Mineralienatlas - Fossilienatlas

Vermischtes / Miscellaneous / Varios => Dies und Das / this and that => Thema gestartet von: seisteff am 25 Sep 12, 22:40

Titel: Warum immer nur Kristalle?
Beitrag von: seisteff am 25 Sep 12, 22:40
Hallo alle

Ich finde das man in diesem Lexikon immer nur die schönsten Kristalle sieht!!  (was schön und gut ist)
Aber  mich würden auch gerne mal die nicht so schönen Minerale interessieren !!!

Warum immer nur die schönsten?
Da kann sich kein Leihe ein Bild machen,  was er gefunden hat.

Wenn ich hier suche sehe ich nur Kristalle!

Auch mal ein Bild von nicht so schöner Ausbildung wäre meiner Meinung nach angebracht!

Meine Meinung!!!

Grüße seisteff
Titel: Re: Warum immer nur Kristalle?
Beitrag von: Sebastian am 25 Sep 12, 22:51
Ganz einfach: weil das unperfekte nicht begeistert
Ich bin aber auch der Meinung das das gemeine auch gezeigt werden sollte.
Gruss Sebastian
Titel: Re: Warum immer nur Kristalle?
Beitrag von: Jochen1Knochen am 25 Sep 12, 22:54
Hallo!
Es gibt auch genug Fotos von Mineralien in schlechter Ausbildung im Lexikon.Das kommt eben auf die Fundstelle an.Versuche doch mal in der Suche nur ein einzelnes bestimmtes Mineral anzuschauen,welches dich interessiert.Da findest du mit Sicherheit etwas.
Gruß Jens
Titel: Re: Warum immer nur Kristalle?
Beitrag von: seisteff am 25 Sep 12, 23:05
Wenn ich eine Information über ein Mineral suche...

Finde ich bei google mehr als wie hier, und das kann nicht sein oder!!!

Grüße seisteff
Titel: Re: Warum immer nur Kristalle?
Beitrag von: Jochen1Knochen am 25 Sep 12, 23:35
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MediaDataShow?mineralid=572&backlink=Calcit
Schaust du mehr als 3000 Bilder und du findest was ;D
Was möchtest du denn nun -Infos oder Fotos?
Möchtest du mehr Fotos von derben Mineralien?Also so etwas wie Gangstücke,oder Derberze? ???
Gruß Jens
Titel: Re: Warum immer nur Kristalle?
Beitrag von: pseudonym am 25 Sep 12, 23:48
Na da ist schon was dran , die perfekten Bilder was die Ausbildung der xx angeht ist zwar sehr faszinierend , das ist gut und auch richtig -ich seh es immer wieder gern .

Aber :

Aber welche Chance hat man denn genau so etwas in der gezeigten Qualität zu finden ?

Wenn man finanziell nicht wirklich sehr gesegnet ist hat man nicht soviele Möglichkleiten, da muss man kleinere Brötchen backen .

Mit Büchern und Museen ist es das gleiche ,wäre schön wenn man auch mal paar Bilder von weniger perfekten Stücken sehen könnte.

Man hat mehr von einer mittelmäßigen Stufe die daheim liegt und die man selber gefunden hat , als von einer perfekten die bei irgendnen Millionär in der Wohnung steht .  ;)


Also ich seh das auch so , man kann ruhig mal die 2t-beste Stufe zeigen .
Titel: Re: Warum immer nur Kristalle?
Beitrag von: seisteff am 26 Sep 12, 00:09
Das ist auch Meine Meinung!!!

Aber wenn ich hier ein Mineral suche (ich bin ein Leihe)
Finde ich hier keine Beschreibung eine Minerals auser Kristalle!!!
Titel: Re: Warum immer nur Kristalle?
Beitrag von: Embarak am 26 Sep 12, 00:21
Hallo
Zitat
Also ich seh das auch so , man kann ruhig mal die 2t-beste Stufe zeigen .
Ich finde nicht, daß wir nur 1A-Qualität zeigen. Aber das ist nicht der Punkt.
Zitat
...Aber  mich würden auch gerne mal die nicht so schönen Minerale interessieren !!!
Warum immer nur die schönsten?
Da kann sich kein Laie ein Bild machen, was er gefunden hat.
Eine fast unendlich große Bild-Datenbank und schwupps, findet man genau das Stück vom letzten Besuch im längst abgegrasten Steinbruch.
Nur nach Bildern funktioniert Mineralien- oder Gesteinsbestimmung eben nicht !
Auch im Forumbereich zur Bestimmung von Fundstücken führen die Diagnosen nur nach einem Foto häufig nicht zum Ergebnis,
auch wenn viele Sammler mit gutem Hintergrundwissen einen Blick darauf werfen können.
Die Eigenschaften wie Härte, Strich, Dichte, Glanz, Bruch, Farbe, Fundort usw. spielen bei der Bestimmung ebenfalls eine große Rolle.

Zitat
Man hat mehr von einer mittelmäßigen Stufe die daheim liegt und die man selber gefunden hat , als von einer perfekten die bei irgendnen Millionär in der Wohnung steht .  ;)
Ich würde die Lexikon-Fotografen nicht unbedingt als Millionärsclique ansehen. Sollte es doch so sein, gehöre ich nicht dazu...  ;)
Für das Lexikon gilt: mehr Klasse als Masse.

Auch bei Eigenfunden sollte man sich schon mal eingestehen können, daß ein Fund nicht so toll ist und daß
er nicht unbedingt in eine Vitrine gehört.

Gruß
Norbert

P.S.: Habe beim letzten Sommerfest in meiner Siedlung 5 große Kisten mit alten Eigenfunden für die Kinder aufgebaut.
An den Aufwand für die Sammeltouren habe ich dabei bewusst nicht gedacht. Ich war die Kisten los und die Kinder
hatten für Tage ihren Spass mit den "Glitzersteinen".
Titel: Re: Warum immer nur Kristalle?
Beitrag von: cmd.powell am 26 Sep 12, 05:50
mehr Klasse als Masse.

Sehe ich auch so. Ok, die zweitbeste Stufe kann man sicher auch noch fotographieren, aber jeden gefundenen Kiesel muss man nicht ablichten. Es ist praktisch unmöglich zu sagen, welches die "Beste" Stufe ist, egal von wo und von was, von daher werden sich schon automatisch reichlich Bilder eines Minerals ansammeln - in allen möglichen Formen und Ausbildungen, und in guter Qualität. Hinzu kommen dann noch die Bilder von Leuten, die einen persönlichen Drang haben, ihre Eigenfunde zu veröffentlichen obwohl die Mehrheit der Sammler solche Stücke dann doch eher im Bruch gelassen hätten - denen geht es wahrscheinlich eher um die persönliche Präsentation als um die abgebildeten Minerale - und damit wird die Datenbank schon recht voll und bei allgemeinen Mineralen gar unübersichtlich. Ich denke mal, damit dürfte allen gedient sein. Typische, gut ausgebildete Kristalle oder Aggregate eines Minerals gehören Abgelichtet und nicht irgendein Gebrösele. Sicher ist da auch immer etwas Pralerei (bei dem Einen oder Anderen vielleicht auch etwas mehr) und Neid dabei, aber ich sehe das so: Lieber bei irgendwem in der Sammlung als durch den Brecher gejagt und für immer verloren.
Desweiteren halte ich es für sehr unwahrscheinlich das jemand aufgrund der Abbildung eines derben Pyritbrockens einen perfekt ausgebildeten Pyritkristall richtig zugeordnet bekommt - ich hoffe es ist verständlich, worauf ich hinaus will  ;)

@seisteff: Im Lexikon stehen zu den Mineralen - sofern bekannt - auch mehr oder weniger ausführliche Beschreibungen. Alternativ gibt es auch noch mindat.org etc.
Titel: Re: Warum immer nur Kristalle?
Beitrag von: Brodi69 am 26 Sep 12, 07:37

... und was noch nicht erwähnt wurde, manchmal handelt es sich bei den scheinbar perfekten Stufen eben um Ausschnitte unverletzter Teile einer ansonsten beschädigten Stufe. Die Kristalle sind diesfalls eher Klein, dafür aber sehr beispielhaft auskristallisiert. Der Kristallhabitus ansich ist ein wichtiges Bestimmungsmerkmal für ein Mineral. Mehrere typische und gut erkennbare Kristallformen dienen zur Bestimmung mehr als beschädigte Kristalle. Letztlich ist es ein Genuss, ein schönes und perfektes Bild betrachten zu dürfen. Hier ein Dank an alle Fotografen, die sich viel Zeit nehmen und große Mühe geben, gute, repräsentative Fotos zu schießen.

Ein unendlicher Ausbau der einzelnen Mineralbeschriebe ist wohl auch technisch ein unmögliches Unterfangen, oder soll z.B. die mehrere hundert Seiten umfassende Quarzmonographie ins Lexikon? Es wäre diesfalls unmöglich zum etwas finden, da schlag ich lieber gleich im Buch nach.

Fazit:
- Den Mineralienbeschreibungsumfang finde ich sachgerecht.
- Die Fotos inkl. der vorhandenen Ablichtungen weniger perfekter Stücke halte ich für ausgewogen.
- Ich stimme ich meinen Vorschreibern zu, die Summe ist als ganzes umfassend und zweckmäßig.
=> Mein Dank gilt allen, die irgend einen Beitrag zum gesammelten Wissen in diesem Atlas beitragen.

Gruß
Christian
Titel: Re: Warum immer nur Kristalle?
Beitrag von: Alcest am 26 Sep 12, 07:46
Ich denke, das Lexikon enthält alle Informationen, die nötig sind, um das Gröbste zu bestimmen.

Gerade, wenn du nur krustige Überzüge bzw. derbes Material hast, nützen dir auch Bilder von solchen Überzügen nichts - denn die Farbe ist nicht Alles. Gold, Pyrit, Pyrrhotin, Arsenopyrit, Chalkopyrit, Chalkosin seien nur in den Raum geworfen. Wenn das Lexikon mit Bildern wie dem im Anhang, oder noch amateurhafter fotografiert, voll ist, nützt das dem Bestimmer auch nicht viel.

Selbst 10x Makroaufnahmen hätten da keine Aussagekraft.

Titel: Re: Warum immer nur Kristalle?
Beitrag von: Fritzi am 26 Sep 12, 10:45
Hallo seisteff,

ich kann Dich gut verstehen und sehe es genauso wie Du.

In puncto "Selbersammeln" (also fundortspezifisch) sind Bilder von nicht ganz so schönem Material auch wichtig, um sich einen Überblick über die Fundstelle verschaffen zu können.

VG
Fritzi
Titel: Re: Warum immer nur Kristalle?
Beitrag von: Axinit am 26 Sep 12, 15:32
Servus,

ich schliesse mich Fritzi (und Seisteff) an. Natuerlich sind Bilder von beschaedigten oder wenig aussagekraeftigen Stufen oder Stuefchen kaum hilfreich, wenn es um die Bestimmung eines Minerals durch visuellen Vergleich geht.

Photos, die fundort-typische Ausbildungen von Mineralen oder Paragenesen zeigen, dokumentieren hingegen den Mineralbestand einer spezifischen FS und sind damit sicher nicht nur fuer den Lokalsammler von Interesse.

Auch wenn die lokalen FS oft gerade nicht die "weltbesten" Kristalle eines Minerals liefern,  ist dies kein Grund, derartige (selbstgemachte) Funde schamhaft zu verstecken.

GA

Harald
Titel: Re: Warum immer nur Kristalle?
Beitrag von: Tobi am 26 Sep 12, 17:39
Wenn ich eine Information über ein Mineral suche... Finde ich bei google mehr als wie hier, und das kann nicht sein oder!!!
Doch, kann es: Quantität ist nicht Qualität. Und in Sachen Quantität kann man der größten Datenmaschine der Welt wohl kaum das Wasser reichen. Jedoch finde ich es absolut richtig, dass der Mineralienatlas als die größte deutschsprachige Seite zum Thema Mineralien im Bereich Bilder vor allem gute Stücke abbildet. Das müssen nicht die 50.000-Dollar-Stufen von Rob Lavinsky sein, keinesfalls. Aber eine Fachseite sollte sich doch mit den möglichst idealen Produkten der Natur befassen. Was würde es bringen, ein paar zerbrochene Gesteinsbrösel zu zeigen? Das ist nicht charakteristisch und kann alles sein.

Der Mineralienatlas zeigt zu eigentlich allen Mineralien eine ausgewogene Bandbreite an Bildern, auf denen das Charakteristische der einzelnen Mineralarten gut demonstriert wird. Und die Qualität der Stücke ist dem Informationswert und Anspruch dieser Seite absolut angemessen.

Gruß
Tobi
Titel: Re: Warum immer nur Kristalle?
Beitrag von: cmd.powell am 27 Sep 12, 03:53
Photos, die fundort-typische Ausbildungen von Mineralen oder Paragenesen zeigen, dokumentieren hingegen den Mineralbestand einer spezifischen FS und sind damit sicher nicht nur fuer den Lokalsammler von Interesse.

Auch wenn die lokalen FS oft gerade nicht die "weltbesten" Kristalle eines Minerals liefern,  ist dies kein Grund, derartige (selbstgemachte) Funde schamhaft zu verstecken.

Genau deshalb gibt es hier im MA oder auch bei mindat eine Zuordnung der Bilder nach Fundort, womit das Thema auch wieder erschöpft wäre. Ist schon klar, das ich Grube Glücksrad-Azurite nicht mit Tsumeb-Azuriten vergleichen sollte ohne deprimiert zu sein, trotzdem können auch die Glücksrade Azurite sehr hübsch sein. Halb aufgelöste oder angebrochene Kristalle will ich trotzdem lieber nicht sehen, die gibt es auf der Halde noch zur genüge. Zudem liefern Bilder von sehr guten Stufen der Fundorte die besten Infos, was man dort finden könnte. Das ich im Winterberg-Bruch Calcit finden kann, ist kein Geheimniss. Nur wie groß oder ausgebildet diese sein können - möglichst in perfekter Form - macht doch erst den wahren Ansporn aus, dort selber zu suchen. Wenn ich hier nur die "Standard-3mm-Kriställchen" sehen würde, würde ich dort doch nicht hinfahren. Ein perfekter 10cm Kristall (oder eine ganze Stufe) mutiviert, auch wenn man sie (zunächst) nicht selber findet.
Das mit dem selber Finden ist doch sowieso so eine Sache: Die meisten Top-Stufen stammen von Sammlern, die geographisch nahe an dem Bruch sind und diesen entsprechend oft besuchen. Und nach ein paar Jahren Sammeltätigkeit ist auch mal die eine oder andere Topstufe (für den Fundort) dabei. Wenn man das erste Mal oder sowieso nur einmal im Leben in einen Bruch kommt, kann man kaum erwarten, dort sofort die Superkristalle zu finden. Das wäre Riesenglück und sowas vorauszusetzen ist naiv. Als Beispiel können wir gleich beim Winterberg/Harz bleiben: Ich war die letzten zehn Jahre maximal einmal pro Jahr im Bruch und hab reichlich dort rausgeschlebt. 2011 war ein gutes Jahr für den Winterberg und ich weiß gar nicht, wie oft ich dort war. Ich habe praktisch alle Stücke, die ich vorher dort gefunden habe, entsorgt. Und im Vergleich zu den Stücken, die ich letzten Jahr bei einem Harzer Sammler sehen durfte (Sammelt seit 40 Jahren Winterberg), hab ich immernoch nur Schrott in meiner Sammlung ! Also: Ausdauer und nicht entmutigen lassen. Normalerweise benötigt man mindestens ein bis zwei Besuche, um überhaupt die geologischen Gegebenheiten und die höffigen Regionen in einem Bruch abschätzen zu können. Viele rennen blind in einen Bruch rein, gehen dort hin, wo schon welche sind und gucken nicht links und nicht rechts. Erstmal ruhig umschaun, den einen oder anderen Stein in Ruhe betrachten, schaun wo es vielleicht Störungen oder Klüfte gibt und dann erst loslegen.
Achso: Und ein bisserl arbeiten muß man gelegentlich auch für sein Glück  ;) Ich kenne so manchen Experten, der immer nur am rumjammern ist, aber nach drei Hammerschlägen schon keine Lust mehr hat; solchen Leuten ist nicht mehr zu helfen...
Titel: Re: Warum immer nur Kristalle?
Beitrag von: Baryt-X am 27 Sep 12, 09:19
Hallo Sammlergemeinde.

@ Markus
                 
Jawollja .....

Ich stimme dir zu 100 Prozent zu!

Auch ich liebe schön kristallisierte Stufen - möglichst perfekt in allen Belangen!
Aber: 1. wer soll das immer bezahlen (manchmal ist's der reine Wahnwitz... :o) und 2. Selbst sammeln heißt eben Geduld haben und Ausdauer mitbringen - und von beidem reichlich, gepaart mit einer gehörigen Portion Finderglück!
Dann sollte es irgendwann bei (fast) jedem Sammler auch mit der Schaustufe klappen..... und bitte, jeder möge seinen eigenen Begriff der "Schaustufe" definieren, sonst führt das auch wieder zu Irritationen.... ;)

Gruß Andreas