Mineralienatlas - Fossilienatlas

Mineralien / Minerals / Minerales => Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals => Thema gestartet von: Alcest am 05 Oct 12, 14:26

Titel: Cuprit Tsumeb - was ist mit seiner Oberfläche passiert?
Beitrag von: Alcest am 05 Oct 12, 14:26
Hallo,

ich habe einmal wieder ein interessant aussehendes Stück beim Händler meines Vertrauens eingepackt, was in der Kameraaufnahme ein wenig "speziell" erscheint; ein Cuprit mit Malachit und mit 2 verschiedenen farblosen Mineralien (Quarz, Calcit?).

Der Kristall ist rund 2 cm breit.

Nun die Frage: wie ist die Oberfläche zu erklären? Ist der Kristall geschmolzen und rekristallisiert?

Die Bilder Cuprit 1 und 3 zeigen in den "Löchern" parallele Streifung, Cuprit 2 scheinbar ausgerichtete Oktaederflächen und Cuprit 4 zeigt das ganze Stück bei Durchlicht.
Titel: Re: Cuprit Tsumeb - was ist mit seiner Oberfläche passiert?
Beitrag von: Alcest am 05 Oct 12, 14:27
Die Bilder natürlich...
Titel: Re: Cuprit Tsumeb - was ist mit seiner Oberfläche passiert?
Beitrag von: Alcest am 05 Oct 12, 14:27
Teil 2
Titel: Re: Cuprit Tsumeb - was ist mit seiner Oberfläche passiert?
Beitrag von: Wegschmeißit am 05 Oct 12, 14:38
Hallo.

Sieht mir stark nach Ätzfiguren aus.

GA Dirk
Titel: Re: Cuprit Tsumeb - was ist mit seiner Oberfläche passiert?
Beitrag von: Krizu am 05 Oct 12, 14:56
Hallo,

das war auch mein erster Gedanke...

Frank
Titel: Re: Cuprit Tsumeb - was ist mit seiner Oberfläche passiert?
Beitrag von: Goldi85 am 05 Oct 12, 15:27
Hallo,

da könnte jemand den vorher vorhandenen Malachit runtergelöst haben...

Gruß  Daniel
Titel: Re: Cuprit Tsumeb - was ist mit seiner Oberfläche passiert?
Beitrag von: Alcest am 05 Oct 12, 15:42
Danke!

Ätzfiguren scheinen nach kurzer Googlei durchaus sinnig zu sein - auch die Streifen oder ausgerichteten Oktaederflächen bzw. Dreiecke würden dazu passen. Wat et net all gift.

Sollte das ganze durch erzwungene Ätzung passiert sein, soll mir das auch passen. 3€ habe ich für die Stück gelöhnt und die daraus resultierenden Erscheinungen sehen äußerst interessant aus, zumal Malachit (oder ein anderes grünes Mineral) noch auf allen Seiten vorkommt.

Kennt jemand eventuell ähnliche Erscheinungen aus Tsumeb?
Titel: Re: Cuprit Tsumeb - was ist mit seiner Oberfläche passiert?
Beitrag von: giantcrystal am 05 Oct 12, 18:52
Hallo

Solche Stücke sind für Onganja sehr typisch, weil in Onganja fast alle Cuprite mit Malachit überzogen sind. Man hat daher in vielen Fällen versucht, diesen wegzuätzen, was aber genau zu solchen Ätzerscheinungen und relativ wenig glänzenden Oberflächen führt.

Ich bin daher der Meinung, das Stüfchen kommt aus Onganja und nicht aus Tsumeb

Glück Auf

Thomas
Titel: Re: Cuprit Tsumeb - was ist mit seiner Oberfläche passiert?
Beitrag von: Eike Pätz am 05 Oct 12, 19:37
Hallo,

Thomas hat es schon ganz richtig erkannt. Cuprite in der genannten Größe waren in Tsumeb
die absolute Rarität. Wenn dieses Stück tatsächlich aus Nam / SWA stammt, dann kann man
mit Sicherheit an einen Cuprit aus dem 1974er Fund von Onganja denken.
Leider etwas brachial behandelt (gesäuert).
Ich könnte mir aber vorstellen, dass man aus diesem Stück einen respektablen
Schmuckstein schleifen könnte.

Gruß
Eike
Titel: Re: Cuprit Tsumeb - was ist mit seiner Oberfläche passiert?
Beitrag von: Alcest am 05 Oct 12, 19:56
Hallo Thomas,

was Google zu Onganja ausspuckt sieht meinem Exemplar in der Tat verdammt ähnlich - allerdings ist der Glanz meines Exemplares wesentlich intensiver als der der Vergleichsstücke.

http://www.tsumebfineminerals.com/ruggi3.html (http://www.tsumebfineminerals.com/ruggi3.html) Der Cuprit auf dieser Seite hat wohl Mimetesit xx auf der Oberfläche, meiner womöglich auch. Das grenzt aber schon mehr an Raterei.

http://www.crystalclassics.co.uk/product-detail.php?id=542 (http://www.crystalclassics.co.uk/product-detail.php?id=542) nach (man denke sich den Malachitüberzug weg) ist es aber eher sinnvoller, Tsumeb bei meinem Stück auszuschließen.

Was noch für Onganja spricht: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cuprite-Malachite-261719.jpg (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cuprite-Malachite-261719.jpg). Da ist die Ähnlichkeit zu meinem nicht auszuschlagen.

Ich werde Tsumeb auf Onganja ändern und das Stück selbst behalten. Vielen Dank für den Tipp.

Update:
@Eike:

Im Anhang 2 Bilder bei Durchlicht mit einer 10€ Ikealampe. Ob er schleifwürdig ist, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich Schmucksteine nicht mag. Gerade bei selteneren Stücken wäre es doch eine Schande, diese kaputtzuschleifen.

Titel: Re: Cuprit Tsumeb - was ist mit seiner Oberfläche passiert?
Beitrag von: Eike Pätz am 05 Oct 12, 20:34
Hallo Alcest,

ich habe bewußt im Konjunktiv geschrieben: man könnte.....
Damit wollte ich im Grunde nur zum Ausdruck bringen, dass Onganja-Cuprite
eine außergewöhnlich intensive Farbe und eine sehr gute Transparenz besitzen.
Beides ist bei den Original-Fundstücken (mit Malachit überzogen, oder auch schwach gesäuert)
nicht immer oder kaum zu erkennen.
Ich persönlich habe in meiner umfangreichen Namibia-Sammlung auch keine geschliffenen
Exemplare und würde dieses Stück auch nicht verschleifen.
Also: Diesen Cuprit mit dem Fundort Onganja Mine (Fund ca. 1974) versehen und in die Sammlung eingliedern !!

Gruß

Eike
Titel: Re: Cuprit Tsumeb - was ist mit seiner Oberfläche passiert?
Beitrag von: Alcest am 05 Oct 12, 20:47
Hallo Eike,

anders habe ich dich auch nicht aufgefasst!

Ich wollte an der Stelle einfach meine Position zum Schleifen kundtun.

Wie gesagt - ich finde die Makel sogar recht interessant. Tsumeb wird gestrichen.

Im Vergleich zu einem ~7 mm Cuprit aus dem Altai (genauer FO ist mir jetzt zu lang) ist die Transparenz trotz der Kristalldicke bedeutend stärker. Die Tage werde ich noch ein anständiges Foto für den Atlas anfertigen und mich dann über einen netten "Billig"-Neuzugang erfreuen.

Schönes Wochende!
Titel: Re: Cuprit Tsumeb - was ist mit seiner Oberfläche passiert?
Beitrag von: Alcest am 07 Oct 12, 08:33
Ich habe mir nochmal den Fundortzettel gesucht - es steht nicht einmal Tsumeb drauf, sondern nur Namibia.

Da das Stück jedoch in der Tsumeb-Schublade lag, habe ich dies dazugedichtet.

Damit wäre das Mysterium wohl unanfechtbar gelöst.