Mineralienatlas - Fossilienatlas
Mineralien / Minerals / Minerales => Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals => Thema gestartet von: Josef 84,55 am 22 Sep 12, 20:31
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Hallo,
nach den Wunsch nach einen neuen Thread für dieses interessante Thema unter Mineralienbilder:
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/msg,236202
ist hier der erste Beitrag:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1348336467.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1348336467.jpg)
Bariopharmakosiderit in ähnlicher Ausbildung wie Nadelpyrit oder Chalkotrichit. Eigenfund 1998 auf der Werkshalde. Die Bestimmung ist nur visuell, es sind aber am selben Stück Übergänge von einfachen Würfeln über leicht verzerrte orthorhombisch aussehende Kombinationen aus Würfel und Tetraeder, bis zu dünnen Nadeln.
Grüße Josef
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Hallo Josef,
ein sehr interessantes Stück.Das müsste dann eine Art Skelettwachstum sein.
Gruß Norbert
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Dieses Stück ist für mich immer wieder interessant.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1204468058.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1204468058.jpg)
beste Grüße
Roland
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Josef und Roland,
vielen Dank, dass ihr mit solch beeindruckenden Beispielen dieses neue Thema gestartet habt - in beiden Fällen tolle Fotos von sehr interessanten Stücken!
Gruß
Tobi
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Hallo,
bei dem bereits unter "Mineralienbilder" gezeigten Pyritbild würde mich interessieren, wie so etwas wächst.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1347632477.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1347632477.jpg)
Gruß,
Andreas
P.S:
Hoffentlich kommen hier auch Erkärungen zusammen und nicht nur Bilder ;)
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Hallo
Hoffentlich kommen hier auch Erkärungen zusammen und nicht nur Bilder
na klar, Andreas - ich versuch mich mal.
Meiner Meinung nach ist das eine Wachstumsorientierung entlang einem nadligen Mineral.
Das könnte Rutil, Allanit (rel. häufig in der Oberpfalz), Goethit oder auch ein anderes Mineral sein.
Ich kenne sowas von Oßling, dort waren die Pyritwürfel wie Schaschlik aufgespießt, daher vermute ich hier ähnliches.
Beste Grüße
Roland
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Hallo,
Das könnte Rutil, Allanit (rel. häufig in der Oberpfalz), Goethit oder auch ein anderes Mineral sein.
nein, ganz einfach Nadelpyrit - einfach die anderen Bilder ansehen. Das ist eine Homoepitaxie.
Gruß
Berthold
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Hallo,
Das könnte Rutil, Allanit (rel. häufig in der Oberpfalz), Goethit oder auch ein anderes Mineral sein.
nein, ganz einfach Nadelpyrit - einfach die anderen Bilder ansehen. Das ist eine Homoepitaxie.
Gruß
Berthold
Egal was es ist, es sieht einfach nur geil aus! :o
Aber dieser Thread ist ja auch dazu da zu erklären wie so etwas
wächst, also immer her mit den Erklärungen. ;)
GA
Dirk
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Hallo
nein, ganz einfach Nadelpyrit - einfach die anderen Bilder ansehen. Das ist eine Homoepitaxie.
na so schnell würde ich mich nicht festlegen, evtl vermuten, denn was man nicht auf Anhieb sieht kann trotzdem da sein.
Wenn ich mir die Basis ansehe könnte schon ein stengliges bzw. nadliges Mineral der Ausangspunkt sein.
Ich sehe verwachsene Pyritoktaeder mit einer Wachstumsorientierung, wo nach auch immer.
sieht einfach nur geil aus
in der Tat
Gruß Roland
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Hallo,
na so schnell würde ich mich nicht festlegen, evtl vermuten, denn was man nicht auf Anhieb sieht kann trotzdem da sein.
Wenn ich mir die Basis ansehe könnte schon ein stengliges bzw. nadliges Mineral der Ausangspunkt sein.
Ich sehe verwachsene Pyritoktaeder mit einer Wachstumsorientierung, wo nach auch immer.
doch, da lege ich mich schon fest :). Erstens muss es ein (nadeliges) Mineral sein, auf dem Pyrit epitaktisch aufwachsen kann. Als einziges Mineral von diesem Fundort kommt nur Nadelpyrit in Betracht. Und zweitens: Wenn man andere Fotos von dort ansieht
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1347633204.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1347633204.jpg)
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1346059617.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1346059617.jpg)
dürfte sich weitere Diskussion erübrigen. Zudem ist Homoepitaxie von Pyrit auf Pyrit durchaus nicht so selten ( siehe z.B. auch http://www.berthold-weber.de/mugel.htm )
Gruß
Berthold
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dürfte sich weitere Diskussion erübrigen
alles klar, ich halte mich raus und freu dich das Du Recht hast
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weitere schöne Beispiele, zwar nicht die beste Bildqualität, aber gut
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1212053344.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1212053344.jpg)
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1212053419.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1212053419.jpg)
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1212258244.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1212258244.jpg)
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1212258178.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1212258178.jpg)
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Hallo,
schöne Beispiele, aber ein wesentlicher Unterschied: Die aufsitzenden Kristalle sind hier nicht orientiert aufgewachsen.
Gruß
Berthold
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Die aufsitzenden Kristalle sind hier nicht orientiert aufgewachsen.
davon war auch keine Rede.
Und noch ein weiteres Bild aus meiner eigenen Produktion - Eigenfund
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1206381301.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1206381301.jpg)
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Hallo Roland,
wie Berthold schon richtig bemerkte, es handelt sich ausschließlich um Pyrit. Warum nun der Pyrit in diesem Fall nadelig gewachsen ist läst sich durch einen durch Strukturfehler bedingten Prozess erklären. Ein Liniendefekt wirkte sich auf einer Fläche stark wachstums-beschleunigend aus. Diese Defekte, auch Versetzungen, engl. Dislocation, genannt, haben die Eigenschaft auf der Fläche immer freie Gitterplätze zu bieten. Die Arbeit, die das System aufwenden muss, um neue Gitterebenen zu bilden, wird dadurch stark vermindert. Zusätzlich könnte eine nicht kristalline Schicht das Wachstum der langsam wachsenden Flächen behindern, was die Verzerrung noch deutlicher machen würde.
Bei dem von Andreas eingefügten Beispiel, gab es in einer zweiten Kristallisationsphase einen Habituswechsel von Nadelpyrit mit Würfelflächen zu Oktaedern, die leicht skelettartig ausgebildet sind. Also eine Parallelverwachsung, neudeutsch Homoepitaxie.
Bei dem ersten Bild das Berthold eingefügt hat, sieht man, dass sich die zweite Generation an den energetisch günstigsten Plätzen gebildet hat, an den Innenecken.
Ein sehr guter Artikel, der deutlich mach, wie komplex sich diese Liniendefekte ausbilden, ist im American Mineralogist:
http://www.minsocam.org/msa/collectors_corner/arc/cuprite.htm
(selber Link wie in Mineralienbilder)
Zu Deinen hübschen Milleriten mit Bravoit, diese sind bis auf die Drehung im letzten Bild nicht ungewöhnlich verzerrt.
Grüße Josef
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Hallo,
ein weiteres Phenomen das mich schon seit längeren beschäftigt. Bixbyit auf Topas.
Ich habe mich sehr gefreut, als ich ein Foto von einem weiterem Exemplar von Manfred Früchtl in der Bilderverwaltung entdeckte.
Epitaxie? - ich weis es nicht. Möglicherweise eine orientierte Aufwachsung auf einem Flächendefekt oder Spaltriss.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1348516986.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1348516986.jpg)
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1348517490.png) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1348517490.png)
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1346788972.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1346788972.jpg)
Grüße Josef
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Hallo Josef,
danke für die Erklärung des Pyrit-Türmchens. Ist für mich so verständlich und auch nachvollziehbar.
Die von Dir zuletzt gezeigten Bilder sind mir neu. So eine Verwachsung habe ich bisher von nie gesehen. auf jeden Fall hochinteressant!
Eine Exemplar mit Aufwachsung auf einem Spaltriss habe ich vor einigen Jahren in meine Sammlung bekommen (Schörl mit aufgewachsenem Aquamarin am Spaltriss).
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1261774138.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1261774138.jpg)
Grüße,
Andreas
P.S:
könntest Du bitte die Bilder noch zuordnen? ;)
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Hallo Josef
Ich finde dein Beispiel auch hoch interessant und wenn wir schon beim Turmalin sind setze ich noch was drauf.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1204218987.jpg)[
beste Grüße
Roland (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1204218987.jpg)
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Josef - grandioses Bild von der Bixbyit-Perlenkette um den Topas 8)
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Hallo,
um noch einmal auf die Homoepitaxie vom Anfang zu kommen: Worin besteht denn da der Unterschied zum Dendritenwachstum, also wenn ich das ganze z.b. mit den typischen Silber-"Farnen" oder mit manchen Kupferbäumchen vergleiche, sieht das ganze ja sehr ähnlich aus. Was sind da die Ursachen im Vergleich?
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1326140918.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1326140918.jpg)
Gruß Daniel
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Hallo Daniel,
der Unterschied ist, dass bei der Homoepitaxie eine zweite Generation aufgewachsen ist, aber nicht ganzflächig, sondern nur vereinzelt. Eine Schicht auf der ersten Generation hat ein kontinuierliches weiterwachsen verhindert und die zweite Generation musste, ähnlich wie bei der typischen Epitaxie, in dieser Schicht neue Keime bilden (heterogene Keimbildung).
Ansonsten sind beide Aggregate durch Strukturstörungen verzerrt (Wisker). Bei Kupfer, Silber, Gold usw. sind meistens Zwillingsgrenzen nach dem Spinelgesetz im Spiel, welche die verzerrenden Strukturstörungen erzeugen können.
Grüße Josef
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Hallo,
Entscheidend bei der Epitaxie ist der gleiche oder ähnliche Gitterparameter. Das müsste man jetzt bei Topas und Bixyit mal nachschlagen. Das hatte ich mal bei den Mineralen Famatinit (Stiioluzonit) und Chalkopyrit gemacht, da passte es ziemlich genau, in der Tat treten an der Grube Clara orientierte Aufwachsungen von Famatinit auf Chalkopyrit-Kristallen auf. Besetzt sind meist nur die Flächen und Kanten, an denen die Beste Übereinstimmung besteht (wegen der günstigen Energie werden zuerst diese Bereiche besetzt).
Es spielt bei einer Homoepitaxie natürlich immer die Umgeung des Kristalls (Druck, Temperatur, Lösungsgenossen) eine Rolle, aber auch das Vorhandensein von Keimen zw. die nötige Keimbildungsarbeit. Nur unter bestimmten Bedingungen ist eine Keimbildung in der Weise möglich, dass sich neue Kristalle an den "richtigen" Stellen anlagern. Noch günstiger sind natürlich Wachstumsfehler zw. Baufehler des Wirtskristalls, an denen die neu gebildeten Keime energetisch günstige Stellen finden.
Zum Bariopharmakosiderit: Man vergisst leicht, dass das Mineral tetragonal kristallisiert, im Gegensatz zum kubischen Pharmakosiderit. Es handelt sich bei den Kristallen also in Wahrheit stets um tetragonale Prismen mit Basispinakoid, nicht um Würfel. Von daher überrascht es eher, dass es nicht viel mehr solcher langgestreckten Formen gibt. Letztlich wohl die Folge davon, dass der c-Gitterparameter nur wenig von a und b abweicht (pseudokubisch).
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo Smoeller,
danke für den Hinweis, das Bariopharmakosiederit tetragonal ist, das wusste ich nicht.
die Gitterabstände passen zumindest in Richtung der c-Achse des Topaskristalles nicht zusammen:
[110] Bixbyit (diagonal auf der Würfelflähche) 13,31 Angstrom
[001] Topas (c-Achse) 8,39 Angstrom
Laut KLEBER gibt es Epitaxien mit bis zu 15% Abweichung. Ob es in andere Richtungen (Topas-Bixbyit) besser zusammen passt habe ich nicht überprüft, außerdem ist, so wie es aussieht, eine Störung am Topas, bei der die Gitterabstände zumindes punktuell abweichen könnten.
Ich glaube nicht, dass sich die Gesetzmäßigkeiten an diesen Stücken endgültig klären lassen, dennoch sind es eine interessante Bildungen.
Grüße Josef
PS. das Bild mit dem schönen gelben Topas ist von Manfred Früchtl, das mit dem Rotstich ist von mir. Ich muß dringend meinen Monitor kalibrieren. ::)
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Hallo
ich lese mit Staunen was es alles zu diesem Thema zu sagen gibt. Ich finde es hochinteressant, wenngleich ich vieles nur erahnen kann.
Umsomehr freut es mich, dass auch eine Stufe von mir im Thema Verwendung findet. Das Bild habe ich mit einer Digicam von dnt gemacht, manche Mineralien lassen sich gut andere weniger gut abbilden. Das Bild, Bixbyit auf Topas, ist eines meiner besten Bilder die ich damit machen konnte.
Gruß an alle
Manfred Früchtl
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Hallo Josef,
der reine Vergleich der Gitterparameter sagt nicht viel über mögliche Epitaxie aus. Es gilt aus dem makroskopischen Bild heraus festzustellen welche Achsen von Mineral A in welchem Winkel zu den Achsen von Mineral B stehen. Erst dann macht ein Vergleich der entsprechenden Gitterparameter (und ja, 30% Abweichung gehen noch) wirklich Sinn, sagt aber auch noch wenig über mögliche/unmögliche Epitaxie aus. Nächster Schritt ist dann der Vergleich (der Besetzung) der Netzebenen der Kontaktfächen, die müssen ja halbwegs zueinander passen.
Gruß
Berthold
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Hallo,
Klasse thread ! Lese mit großem Interesse mit, da mein kristallografisches Hintergrundwissen hier dünn wird.
Daher eine Verständnisfrage:
So ist für mich beim Rutil und Hämatit eine Epitaxie noch leicht zu erkennen.
Die Anordnung von Bixbyiten auf Topas habe ich dagegen bisher für willkürlich gehalten und sehe keine orientierte Verwachsung.
Dazu hier mal ein web-Foto:
http://www.watzlminerals.com/img/Updates/20100407/MC18-b.jpg
Ich erkenne die Verbindung vom orthorhombischen Topas zum kubischen Bixbyit nicht. Wo ist die Heteroepitaxie?
Auf der oben gezeigten grafischen Darstellung scheint der Bezug erkennbar, aber auf den beiden äußerst faszinierenden Fotos
sehe ich nur eine Homoepitaxie von Bixbyiten entlang einer Störung im Topas.
Habe beim Stöbern noch ein altes Paper entdeckt :
Orientation of bixbyite on topaz ; Pabst, Adolph, 1938 : Am.Mineralogist, v. 23, p. 342-347 (http://www.minsocam.org/ammin/AM23/AM23_342.pdf)
Gruß
Norbert
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Hallo
Ich halte die Bixbyite auf dem Topas für keine Epitaxie, vielmehr scheint hier der (für mich nicht ganz ersichtliche) Bruch in dem Topas als bevorzugte Kristallisationsfläche gedient zu haben, ähnliche wie das Ausfällen von Kristallen aus einer gesättigten Lösung durch Reiben oder andere mechanische Einflüsse. Das ist sicher nicht 1:1 Vergleichbar, aber der Mechanismus dürfte ähnlich sein. Auf jeden Fall erscheinen die einzelnen Bixbyitkristallfächen nicht exakt genug ausgerichtet zu sein, um eine Epitaxie anzuzeigen. Es schaut eher wie bei den Beryllen auf dem Turmalin von Andreas aus, auch wenn die Bixbyite nich ganz so kaotisch erscheinen. Das mag aber auch daran liegen, das die Bixbyite eher isometrisch sind und nicht prismatisch wie der Beryll, so fallen Winkelunterschiede nicht so sehr auf.
Nichts desto trotz sind das interessante Stücke.
@Norbert: Für eine "erfolgreiche" Epitaxie ist es nicht zwingend nötig, das beide Minerale im selben Kristallsystem kristallisieren, sondern das die Gitterparameter in der Epitaxieebene zusammenpassen. Und diese Epitaxieebene weicht nicht selten von den kristallographischen Hauptachsen ab, so das man letztlich recht viele Möglichkeiten für Kombinationen bekommt. Allerdings müssen nicht nur die Gitterparameter passen, sondern auch die Ionen bzw. Atom/Molekülgruppen müssen zueinander passen. Eine Epitaxie wird wohl kaum entstehen, wenn die Gitterparameter zwar passen, an den entsprechenden Gitterpunkten aber jeweils gleichgeladene Ionen sitzen.
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Hallo
@cmd.powell. Vielen Dank für die Erklärung ! Es hatte mich gewundert, daß bei Rutil und Hämatit eine klare Epitaxie erkennbar ist,
zumal dabei trigonal und tetragonal aufeinander treffen. Dadurch wurde mir klar, daß es bei Epitaxien nicht nur auf das Kristallsystem
ankommen kann.
Auf welche Parameter bezieht sich die Fehlerangabe bei Epitaxien in Prozent?
Gruß
Norbert
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Hallo,
wie aus dem genannten AM-Artikel hervorgeht ist Epitaxie von Bixbyit auf Topas möglich und von der Thomas Range bekannt. Das Foto in der Arbeit zeigt schon Ähnlichkeit mit den Fotos hier. Bei dem Foto von Josef scheinen mir bestimmte Kristallflächen jedes Kriställchens im Licht zu reflektieren, was ein starker Hinweis auf Epitaxie ist. Beim zweiten Foto vom Manfred ist es etwas schwerer erkennbar, doch auch da würde ich sagen, ja, das ist eine (Hetero-) Epitaxie.
Warum die Kristalle in einer Linie angeordnet sind wird in dem AM-Artikel nicht geklärt. Ich halte die Vermutung einer Wachstumsstörung (z.B. wie Josef schreibt als Flächendefekt) für plausibel.
Gruß
Berthold
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Hallo,
die Prozentangaben sind die Gitterfehlanpassung. Wenn der Kristall A in Richtung [xyz] einen Gitterabstand von 1nm hat und der Kristall B in seiner [abc] Richtung 1,1nm hat ist die Gitterfehlanpassung 10% ;-)
MfG
Frank
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Hallo,
danke Norbert für den Link zu dem AM-Artikel. Schön das dort solche Artikel dort frei zugänglich sind und man nicht 25€ für einmal anschauen zahlt.
@Berthold, Du hast recht, das vergleichen von den Gitterkonstanten ist noch nicht sehr aussagekräftig aber schon ein guter Anhaltspunkt. Die makroskopische Orientierung der Kristalle zueinander habe ich im Bildtext der Zeichnung hinterlegt, diese ist aber noch nicht richtig. Die Flächen die parallel sind habe ich erkannt, die Vektoren weichen von den Angaben im AM-Artikel ab ([0 -32] parallel [0 -23] Topas). Ich werde heute Abend versuchen das zu zeichnen.
Natürlich müssen die Gitterplätze der entsprechenden Ionen miteinander verglichen werden, was im AM-Artikel auch gemacht wurde. Eine errechnete Abweichung von 3,3% ist eine sehr gute Passung.
Die möglichen großen Abweichungen lassen sich dadurch erklären, das die stabilen Keime bei der heterogenen Keimbildung sehr klein sein können und sie dadurch noch flexibler sind als das komplette Kristallgitter.
Grüße Josef
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Hallo,
bei genauerer Betrachtung sieht man, dass die Bixbyite im Uhrzeigersinn und Gegenuhrzeigersinn verkippt sind. Es lassen sich die meisten Kristalle der Im AM-Artikel beschriebenen Epitaxie zuordnen. Auf der rechten Seite sind einige nicht orientiert und links von der Mitte hat sich ein Kristall nicht entscheiden können ;).
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1348697245.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1348697245.jpg)
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1348697828.png) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1348697828.png)
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1348697855.png) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1348697855.png)
Grüße Josef
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Auf der rechten Seite sind einige nicht orientiert und links von der Mitte hat sich ein Kristall nicht entscheiden können ;).
rechts- und linksdrehende Bixbyite ;D.....ganz was Neues.
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Hallo,
Hier mal wieder eine interessante Epitaxie: Zeunerit auf Arsenuranospathit von Menzenschwand im Schwarzwald. Die Zeunerite sitzen um 45° gedreht auf dem Arsenuranospathit.
Bildbreite ca. 3 mm
Glück Auf!
Smoeller
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Hallo,
eine weiteres Wachtumsphänomen: gedrehter Millerit:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1350813069.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1350813069.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1350813239.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1350813239.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1350813197.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1350813197.jpg)
Die Kristalle sind nicht mechanisch gedreht. Eine Erklärung anhand von Strukturfehlern dürfte sehr komplex sein.
http://www.minsocam.org/msa/collectors_corner/arc/millerite1.htm
Weitere viel bessere Fotos:
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1212053500.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1212053500.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1230068186.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1230068186.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1212665239.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1212665239.jpg)(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1107218025.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1107218025.jpg)
In dem ausgezeichneten Buch WERNER LIEBER, Kristalle - Schönheit durch Fehler, ist noch ein tordierter Antimonit abgebildet.
Grüße Josef
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Hallo Sebastian,
interessante Epitaxie, Zeunerit auf Arsenuranospathit. Am besten passen die Kristallgitter bei gleicher (tetragonaler) Aufstellung zusammen. Könnte es sein, dass sie eine unterschiedliche Tracht haben? Der eine durch die Bipyramide 1.Stellung und der andere durch die Bipyramide 2. Stellung begrenzt wird?
Im STRUNZ/NICKEL 2001 steht bei Arsenuranospathit noch wahrscheinlich (Pseudo-) tetragonal.
Grüße Josef
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Hallo Josef,
Die Zeunerite haben zwar Bipyramidenflächen als seitliche Begrenzungen, aber die Verwachsungsebene liegt parallel zum Basispinakoid. Es liegen, so gut man das anhand des Beispiels (ohne aufwändige Indizierung der Flächen) erkennen kann, die Basispinakoide von Arsenuranospathit und Zeunerit parallel zueinander und bilden die Verwachsungsebene. Interessant ist dann jedoch, dass die (gehe ich von der im rhombischen Fall üblichen Aufstellung aus) [010]-Richtung des Arsenuranospathits mit der [110]-Richtung (Flächendiagonale) des Zeunerits übereinstimmt. Die Zeunerite erscheinen ja um 45° gedreht in Bezug auf die b-Achse des Arsenuranospathits.
Glük Auf!
Smoeller
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Hallo Smoeller,
von Arsenuranospathit habe ich nur tetragonale Aufstellungen gefunden, obwohl er orthorhombisch aussieht. Da die die Werte der a-Achsen eine sehr geringe Abweichung haben, Zeunerit 7,18 Angstrom und Arsenuranospathit 7,16 Angstrom, vermute ich, dass sie die gleiche Orientierung haben aber durch andere Flächen begrentzt werden. Vieleicht kannst Du am Stück die 90° Winkel erkennen und so der tatsächlichen Orientierung näher kommen.
Glück Auf!
Josef
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Hallo,
Ich möchte diesen älteren thread wieder aufgreifen, nachdem ich beim Händler wieder mal ein interessantes Stück
in verstaubten Kisten entdeckt habe :
Calcit mit Einschlüssen, laut Angabe Schlema, Erzgebirge, 56 x 50 x 30 mm.
Die Einschlüsse sind höchstwahrscheinlich Markasit, bin aber nicht sicher.
Unschwer zu erkennen, daß es sich hier um eine orientierte Verwachsung, Epitaxie handelt !
Habe zum Fundort und in den Seiten zu Einschlüssen (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Einschl%FCsse) und Epitaxie (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Epitaxie) nichts Vergleichbares entdeckt.
Ich würde das Stück gerne besser verstehen. Wo ist hier das Zusammenspiel der Gitterparameter in der Epitaxieebene ? ???
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1379250063.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1379250063.jpg)
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1379250151.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1379250151.jpg)
Unten noch 2 Detailaufnahmen zur orientierten Verwachsung .
Die Lexikon-Bilder sind noch nicht zugeordnet, da ich sowohl beim Markasit gerne noch Zustimmung hätte,
als auch noch leichte Zweifel zur FO-Angabe habe. Wegen des Fundorts als letzten Anhang auch noch die Rückseite.
Sind solche Funde aus Schlema bekannt?
Gruß
Norbert
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Hallo Norbert,
Ist das wirklich eine Epitaxie? Ich frage mich, ob der Markasit wirklich in einer Richtung orientiert aufgewachsen ist oder ob er nur bevorzugt auf den Kristallkanten gewachsen ist.
Gruß Daniel
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Hallo Daniel,
Das wäre auch noch 'ne Möglichkeit. Und dann eine neue Lage Calcit oben drüber.
Leider sind die Einschlüsse nicht genau zu erkennen, auch wenn ich das Stück noch so drehe und wende.
Norbert
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Hier mal eine Epitaxie die eigentlich recht häufig zu sehen ist.
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1327860775.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1327860775.jpg)
Jürgen
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Hallo,
nicht jede Ausrichtung muss gleich Epitaxie sein. Bei dem Beispiel vom Jürgen glaube ich nicht an Epitaxie, ebenso bei dem gezeigten Calcit.
Gruß
Berthold
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Aber ein schöner Einschluss ist es allemal :D
Gruß Daniel
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Hallo berthold und alle,
was spricht bei dem Baryt-Goethit von Culmitzsch gegen eine Epitaxie. Die Grundvoraussetzung für eine Epitaxie laut Lexikon: "Auf einer bereits vorhandenen Kristallfläche des einen Partners ("Wirt", "Substrat") bilden sich - orientierte - Keime des zweiten Epitaxie-Partners ("Gast"), welche in der Folge zu sichtbaren Kristallen heranwachsen." ist meiner Meinung nach doch gegeben.
Ich lasse mich aber gern belehren, Kristallographie ist nicht so eine Stärke :-[
Jürgen
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was spricht bei dem Baryt-Goethit von Culmitzsch gegen eine Epitaxie.
Hallo,
lass' es mich mal so sagen: Direkt dagegen spricht erst mal nichts, aber es spricht auch nichts dafür. Eine Epitaxie liegt nur dann vor, wenn die Gitter der beteiligten Phasen nach strengen kristallographischen Regeln zueinander orientiert sind. Um das zweifelsfrei festzustellen, kommt man im Allgemeinen nicht um Beugungsexperimente, vor allem Laue, herum. Das gilt hier nicht nur für den Baryt-Goethit, sondern auch für den Calcit-Markasit weiter oben..
Gruß,
Klaus
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Hallo!
Ich habe mal etwas vereinfacht die Epitaxie im Lexikon etwas abgeändert.Nicht viel,sollte aber verständlicher sein,als die vorherige Beschreibung.
Gruß Jens
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Hallo,
ich würde den Calcit und den Wulfenit auch nicht als Epitaxie beschriften.
Die Einschlüsse im Calcit sind zwar nur auf bestimmten Flächen aufgewachsen und vielleicht sogar ursprünglich orientiert, aber durch die kugeligen Aggregate läßt sich das nicht mehr nachvollziehen.
Bei den Einschlüssen im Wulfenit währe die grobe Orientierung eher durch eine geometrische Auswahl zu erklären. Nur die senkrecht zur Wachstumsfläche stehenden Nadeln aus den Goethitbüscheln wurden nicht vom gleichzeitig wachsenden Wulfenit eingeschlossen.
Trotzdem, zwei interessante Stücke und schöne Fotos.
Grüße Josef
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Hi
Die beiden letzten Beispiele schauen mir auch nicht wirklich nach einer Epitaxie aus. Allerdings lautet das Thema ja "Wachstumsphänomene an Kristallen" und von daher haben die Beispiele durchaus ihre Berechtigung hier.
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In diesem thread sollten auch die sogenannten deformierten Fluorite aus Zschopau nicht fehlen (gab da vor Jahren mal einen Artikel in Lapis oder Mineralienwelt). Auf dem Bild sieht man ein solches Exemplar. Es handelt sich hier nicht um einen nachträglichen Lösungsvorgang. Die Lamellen sind hier alle Fluorit.
Gruß
Uwe
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Epitaktische Verwachsungen kann man auch öfters in der Kombination Brookit/Rutil finden.
Ich habe mal ein älteres Bild aus meiner Sammlung ausgegraben. Hier sind Rutilnadeln auf der Brookittafel aufgewachsen. Oder doch keine Epitaxie? ;)
Grüße,
Andreas
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Hier sind Rutilnadeln auf der Brookittafel aufgewachsen. Oder doch keine Epitaxie? ;)
Ganz einfach: Welche Netzebene des Rutils ist auf welcher Netzebene des Brookits in welcher Orientierung aufgewachsen?
Wenn Du diese Frage schlüssig beantworten kannst, handelt es sich ganz sicher um eine Epitaxie.
Sorry, einfacher geht's nun mal nicht.
Gruß,
Klaus
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Hallo,
ich möchte mal wieder ein ungewöhnliches Wachstumsphänomen einstellen und zwar einen Ring.
WERNER LIEBER beschreibt diese Ringe in seinem Buch "Kristalle - Schönheit durch Fehler" mit sehr guten Fotos, zitiert einige Theorien und fügt hinzu: "Strukturell kann das nicht begründet sein."
Eine noch sehr wage Theorie von mir dazu wäre, dass sich unter einer der monoklinen Endflächen eine Struktur mit leicht abweichenden Gitterparametern bildete und dadurch der nadelige Kristall gekrümmt wuchs. Der Radius der Krümmung wäre von der Dicke der Nadel und der Größe der abweichenden Struktur abhängig. Wenn der Kristall gleichmäßig und symmetrisch weiter wächst, schließt er sich zu einem Ring. Wenn nicht gibt es nur ein Knäuel oder eine 8 oder eine Spirale....
Wie, außer über Realstrukturphänomene, soll sich das begründen lassen?
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1384886582.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1384886582.jpg)
(https://www.mineralienatlas.de/VIEWmax.php?param=1384886690.jpg) (https://www.mineralienatlas.de/VIEWFULL.php?param=1384886690.jpg)
Grüße Josef
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Hallo Josef,
der Ring ist ja ausgesprochen cool :o
Besten Gruß Stefan