide war mir neu :o. Dein Bild auf http://vfmg-weiden.de/wob/index.htm (http://vfmg-weiden.de/wob/index.htm) ist übrigens gut gelungen Wolfgang.
Torbernit ist meines Wissens schon UV aktiv ich muss mal sehen ob ich bereits ein Foto geknipst habe sonst muss ich mich mal daran probieren. Autunit ist jedenfalls wesentlich UV aktiver.
Laut Webmineral leuchtet Torbernit in kurzwelligem und langwelligem UV Licht gelb. http://www.webmineral.com/data/Torbernite.shtml (http://www.webmineral.com/data/Torbernite.shtml)
Bei dem grünen Mineral in Bild 4 bin ich mir ziemlich sicher, dass es sich um Uranocircit handelt, was eng verwachsen auf der Stufe mit Heinrichit vorkommt. Leider nicht so schön ausgebildet.
Bei den länglichen, radialstrahlig angeordneten Plättchen bin ich mir noch nicht sicher, ob es Uranophan sein kann, ich hatte bisher nur sehr nadelige Aggregate. Aber ich habe irgendwo schon mal so ein Bild gesehen, weiss aber nicht mehr wo und was :)
Leider habe ich die "Stufe" nicht selber gefunden sondern ersteigert. Ich kaufe hier und da Mineralien um interessante Bilder zu machen.
Gruß Stefan :D
-
Servus Stefan,
ich geb das Lob gerne an den Webmaster und Fotografen der HP weiter. Der war hierfür zuständig und hat das denke ich hervorragend gemacht. Nachdem er auch zwischendurch das Forum besucht, mach ich es gleich hier (gell, Berthold!!!). Ich teile übrigens deine Meinung bezüglich der linealartigen Kristalle. Da hab ich auch etwas Bauchweh bei der Ansprache als Uranophan. Ich kenn ihn auch nur nadelig. Aber ein besserer Tipp fällt mir nicht ein. Torbernit übrigens leuchtet unter UV nicht. So zumindest wird es in jeder Literatur beschrieben. Allerdings habe ich daheim einen smaragdgrünen Uranglimmer von Wölsendorf, den ich für Torbernit gehalten hätte, der aber unter UV leuchtet. Die einzige Erklärung hierfür, die ich mir darauf machen kann, ist ein Mischkristall von Torbernit und Autunit/Uranocircit. Vielleicht solte ich es doch mal untersuchen lassen.
Servus + Glück auf
Wolfi
-
Hallo,
den "nicht-nadeligen" Uranophan betreffend: schaut mal hier die Bilder an http://www.mineralogie.ch (http://www.mineralogie.ch), vor allem auf der dritten Bilderseite sind solche mehr lattenförmige als nadelige XX abgebildet
Servus, Erik
-
...aber auch auf der ersten Seite, von der "Clara", sehe ich gerade...
Gruß, Erik
-
...das Grüne könnte auch Zeunerit sein?
Der Conny
-
Hallo Freunde,
jetzt bin ich begeistert. Das mit dem Uranophan ist dann ja auch geklärt auch wenn mich die Kristallform etwas wundert. Das Selbe gilt für den Torbernit, der theoretisch auch Zeunerit sein könnte. Abschließend wird man das nicht klären können.
Jetzt ist bis auf Bild 4, und das wird sich sicher nicht vollständig klären lassen alles zugeordnet. ;D Ich bin begeistert.
Vielen Dank an alle die mit recherchiert haben.
Gruß Stefan
-
..sorry..habs einfach zu spät bemerkt.. :-[ ;D
-
und... das wird dann meta-torbernit sein denke ich
die grune xx sehen schon nicht mehr glasklar aus ;-)
ich war am menzenschwand vor ein Jahr, und da war nichts mehr zu finden
wie hast du das material bekommen?
-
Peter, macht doch nichts :D
Das Material habe ich ersteigert, war dann wohl ein älteres Stück. Ist ein Stüfchen mit ungefähr 5 * 4 * 3 cm. Über das Funddatum weiß ich leider nichts.
Metatorbernit dürfte am ehesten hin kommen. Danke Frank.
Nochmals vielen Dank an alle und Gruß
Stefan
-
Hallo Stefan,
alles klar.. ;)..was 'sagt' eigentlich Dein Geigerzähler zum Metatorbenit und zu den anderen Uranmineralien? (m/R)..
..bei kleinen xx sicher nur geringerer Ausschlag (?).. ;D
Gruß Peter
-
Ein ganzes Orchester ist es noch nicht, aber er geigt.
Recht heftig singt mein Liebigit, der noch in 2 Meter Entfernung gut messbar ist.
Die anderen Minerale sind nach ca 50 cm Entfernung kaum noch wahrnehmbar. Die unmittelbare Nähe (Radius 10 cm) evtl. noch ohne Abdeckung (Döschen) sollte wirklich kurz gehalten werden.
Aber die hier abgebildeten Proben sind eher schwach radioaktiv. Da habe ich in meiner Sammlung (einen Teil habe ich mal fremd dazu bekommen) ein paar recht ordentliche, unvermutete Stücke mit deutlich höherer Radioaktivität gefunden. So mancher Geiger wurde erst durch das Messgerät und UV entlarvt.
Gruß Stefan :D
-
Hallo Stefan,
das klingt ja recht nett.. :o :D..
..am stärksten strahlte bei mir immer mein Meta-Autunit (cm-Tafeln) aus Tschechien..im Keller.. :o ;D..
Gruß Peter